Raumklima

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Wärmere Innenwände – angenehmeres Raumklima

Wärmedämmung
Raumklima © ujac, fotolia.com

„Es zieht“ – dieser Eindruck entsteht schnell in alten, ungedämmten Häusern, wenn es im Winter draußen richtig kalt ist. Das Empfinden bedeutet allerdings nicht, dass von außen kalte Luft ins Haus dringt. Der „Zug“ entsteht im Raum selbst. Der Grund liegt in der niedrigen Innenwandtemperatur ungedämmter Außenwände.

Luftzirkulation: Mikrokosmos Wohnraum

Das Prinzip der Luftbewegung durch den Austausch von kalter und warmer Luft ist bestens bekannt. Im globalen Maßstab bedingt es sogar die Entstehung von Windströmungen auf der Erde. Im kleinen Maßstab wird es für die Raumheizung schon seit langem genutzt: Die Rippen eines Heizkörpers werden von kalter Luft durchströmt, sie erwärmt sich und steigt als warme Luft nach oben. Die kalte Luft wird in Bodennähe zum Heizkörper gezogen. Die Raumluft erwärmt sich auf diese Weise schneller, als es nur mit der Strahlungswärme des Heizkörpers möglich wäre.

Temperaturunterschiede von mehreren Grad

Was bei der Heizung gewollt ist, hat bei den Wänden genau den gegenteiligen Effekt. Ist die Außenwand nicht gedämmt, liegt die raumseitige Oberflächentemperatur leicht um mehrere Grad unter der Temperatur der Raumluft. Die Raumluft kühlt sich an der Wand ab und es entsteht die ungewollte Luftzirkulation, die als Zugluft wahrgenommen wird.

Im ungünstigsten Fall und sehr niedrigen Außentemperaturen kann die Temperatur der inneren Wandoberfläche sogar unter die Marke von 14 Grad Celsius sinken. Bei einer Raumtemperatur von rund 20 Grad bedeutet das nicht nur, dass sich Raumluft an der Wand stark abkühlt, sondern ebenfalls das Risiko, dass sich Feuchtigkeit aus der Warmen Luft an der kalten Wand niederschlägt. Schimmel kann entstehen.

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Dämmung macht die Wände warm

Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat im Rahmen der hessischen Energiesparaktion aufgeschlüsselt, wie weit sich die Temperatur von Raumluft und Wandoberfläche mithilfe einer Dämmung aneinander angleichen lassen. Die Außentemperatur wurde mit -10, die Raumtemperatur mit 20 Grad Celsius festgelegt. Die tragende Wand des Gebäudes ist in diesem Rechenmodell 17,5 Zentimeter dick und besteht aus einem Material wie Kalksandstein, Beton oder Vollziegeln. Bei unterschiedlichen Stärken eines Dämmstoffs der Wärmeleitfähigkeitsstufe 035 ergeben sich folgende Oberflächentemperaturen für die Raumseite der Außenwand:

Dämmstärke (cm)  Oberflächentemperatur (°C)
2 16,1
6 18,2
12 19,0
16 19,2
25 19,5
40 19,7

Behagliche Wandtemperaturen werden laut IWU mit mehr als 19 Grad erreicht. Diese lassen sich in der Rechnung erst ab einer Dämmstoffdicke von 16 Zentimetern erzielen.

Der Mythos der „atmenden Wand“

Die Dämmung steht – gerade bei der energetischen Sanierung sehr alter Gebäude – häufig in der Kritik, die Wände zu stark abzudichten. Auf diese Weise könne die Wand nicht mehr „atmen“, das heißt kein Luftaustausch zwischen innen und außen mehr stattfinden. Diese vermeintliche Atmung wird sehr stark überschätzt. Selbst wenn es zu einem solchen Austausch über die Wand kommt, liegt der Anteil wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge nur bei ein bis zwei Prozent der Menge an Feuchtigkeit, die über die Fensterlüftung abgeführt wird. Einfach gesagt: Die Wand spielt für den Luftaustausch eines Raumes keine bedeutende Rolle.

Wände haben dennoch eine regulierende Wirkung auf das Raumklima: Bis zu einem gewissen Grad können sie überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und später, bei trockener Luft wieder abgeben. Diese Regulierung geschieht jedoch in den oberen Schichten des Wandaufbaus wie Putz und Tapete und bleibt auch bei einer Dämmung erhalten. Generell kann diese Eigenschaft aber das regelmäßige Lüften und das damit verbundene Abführen überschüssiger Luftfeuchte nicht ersetzen.

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