Renoviervlies – Malervlies

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Renoviervlies/Malervlies – Vorteile und Verarbeitung

Als Malervlies, Renoviervlies, Saniervlies oder Glattvlies werden dünne, aber stabile Gewebe bezeichnet, die z. B. wie Makulatur unter der Tapete verwendet werden. Das Vlies verbessert dabei gleich auf mehrere Arten den Untergrund: Es optimiert die Haftung von Tapete, Putz oder Farbe, gleicht kleine Untergrundmängel wie Risse, Nagel- und Schraubenlöcher aus, beugt wie eine Armierung späterer Rissbildung vor und schafft einen einheitlichen Untergrund, der gleichmäßig saugt und auch verhindert, dass z. B. bei durchscheinenden Vliestapeten die Farbe des Untergrunds durchschimmert.

Der Begriff „Malervlies“ wird allerdings häufig auch für Vlies-Obertapeten verwendet– oder für die praktischen, rutschfesten Abdeckungen aus geschredderten Textilien mit einer dünnen Kunststoffunterseite, mit denen sie z. B. beim Anstreichen den Boden auslegen können.

Welche Arten Malervlies gibt es?

Renoviervlies (Glattvlies) als Tapetenuntergrund:

Hierbei handelt es sich um Vlies-Untertapeten. Wie Vlies-Obertapeten sind Renoviervliese dimensionsstabil, können sich also nicht verziehen, ausdehnen oder schrumpfen. Sie werden wie Vliestapeten in Rollen verkauft und müssen dann mit einem passenden Kleister oder Kleber an die Wand geklebt werden. Dabei werden Renoviervliese – ebenfalls wie Vliestapeten – nicht eingekleistert wie Papiertapeten, sondern an die vorher eingekleisterte Wand gebracht und festgedrückt. Für diese Wandkleistertechnik ist Vliestapetenkleister optimal geeignet.

Das Renoviervlies kaschiert Unebenheiten, armiert kleine Risse und Löcher und bildet so einen optimal saugfähigen, glatten, stabilen und hellen Tapetenuntergrund.

Glasfaservlies:

Diese Vliese sind aus feinsten Glasfasern, jedoch nicht so engmaschig wie Renoviervlies. Dennoch ist Glasfaservlies besonders stabil, reißfest und belastbar und kann aufgrund seiner Elastizität Spannungen im Untergrund ausgleichen und verhindern, dass z. B. in einer darübergeklebten Papiertapete später Risse entstehen. Glasfaservlies kommt besonders häufig an Schrägwänden und in ausgebauten Dachstühlen zum Einsatz, denn hier gibt es ständig Putzspannungen wegen der Bewegung der Dachsparren und Dachbalken.

Anstrichvlies:

Anstrichvliese sind üblicherweise auch aus Glasfasern, denen weitere Stoffe beigemischt sind, um das Vlies noch robuster zu machen. Wie die anderen Renoviervliese wird es zur Verbesserung des Untergrunds an der Wand oder Decke auf Stoß verklebt. Allerdings gibt es auch selbstklebende Anstrichvliese, die sich besonders leicht auch an Schrägwänden anbringen lassen.

Welcher Kleister für welches Renoviervlies?

Ob Sie für das Malervlies normalen Tapetenkleister, Vliestapetenkleister oder einen speziellen Kleber verwenden sollten, hängt vom Material und den Untergrundeigenschaften ab. Alles, was Sie dazu wissen müssen, finden Sie in den Herstellerangaben: Dort steht nicht nur, welcher Kleister für dieses Vlies geeignet ist, sondern auch Empfehlungen zum Untergrund und zur Verarbeitung und Weiterbeschichtung.

Vliestapetenkleister wird streichfertig angeboten und an die Wand aufgetragen
Vliestapetenkleister wird streichfertig angeboten und an die Wand aufgetragen

Malervlies statt spachteln?

Viele gängige Tapezierprobleme sind Folgen eines ungleichmäßig saugenden bzw. haftenden  Untergrunds. Mit Malervlies können Sie dieses Problem besonders einfach und schnell lösen und sich so unter Umständen das Verspachteln oder Grundieren der Fläche ersparen.

Weil Malervliese und Glasfaservlies ein wenig durchscheinend sind, reichen sie unter Umständen aber nicht aus, um dunkle Hintergründe zu kaschieren. Sollen sie mit einer durchscheinenden Tapete überklebt oder hell überstrichen werden, brauchen Sie entweder einen weiteren Unterlagsstoff wie klassische Makulatur oder eine helle Grundierung.

Überschätzen Sie außerdem nicht die Fähigkeit von Malervlies, Unebenheiten zu verbergen. Farbe, Lack und dünne Tapeten können selbst feinste Mängel abbilden. Um auf Nummer sicher zu gehen, kleben Sie das Vlies auf einen bereits perfekt geglätteten und hellen Untergrund, z. B. eine auf Q3 gespachtelte und geschliffene Wand.

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Malervlies auf Gipskartonplatten

Trockenbaukonstruktionen aus Gipskartonplatten mit schön verspachtelten und geschliffenen Stoßfugen, Schrauben etc. sind grundsätzlich ein großartiger Untergrund, auf dem alles hält. Wird die Fläche jedoch vorher nicht durch vollflächiges Verspachteln, Grundieren und/oder Malervlies vorbehandelt, kann das zu verschiedenen Ärgernissen führen. Häufig deckt die Farbe dann nicht richtig, weil die Spachtelstellen heller sind als sie Kartonflächen. Und wenn der Anstrich dann endlich deckt, sind die Spachtelstellen immer noch zu erkennen, weil die Farboberfläche dort wegen der unterschiedlichen Saugfähigkeit des Untergrunds stumpfer und matter wirkt.

Wollen Sie eine Trockenbauwand oder Abhängdecke verputzen oder mit Papiertapeten tapezieren, lohnt sich das Armieren und Nivellieren vor allem an Schrägen und in Bereichen mit viel Bauteilbewegung. Das Ziel ist ja in der Regel, dass die Trockenbaukonstruktion nachher möglichst massiv, einheitlich und nicht mehr „nach Rigips“ aussieht. Die dicksten Malervliese werden oft unter dem Namen „Renoviervlies“ verkauft. Mit einer Schicht Spachtelmasse und einem darübergeklebten Renoviervlies gehen Sie auf Nummer sicher. Das macht zwar viel zusätzliche Arbeit, ist aber trotzdem besser, als erst jede Menge teurer Farbe aufzutragen und dann festzustellen, dass im Gegenlicht immer noch jede Platte bzw. Fuge zu erkennen ist.

Malervlies in verschiedenen Stärken

Die Stärke von Malervlies erkennen Sie an der Grammatur (Flächengewicht). Standard-Malervliese und Renoviervliese zum Überstreichen und Übertapezieren haben Grammaturen von 60-150 g/m2. Armierungsvliese aus Glasfaser, z. B. stabilisierendes Anstrichvlies, haben wegen der Feinheit des Gewebes normalerweise eine viel niedrigere Grammatur, z. B. 50 g/m2 oder weniger.

Wählen Sie bei einer Vlies-Untertapete möglichst das Produkt mit der höchsten Grammatur, wenn sie Untergrundmängel ausgleichen und die perfekte Basis für den Anstrich oder die neue Tapete möchten. Haben Sie bereits einen sehr glatten Untergrund und wollen diesen lediglich noch vereinheitlichen, können Sie auch ein Glattvlies mit 60 g/m2 verwenden, und wenn es vorrangig um die Armierung/Stabilisierung des Putzgrundes geht, ist ein reißfestes Glasfaser-Anstrichvlies eine gute Wahl.

Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit
Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit

Muss Malervlies immer vollflächig aufgeklebt werden?

Wenn Sie das Malervlies bahnweise Stoß an Stoß verkleben, haben Sie später auf der gesamten Fläche einen einheitlichen Untergrund. Vielleicht ist das ja aber auch gar nicht nötig, sondern Sie möchten lediglich eine kritische Stelle armieren, damit es dort später keine Risse oder Falten gibt. Typische Problemzonen sind Materialübergänge, an denen z. B. eine Trockenbauwand an die Massivwand anschließt oder ein Balken mitverputzt wurde, dessen Verlauf an neuen feinen Rissen schon wieder zu erkennen ist.

Für Wand- oder Deckenanschlüsse im Trockenbau ist Malervlies jedoch keine gute Idee, denn hier wird es früher oder später aufgrund der Bauteilbewegungen immer wieder zur Rissbildung kommen. Den feinen Riss können Sie natürlich als „Opferriss“ in Kauf nehmen; besser ist jedoch, den Anschluss mit Acryl oder – bei stärkeren Bauteilbewegungen – gleitend oder offen auszuführen.

Hierbei werden die Bauteile (z. B. Massivwand und Trockenbauwand, Wand und Decke) gar nicht erst verbunden, sondern durch eine Fuge voneinander getrennt (entkoppelt). Bei leichten Bauteilbewegungen funktioniert das Entkoppeln auch mit Randstreifen: Indem sie auf die Anschlusswand einen Trennstreifen kleben (z. B. Putzanschlussband oder spezielles Entkoppelungsvlies) und dann an diesen und nicht an die Wand heranspachteln, verhindern Sie, dass die Spachtelmasse beide Bauteile berührt und bei deren Bewegung ein- oder abreißen kann.

Rigips mit Gewebeband Klebeband © Marco Martycz, stock.adobe.com
Bei leichten Bauteilbewegungen reicht ein Gewebestreifen, um die Bauteile zu entkoppeln © Marco Martycz, stock.adobe.com
Die Tapete muss richtig glatt sitzen © dieter76, stock.adobe.com
Malervlies kleben und tapezieren

Als Malervlies, Glattvlies oder Renoviervlies werden dünne Vliestapeten bezeichnet. Bei dieser Tapetenart ist das Trägermaterial nicht Papier, sondern ein Gemisch… weiterlesen

Was kostet Malervlies?

Standard-Renoviervlies wird üblicherweise auf 75 cm oder 1 m breiten Rollen verkauft. Pro Quadratmeter kostet es je nach Grammatur und Hersteller zwischen einem und zwei Euro. Billiger ist das halbtransparente Reparaturvlies, das zur Abdeckung von Trockenbaufugen (z. B. bei Gipskartonwänden) angeboten wird.

Das Vortapezieren mit Malervlies ist beim Renovieren natürlich ein zusätzlicher Kostenfaktor, aber wenn Sie sich für eine hochwertige Wandfarbe oder Designertapete entschieden haben, lohnt sich die Investition.

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Besondere Malervlies-Arten

Malervlies wird aufgrund seiner Vorteile – Dimensionstabilität, Atmungsaktivität, Reißfestigkeit – schon lange nicht mehr nur als Untertapete verwendet. So ist es als Anstrich und Untergrund heute schon ebenso beliebt wie klassische Raufasertapete. In der Folge haben die Hersteller ihr Angebot erweitert: Während es zuerst nur das dünne, weiße Glattvlies gab, sind heute auch pigmentierte Varianten und strukturierte Malervlies erhältlich, die zwar keinen Druck, aber ein dreidimensionales Muster/Motiv mitbringen. Verwenden Sie strukturiertes Malervlies, wirkt die gestrichene Wand nachher wie farbige Strukturtapete oder gestrichener Strukturputz. Auch viele Fototapeten sind aus veredeltem, hochwertig bedruckten Malervlies

Malervlies aus Zellstoff und Textilfasern wird in den folgenden Standardstärken (Grammaturen) angeboten:

  • 60 g
  • 120 g
  • 130 g
  • 150 g

Das Material kann beliebig oft überstrichen werden und verbessert nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die späteren Reinigungseigenschaften des Anstrichs. Diffusionsoffene (atmungsaktive) Maler- und Renoviervliese kommen auch beim ökologischen Bauen und Sanieren zum Einsatz; sie verbessern das Raumklima und sind auch für Allergiker geeignet.

Sogenannte Thermovliese sind Isoliertapeten, die vor dem Tapezieren auf die Wand geklebt werden, um deren Dämmeigenschaften zu verbessern. Malervlies kann auch als Putz- oder Tapetengrund auf glatten Oberflächen wie Fliesen, Kunststoffplatten, Vinyl oder PVC-Schaum (Schaumtapete) verwendet werden. Auf Gipskartonplatten geklebt, kann es wie eine Grundierungsschicht spätere Tapetenwechsel erleichtern, denn von nicht vorbehandeltem Gipskarton lassen sich vor allem Papiertapeten kaum entfernen.

Um Malervlies auf nicht saugende Untergründe wie Kunststoff oder lackierte Oberflächen zu kleben, benötigen Sie einen für diesen Untergrund geeigneten Spezialkleber.

Muss Malervlies immer gestrichen oder übertapeziert werden?

Zwar wird Malervlies meistens weiter beschichtet, doch unbedingt notwendig ist das nicht. Gerade die strukturierten Varianten, die z. B. eine Stein- oder Mauerstruktur nachbilden, können auch ganz ohne Anstrich eine sehr reizvolle Optik haben.

Tapezieren Werkzeug © Stefan Weis, fotolia.com
Vliestapete

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