Decke tapezieren

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Wenn Sie einen Raum komplett tapezieren möchten, fangen Sie immer mit der Decke an. So brauchen Sie sich während dieser anspruchsvollen Über-Kopf-Arbeit keine Gedanken um den Schutz der Wände (z. B. vor Staub oder Kleisterflecken) zu machen.

Neben den üblichen Tapezierwerkzeugen (Cuttermesser, Bürste, Rolle) benötigen Sie einen langen Besen (möglichst sauber und mit dichten, nicht zu harten Borsten) sowie eine stabile Leiter mit rutschfesten Füßen. Noch mehr Standsicherheit bietet eine zusätzliche rutschfeste Unterlage (z. B. Gummimatte). Außerdem brauchen Sie zum Tapezieren der Decke mindestens eine zweite Person, die Ihnen hilft – allein ist diese Arbeit kaum zu bewerkstelligen.

Hinweis: Stellen Sie sich beim Arbeiten über Kopf nicht zu hoch auf die Leiter, um Rücken-, Schulter- und Nackenmuskeln nicht mehr als nötig zu strapazieren. Achten Sie darauf, mindestens 10-20 cm Kopffreiheit zur Decke zu haben.

Ganz wichtig: Die erste Bahn muss richtig sitzen

Tapezieren Sie Decken stets „mit dem Lichteinfall“, also vom Fenster weg und in Längsrichtung. So verhindern Sie, dass später unregelmäßige Schatten zu sehen sind. Das akkurate Tapezieren der ersten Bahn ist entscheidend für ein schönes Gesamtergebnis. Messen Sie dazu die Deckenlänge aus und schneiden Sie die Tapete (mit einer Zugabe von 3-5 cm an jedem Ende) auf dem Tapeziertisch zu. Vertrauen Sie weder Ihrem Augenmaß noch den vermeintlich rechten Winkeln oder geraden Kanten im Zimmer, sondern ziehen Sie an der Decke eine gerade Linie, an der entlang Sie dann kleben können.

Decke tapezieren © Alex, fotolia.com
Beim Tapezieren der Decke sollte immer ausreichend Kleister verwendet werden © Alex, fotolia.com

Beachten Sie, dass Sie auch zur Längswand hin ein wenig Überstand brauchen. Hier ist die „ungerade“ Standardbreite von Tapeten (53 cm) richtig praktisch: Messen Sie einfach an verschiedenen Stellen der Decke 50 cm von der Längswand weg, dann haben Sie genug Überstand. An den Messstellen bringen Sie Markierungen an, die Sie dann mit der Wasserwaage zu einer durchgehenden, geraden Ansatzlinie verbinden. Alternativ können Sie auch eine Schlagschnur verwenden: Diese wird an beiden Enden mit je einem Nagel an der Decke befestigt. Dann ziehen Sie sie in der Mitte nach unten und lassen Sie zurückschnalzen. So zeichnet die gekreidete Schlagschnur im Handumdrehen eine absolut gerade Linie.

Decke tapezieren: Mit der Schlagschnur erhält man gerade Linien
Decke tapezieren: Mit der Schlagschnur erhält man gerade Linien
Hinweis: Wenn Sie die Decke mit Vliestapete tapezieren möchten, sind (nach-)geritzte Markierungen besser als nur angezeichnete. Denn bei Vlies wird – anders als bei Papier – nicht die Tapete, sondern die Decke eingekleistert, und dabei werden Striche oder das Kreidepulver der Schlagschnur verwischt.
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Kleistern wie bei Meistern

Je nachdem, welche Tapetenart Sie anbringen, kleistern Sie entweder die Tapete oder die Decke ein. Grundsätzlich kann Kleister für Deckentapeten etwas dicker, also mit weniger Wasser angerührt werden. Für Vliestapeten oder andere Spezialtapeten (z. B. Glasfaser) verwenden Sie den entsprechenden Spezialkleister und halten sich an die Herstellerangaben auf der Verpackung.

Tapeziertisch © Bjoern Wylezich, fotolia.com
Ein Tapeziertisch erleichtert das gleichmäßige Einkleistern der Tapetenbahnen enorm. © Bjoern Wylezich, fotolia.com
Tapeziergerät oder Tapziermaschine © Alex, fotolia.com
Tapeziergerät oder Tapziermaschine © Alex, fotolia.com

Vor dem Kleistern sollten Sie die Heizung ausschalten, die Fenster schließen und die Heizkörper abdecken. Entfernen Sie außerdem die Deckenlampe(n) bzw. Lampenfassungen (vorher Sicherung ausschalten!), damit Sie auch rund um den Lampenausschnitt sicher und sauber tapezieren können.

Sinnvolle Vorbereitungen vor dem Tapezieren
Sinnvolle Vorbereitungen vor dem Tapezieren

So gehen Sie beim Einkleistern von Papiertapeten vor:

  1. Die zugeschnittene Bahn auf den Tapeziertisch legen (Rückseite nach oben).
  2. Den Kleister mit der Bürste satt und gleichmäßig von der Mitte nach außen hin auftragen und an den Rändern besonders sorgfältig arbeiten, damit die Nähte sich später nicht öffnen.
  3. Die eingekleisterte Bahn Kante auf Kante zusammenfalten – am besten erst zwei Drittel der Länge von einer Seite her und dann das letzte Drittel von der anderen. Achten Sie darauf, dass die Faltung sich nicht überlappt und die Ränder nicht an der Luft liegen.
  4. Jetzt muss die Tapete einweichen. Halten Sie sich auch hier genau an die Angaben auf der Kleisterpackung – zu kurze Weich- und Wirkzeiten führen später häufig zum Verziehen der Tapete, zu Blasen oder Falten.
  5. Nie zu viel auf einmal einkleistern, sondern Bahn für Bahn arbeiten. So vermeiden Sie Tapezierfehler, die durch vorzeitige Trocknung oder Hektik auf der Baustelle entstehen.
Tapete richtig kleistern: So gehen Sie vor
Tapete richtig kleistern: So gehen Sie vor
Hinweis: Beim Deckentapezieren können Sie für optimalen Tapetenhalt auch bei Papiertapeten die Decke zusätzlich vorkleistern – z. B. während der Einweichzeit, die in der Regel 5 bis 10 Minuten beträgt.

Bei Vliestapeten kleistern Sie nur die Decke ein – am leichtesten geht das mit einer Rolle mit Teleskopstiel. Tragen Sie den Kleister auch in der Deckenkehle und über die Ansatzlinie hinaus gründlich auf, damit die Ränder später gut haften.

Tapete an die Decke kleben

Nach dem Vorkleistern und/oder Einweichen können Sie die Tapete an die Decke bringen. Gefaltete Papiertapetenbahnen nehmen Sie mit der kürzeren gefalteten Seite nach vorn in die Hand und steigen damit auf die Leiter. Dann wird die kurze Seite aufgefaltet und an der markierten Linie angesetzt. Ihr Helfer oder Ihre Helferin drücken dabei die Bahn von unten mit dem Besen leicht an oder halten das noch gefaltete Stück in der richtigen Position, damit die Tapete weder reißt noch verrutscht.

Auf diese Weise arbeiten Sie sich langsam vor und ziehen dabei die Faltung Stück für Stück auf. Nie die gesamte Bahn auf einmal auseinanderfalten, denn das führt fast unweigerlich zu klebrigen Katastrophen oder zumindest einer sehr unvorteilhaften Arbeitshaltung. Und behalten Sie während des gesamten Vorgangs die Ansatzlinie im Auge – wenn Sie davon einmal abgekommen sind, kleben Sie immer schiefer, und je später Sie das merken, umso schlechter stehen die Chancen für eine vernünftige Korrektur.

Decke tapezieren © Alex, fotolia.com
Decke tapezieren © Alex, fotolia.com

Haben Sie die erste Bahn korrekt angesetzt, ist das Schlimmste überstanden. Jetzt können Sie die Tapete von der Mitte her mit der Tapezierbürste glattstreichen und dabei den Kleister optimal verteilen und eventuelle Lufteinschlüsse herausdrücken. Wenn Sie einen Nahtroller zur Hand haben, drücken Sie damit die Nähte noch einmal extra fest – für Struktur- und Prägetapeten gibt es weiche Nahtroller aus Schaumstoff. Sollte an den Rändern Kleister hervorquellen, nehmen Sie den Überschuss vorsichtig mit einem feuchten Lappen ab. Die zweite Bahn setzen Sie an der ersten an – und immer so fort, bis die gesamte Decke tapeziert ist.

Bei Vliestapeten haben Sie es leichter, da Sie die trockene, zugeschnittene und zusammengerollte Tapetenbahn einfach unter den Arm klemmen und damit auf die Leiter steigen können. Ansonsten sind die Arbeitsschritte dieselben: An der Ansatzlinie ansetzen, Tapete nach und nach ins Kleisterbett einlegen, festdrücken und ausstreichen.

Tapezieren um den Lampenanschluss herum

Nach dem Entfernen der Deckenleuchte bzw. Baustellenfassung baumelt immer noch das Kabel aus einem Loch in der Decke. Diese Problemstelle tapezieren Sie, indem Sie die entsprechende Bahn erst ein wenig über das Kabel legen und dann dort, wo Sie das Loch in der Decke erfühlen können, die Tapete einschneiden. Mit dem Cutter oder einer scharfen Schere bringen Sie einen Kreuzschnitt oder Strahlenschnitt an und ziehen vorsichtig das Kabel hindurch. Je kürzer Sie schneiden, desto weniger müssen Sie später kaschieren. Allerdings ist der Deckenausschnitt im Putz vor allem in Altbauten meist ohnehin kein Kandidat für einen Schönheitspreis – achten Sie einfach darauf, dass die Bahn „in sich“ glatt und gerade bleibt und alle Ränder gut kleben.

Decke tapezieren – das Finale

Bevor Sie die Überstände abschneiden, braucht jede Tapetenbahn ein wenig Zeit zum Trocknen. Sie sollte noch leicht feucht und darf nicht durchgetrocknet sein. Helfen Sie auf keinen Fall mit dem Föhn, starkem Heizen oder Lüften nach: Vor allem Papiertapeten nehmen es übel, wenn ihr natürlicher Trocknungsvorgang gestört wird. Am besten „arbeitet“ das Material bei Raumtemperaturen um die 20 °C.

Zum Abschneiden der Überstände brauchen Sie das Cuttermesser und etwas Langes, Gerades zum Daran-entlang-Schneiden. Alternativ zur Tapezierschiene können Sie die Wasserwaage, einen breiten Spachtel oder ein großes Lineal verwenden. Das Allerwichtigste bei dieser Arbeit ist eine scharfe Klinge – halten Sie also einen guten Vorrat an Wechselklingen bereit und seien Sie damit nicht sparsam. Beim Schneiden nicht Drücken, Ruckeln oder Ziehen – da Sie beim Deckentapezieren ohnehin nicht allein sind, überlassen Sie das Abschneiden der Übergänge der Person mit der ruhigsten Hand und der größten Geduld.

Tapezieren Werkzeug © Stefan Weis, fotolia.com
Tapezieren Werkzeug © Stefan Weis, fotolia.com

Vliestapeten behalten ihre Form immer bei und können sich nicht verziehen. Trotzdem sollten Sie den Bahnen vor dem finalen Zuschneiden ein wenig Trockenzeit gönnen, dann sitzen sie sicher fest. Auch fleißige Tapezierer haben zwischendurch eine kurze Pause verdient – und jede Menge Lob, wenn die Tapetenbahnen schön sitzen und nichts schiefgegangen ist. Wer Kraft übrig hat, kann zwischendurch für Sauberkeit auf der Baustelle sorgen: Irgendwas klebt immer, und feuchter Kleister geht viel leichter ab als trockener.

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