Trockenbau: Richtig verputzen 

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Eine Trockenbauwand gut zu verputzen, gelingt nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und Sie beim Verputzen Fehler vermeiden. Grundsätzlich können Sie sich alle Verputzarbeiten im Trockenbau enorm erleichtern, wenn Sie die aufeinander abgestimmten Systeme der Trockenbauhersteller nutzen. Von Rigips, Knauf und anderen Branchengrößen gibt es nämlich nicht nur verschiedene Trockenbauplatten und sämtliche Materialien für die Unterkonstruktion, sondern auch komplette Putzsysteme.

Sie bekommen bei den Systemherstellern praktisch alles, was Sie zum Trockenbau-Verputzen brauchen, von speziellen Grundierungen für Trockenbaukonstruktionen über Gipsputz, Gips-Kalk-Putz, Haftputzgips und andere Mischungen bis zum weitreichenden Zubehör. Es passen nicht nur die einzelnen Komponenten jedes Herstellers perfekt zueinander, sondern Sie können die standardisierten Produkte und genormten Trockenbauelemente mehrerer Hersteller miteinander kombinieren, etwa Trockenbauprofile, Werkzeuge, Spachtel- und Dichtmassen oder Trockenmörtel.

Trockenbauer beim Verspachteln © Kristina Benter, stock.adobe.com
Setzen Sie beim Trockenbau am besten auf abgestimmte Systemkomponenten der Hersteller © Kristina Benter, stock.adobe.com

Versintern der Oberfläche (Sinterhaut) vermeiden

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Verputzen im Trockenbau sind die Bedingungen, die während und direkt nach den Verputzarbeiten auf Ihrer Baustelle herrschen. Gerade die werden jedoch oft vernachlässigt oder übersehen, deswegen sorgen ungünstige Arbeitsbedingungen bzw. Raumverhältnisse besonders oft für Fehler und aufwendige Korrekturarbeiten im Trockenbau bzw. beim Verputzen.

So wird z. B. gerade in der Heizzeit oft vergessen, die Baustelle nach dem Verputzen ausreichend zu belüften. Doch nur bei guter Luftzirkulation und Frischluftzufuhr kann die ganze Feuchtigkeit wieder entweichen, die nach dem Abschluss der Trockenbauarbeiten beim Verputzen eingebracht wird. Der Abtransport des Wassers muss nicht nur generell möglich sein, sondern auch schnell genug passieren. Wenn das überschüssige Wasser zu langsam zur Putzoberfläche gelangen kann und von dort nicht zügig abtransportiert wird, verbinden sich die darin gelösten Mineralien (z. B. Kalk) mit chemischen Bestandteilen der Raumluft (z. B. CO2) und lagern sich als sogenannte Sinterhaut oder Kalkhaut auf der Putzoberfläche an. Weil die harte, bisweilen sogar auffällig glänzende Sinterschicht keine Feuchtigkeit durchlässt, kann der Putz danach gar nicht mehr weiter- bzw. richtig durchtrocknen.

Trockenbau, Mann trägt  mit der Kelle Stuck auf die weiße Wand aus Gipskarton auf © Serhii, stock.adobe.com
Eine gute Luftzirkulation und Temperaturen über +5 °C sind wichtige Voraussetzungen, um das Sintern von Putzen zu verhindern © Serhii, stock.adobe.com

Sintern ist ein gängiges Problem beim Verputzen von Trockenbauwänden, da hier sehr oft mit Gipsputzen gearbeitet wird, die dazu besonders neigen. Aber auch auf Beton, Kalkputzen sowie Ausgleichs- und Spachtelmassen, die:

  • zu dünn angemischt,
  • zu lange nachbearbeitet (z. B. an der Wand strukturiert) oder
  • beim Trocknen schlecht belüftet wurden

können sich Sinterschichten bilden. Auf zu langsam oder falsch trocknenden, unzureichend belüfteten Kalkputzen zeigen sich manchmal kristalline Kalkausblühungen, die ebenfalls vor dem Streichen oder Tapezieren entfernt werden sollten.

Wie erkenne ich Sinterhaut auf frischem Putz?

Mit einer Benetzungsprobe können Sie ganz einfach feststellen, ob sich bereits eine feste Sinterhaut gebildet hat oder der Putz einfach feucht ist. Besprühen Sie die verputzte Wand gleichmäßig mit Wasser:

  • Perlt alles Wasser ab, ohne dass sich die Putzfarbe verändert, liegt eine undurchlässige Sinterschicht auf der Oberfläche, die entfernt bzw. besonders (vor-)behandelt werden muss.
  • Sickert das Wasser (zumindest teilweise) in den Putz ein, ist die Wand lediglich noch nicht durchgetrocknet (zum Beispiel wegen zu hoher Raumluftfeuchtigkeit). Der Verputz erscheint an feuchteren Stellen dunkler, es reicht jedoch aus, ihn komplett durchtrocknen zu lassen.
  • Hinweis: Auf einer Sinterhaut hält weder Farbe, noch kann sie grundiert oder tapeziert werden. Stattdessen müssen Sie diese Schicht entweder abschleifen, mit einem scharfen Spezialreiniger abwaschen oder eine Haftbrücke auftragen.

    Das sicherste Mittel, um ein Versintern des Putzes zu verhindern, ist eine durchgehend gute Belüftung, damit der Putz richtig trocknen kann. Wenn Sie im Winter verputzen und nicht zu viel Heizungsenergie verschwenden wollen, erreichen Sie den nötigen Luftaustausch durch regelmäßiges Stoßlüften. Achten Sie außerdem darauf, dass sowohl der Untergrund als auch der Verputz bis zum endgültigen Durchtrocknen mindestens +5 °C warm sind.

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    Trockenbau verputzen – Fehler vermeiden durch richtige Vorbereitung

    Weil die „Nachsorge“ bei Verputzarbeiten so oft vernachlässigt wird, steht sie in diesem Artikel gleich am Anfang. Trotzdem sind natürlich auch die Vorbereitungen, auf deren Bedeutung sehr viel öfter hingewiesen wird, von entscheidender Wichtigkeit beim Trockenbau-Verputzen:

    Wollen Sie Hohlblocksteine, Ziegel, Bims- oder Backsteine verputzen, brauchen Sie keine Vorbehandlungen. Bei allen anderen Untergründen können Sie an der Beschaffenheit einiges verbessern, um sie für den Putz zu optimieren.

    Grundsätzlich wird unterschieden zwischen stark saugenden, unterschiedlich/ungleichmäßig saugenden sowie schwach oder gar nicht saugenden Untergründen.

    Bauarbeiter, Maler, Mann mit Schutzhelm, Pinsel in der Hand, restauriert und streicht die Wand, auf der Baustelle eines Hauses © amedeoemaja, stock.adobe.com
    Bei einem stark saugenden Untergrund ist eine Grundierung entscheidend für ein optimales Ergebnis © amedeoemaja, stock.adobe.com

    Stark saugende Untergründe sind zum Beispiel Kalksandstein oder Porenbeton. Wenn Sie hier nicht grundieren, haben Sie beim Verputzen eine wesentlich kürzere Bearbeitungszeit, weil das Anmachwasser vom Untergrund viel besser und schneller weggesaugt wird. Sie geraten also unweigerlich in Hektik oder haben, etwa beim Glätten/Strukturieren des Putzes, nicht mehr genug geschmeidiges Material zur Verfügung. Selbst wenn Sie erfahren im Verputzen sind oder immer nur kleine Portionen anmischen, sorgt das zu schnelle Trocknen für ein höheres Risiko für Risse, Abplatzungen und andere Putzmängel.

    Bei unterschiedlich saugenden Untergründen wie zum Beispiel Mischmauerwerk oder verspachtelten Trockenbaukonstruktionen ist das Hauptproblem die nicht einheitliche Trocknung. Haben die Mauersteine bzw. Trockenbauplatten andere Saugeigenschaften als Fugen, Spachtelflächen oder Anschlusswände, ist es deutlich schwieriger, beim Glätten oder Filzen der Putzoberfläche ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Außerdem trocknet und haftet der Verputz nicht auf allen Stellen gleich, was ihn weniger stabil und langlebig macht.

    Zu den glatten, nicht oder nur schwach saugenden Untergründen gehören verdichteter und glatter Beton, Putzträger aus Hartschaum, Styroporplatten und OSB-Platten. An diesen Materialien kann sich Verputz (zum Beispiel Gipskristalle in Gipsputzen) nicht richtig festkrallen. Haftfähige Putze wie Haftputzgips werden zwar trotzdem erstmal halten, aber weisen oft nach spätestens 1-2 Jahren sichtbare Schäden auf; im schlimmsten Fall fällt der Putz in großen Placken von der Wand.

    Trockenbau verputzen – optimale Haftung durch die passende Grundierung

    Bei einem zu stark oder ungleichmäßig saugenden Untergrund tragen Sie vor dem Verputzen Tiefgrund auf. Bei glatten, schwach oder nicht saugenden Untergründen brauchen Sie einen Haftgrund oder eine Haftbrücke. Basis ist jeweils eine Dispersion, der jedoch bei Haftgrundierungen, Haftbrücken etc. weitere Zuschläge (zum Beispiel Sande/Mineralien) beigemischt sind, sodass der Putz sich am Haftvermittler festhalten kann.

    Haftbrücke auf alte Fliesen auftragen © maho, stock.adobe.com
    Mit einer Haftbrücke lassen sich auch Oberflächen mit Sinterhaut verputzen © maho, stock.adobe.com

    Spezial-Haftbrücken ermöglichen das Verputzen bzw. Weiterbeschichten von Oberflächen, auf denen sich eine Sinterhaut gebildet hat oder Rückstände von Trenn- oder Schalungsmitteln zurückgeblieben sind. Je nach Stärke/Menge der Ablagerungen reicht das Auftragen eines Haftvermittlers jedoch nicht aus; dann müssen die Rückstände oder Ausscheidungen mechanisch oder chemisch entfernt werden.

    Ist die Oberfläche fettig oder schmutzig, reinigen Sie sie, so gut es geht bzw. der Untergrund zulässt. Können Sie Fettflecken, Rostflecken, Nikotin oder andere „durchdringende“ Verschmutzungen nicht entfernen, weil der Untergrund – etwa eine Gipskartonwand – nicht waschbar ist, verhindern Sie das Durchschlagen der Flecken mit einer Sperrgrundierung, Sperrfarbe oder speziellen Aufbrennsperre, die das ungleichmäßige Abbinden/Anziehen des Putzes verhindert. Sie können sich dabei auf das umfangreiche Angebot der Trockenbauhersteller verlassen; für verschiedene Einsatzbereiche und Probleme finden Sie passende Grundierungen wie Haftbrücken oder zu den Trockenbauplatten passenden, schadstoffarmen Tiefgrund für Innenräume.

    Je nach Saugeigenschaften des Untergrunds verdünnen Sie die Grundierung mit bis zu 4 Teilen Wasser auf 1 Teil Grundierung. Je stärker saugend der Untergrund ist, umso mehr Wasser können Sie dem Produkt hinzufügen.

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    Gängige Probleme beim Trockenbauverputzen und wie Sie sie lösen/vermeiden

    Wir haben für Sie gängige Verputzprobleme, die nicht nur im Trockenbau vorkommen, mit Lösungen in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst:

    Problem Lösung
    Trockenmischung im Sack ist feucht, bröckelig oder klumpig geworden Schützen Sie Putz während des Transports vor Feuchtigkeit und lagern Sie ihn trocken, am besten in einem kühlen, geschlossenen Raum auf einer Palette.
    Mörtel überlagert (Verfallsdatum überschritten; Konsistenz, Farbe, Geruch verändert) Putzmaterial zügig aufbrauchen, angebrochene Gebinde sachgerecht lagern.
    Fremdkörper auf Untergrund/ im Verputz Entfernen Sie Schmutz, Ruß oder Mörtelspritzer, da sie die Putzhaftung beeinträchtigen könnten.
    Putz haftet nicht gleichmäßig Untergrund vor der Verarbeitung überprüfen und ggf. grundieren; nur frostfreie, feste, saubere und trockene Untergründe überputzen.
    Kalkausblühungen auf dem Untergrund Entfernen Sie Kalkausscheidungen vor dem Verputzen mit einem Stahlbesen oder einer Stahlbürste.
    Feuchter Untergrund/ Kondenswasser auf der Oberfläche Verputzen Sie erst, wenn der Untergrund richtig trocken ist. Raum gut lüften, damit Kondenswasser entweichen kann.
    Sand/Staub auf dem Untergrund Untergrund vor dem Verputzen absaugen, feucht abbürsten oder Oberfläche mit Tiefgrund verfestigen.
    Rückstände (z. B. von Schalungsmittel) auf der Oberfläche Rückstände von Trenn- bzw. Schalungsmitteln mit speziellen Reinigungsmitteln entfernen.
    Sinterhaut haftet auf der Oberfläche Tragen Sie vor dem Verputzen eine Haftbrücke auf.
    Untergrund ist stark verdichteter Beton Tragen Sie vor dem Verputzen eine Haftbrücke auf.
    Schwierigkeiten beim mehrschichtigen Verputzen Entweder dickschichtig „frisch in frisch“ verputzen oder erste Lage vor dem Auftragen der zweiten komplett durchtrocknen lassen.
    Verputzen bei kalten Temperaturen Untergrund und feuchter Putz müssen während dem Verputzen mindestens +5° C haben. Hat der Putz abgebunden, ist er frostfest.
    Hart gewordene Rückstände an Verputzwerkzeugen Reinigen Sie Ihre Verputzwerkzeuge (Quirl, Kellen) regelmäßig. Harte Rückstände möglichst kantenschonend abklopfen oder abkratzen.
    Wand verputzen © kasto, fotolia.com
    Die sechs größten Fehler beim Verputzen

    Putz ist eine traditionelle und robuste Art der Wandbeschichtung. Das meist mehrschichtig aufgebaute Putzsystem kann verschiedene Aufgaben erfüllen: Es sorgt… weiterlesen

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