Decke abhängen

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Decke abhängen: Wie geht das, welche Methoden gibt es, und was kostet eine Deckenabhängung?

Die Decke abzuhängen, kann aus mehreren Gründen sinnvoll sein:

  • Effizienteres Heizen:
    Vor allem in Altbauten mit hohen und/oder schlecht gedämmten Decken hilft die Deckenabhängung beim Heizen: Das Zimmer wird schneller warm, und es geht weniger Wärme nach oben verloren. So lässt sich einiges an Heizkosten sparen.
  • Schallschutz/Lärmschutz:
    Die abgehängte Decke sorgt für eine zusätzliche Schalldämmung, die Trittschall, Raumhall, „Hellhörigkeit“ und Außengeräusche dämpfen kann, auch wenn keine speziellen Schallschutzelemente verbaut werden.
  • Funktionalität:
    In dem Raum zwischen der ursprünglichen Zimmerdecke und der Abhangdecke können Kabel und Leitungen unsichtbar verlegt sowie verschiedene Funktionselemente eingebaut werden. Etwa eine in die Decke eingelassene Beleuchtung, ein Belüftungssystem oder eine Abzugshaube. Bei ausreichender Höhe und Tragfähigkeit kann die Hohldecke auch als Stauraum genutzt werden.
  • Ästhetik:
    Sehr hohe Decken sind nicht jedermanns Geschmack und können einen Raum kühl und abweisend wirken lassen. Durch die verringerte Deckenhöhe erhält das Zimmer eine wohnlichere, gemütlichere Atmosphäre.
Hinweis: Wenn Sie eine Abhangdecke mit Wärmeisolierung anbringen wollen, um die Decke nachträglich zu dämmen, fragen Sie vorher einen Fachmann, ob an der Decke eine Dampfsperre verlegt werden muss. Das ist häufig der Fall – vor allem, wenn darüber ein unbeheizter Raum (z. B. der Dachboden) liegt.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigen Methoden zum Abhängen der Decke genauer vor, erläutern Vor- und Nachteile und geben praktische Tipps, wie Sie sich die Arbeit erleichtern können, wenn Sie die Decke selber abhängen möchten. Außerdem finden Sie Infos zu den Materialien und Kosten, die Sie für eine selbst abgehängte Decke einplanen müssen, und den Preisen, die professionelle Trockenbauer dafür berechnen.

Decke abhängen © tournee, stock.adobe.com
Mit Zwischendecken können Sie hohe Räume wohnlicher gestalten und beispielsweise auch den Lärmschutz verbessern © tournee, stock.adobe.com

Die Decke abhängen mit Holzkonstruktion

Das ist die klassische Methode zum Abhängen von Zimmerdecken: Aus Holzlatten wird eine stabile Rahmenkonstruktion gebaut, an der Zimmerdecke befestigt und anschließend beplankt. Die hölzerne Unterkonstruktion hat die Vorteile, dass sie sich später sowohl mit Holzpaneelen als auch mit Bauplatten aller Art (z. B. Spanplatten, Gipsfaser- oder Gipskartonplatten) beplanken lässt. Außerdem können beliebige Abhängehöhen realisiert werden.

Vorgehensweise:
Für die Unterkonstruktion werden zuerst im Abstand von ungefähr 30 cm Holzlatten an die Decke geschraubt. An diesen ersten waagerechten Teil der Lattung werden nun im Abstand von ungefähr einem halben Meter senkrechte Holzlatten geschraubt, deren Länge der geplanten Abhängehöhe entspricht. Unten an die Seiten der senkrecht befestigten Latten kommen dann wieder waagerechte.

Der so entstandene Rahmen kann nun mit Kabelkanälen, Installationsschienen, Dämmelementen oder anderen Funktionsteilen versehen werden. Kabel und Leitungen können auch direkt verlegt und mit entsprechenden Schellen und Halterungen an den Latten befestigt werden.

Sind alle Arbeiten in der Hohldecke erledigt, wird unten an die Rahmenkonstruktion die Traglattung geschraubt. An den quer zur Grundlattung verlaufenden Traglatten wird dann die Beplankung angebracht. Zum Befestigen von Gipskartonplatten sind Schnellbauschrauben bestens geeignet, zum Anbringen von Holzpaneelen werden entweder spezielle Klammern verwendet oder kleine Nägel.

Hinweis: Lassen Sie elektrische Leitungen, etwa die Zuleitungen zu den geplanten Deckenleuchten, von einem Elektriker verlegen oder zumindest vom Fachmann prüfen und abnehmen, bevor Sie die Beplankung anbringen. Die Lampen können Sie dann später selber anschließen; das geht meist einfach über Steckkontakte.

Gipskartonplatten müssen im Anschluss sorgfältig verspachtelt und geschliffen werden. Gehen Sie dabei gründlich und gewissenhaft vor, damit sich in der schönen neuen Decke später keine Risse bilden. Hier lesen Sie, was Sie beim Spachteln und Schleifen von Rigips beachten müssen, um ein gleichmäßiges und gutes Ergebnis zu erzielen.

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Die Decke mit Direktabhängern abhängen

Das Abhängen der Decke mit Direktabhängern bietet sich besonders für kleinere Abhängehöhen zwischen 4 und 12,5 cm an. Es gibt aber auch längere Direktabhänger, die sich an Holzlatten oder Metallprofilen anbringen lassen. Mit diesem Abhängesystem muss keine aufwendige Rahmenkonstruktion mit senkrechten Latten gebaut werden, zudem lassen sich Unebenheiten mit den Abhängern sehr gut ausgleichen. Diese Lösung ist also zeitsparender und bequemer als die klassische Holzkonstruktion. Dennoch müssen auch hier eine Grund- und eine Traglattung montiert werden – entweder aus Holz oder mit den passenden Trockenbau-Profilen.

Vorgehensweise:
Die Direktabhänger werden im Abstand von rund 50 cm mit Dübeln und Schrauben an der Decke befestigt. An ihnen können dann in der gewünschten Abhänghöhe entweder Holzlatten oder U-Profile angebracht werden. Diese werden seitlich an den Abhängern festgeschraubt und eventuelle Überstände einfach anschließend umgebogen, so dass sie beim Anbringen der Beplankung nicht im Weg sind.

Wenn Sie die abgehängte Decke mit Holzpaneelen beplanken wollen, ist eine hölzerne Traglattung besser geeignet als Metallprofile. Praktisch und empfehlenswert dabei ist die Verwendung spezieller Befestigungsklammern (Paneelkrallen). Sie halten die Paneele und geben dem Holz trotzdem Raum zum Arbeiten.

Die Decke abhängen mit einem Abhängsystem

Das ist die Methode, mit der heute die meisten Trockenbau-Profis Zimmerdecken abhängen. Verwendet werden dazu Decken-Abhängsysteme aus Aluminium, bestehend aus UD-Wandabschlussprofilen, Direktabhängern und CD-Profilen. Der Hauptvorteil dieser Methode besteht in der exakten Fertigung der Konstruktionselemente. Anders als Holzlatten sind die Profile immer vollkommen gerade und können sich auch später nicht durch Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen verziehen. So lässt sich das Risiko von Spannungs- und Dehnungsrissen bei Gipskartonplatten sowohl beim Verschrauben als auch später deutlich verringern.

Vorgehensweise:
Zuerst werden die UD-Profile in Höhe der späteren Decke umlaufend an den Wänden befestigt. Zur korrekten Ausrichtung brauchen Sie eine Wasserwaage oder einen Laser. Orientieren Sie sich nie allein an der Decke – die kann sogar im Neubau ziemlich krumm sein. Und bevor Sie die Profile festschrauben, bringen Sie an der Wand dahinter ein Dichtungsband an.

Bevor Sie die Direktabhänger an der Zimmerdecke befestigen, zeichnen Sie die Position derCD-Profile an, die bei diesem System die Grundlattung bilden. Um ihre genaue Position festzulegen, verwenden Sie eine Schlagschnur. Der Abstand zwischen der Wand und den äußeren CD-Profilen sollte rund 20 cm betragen, der zwischen den einzelnen CD-Profilen maximal 50 cm und der zwischen den Direktabhängern maximal 1 m.

Nach dem Markieren der Grundlattung bohren Sie die Dübellöcher für die Direktabhänger exakt in einer Linie (Flucht) und schrauben dann die Abhänger fest. Als nächstes schrauben Sie die CD-Profile mit Schnellbauschrauben an den Direktabhängern fest und biegen eventuelle Überstände um. Nach diesem Arbeitsschritt können Sie eine Wärmedämmung einlegen, falls das geplant ist.
Wie bei den anderen Konstruktionsmethoden kommt auch bei dieser zuletzt das Anbringen der Traglattung. Sie verläuft quer zur Grundlattung, und die Abstände sollten 50 cm nicht überschreiten. Hier orientieren Sie sich am besten an den Größen (Längen) der Platten, mit denen Sie die Abhangdecke beplanken werden.

Ist die Unterkonstruktion fertig, werden die Gipskartonplatten zugeschnitten, auf Maß gebrochen und an den Kanten angefast. Mit einem Trockenbau-Plattenheber können Sie jede Platte exakt positionieren und an die richtige Stelle halten, bis sie mit Schnellbauschrauben fixiert ist. So können Sie selbst mit großen Platten bequem alleine arbeiten und die Arbeit auch dann deutlich vereinfachen, wenn Sie sie mit mehreren Helfern angehen.

Was Sie beim Abhängen einer Decke noch beachten sollten

Planen Sie alle Installationen und dazugehörenden Zuleitungen, Aussparungen, Durchlässe etc. gründlich und rechtzeitig. So können Sie auch an der Wand markieren, wo die Leitungen in der Decke verlaufen. Zeichnen Sie z. B. Pfeile und Zentimeterangaben an die Wand, um später zu wissen, wie die Leitungen verlaufen und wo sich die Enden bzw. Anschlussstellen befinden.

Informieren Sie sich im Vorfeld bei der Baubehörde über die in Ihrem Bundesland geltenden Vorschriften zur Raumhöhe. Sie dürfen eine Decke nur abhängen, wenn die vorgeschriebene Mindestraumhöhe dadurch nicht unterschritten wird. Um die späteren Maße genau absehen zu können, müssen Sie sowohl den Raum als auch die Abhängmaterialien vorher aus- und abmessen.

Nutzen Sie beim Verschrauben der Gipskartonplatten einen Schrauber, bei dem Sie das Drehmoment begrenzen können. So versenken Sie die Schrauben tief genug, damit die Köpfe später nicht stören, aber nicht so tief, dass sie nicht mehr greifen oder die Platte beschädigt wird.

Handwerker verschraubt Gipskartonplatten © tunedin, stock.adobe.com
Handwerker verschraubt Gipskartonplatten: Ein Akkuschrauber mit Drehmomentbegrenzung erleichtert die Montage der Gipskartonplatten enorm © tunedin, stock.adobe.com

Zum Anbringen von Paneelen gibt es verschiedene Klammern bzw. Krallen, die mit Nägeln oder Schrauben befestigt werden. Um die Paneele und Ihre Hände zu schonen, können Sie statt mit dem Hammer auch mit dem (elektrischen) Nageltacker oder Handnagler arbeiten.

Soll die abgehängte Decke mit einem Spritzputz versehen werden, ist es ratsam, auf die Platten einen Grundierungsanstrich in der Putzfarbe aufzutragen.

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Was kostet es, die Decke abzuhängen?

Kosten und Preise © eyetronic, fotolia.com
Was kostet es, die Decke abzuhängen? © eyetronic, fotolia.com

Wenn Sie die Decke selber abhängen wollen, sind für die Kostenkalkulation vor allem die erforderlichen Materialmengen und die Materialpreise wichtig. Hier sind einige Orientierungswerte, die Sie bei Ihrer Planung und eigenen Kostenberechnungen nutzen können.

Klassische Methode mit Holzkonstruktion:
Werden im Abstand von 30 cm waagerechte Latten an die Decke geschraubt, daran im Abstand von 50 cm senkrechte Latten und an diese wiederum waagrechte Traglatten, sind rund 10 m Latten nötig, um einen Quadratmeter Decke 30-50 cm tieferzulegen. Rechnen Sie also pro Quadratmeter mit Holzkosten von 5-10 Euro – je nachdem, wie stark die Kanthölzer bzw. Holzlatten sind, die Sie verwenden.

Direktabhänger-Methode:
Dabei benötigen Sie keine senkrechten Latten und auch keine Lattung auf der Decke. Stattdessen brauchen Sie pro Quadratmeter im Normalfall sechs Abhänger und rund drei Meter U-Profil oder Latten. 100 Direktabhänger kosten je nach Hersteller zwischen 20 und 40 Euro. Holzlatten kosten pro laufendem Meter zwischen 40 Cent und 1 Euro. Profile sind teurer – hier fangen die Preise bei rund 1 Euro pro lfm an.

Deckenabhängsystem:
Bei dieser Methode brauchen Sie UD-Profile, Direktabhänger und CD-Profile. Die Preise für UD-Profile liegen pro Meter zwischen 90 Cent und 1,50 Euro, die für CD-Profile bei 1-2 Euro. Verwenden Sie am besten Profile desselben Herstellers bzw. dessen Komplettsystem, damit alles sicher passt.

Dazu kommen noch die Kosten für die Beplankung, also Paneele oder Bauplatten nebst Montagezubehör. Gipskartonplatten sind für rund 1,50 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter zu haben. Rechnen Sie die Kosten für Spachtelmasse, Schleifpapier, Fugenband und Deckenfarbe mit ein, müssen Sie für jeden Quadratmeter Beplankung 4-6 Euro veranschlagen. Mit Spezialausführungen (z. B. Feuchtraumplatten) oder anderen Plattenmaterialien kann es deutlich teurer werden. Deckenverkleidungen und Paneele aus Holzwerkstoffen sind ab 5 Euro pro m2 erhältlich, Echtholzpaneele können gut doppelt so teuer (und noch viel teurer) sein.

Trockenbau: Fugen verspachteln © Tomasz Zajda, fotolia.com
Trockenbau Abschluß: Fugen verspachteln © Tomasz Zajda, fotolia.com

1.000 Schnellbauschrauben kosten zwischen 5 und 10 Euro. Manche Schrauben, Dübel, Nägel oder Klammern liegen als Montagezubehör bei.

Was kostet es, die Decke vom Handwerker abhängen zu lassen?

Das Abhängen einer Decke ist für professionelle Trockenbauer eine leichte Übung. Daher sind die Kosten vergleichsweise günstig. Dem ungeübten Laien kann diese Arbeit jedoch in allerlei Hinsicht über den Kopf wachsen, so dass es sich vor allem bei sehr hohen Räumen und großen Plänen empfiehlt, die Decke von einem Handwerksbetrieb abhängen zu lassen. Oft ist es auch sinnvoll, wenn mehrere Gewerke dabei Hand in Hand arbeiten, etwa Schreiner, Trockenbauer, Elektriker, Maler oder Stuckateur.

Decke im trockenbau mit Metallprofile © Pavel Losevsky, stock.adobe.com
Decke im Trockenbau mit Metallprofile: Die Profis arbeiten schnell und sind geübt © Pavel Losevsky, stock.adobe.com

Pro Quadratmeter Abhängdecke berechnen die Betriebe zwischen 20 und 50 Euro, je nachdem, wie hoch oder verwinkelt die Decke ist und welche Abhängmethode und Beplankung gewünscht werden. Grundsätzlich kostet die Direktabhängermethode weniger als eine Unterkonstruktion aus Holz. Und eine Holzbeplankung ist wegen des geringeren Aufwands (kein Spachteln, Schleifen, Tapezieren, Streichen) preisgünstiger als eine Gipskartondecke. Diese kann vom Handwerker allerdings auch nur montiert und dann später von Ihnen finalisiert und gestaltet werden. Legen Sie einfach bei der Auftragsvergabe genau im Vertrag fest, welche Arbeiten erledigt werden.

Wahrscheinlich gibt es in Ihrer Nähe etliche Handwerksbetriebe, die die Decke nach Ihren Wünschen abhängen. Um sie schnell zu finden, eine unverbindliche Anfrage zu stellen und die genauen Preise zu vergleichen, können Sie unseren kostenlosen Angebotsservice für Trockenbauer nutzen.

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