Flüssigtapete

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Flüssigtapete – Eigenschaften, Eignung, Verarbeitung

Flüssigtapete ist weder eine besondere Tapetenart noch eine spezielle Wandfarbe für Anstriche mit Tapetenoptik, sondern ein Putz auf Baumwollbasis. Aus diesem Grund ist „Baumwollputz“ eigentlich die griffigere Bezeichnung, zumal der gängige Name „Flüssigtapete“ dazu führt, dass das Produkt häufig mit Flüssigraufaser, einer Strukturfarbe mit Holzstückchen, verwechselt wird. Dabei gibt es zwischen diesen beiden Beschichtungen einige Unterschiede:

Während es sich bei flüssiger Raufaser um eine normale Kunststoffdispersion handelt, der Strukturelemente aus Holz beigemischt sind, damit der fertige Anstrich aussieht wie Raufasertapete, besteht Baumwollputz aus weißen oder farbigen Baumwollfasern bzw. -flocken. Als Bindemittel wird üblicherweise ein wasserlöslicher Leim aus Zellstoff verwendet. Der sorgt dafür, dass der Putz gut an der Wand haftet, sich jedoch bei Bedarf auch einfach mit Wasser und Spachtel wieder ablösen lässt.

Baumwollfasern © mikeosphoto , stock.adobe.com
Flüssigtapete besteht aus natürlichen Baumwollfasern und einem Bindemittel © mikeosphoto , stock.adobe.com

Weil Baumwollputz, anders als mineralische Putze, keine feste und dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund eingeht, sondern lediglich daraufliegt und wieder ablösbar ist, wird er auch als Wechselputz bezeichnet. Angeboten wird er als Trockenmischung in Säcken; bei vielen Produkten ist der Leim bereits drin, andere werden (statt nur mit Wasser) mit Tapetenkleister angerührt.

Verwendung von Flüssigtapete bzw. Baumwollputz

Je nach Verwendung kann Baumwollputz als reiner Dekorputz oder Funktionsputz dienen. Dekorative Mischungen enthalten bunte, glänzende oder strukturgebende Elemente, etwa Farbchips, Glimmer, Basalt, Gold- oder Glanzfäden, um die ohnehin recht lebendig aussehende Putzoberfläche noch interessanter zu gestalten. In Anlehnung an historische Flüssigtapeten, wie sie z. B. für Paläste im alten Japan verwendet wurden, sind auch Produkte mit Seidenfasern erhältlich. Diese Seidenputze wirken mit ihrem sanften Schimmer sehr edel und eignen sich gut zum einfachen Gestalten seidig glänzender Wände.

Dekorputze auf Woll- und Baumwollbasis können gute Alternativen zu Tapeten sein. Sie sind wohngesund und umweltverträglich, werden aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind sehr einfach und angenehm zu verarbeiten. Ein großer Pluspunkt ist zudem die samtweiche Oberfläche: Eine so berührungsfreundliche, warme und „kuschelige“ Haptik bekommen Sie mit keinem Mineralputz hin, und vergleichbare Struktur- oder Schaumtapeten enthalten leider sehr häufig schädliche Substanzen, beispielsweise Weichmacher. Dazu kommt, dass es bei Flüssigtapete keine Nähte gibt, weshalb sie manchmal auch als „Nahtlostapete“ angeboten wird.

Auch als Alternative zu mineralischen Putzen bringt Baumwollputz viele nützliche Eigenschaften mit. Er ist antistatisch, verbessert die Wärmedämmung und kann wegen seiner guten Schalldämmung und -dämpfung auch als Akustikputz verwendet werden. In beiden Fällen ist die naht- und fugenlose Verarbeitung ein Riesenvorteil: Dadurch benötigen Sie nur einen Arbeitsschritt, sparen sich das Abdichten oder professionelle Verkleben von Anschlüssen, Ansätzen und Übergängen und haben keine Materialverluste durch Verschnitt.

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Nachteile von Baumwollputz

Ein Nachteil von Flüssigtapete ist ihr hoher Preis. Baumwollputz ist ein Nischenprodukt und deutlich teurer als klassische Raufaser oder einfacher Rauputz. Pro Quadratmeter müssen Sie je nach Hersteller und Art zwischen 5 und 20 Euro rechnen.

Weil Baumwollputz außerdem Gerüche besonders gut auf- und annimmt, ist er für Küchen, Werkstätten oder Raucherwohnungen nicht die beste Wahl. Wird er im Bad verarbeitet, sollte die entsprechende Wand nie richtig nass werden, da der Putz sich sonst ablöst. Ein wenig Spritzwasser hält er aber aus.

Welche Untergründe sind für Flüssigtapete geeignet?

Der lösemittelfreie Zelluloseleim muss sich für ausreichende Haftung nicht fest mit dem Untergrund verbinden und auch keine chemische Reaktion mit diesem eingehen. Weil Baumwollputz sich weder „festsaugen“ noch verkieseln oder karbonatisieren muss wie mineralische Beschichtungen, ist er für jeden Untergrund geeignet. Sie können damit Beton, Stein, Holz, grundierte und ungrundierte Putze, tapezierte und gestrichene Wände verputzen.

Trotz der Unkompliziertheit dieser Beschichtung kann es sinnvoll oder notwendig sein, den Untergrund für die Flüssigtapete vorzubereiten. So besteht bei angeschmutzten, bewachsenen oder verfärbten Untergründen die Gefahr, dass färbende Bestandteile (z. B. Ruß, Nikotin, alter Tapetenkleister, Küchenablagerungen) in die Flüssigtapete einziehen und unschön „durchschlagen“. Auch bei alten Gipskartonplatten, OSB-Platten oder Holz können Verfärbungen auftreten. Das verhindern Sie je nach Untergrundmaterial und -beschaffenheit durch gründliche Reinigung oder eine Vorbehandlung mit Tiefgrund, Putzgrund oder einer guten Isolier- bzw. Sperrfarbe. Im Handel gibt es auch Spezialgrundierungen zur Verwendung mit Flüssigtapeten und Baumwollputzen.

Das Ausgleichen oder Reparieren von Untergrundmängeln mit Spachtelmasse ist nicht unbedingt erforderlich, denn mit Baumwollputz können Sie problemlos auch Löcher füllen und Risse überbrücken. Nur lose Teile müssen entfernt werden, und natürlich darf die Wand nicht dauerfeucht oder nass sein.

Flüssigtapete/Baumwollputz auftragen

Das Anrühren und Auftragen von Baumwollputz ist einfach und angenehm. Wenn Sie eine Trockenmischung verwenden, die bereits den Leim enthält, benötigen Sie lediglich ein ausreichend großes Mischgefäß (etwa einen Eimer oder Speiskübel), Wasser und als Verputzwerkzeuge eine kleine Kelle sowie eine große, rechteckige Glättkelle aus Kunststoff oder Metall.

Zuerst füllen Sie Wasser in Ihr Mischgefäß (Menge und Mischungsverhältnis können Sie in den Herstellerangaben nachlesen) und geben dann die Trockenmischung aus dem Beutel dazu. Dabei entsteht kein lästiger oder gefährlicher Staub, Sie brauchen also weder Augen- noch Atemschutz.

Vermischen Sie dann das Wasser und die Fasermischung mit den Händen. Das ist die beste Vorgehensweise und ebenfalls völlig unbedenklich, weil die Baumwollfasern – anders als Zement oder Gips – die Haut weder reizen noch austrocknen. Mit den Händen bekommen Sie das beste Ergebnis, besser als mit einem Rührgerät. Das Anmischen von Baumwollputz macht richtig Freude, und auch Kinder machen gerne dabei mit.

Haben Sie die Masse fertig durchgemischt, schaufeln Sie den Putz mit der kleinen Kelle portionsweise auf die große Glättkelle, drücken ihn auf die Wand und verteilen ihn ein wenig. Dann können Sie ihn mit der leicht schräg gestellten Glättkelle glatt ausstreichen. In Ecken oder an schwierigen Stellen nehmen Sie die kleinere Kelle. Beim Trocknen wird die Putzschicht ein wenig dünner, und es bildet sich die seidig-weiche Oberfläche, die bezeichnend für Flüssigtapeten ist.

Auch Laien können Baumwollputz problemlos schön an die Wand bringen, und fast jedem macht diese Arbeit Spaß. Daher sind Baumwollputze auch ganz typische DIY-Produkte. Alle Werkzeuge, Hände, Kleidung oder Boden lassen sich problemlos mit Wasser reinigen. Es werden keine aggressiven Substanzen verarbeitet und Sie haben viel Zeit, den Putz zu verteilen oder die Oberfläche noch zu korrigieren.

Zum Durchtrocknen benötigt Baumwollputz 3-4 Tage. Darum können Sie auch bedenkenlos alles auf einmal anmischen und müssen nicht befürchten, dass Ihnen der Putz im Eimer hart wird, wenn Sie nicht schnell genug arbeiten. Haben Sie zu viel angemischt, können Sie die Reste im Hausmüll entsorgen oder beim Recyclinghof abgeben.

Tipps zur optimalen Verarbeitung von Flüssigtapeten und Baumwollputzen

Soll der Baumwollputz als Wärme- oder Schalldämmung verwendet werden, kommt es besonders auf die fugenlose Verarbeitung an. Hier erreichen Sie in kürzester Zeit die besten Ergebnisse, wenn Sie den Putz aufspritzen. Dazu ist allerdings ein geeignetes Spritzgerät (z. B. mit Trichterpistole) erforderlich. Zudem sollten Dämmungen aller Art immer vom Fachhandwerker durchgeführt werden. Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice, um rasch zu erfahren, welcher Betrieb in Ihrer Nähe sich damit auskennt und was es kosten würde, den Dämmputz fachgerecht aufspritzen zu lassen.

Baumwollputz kann auch überstrichen werden, etwa wenn Sie sich später eine andere Wandfarbe wünschen. Es gibt auch farbige Baumwollputze, mit denen Sie Ihre Wunschfarben auf die Wand bringen können, ohne dass die weiche Haptik und lebhafte Optik der Putzoberfläche unter einer gewöhnlichen Farbschicht verschwinden.

Wenn Sie den Putz eines Tages wieder entfernen wollen, brauchen Sie ihn nur erneut gründlich mit Wasser ein- und durchzuweichen. Dann können Sie die feuchte Baumwollmasse mit einem Metallspachtel vom Untergrund abheben bzw. abschaben.

Ungestrichener Baumwollputz lässt sich nach dem Ablösen sogar wiederverwenden. Sie könnten mit der (erneut) aufgeweichten Masse einfach eine andere Wand verputzen oder den gebrauchten Putz verschenken. Das lohnt sich natürlich nur, wenn er noch einigermaßen sauber und „appetitlich“ ist.

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