Glasfasertapete

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Glasfasertapete – was Sie über die stabilste aller Tapeten wissen sollten

Die Glasfasertapete, auch Glasfasergewebe oder Glasgewebetapete genannt, besteht ausschließlich aus Glasfasern. Bei deren industrieller Herstellung wird geschmolzenes Rohglas zu langen, dünnen Fäden gezogen. Dieses mineralische Garn wird dann mit speziellen Webmaschinen zu einem Gewebe von außergewöhnlicher Reißfestigkeit und Formstabilität verarbeitet. Im Anschluss erhält das Glasgewebe noch eine Appretur (Veredelung), die der Glasfasertapete ihre finale Struktur und ihre endgültigen Eigenschaften verleiht.

Glasfasertapete © prakasitlalao, fotolia.com
Glasfasertapete wird aus einem mineralischen Garn gefertigt © prakasitlalao, fotolia.com

Zu den Appreturen bzw. Veredelungstechniken zählen unter anderem das Walken und das Dämpfen. Viele Strukturierungen und Beschichtungen sind möglich; besonders gängig sind Glasfaser-Strukturtapeten mit Rauten- oder Fischgrätmuster. Durch die Jacquardmusterung, eine spezielle Web- bzw. Bindetechnik, lassen sich auch kompliziertere Muster/Strukturen einweben, etwa ein Firmenlogo. Darüber hinaus sind auch vorpigmentierte, also gefärbte, und selbstklebende Glasfasertapeten erhältlich. Zu den bekanntesten Herstellern gehören Brillux, die Vitrulan Group, Johns Manville, die P-D Glasfaser Brattendorf und Saint Gobain Vetrotex.

Glasfasertapete Aufbau und Eigenschaften
Glasfasertapete Aufbau und Eigenschaften
Hinweis: Wie Vliestapeten haben Glasfasertapeten keine Papierbasis. Darum gehören sie streng genommen gar nicht zu den Tapeten, sondern allenfalls zu den Wandbelägen oder Wandbekleidungen. Für die allgemeine Wahrnehmung und Bezeichnung als Tapete reicht es jedoch aus, dass Glasfasergewebe ebenfalls in Rollen geliefert und bahnweise an Wand und Decke geklebt wird.
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Glasfasertapeten – Eigenschaften

Glasfasertapete gilt als stabilste und strapazierfähigste Wandbekleidung der Welt. Sie ist reißfest, zug- und stoßfest, form- und dimensionsstabil, lichtecht, verrottungsbeständig und resistent gegenüber Feuchtigkeit, Schimmel, Algen und Fäulnisbakterien. Das Glasfasergewebe widersteht selbst stärksten mechanischen Belastungen, ist scheuer- und desinfektionsmittelbeständig und kann viele Jahrzehnte überdauern. Zudem ist es je nach Beschichtung und/oder Anstrich entweder nicht brennbar oder schwer entflammbar. Aus diesen Gründen werden Glasfasertapeten häufig in stark frequentierten oder besonders genutzten Räumen verwendet, z. B. in:

  • Öffentlichen Gebäuden,
  • Krankenhäusern und Operationssälen,
  • Industrie- und Gewerbegebäuden,
  • Feuchträumen und Räumen mit erhöhter Feuchtebelastung (Küche/Bad/Keller/Dachausbau) sowie
  • Fluren und Treppenhäusern.
Verwendung von Glasfasertapete
Verwendung von Glasfasertapete

Glasfasertapete ist siebenmal stabiler als klassische Raufasertapete und doppelt so robust wie Vinyltapete. Sie kann als Armierung verwendet werden und auch größere Risse, Löcher und andere Fehlstellen im Untergrund problemlos überbrücken. Wegen ihrer mineralischen Grundsubstanz verbindet sich die Glasfasertapete so stark mit dem Putzgrund bzw. Baukörper, dass sie komplett darin übergeht. So wird durch das Tapezieren sogar verhindert, dass bereits vorhandene Fehlstellen sich vergrößern oder „fortpflanzen“. Die tapezierte Wand ist anschließend dauerhaft vor neuen Schäden durch Stöße, Kratzer etc. geschützt.

Glasfasertapete Eigenschaften: Glasfasertapete sind zug-, reiß- und stoßfest.
Glasfasertapete Eigenschaften: Glasfasertapete sind zug-, reiß- und stoßfest.
Hinweis: Ein Beispiel für die Zugfestigkeit der Glasfasertapete: Wenn Sie damit die Wand eines frisch (aus‑)gebauten Dachstuhls tapezieren, wird die Tapete selbst dann nicht reißen, wenn das Holz des Dachstuhls mit aller Kraft „nacharbeitet“. Eher würde sich die gesamte Tapetenschicht von der Wand abheben oder an den Rändern abscheren.

Welche Farben bzw. Anstriche eignen sich für Glasfasertapeten?

Glasfasertapeten wurden vor allem für Bereiche entwickelt, in denen die Robustheit und die Reinigungseigenschaften des Wandbelags ebenso wichtig sind wie dessen Aussehen – oder sogar noch wichtiger.

Farbige Glasfasertapete © lunamarina, fotolia.com
Mit der richtigen Farbe kann Glasfasergewebe farbig gestaltet werden © lunamarina, fotolia.com

Weil Glasfasergewebe generell weder Fugen noch Poren hat, können Bakterien und andere Keime nicht eindringen oder sich in der Tapete festsetzen. Glasgewebe in hygienisch hochsensiblen Räumen wie OP oder Krankenzimmer ist meist mit Seidenlatexfarbe gestrichen. So entsteht ein desinfizierbarer, schmutz- und feuchteresistenter Belag, der mit klarem Wasser abgewaschen werden kann, aber auch Scheuern, Schrubben und aggressive chemische Reinigungsmittel verträgt.

Glasfasertapeten sind unempfindlich gegenüber Spitz- und Kondenswasser, Nässe, Fett und Küchendämpfen. Für Glasfasertapeten in Bad oder Küche sind Polyurethananstriche empfehlenswert. Sie bilden eine geschlossene Oberfläche, von der sich Verunreinigungen und Ablagerungen aller Art leicht entfernen lassen.

Wegen ihrer Strapazierfähigkeit und gesundheitlichen Unbedenklichkeit ist Glasfasertapete auch für Kinderzimmer beliebt. Nach dem Tapezieren kann sie viele Male überstrichen werden, und ihre durchschnittliche Lebenserwartung wird mit 30 Jahren angegeben. So lässt sie sich ganz nach Geschmack immer wieder neu gestalten. Zum Streichen des mineralischen Wandbelags eignen sich Latexfarben und Lackfarben, z. B. Dispersionslacke, am besten. Damit streichen Sie die Tapete matt, seidenglänzend oder hochglänzend – ganz nach Ihren Ideen und Vorstellungen.

Bei vorpigmentierten oder pigmentierten Glasfasertapeten ist die Gewebeseite gestrichen, der Grundanstrich also bereits ab Werk vorhanden. Damit erübrigt sich ein Arbeitsgang: Nach dem Trocknen des Klebers können Sie auf eine Zwischenbeschichtung verzichten und gleich den Schlussanstrich auftragen.

Hinweis: Kinderfreundlich, umweltverträglich, wasserverdünnbar, abwaschbar, feuchtraumgeeignet? Die Eigenschaften von Farben und Lacken erkennen Sie an den Zertifizierungen und Herstellerhinweisen auf den Gebinden. Oder Sie lassen Sich von einem Profi beraten, z. B. von einem Maler in Ihrer Nähe oder dem Fachpersonal im Baumarkt.

Glasfasertapeten anbringen: Tipps für die Verarbeitung

Wie immer beim Neutapezieren sollte der Untergrund frei von alten Tapetenresten, tragfähig, glatt, sauber und trocken sein. Vor allem bei feinen und mittelfeinen Glasgeweben können sich Risse und andere Unebenheiten nach dem Tapezieren abzeichnen. Für ein optisch perfektes Ergebnis empfiehlt es sich also, sie vorher mit Spachtelmasse auszugleichen. Stark sandende oder unterschiedlich saugende Untergründe lassen sich mit einer geeigneten Grundierung vereinheitlichen und festigen.

Glasfasertapete Werkzeug und Kleber © prakasitlalao, fotolia.com
Statt Kleister erfordern Glasfasergewebe spezielle Klebstoffe © prakasitlalao, fotolia.com

Wie bei anderen Tapetenarten können die Bahnen der Glasfasertapete mit Schere oder Cuttermesser zugeschnitten werden. Zum Anbringen ist allerdings ein spezieller Glasgewebekleber erforderlich, der mit der Rolle oder mittels Spritzverfahren aufgebracht wird. Damit der Kleber nicht vorzeitig antrocknet, wird immer nur ein Teil der Wand (ca. 2 bis 3 Bahnen) vorbereitet. Dann wird die Tapete von Hand aufgelegt, justiert und blasenfrei mit Andruckrolle oder Tapezierspachtel angedrückt. Überstände können danach einfach abgeschnitten werden.

Hinweis: Bei der Glasfasertapete werden die Bahnen auf Stoß geklebt. Sie können sich beim Trocknen nicht verziehen, dehnen oder schrumpfen. Achten Sie jedoch darauf, das Muster bzw. die Struktur jeder Folgebahn exakt anzupassen, um den „Reißverschlusseffekt“ zu verhindern.

Nach dem Verkleben dauert es rund acht Stunden, bis die Glasgewebetapete trocken ist. Wenn Sie keine vorpigmentierte oder vorgrundierte Glasfasertapete verwenden, können Sie danach den Grundanstrich auftragen. Dann warten Sie dessen Trocknungszeit (laut Herstellerangabe) ab, bevor Sie die Tapete mit dem Endanstrich, zum Beispiel der Latexfarbe, finalisieren.

Glasfasertapeten sind auch für die Verarbeitung mit Tapeziermaschinen geeignet. Darüber hinaus gibt es selbstklebende Varianten, bei denen auf die oben beschriebene Einbettungsklebung verzichtet werden kann. Selbstklebende Glasfasertapeten sind ab Werk schwach haftend und können ohne weiteren Kleberauftrag an der Wand oder Decke vorfixiert werden. Sobald das Material dann auf dem Untergrund liegt, entfaltet die im System integrierte Klebebeschichtung ihre volle Haftkraft. Sie durchdringt das Glasgewebe, verklebt es mit dem Putzgrund und sorgt so für einen dauerhaft starken Tapetenhalt.

Was kosten Glasfasertapeten?

Glasfasertapeten sind deutlich teurer als Raufaser-, Muster- oder Vinyltapeten: Pro Quadratmeter müssen Sie mit Preisen von bis zu 12 Euro rechnen. Trotzdem ist dieser Wandbelag wirtschaftlich, weil er so außergewöhnlich robust und lange haltbar ist. Die Strukturoptik ist auch nach dem zehnten Überstreichen noch schön zu sehen, und auch wegen der günstigen Reinigungs- und Pflegeeigenschaften sind die Renovierungsintervalle bei Glasgewebetapeten deutlich kürzer als bei Papier- oder Vliestapeten. So kann sich der höhere Anschaffungspreis durchaus amortisieren, vor allem in stark beanspruchten oder anspruchsvollen Räumlichkeiten. Dort ist die eigens dafür entwickelte Glasfaser unterm Strich oft die günstigste Lösung – und manchmal sogar die einzig sinnvolle.

Brandschutz, Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit von Glasfasertapeten

Glasfasertapeten sind schwer entflammbar (B1 laut DIN 4102). Bei der Herstellung müssen dazu keine toxischen, brandhemmenden Zusätze verwendet werden, weshalb bei einer echten, ungestrichenen Glasgewebetapete im Brandfall auch keine Giftgase entstehen.

Anders als papier- bzw. zellulosehaltige Tapeten bieten Glasfasertapeten keinen Nährboden für Sporen, Schimmelpilze und Algen. Die mineralischen (anorganischen) Wandbeläge sind abwaschbar, scheuerbeständig, desinfizierbar und daher auch für Allergiker geeignet. Die Glasfasern können wegen ihrer Dicke von 8 bis 10 Mikrometern nicht in die Lunge gelangen und gelten somit als sicher für die Atemwege. Doch ohnehin verhindern die Appretur, der Kleber und ggf. noch die Beschichtung (z. B. der Farbanstrich) zuverlässig, dass sich Fasern aus dem Gewebe lösen.

Renommierte Glasfasertapetenhersteller haben sich die ökologische Unbedenklichkeit ihrer Produkte nach Öko-Tex Standard 100 zertifizieren lassen. Achten Sie beim Tapetenkauf auf diese Kennzeichnung. Grundsätzlich ist Glas ökologisch unbedenklich, da es keine chemischen Verbindungen eingeht. Beim Verarbeiten und Entfernen von Glasgewebe können sich jedoch Fasern lösen; dabei müssen Sie also unbedingt Haut-, Augen-, Mund- und Atemschutz tragen, um Irritationen und Reizungen zu verhindern.

Alte Glasfasertapeten entsorgen

Die Entsorgung von Glasfasertapeten darf nicht über den normalen Hausmüll erfolgen, auch nicht im Bauschuttcontainer. Stattdessen müssen die Tapetenreste als Mineralfaserabfälle in speziellen Sammelbehältern separat erfasst und auf besonderen Deponien entsorgt werden. Behälter zur Mineralfaserentsorgung können Sie entweder bei einem Containerdienst bestellen oder bei Ihrem zuständigen Recyclinghof, Bau- oder Entsorgungsamt nachfragen, wohin Sie die Alttapeten bringen können.

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