Decke verkleiden mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten

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Decke verkleiden mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten (Rigips/Fermacell)

Gipskarton- oder Gipsfaserplatten lassen sich auch als Deckenverkleidung oder zum Abhängen der Decke verwenden. Wie bei Wandverkleidungen und Trockenbauwänden gliedert sich die Arbeit auch hier in drei Hauptschritte: Die Unterkonstruktion, das Montieren der Platten und das anschließende Verfugen bzw. Verspachteln. Später kann die Decke problemlos weiterbearbeitet werden, etwa mit Putz, Farbe oder Tapete.

Handwerker spachtelt Gipskartonplatte © Approbe, fotolia.com
Handwerker spachtelt Gipskartonplatte © Approbe, fotolia.com

Rigips oder Fermacell: Welche Platten sollen es sein?

Der Hersteller Fermacell hat sich auf Produkte aus Gipsfaser spezialisiert und ist hierzulande der bekannteste Anbieter von Gipsfaserplatten. Dagegen wird der Name Rigips oft synonym für Gipskartonplatten gebraucht, obwohl die entsprechenden Platten unter dem Markennamen Rigidur vertrieben werden und der Hersteller daneben auch Gipsfaserplatten anbietet. Hier ist ein kurzer Überblick über die Unterschiede der beiden Plattenarten:

Gipskartonplatte Gipsfaserplatte
Besteht aus einem Gipskern, der mit Karton ummantelt ist. Besteht aus Gips, recycelten Papierfasern und Wasser, die zu Platten gepresst werden. Keine Ummantelung.
Sehr günstiger Preis (ab 2,80 Euro/m²) Teurer in der Anschaffung (ab 5,50 Euro/m²)
Die grauen Standardplatten sind feuchteempfindlich; für Feuchträume gibt es aber imprägnierte (grüne) Platten. Unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Verwendung daher auch in Feuchträumen möglich.
Stabilität und Formtreue werden vor allem durch die Ummantelung erreicht. Stabiles Befestigen von Schrauben etc. kann knifflig werden, empfohlen werden spezielle Trockenbaudübel. Extrem fest und (form-)stabil; problemlose Befestigung von Nägeln, Schrauben und anderen Halteelementen.
Geeignet für nichttragende bzw. gering belastete Konstruktionen. Auch für robuste Konstruktionen mit höherer Belastung geeignet
Sehr leichte Verarbeitung Verarbeitung etwas anspruchsvoller
Geringeres Gewicht (bei einer Plattenstärke von 9,5 mm 8 bis 10 kg/m2) Höheres Gewicht (ab ca. 11 kg/m2 bei 10 mm starken Platten)

Sowohl Gipskarton- als auch Gipsfaserplatten sind in verschiedenen Größen und Stärken erhältlich. Bei Deckenverkleidungen reicht die geringste Stärke meist aus, da die Konstruktion in aller Regel nur sich selbst tragen muss. Bei den weniger stabilen Gipskartonplatten können Sie statt der dünnsten (9,5 mm) auch die zweitdünnste (12,5 mm) Variante wählen. Der Preisunterschied fällt kaum ins Gewicht, doch das Risiko von Brüchen bei der Verarbeitung ist geringer.

Hinweis: Wenn Sie planen, die Decke im Alleingang zu verkleiden, sind Sie mit Klein- oder Einmannplatten bestens beraten. Rigips-Einmannplatten sind nur 60 cm breit und damit einfacher an die Decke zu bringen als die 90 cm breiten Standardplatten. Die Einmannplatte von Fermacell hat die Maße 1 m x 1,5 m.

Außer den imprägnierten Feuchtraumplatten gibt es von Rigips auch spezielle Schallschutz-, Brand- und Feuerschutzplatten. Gipsfaserplatten sind wegen der fehlenden Papierummantelung generell schwer entflammbar bzw. brandschutzgeeignet. Für Umweltbewusste bietet Fermacell darüber hinaus die sogenannten „greenline“-Platten an, die das Wohnklima verbessern, indem sie Schadstoffe aus der Raumluft aufnehmen.

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Die Unterkonstruktion: Holzlatten oder Metallprofile

Als Traggerüst für die Gipsplatten können Sie entweder eine Unterlattung aus Holz bauen oder vorgefertigte Metallprofile (abgekantete Bleche) verwenden. Trockenbauprofile sind genau dafür gemacht: Zuerst werden U-Profile mit glatten Kanten waagrecht montiert. In diese lassen sich dann wie in eine Führungsschiene C-Profile mit nach innen gebogenen Kanten einsetzen. Für Plattendecken brauchen Sie UD- und UC-Profile – das „D“ steht für Decke, Wandprofile werden mit UW und CW bezeichnet.

Trockenbau mit Metallprofilen © photo 5000, fotolia.com
Trockenbauprofile aus Metall erleichtern die Arbeit mit Gipskartonplatten enorm © photo 5000, fotolia.com

Holzlatten für die Grundlattung (in Längsrichtung) können bei einer ebenen Decke direkt angedübelt werden. Kleine Unebenheiten lassen sich mit Unterlegkeilen oder Justierdübeln ausgleichen. Auf die Grundlattung wird dann in Querrichtung die Traglattung geschraubt, an der Sie später die Platten befestigen. Soll die Decke noch gedämmt werden, legen Sie die Dämmmatten in die Grundlattung ein; die darüberliegenden Querlatten halten Sie später an ihrem Platz.

Unterkonstruktion aus Holzlattenholz für Trockenbau-Decke
Unterkonstruktion aus Holzlattenholz für Trockenbau-Decke

Denken Sie beim Bau der Unterkonstruktion daran, dass Gipsplatten nicht mit Kreuzfugen, sondern immer mit versetzten Fugen verlegt werden müssen, damit die Plattendecke später ausreichend stabil und sicher ist. Die besten Voraussetzungen dafür schaffen Sie, indem Sie die Latten im Abstand von einer halben Plattenlänge befestigen. Später beginnen Sie die Reihen dann abwechselnd mit einer ganzen und einer halben Gipsplatte. So haben Sie den Stoß bzw. die Stoßfuge immer auf einer Holzlatte.

Hinweis: Wollen Sie die Decke abhängen oder eine sehr unebene Decke verkleiden, bieten sich einzeln justierbare Direktabhänger aus Metall an. Sie sind für Abhänghöhen zwischen 4 und 12,5 cm geeignet.

Planen Sie den Unterbau so, dass das Gitterprinzip gut im Raum aufgeht. Sie wollen möglichst wenig Verschnitt und müssen später ringsum eine Dehnungsfuge von 3 bis 4 mm einhalten können. Und setzen Sie keine Traglatten direkt an der Wand entlang an, sondern halten Sie dort einen Mindestabstand von 10 cm ein.

Der erforderliche Abstand zwischen den Traglatten bzw. Profilen hängt von den Maßen der verwendeten Platten ab. Jedoch sollte der maximale Achsabstand aus Stabilitätsgründen weder bei der Grund- noch bei der Traglattung zu groß sein. Bei einem halben Meter Abstand wird die Decke stabil. Die folgende Tabelle zeigt die idealen Abstände bei gängigen Plattengrößen:

Länge der Platten Abstand der Traglatten
125 cm 41,5 cm
200 cm 50,0 cm
250 cm oder länger 50,0 cm

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Werkzeug und Material für die Trockenbaudecke


Neben den Platten und Latten/Profilen für den Unterbau benötigen Sie folgende Werkzeuge und Materialien:

  • Zollstock
  • Wasserwaage oder Kreuzlinienlaser
  • Bleistift oder Schlagschnur

Zum Zuschneiden/Brechen der Platten:

  • Cuttermesser mit ausreichend Ersatzklingen (oder Fermacell Plattenreißer)
  • Alternativ eine Säge; z. B. Fuchsschwanz, Tauch- oder Kreissäge, idealerweise mit Absaugfunktion und niedrig einstellbarer Drehzahl
  • Richtscheit, Metallschiene oder großes Lineal zum Auflegen und eine stabile, gerade Kante (z. B. Arbeitstisch), um die Platten darüber zu brechen
  • Kantenhobel
  • Ggf. Lochsäge für Anschlussöffnungen, z. B. Aussparungen für Leuchtenkabel oder Steckdosen

Zum Montieren:

  • Bohrmaschine, Dübel und Schrauben zum Befestigen der Grundlattung an der Massivdecke
  • Akkuschrauber bzw. Schnellbauschrauber für die Plattenmontage
  • Bei Holzlatten: Schnellbauschrauben (schwarz phosphatiert; vertragen sich perfekt mit Gips)
  • Bei Metallprofilen: Feingewindeschrauben (passend zum Profilsystem)
  • Wenn Sie allein arbeiten: Teleskopstütze

Zum Verfugen und Finalisieren der Fläche:

  • Glättkelle und Fugenspachtel
  • Fugen- und Wandspachtelmasse
  • Schleifpapier (80er bis 120er Körnung)
  • Tiefgrund (lösemittelfrei)
  • Quast oder Breitpinsel

Um zu ermitteln, wie viele Platten Sie brauchen, messen Sie die Decke aus und rechnen einen zusätzlichen Quadratmeter für Verschnitt hinzu, um auf der sicheren Seite zu sein.

Gipsplatten brechen und schneiden

Platten mit Gipskern lassen sich sehr leicht brechen. Gipsfaserplatten werden dazu nur auf einer Seite mit dem Cutter angerissen und dann über eine starke Kante gebrochen. Bei Gipskartonplatten schneiden Sie die Kartonummantelung zunächst auf der Sichtseite durch, brechen dann die Platte und durchtrennen zuletzt auch den Karton auf der Rückseite.

Gipskarton schneiden © ArtHdesign, fotolia.com
Gipskartonplatten können Sie einfach mit einem scharfen Cuttermesser schneiden © ArtHdesign, fotolia.com

Arbeiten Sie mit kontrolliertem Druck, damit die Platten wirklich nur an den richtigen Stellen zerbrechen. Das anschließende Glätten bzw. Anfasen der Kanten mit dem Kantenhobel erleichtert Ihnen später das Verfugen und sorgt für saubere und sichere Verbindungen.

Decke mit Gipsplatten verkleiden

Wenn Sie keinen Helfer haben, verwenden Sie die Teleskopstütze, um die Platten gegen die Unterkonstruktion zu drücken, bis Sie sie festgeschraubt haben. Ansonsten hält eine(r) die Platte fest, und der/die andere schraubt sie an jeder überquerten Latte fest. Der Stoß zur nächsten Gipsplatte muss immer mittig auf einer Latte liegen. Versenken Sie die Schraubenköpfe, aber drehen Sie die Schrauben nicht so tief ein, dass Sie den Karton zerfleddern oder den Gips zerbröseln.Bei Platten, die später Aussparungen haben sollen, messen Sie deren Position vorher aus, zeichnen sie an und sägen das Loch aus, sobald die Platte an der Decke sitzt.

Um die Platten beim Verschrauben nicht zu stauchen, setzen Sie die erste Schraube in einer Ecke oder in der Plattenmitte an. Zwischen den Schrauben sollte ein Höchstabstand von 15 bis 20 cm liegen. Nachdem die erste Plattenreihe sitzt, montieren Sie die nächste mit mindestens 40 cm Versatz daneben.

Verspachteln der Fugen

Richtig stabil und schön glatt wird die Deckenverkleidung erst durch das Verspachteln. Mischen Sie die Fugenspachtelmasse nach den Herstelleranweisungen an, verfugen Sie die Platten mit dem Spachtel und ziehen Sie die Fläche mit der Glättkelle ab. Die Randfugen füllen Sie mit einem dauerelastischen Dichtungsmaterial (z. B. Acryl), um Bauteilbewegungen auszugleichen und Dehnungsrisse zu verhindern.

Trockenbau: Fugen verspachteln © Tomasz Zajda, fotolia.com
Das Verspachteln der Fugen ist zeitaufwendig, aber unverzichtbar © Tomasz Zajda, fotolia.com

Weil auch gute Spachtelmassen beim Trocknen ein wenig „schwinden“, wiederholen Sie das Glattziehen gegebenenfalls noch einmal, bis Sie keine Schraubenköpfe oder anderen Unebenheiten mehr fühlen. Grate lassen sich nach dem Trocknen gut mit einem Spachtel abstoßen. Zum Schluss kommt der Feinschliff mit Schleifpapier – am besten von Hand, damit Sie nicht zu viel Spachtelmasse wieder abtragen.

Hinweis: Der Feinschliff ist wichtig, auch wenn die Decke schon vorher glatt aussieht. Denn Unebenheiten sieht man nach dem Anstreichen oder Tapezieren viel deutlicher – und dann ist es zu spät, um sie noch richtig auszugleichen.

Grundieren der Gipsdecke

Damit weitere Beschichtungen später gut haften und schön gleichmäßig aussehen, sollten Sie die fertige Deckenverkleidung einmal mit dem breiten Pinsel und einem lösemittelfreien Tiefgrund grundieren. So schaffen Sie einen Untergrund, der überall gleichmäßig saugt. Ohne Grundierung saugt die Fugen- und Spachtelmasse stärker als die Plattenoberfläche und nimmt z. B. Farbe schneller auf. Das führt dann zu matten Stellen, erkennbaren Fugenverläufen oder sichtbaren Schraubenköpfen – einem klassischen ästhetischen Problem ungrundierter Rigipsdecken.

Auch vor dem Tapezieren ist das Grundieren sinnvoll. Denn von grundiertem Gipskarton können Sie (oder jemand anders) die Tapete später auch wieder abbekommen, ohne Fetzen für Fetzen daran zu verzweifeln. Ohne Grundierung verbinden sich Kleister und Tapetenpapier dagegen so fest mit der Kartonschicht, dass ein sauberes Ablösen nicht mehr möglich ist.

Trockenbaudecken vom Profi einziehen lassen

In der Theorie klingt vieles einfacher, als es ist. Tatsächlich sind Arbeiten an der Decke immer anstrengend, vor allem, wenn die Routine fehlt. Das gilt sowohl für das Montieren der Rigipsplatten als auch für die Konstruktion des Unterbaus, bei der es besonders auf exaktes Planen, Messen, Rechnen, Positionieren und Nivellieren ankommt. Damit tun sich ungeübte Heimwerker oft schwer, und dann dauert die Arbeit viel länger als erwartet.

Für Trockenbauprofis gehört das Abhängen oder Verkleiden von Decke dagegen zum Tagesgeschäft, und die Kosten sind durchaus überschaubar. Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice, um herauszufinden, was Handwerker in Ihrer Nähe dafür verlangen: Innerhalb weniger Tage bekommen Sie unverbindliche Angebote von lokalen Fachbetrieben, die Sie in Ruhe vergleichen können.

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