Wasserdichte, abwaschbare Tapeten

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Wasserdichte, abwaschbare Tapeten – Arten, Eigenschaften, Verwendung

Wasserdichte und/oder abwaschbare Tapeten werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. So gibt es zum Beispiel Vliestapeten, die mit einer wasserabweisenden bis wasserdichten Vinylschicht überzogen sind. Sie werden auch unter den Namen Vinyltapete oder Lacktapete angeboten. Allerdings lohnt es sich bei Tapeten immer, einen genauen Blick auf die Herstellerangaben oder das Datenblatt zu werfen.

Vinyltapeten sind robust und abwaschbar
Vinyltapeten sind robust und abwaschbar

Bei Tapetenbeschichtungen gibt oft keine eindeutige Definition, sondern Begriffe wie „Lacktapete“ können für einen Vliesträger mit Vinylschicht ebenso verwendet werden wie für eine Designtapete, deren Lackoptik durch Beschichtung eines Papierträgers mit irgendeinem anderen glatten, glänzenden und wasserdichten Überzug entsteht.

Bei wasserdichten Tapeten sind die Motive entscheidend

Wer eine wasserdichte Tapete möchte, hat in der Regel vor, damit ein bestimmtes Problem zu verhindern oder zu lösen. Sehr häufig werden wasserdichte Tapeten für Badezimmer nachgefragt; dahinter steckt fast immer der Wunsch, die Wände besser vor Feuchtigkeit zu schützen und das Bad schimmelresistent, hygienischer und pflegeleichter zu machen. Wasserdichte Tapeten in Küchen sollen meist vor allem wasch- und scheuerbeständig sein; der zusätzliche Schutz vor Spritzwasser ist dann natürlich ein willkommener Nebeneffekt.

Auch wer die Tapete nicht als Problemlöser will, sondern die Ästhetik einer glänzenden, glatten oder spiegelnden Wand mag, findet in diesem Bereich besonders viele wasserfeste und abwaschbare Varianten. Fast alle Metall-, Glanz-, Struktur- oder Fototapeten, von denen Wasser abperlt, sind mit einem durchgehenden Kunststofffilm überzogen, dessen Oberfläche selbst für den sprichwörtlichen dünnen Kopf des Wassers keinen Durchgang mehr bietet.

Kunststoffdispersion ist auch wasserdicht
Kunststoffdispersion ist auch wasserdicht

Wann ist eine Tapete abwaschbar, scheuerfest oder wasserdicht?

Bei Tapetennamen und -beschreibungen, vor allem im Internet und bei Designtapeten und Kollektionen, werden Adjektive oft sehr kreativ, großzügig und uneinheitlich gebraucht. So wird z. B. eine Tapete als wasserdicht beworben, die nur wasserabweisend ist. Oder eine feine Glanzpapiertapete wird als wasserdicht und scheuerbeständig angeboten, obwohl sie beides nicht ist. Soll die Tapete nur aussehen wie auf dem Bild, ist das egal. Aber nicht, wenn sie die Wand abdichten oder sich mit dem Spülschwamm putzen lassen soll. Gegen Verwirrung auf dem Tapetenmarkt helfen die Tapetensymbole und die Herstellerangaben im technischen Datenblatt.

Wasserdichte Tapeten müssen sauber verklebt werden
Wasserdichte Tapeten müssen sauber verklebt werden

Helfen wasserdichte Tapeten gegen Schimmel im Bad?

Wenn Sie verhindern wollen, dass im Badezimmer Wasser hinter die Tapete gelangt, Schimmelflecken entstehen oder die Bausubstanz Schaden nimmt, kann eine wasserdichte Tapete bzw. Wandoberfläche dafür sorgen, dass das Kondenswasser in der Raumluft bleibt, sich auf allen Flächen niederschlägt und an der Tapete herunterläuft wie an glasierten Kacheln. Allerdings ist das Eindringen von Wasser in die Wand nur dann gefährlich, wenn die Feuchtigkeit nicht mehr aus der Wand herauskommen kann.

Eine diffusionsoffene, also wasserdampfdurchlässige Wandbeschichtung kann dagegen Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Darum ist es gerade bei kleinen oder fensterlosen Bädern meist die bessere Idee, auf Diffusionsoffenheit zu setzen, damit die Wände möglichst viel überschüssige Feuchtigkeit zwischenspeichern können. Normalisiert sich das Raumklima, trocknet auch die Wand und gibt dabei das Wasser nach und nach wieder an die Raumluft zurück. Dieser Pufferspeicher-Effekt hat dazu geführt, dass diffusionsoffene Baustoffe häufig als atmungsaktiv bezeichnet werden. Auch wenn die Wand nicht wirklich atmet, macht das Aufnehmen und Wiederabgeben von Feuchtigkeit den Vergleich besonders griffig.

neues aber altmodisches Badezimmer mit Fliesen © Jodie Johnson, stock.adobe.com
Um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten, sollten Wände und Decke niemals komplett wasserdicht gestaltet werden © Jodie Johnson, stock.adobe.com

Die Oberfläche einer diffusionsoffenen Wand wird kaum je richtig nass, und das wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Denn durch ihre „Atmung“ reguliert die Wand den Feuchtegehalt, und die rasche Trocknung verhindert, dass sich Schimmel ansiedelt. Bringen Sie dagegen eine wasserdichte Tapete an, passiert das Gleiche wie in Bädern, die bis unter die Decke komplett gekachelt sind: Es bildet sich eine echte Nasszelle, weil in der Wand nicht das kleinste Tröpfchen Wasser zwischengelagert werden kann. Sie müssen dann nach dem Duschen oder Baden besonders gewissenhaft die Wände abziehen, lüften, die Heizung länger anlassen und andere Maßnahmen ergreifen, um das Wasser wieder aus dem Raum herauszubringen.

Bei Tapeten mit diffusionsoffenem Trägermaterial (Papier, Vlies), aber wasserdichter Beschichtung (z. B. Vinyl) ist das Risiko für feuchte oder schimmelige Wände in der Regel deutlich höher. Denn wenn die wasserdichte Oberfläche undichte Stellen hat, wird das Wasser dort in und hinter die Tapete gelangen und – zumindest zum Teil – nicht mehr aus der Wand herausfinden. Es kann nicht einfach wieder zu Dampf werden und durch die Tapete zurück in den Raum verdunsten. Es bleibt Wasser, das zusammen mit Papier, Tapetenkleister und anderen organischen Nährstoffen auch hinter Tapeten für erstklassiges „Schimmelklima“ sorgen kann.

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Wasserdicht lässt sich nicht steigern … oder?

Um zu verhindern, dass eine wasserdichte Tapete genau das Gegenteil von dem gewünschten Effekt bewirkt, muss sie überall und dauerhaft wasserdicht sein. Das können Vinyltapeten und andere lediglich wasserdicht beschichtete Vlies- und Papiertapeten nicht leisten. Die Beschichtung ist dünn und wird mit der Zeit immer spröder und brüchiger. Selbst die stabilsten abwaschbaren oder scheuerbeständigen Tapetenbeschichtungen werden vom Reinigen mit der Zeit dünner und bekommen vom Scheuern Kratzer.

Auch die Kanten sind Risikofaktoren: Selbst, wenn die Bahnen exakt Stoß an Stoß sitzen, ist die Naht nicht wasserdicht, denn „Stoß an Stoß“ ist auch nicht mehr als eine sehr, sehr schmale Fuge, durch die Wasser problemlos hinter die Tapete gelangen kann. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, benötigen Sie eine Tapete, die komplett aus wasserdichtem Material ist. Hier wird die Auswahl schon deutlich kleiner, weil sämtliche Vlies- und Papiertapeten durchs Raster fallen.

Glasfasertapeten © prakasitlalao, stock.adobe.com
Glasfasertapeten gibt es in vielen Ausführungen und Oberflächen © prakasitlalao, stock.adobe.com

Bleiben Glasfasertapeten und Wandfolien, die auch als selbstklebende Tapeten verkauft werden. Am stabilsten, zuverlässigsten und langlebigsten ist die Glasfasertapete, die zudem nicht mit wasserlöslichem Tapetenkleister, sondern einem speziellen Tapetenkleber an die Wand gebracht wird. Wird ein solches Glasgewebe gut verklebt, kann auch bei den Stößen und an den Rändern der Fläche kein Wasser eindringen, denn der Kleber ist nach dem Aushärten ebenfalls wasserdicht.

Glasfasertapete Aufbau und Eigenschaften
Glasfasertapete Aufbau und Eigenschaften

Weil Glasfasertapete rundum wasserdicht, schimmelresistent und außerdem die stabilste Tapetenart von allen ist, ist sie auch die einzig wahre wasserdichte Tapete für feuchtebelastete Badezimmerwände. Sie sollten also gar nicht erst die vielen Kompromisslösungen dazwischen vergleichen, sondern gleich die Entscheidung zwischen einer Glasfasertapete oder einer diffusionsoffenen Wandbeschichtung treffen. Und wenn Sie Glasfaser kleben, streichen Sie sie nicht mit Dispersionsfarbe oder einer anderen „schimmelfreundlichen“ organischen Farbe, um die Schutzwirkung der Glasoberfläche nicht zu verlieren.

In Küchen, Wohn- oder Schlafräumen kommt es oft vor allem auf die Reinigungseigenschaften der Tapete an. Eine wasserdichte Oberfläche verhindert, dass Flecken in die Wand eindringen, und besonders hartnäckige, fettige oder eingetrocknete Flecken lassen sich auch mit Seifenlauge, Schwamm oder Bürste entfernen.

Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit
Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit

Allerdings ist auch hier ein beschichteter Papier- oder Vliesträger nicht optimal, denn bei diesen Tapeten wird zwar die Oberfläche oft auch als scheuerbeständig angegeben, aber trotzdem wird es nicht lange dauern, bis sich die ersten undichten Stellen bilden. Vor allem, wenn das Scheuern der Tapete über der Spüle oder am Herd Teil der täglichen Putzroutine ist.

Optimal reinigungsfähig ist eine stabile, dicke und durchgehend wasserfeste Wandbeschichtung mit geschlossener Oberfläche. Hier kann selbstklebende Tapete oder Wandfolie eine gute Lösung sein, um belastete Wandbereiche wasserfest, abwaschbar und scheuerbeständig zu machen. Natürlich sollten Sie sich nicht gerade ein Hochglanzdesign aussuchen, dessen Ästhetik durch Scheuern schnell abbaut, sondern z. B. auf eine Holz- oder Steinoptik setzen.

Selbst wenn die Tapete stabil und hochscheuerfest ist, sollten Sie grobe Reinigungsmittel und klassisches scheuern so weit wie möglich vermeiden. Denn je rauer die Oberfläche dadurch wird, desto mehr müssen Sie scheuern, um den Schmutz auch aus allen Briefen und Kratzern herauszubekommen. Je glatter die Oberfläche ist, desto schlechter kann Schmutz daran haften. Setzen Sie darum lieber auf Lappenschwamm oder Abzieher, die in Verbindung mit heißem Wasser oder speziellen Reinigungsmitteln die Oberfläche mechanisch nicht belasten und daher viel schonender für glatte Flächen sind.

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Tapeten selber lackieren, versiegeln und schützen

Mit einem geeigneten Überzug, zum Beispiel bindemittelreicher Latexfarbe, Acryllack oder transparenter Tapetenhaut können Sie überstreichbare Tapeten wie Raufaser abwaschbar, abriebfester oder wasserdicht machen. Farben und Lacke auf Basis von Kunststoffdispersionen bilden einen Kunststofffilm auf der Oberfläche, der umso stabiler wird, je mehr Bindemittel das Produkt enthält. Beim Trocknen verdunstet das Wasser bzw. Lösemittel, so dass die darin schwimmenden, winzig kleinen Kunststoffteilchen sich immer dichter lagern und schließlich einen geschlossenen Film bilden, der die Oberfläche bedeckt.

Egal, ob Sie bunten Lack, Klarlack oder Tapetenhaut auf die Tapete streichen: Je dicker die Schicht, desto stärker die Wirkung. Wenn die Tapete gut sitzt und die empfohlenen 1-2 Aufträge nicht reichen, können Sie problemlos weitere Anstriche auftragen. Halten Sie dabei unbedingt die angegebenen Trocknungszeiten ein; das ist essenziell für stabile Beschichtungen.

Alternativen zur wasserdichten Tapete

Neben der Option, auf Diffusionsoffenheit anstelle von Wasserdichtigkeit zu setzen, können Sie die Wand auch statt mit Tapete mit einer anderen Verkleidung wasserfest bekommen. Leicht anzubringen und für Teilbereiche sehr praktisch sind zum Beispiel Metallplatten (Riffelblech), Plexiglas oder Kunststoffplatten, die es in zahlreichen Ausführungen für genau diese Einsatzzweck gibt, zum Beispiel als Schutz für Küchenwände oder Duschwände. Sie bieten nicht nur eine perfekte Oberfläche, sondern sind auch in vielen Designs und Farben erhältlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie bei dieser Lösung gar nichts an der Wand selbst machen, sondern lediglich an den schwierigen Stellen eine Schutzschicht anbringen müssen.

Wasserdichte Wandverkleidung mit Blech
Wasserdichte Wandverkleidung mit Blech

Wasserdichte Tapeten und die Wohngesundheit

Je kleiner der Raum und je schlechter die Luftzirkulation, desto mehr Vorsicht ist beim Anbringen wasserdichter Beschichtungen geboten. Um dicke Luft und schlechtes Klima zu vermeiden, sollten nie die gesamte Wand oder Decke wasserdicht beschichtet sein. In Wohnräumen kann sich zum Beispiel durch das Anbringen einer großen, glänzend beschichteten Fototapete, 3-D Tapete, Metalltapete oder Wandfolie das Klima im Raum schon merklich verändern. Das können Sie natürlich auch durch Anpassungen des Lüftungsverhalten ausgleichen also öfter durchlüften und durch regelmäßiges Heizen dafür sorgen, dass Feuchtigkeit abtransportiert wird.

Wasserdichte Wände in kleinen Räumen
Wasserdichte Wände in kleinen Räumen

Gegen das Risiko, das von ausgedünsteten Schadstoffen ausgeht, hilft Lüften allerdings wenig. Gerade Vinyl, PVC und somit die meisten wasserdichten Tapeten und Wandfolien enthalten Weichmacher, die kontinuierlich in die Raumluft abgegeben werden. Solche Inhaltsstoffe sollten Sie bei der Wandgestaltung am besten ganz vermeiden, wenn Sie unter Allergien leiden, anfällig für Atemwegsinfektionen sind oder generell besonderen Wert auf ökologisches Wohnen und Wohngesundheit legen.

Wandtapete © vipman4, fotolia.com
Vliestapete oder Papiertapete?

Wie unterscheiden sich Vliestapeten von Papiertapeten? Der Unterschied zwischen Vliestapeten und Papiertapeten liegt einzig und allein im Trägermaterial. Klassische Tapeten… weiterlesen

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