OSB-Platten verlegen

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OSB-Platten verlegen – was Sie wissen sollten und wie Sie vorgehen

OSB-Platten, die auch als Grobspanplatten bezeichnet werden, bestehen aus mehreren Lagen von groben, miteinander verleimten Holzspänen. Die Späne in einer Lage sind jeweils längs bzw. quer ausgerichtet. Im Aufbau der OSB-Platten wird eine Lage quer ausgerichteter Späne jeweils mit einer Lage längs ausgerichteter Späne verstärkt. Diesem besonderen Aufbau verdanken die OSB-Platten ihr spezielles Aussehen, ihren englischen Namen (Oriented Strand Board; Platte aus ausgerichteten Spänen) sowie ihre Stabilität und Festigkeit.

Montage von Gipsfaserplatten vor einer Innendämmung mit Holzfaserplatten und OSB-Platten als Dampfbremse © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
OSB-Platten sind optimal für den Roh- und Innenausbau geeignet © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Diese Eigenschaften machen OSB-Platten zum idealen Werkstoff im Roh- und Innenausbau, etwa zur Beplankung von Trockenbau-Unterkonstruktionen, als Aussteifung oder Verkleidung einer Wand oder Decke. Auch Vorwände und Zwischendecken lassen sich mit OSB-Platten realisieren, und mit einer entsprechenden Versiegelung können Sie die groben Spanplatten – anders als Gipskartonplatten – auch problemlos als Bodenplatten verlegen.

OSB-Platten – kleine Typenkunde

OSB-Platten werden in der einschlägigen Norm DIN EN 300/2006-09 definiert und klassifiziert. Abhängig von ihren mechanischen Eigenschaften und der relativen Beständigkeit gegen Feuchtigkeit sind OSB-Platten in vier Klassen eingeteilt:

  • OSB/1: Platten für den Innenausbau zur Verwendung im Trockenbereich, Möbelbau
  • OSB/2: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich
  • OSB/4: hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich

Im Handel sind OSB-Platten jeder Klasse in verschiedenen Größen und Stärken erhältlich. Die Platten haben in der Regel ein Standardmaß von 200 cm Länge und 60-95 cm Breite und sind – abhängig von der Plattenstärke – für folgende Anwendungen geeignet:

Plattenstärke (mm) Anwendungen
10 Abdeckungen

Kisten

Möbel

Zwischenablagen

12 Verlegeplatten für den Unterbau von Fußböden

Beplankung von Trockenbauwänden

15 Innenbeplankung von Wänden und Dächern mit Brandschutzanforderungen gem. DIN 4102-4
18 Tragende Beplankungen

Schalungen im Rohbau

22 Tragende, aussteifende Beplankung von Decken und Dach

Unterbau von hochwertigen Fußböden

25 Decken- und Dachbeplankung (bei größeren Abständen sowie höheren Lasten)
30 Beplankung mit Brandwiderstand nach DIN EN 1995-1-2
40 Hochbelastbare Konstruktionen
Hinweis: Im Innenbereich sollten Sie ausschließlich OSB-Platten verwenden, die frei von Formaldehyd sind. Sie erkennen diese an Kennzeichnungen wie z. B. dem „Umweltzeichen Blauer Engel“ oder am Kürzel „F0“. Hier lesen Sie mehr über ökologische Bodenbeläge.
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OSB-Platten verlegen – Werkzeug und Material

Ob als Wandverkleidung oder Bodenbelag: Zum Verlegen von OSB-Platten brauchen Sie einiges an Material und Werkzeug. Was genau, haben wir in dieser Liste für Sie zusammengestellt:

  • OSB-Platten (mit Nut und Feder) der benötigten Klasse, Größe und Stärke
  • Dampfbremse
  • Dampfsperren-Klebeband
  • Distanzkeile
  • Holzlatten
  • Holzleim
  • Hammer
  • Bohrmaschine und Holzbohrer
  • Holzschrauben
  • Zollstock/Maßband
  • Wasserwaage
  • Bleistift
  • Schlagholz und Zugeisen
  • Handkreissäge
  • Stichsäge
  • Cutter
  • Tacker
  • Dämmstoff
Hinweis: Lagern Sie die OSB-Platten zu Akklimatisierung vor der weiteren Verarbeitung für mindestens 48 Stunden in dem Raum, in dem Sie die Platten einbauen wollen. Entfernen Sie dazu keine Umverpackungen und achten Sie darauf, dass der Raum nicht unter +15 °C herunterkühlt.
Ein Satz Handwerkzeuge für die Bearbeitung von Holz auf der OSB-Platte © 123tin, stock.adobe.com
Werkzeug, dass Sie zum Verlegen von OSB-Platten benötigen © 123tin, stock.adobe.com

OSB-Platten verlegen – Wand

Zum Beplanken von Trockenbau- oder anderen Innenwänden sind OSB-Platten sehr gut geeignet. Auch weniger erfahrene Heimwerker können mit den standardisierten Platten, dem richtigen Werkzeug und unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung schnell selbst größere Wandflächen ordentlich beplanken und ggf. dämmen.

Einbau von Wärmedämmung im Gebäudeinneren, Holzfaserplatten und OSB © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Gehen Sie beim Verlegen von OSB-Platten an der Wand immer von unten nach oben vor © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
  1. Bereiten Sie die Wand vor

    Bevor Sie mit dem Beplanken der Wand beginnen, sollten Sie diese vollständig freiräumen und alles entfernen, was die weiteren Arbeiten stört. Entfernen Sie Nägel oder Schrauben und schützen Sie ggf. Boden, Fenster- und Türrahmen mit Abdeckfolie. Drehen Sie die Sicherung des Raumes heraus und schrauben Sie Lichtschalter und Steckdosen ab. Auch sollten Sie für eine gute Beleuchtung sorgen, um unabhängig vom Tageslicht agieren zu können.

  2. Errichten Sie eine Unterkonstruktion

    Bringen Sie auf der zu beplankenden Wand eine Unterkonstruktion aus Holzlatten an. Montieren Sie die Latten senkrecht im Abstand von 50 cm senkrecht an der Wand, wobei jede Reihe Latten vom Boden bis zur Decke reichen muss.

  3. Dämmen Sie die Wand

    Wenn Sie die Wand nicht nur auf Sicht verkleiden, sondern auch wärme- und schalldämmen möchten, füllen Sie die Räume zwischen den Latten mit einem Dämmstoff auf, ansonsten gehen Sie direkt zum nächsten Arbeitsschritt. Der Dämmstoff muss vollflächig verlegt werden, beginnend am Boden. Überstände an Dämmstoff können Sie einfach mit einem Cuttermesser abschneiden.

    Tackern Sie dann reihenweise eine Dampfsperre über den Dämmstoff. Die Lagen sollten sich auf den Latten der Unterkonstruktion jeweils etwa 10 cm überlappen und ebenfalls die gesamte Wandhöhe abdecken.

    Damit die Luft in der Konstruktion zirkulieren kann, müssen Sie im Anschluss noch eine Konterlattung anbringen: Befestigen Sie auf den senkrechten Latten einzelne Querlatten (die gleichzeitig auch die Dampfsperre zusätzlich fixieren), allerdings in der Höhe versetzt.

  4. Unterkonstruktion mit Konterlattung für die Verkleidung einer Wand mit OSB-Platten auf Dachboden © stockphoto-graf, stock.adobe.com
    Unterkonstruktion mit Konterlattung für die Verkleidung einer Wand mit OSB-Platten © stockphoto-graf, stock.adobe.com
  5. Verlegen und befestigen Sie die OSB-Platten an der Wand

    Befestigen Sie die OSB-Platten mit der Nut nach unten auf der Unterkonstruktion bzw. auf der Konterlattung. Wenn Sie die Platten anschrauben wollen, bohren Sie mit einem Holzbohrer Platten und Lattung vor, so verhindern Sie, dass das Kantholz splittert und bricht. Beginnen Sie mit der Verlegen an einer Seite der zu beplankenden Wand, und lassen Sie zur Nebenwand, Boden und Decke jeweils eine Dehnungsfuge von 10-15 mm Breite frei.

Arbeiter schraubt Holzbretter auf den isolierten Boden. Neubau eines Hauses © Smole, stock.adobe.com
Auch als Bodenbelag eignen sich OSB-Platten gut, entweder festgeschraubt oder fließend verlegt © Smole, stock.adobe.com

OSB-Platten verlegen – Boden

OSB-Platten als Bodenbelag können schwimmend verlegt, also nur miteinander und nicht mit dem Untergrund verbunden werden. Damit kann sich der Boden ungehindert ausdehnen oder zusammenziehen, was etwa durch Temperaturschwankungen oder Belastungen ausgelöst wird. Die schwimmende Verlegung empfiehlt sich bei einem Untergrund aus Estrich, Beton oder Dielen, während bei einer Holzbalkendecke mit tragenden Elementen aus Holz eine Verschraubung der OSB-Platten auf den Balken sinnvoll ist.

Folgende Arbeitsschritte sind zum Verlegen von OSB-Platten als Bodenbelag erforderlich:

  1. Ermitteln Sie den Materialbedarf

    Ermitteln Sie rechnerisch, wie viele OSB-Platten Sie benötigen und kaufen Sie diese im Baumarkt oder Fachhandel. Planen Sie eine Reserve von mindestens 10 % ein, um nicht mitten in der Arbeit nochmal zum Händler zu müssen und Material nachzukaufen. Was Sie an kompletten Platten nicht benötigen, können Sie sich meist gegen Vorlage des Kassenbons innerhalb von 14-30 Tagen zurückbringen und sich das Geld erstatten lassen – also besser drei Platten zu viel kaufen als eine zu wenig.

  2. Bereiten Sie den Untergrund vor

    Prüfen Sie den Untergrund und gleichen Sie ggf. erkennbare Unebenheiten von Beton- oder Dielenböden aus. Fegen Sie den Boden dann gründlich ab, bevor Sie weitermachen und stellen Sie sicher, dass er komplett trocken ist.

    Wenn Sie den Boden verschrauben wollen, können Sie Dämmstreifen auf den Holzbalken fixieren, die verhindern sollen, dass der Boden beim Begehen knarzt. Geeignete Materialien für eine solche Dämmung sind z. B. Filz, Kork oder Hanf.

    Hinweis: Der Abstand zwischen zwei Holzbalken sollte nicht mehr als 60 cm betragen, um zu verhindern, dass der Boden federt. Bei einem größeren Balkenabstand können Sie die OSB-Platten in zwei Lagen verlegen, wobei die zweite Lage parallel zu den Balken verschraubt wird.
  3. Verlegen Sie eine Dampfsperre

    Jetzt können Sie die Dampfsperre auf dem Boden befestigen. Lassen Sie die Folie an den Wänden jeweils mindestens 2 cm überstehen, an den Zimmerecken sollten es sogar 3-4 cm sein, die Überstände können Sie später mit Sockelleisten kaschieren. Die einzelnen Bahnen der Folie sollten an jeder Kante etwa 25 cm überlappen und mit Dampfsperren-Klebeband fixiert werden.

    Hinweis: Verwenden Sie eine Dampfsperre mit einer Dicke von mindestens 0,2 mm, in Feuchträumen (Bad, WC, Küche, Sauna etc.) sollten Sie eine Dampfsperren-Folie von mindestens 1,2 mm Stärke verwenden.
  4. Verlegen Sie eine Trittschalldämmung

    Wenn Sie die OSB-Platten als einzigen Bodenbelag einsetzen, brauchen Sie zusätzlich eine Trittschalldämmung, die Sie jetzt verlegen können. Arbeiten Sie auch hier eher großzügig, um den Trittschall bestmöglich und an allen Stellen im Raum zu dämmen. Sollten Sie die OSB-Platten am Boden später mit einem weiteren Bodenbelag belegen wollen, können Sie die Trittschalldämmung weglassen und direkt mit dem folgenden Arbeitsschritt fortfahren.

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  6. Verlegen Sie die erste Reihe OSB-Platten am Boden

    Sägen Sie mit einer Stich- oder Kreissäge von den Platten, die die erste Reihe des neuen Bodenbelags bilden sollen, die Feder ab. Achten Sie dabei auf einen geraden und exakten Schnitt, damit die Platten sich möglichst gerade an die Wand anschmiegen können. Anschließend können Sie die Platten mit der abgeschnittenen Seite zur Wand auslegen, wobei Sie eine Dehnungsfuge von maximal 10-15 mm Breite freilassen. Mit Distanzkeilen stellen Sie sicher, dass die Dehnungsfuge an jeder Wand die gleiche Breite aufweist.

    Beginnen Sie mit dem Verlegen am besten an der längsten Wand des Raumes und schneiden Sie die Endplatte der Reihe auf die benötigte Länge zu, bevor Sie mit dem Verlegen und ggf. Fixieren der Platten beginnen.

  7. Verlegen Sie die weiteren Reihen OSB-Platten

    Nutzen Sie das Reststück der für die erste Reihe zugeschnittenen OSB-Platte als Anfangsstück der Folgereihe oder teilen Sie eine frische Platte in der Mitte, um ein ausreichend breites Anfangsstück zu erhalten. Auf diese Weise vermeiden Sie Kreuzfugen und stellen einen ausreichenden Versatz (von mindestens 40 cm) der einzelnen Reihen zueinander sicher.

    Wenn Sie die OSB-Platten nicht nur verfugen, sondern auch untereinander fixieren wollen, bestreichen Sie die Federn jeweils mit einer dünnen Schicht Holzleim, bevor Sie Nut und Feder ineinanderschieben und mit einem Schlagholz und Hammer fest zusammenbringen. Tritt hierbei Leim an der Oberseite aus, entfernen Sie den sofort mit einem feuchten, fusselfreien Tuch.

    Die letzte Platte einer Reihe und die gesamte letzte Reihe müssen Sie jeweils mit einem Zugeisen in Position bringen, damit es richtig ineinandergleitet und optimal sitzt.

    Anschließend muss der Leim mindestens 24 Stunden durchtrocknen, bevor Sie den OSB-Boden erneut betreten, ggf. weiteren Bodenbelag aufbringen oder den Raum wieder einrichten können.

OSB-Platte mit weißer Farbe mit einer Rolle bemalt @ Svyatoslav, stock.adobe.com
OSB-Platten streichen, lackieren, fliesen, verputzen, tapezieren 

Für OSB-Platten können Sie jede Farbe verwenden, die für Holz geeignet ist, von normalen Wandfarben (Kunststoffdispersionsfarben) über Acryllacke und Kunstharzlacke… weiterlesen

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