Malervlies kleben und tapezieren

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Als Malervlies, Glattvlies oder Renoviervlies werden dünne Vliestapeten bezeichnet. Bei dieser Tapetenart ist das Trägermaterial nicht Papier, sondern ein Gemisch aus Zellulose und Textilfasern. Es gibt verschiedene weiße oder pigmentierte, zum Teil auch strukturierte Vliestapeten, die als Unterlagsstoffe dazu gedacht sind, den Untergrund für die darauffolgende Beschichtung zu optimieren.

Tapezieren Werkzeug © Stefan Weis, fotolia.com
Vliestapeten sind äußerst strapazierfähig. Deshalb sind sie eine gute Alternative zu herkömmlichen Tapeten © Stefan Weis, fotolia.com

Der Aufbau der Beschichtung sieht dann also so aus: Zuerst muss der Wand- oder Deckenputz, auf den Sie das Malervlies tapezieren möchten, sehr gründlich vorbereitet werden. Zwar kann das Vlies Dübellöcher, Risse und ähnliche Unebenheiten überbrücken, so dass die spätere Beschichtung – Tapete, Farbe oder Putz – besser vor Rissbildung geschützt ist. Doch selbst die stärksten Malervliese sind aufgrund des Materials ein wenig durchscheinend. Für einen perfekten Untergrund ist es also wichtig, dass schon die Wand unter dem Malervlies einen gleichmäßig hellen Untergrund, gleichmäßige Saugeigenschaften sowie die richtige Glätte aufweist.

Hinweis: Bei Vliestapeten und Malervlies wird die Stärke als Grammatur (Stoffgewicht pro Quadratmeter) angegeben. Vergleichsweise dick ist ein Malervlies mit einer Grammatur von mehr als 150 g/m2. Die englische Einheit lautet gsm (grammage/grams per square meter).

Kanten, Übergänge, Wellen und andere Unebenheiten können trotz einer Schicht Malervlies plus der Obertapete oder dem Anstrich später immer noch zu sehen sein, etwa bei einem ungünstigen Lichteinfallswinkel. Auch das ist ein gutes Argument dafür, vor dem Tapezieren von Malervlies die gesamte Wand und eventuell auch die Decke vollflächig zu verspachteln und zu schleifen.

Wohnraumerweiterung durch Dachgeschoßausbau © AVTG, stock.adobe.com
Malervlies auf verspachtelten Wand- und Deckenflächen: der optimale Untergrund für alle weiteren Beschichtungen © AVTG, stock.adobe.com

Malervlies, Vliestapete, Renoviervlies – wo liegen die Unterschiede?

Bei den Vliesen herrscht generell eine gewisse Begriffsverwirrung. Denn nicht nur werden die Begriffe Malervlies, Vliestapete, Renoviervlies und Glattvlies oft synonym verwendet, sondern auch ein zum Tapezieren völlig ungeeignetes Material, nämlich die praktischen Lumpendecken mit Antirutschoberfläche zum Abdecken der Böden beim Renovieren, werden als Malervlies verkauft.

Am besten lassen Sie sich von den vielen Begriffen gar nicht verwirren. Bei allen Produkten, die Vlies im Namen tragen und zum Ankleben an Wände und Decke gedacht sind, handelt es sich um verschiedene Arten dimensionsstabiler Vliestapeten. Und egal, ob strukturierte Untertapete, Vliesmakulatur, Glattvlies oder pigmentiertes Objektvlies: Vliese werden grundsätzlich nicht eingekleistert wie Papiertapeten, sondern trocken an die vorher eingekleisterte Wand gebracht und festgedrückt. Außerdem brauchen Sie für alle Tapeziervliese besondere Tapetenkleister oder Kleber, da der günstige Tapetenkleister für Papier- und Raufasertapeten nicht die erforderlichen Eigenschaften mitbringt.

Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit
Papiertapete und Vliestapete: Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit

Welcher Kleister für Malervlies bzw. Glattvlies?

Für Vliestapeten gibt es speziellen Vliestapetenkleister, der sich logischerweise auch zum Tapezieren von Malervlies, Glattvlies und anderen Vliestapetenarten eignet. Wenn Sie Glasfaservlies zum Armieren verwenden, passt dazu je nach Produkt und Herstellerangaben entweder ebenfalls der Spezialkleister für Vliestapeten oder (zum Beispiel bei glatten und wenig saugfähigen Untergründen) ein für Glasfasertapeten geeigneter Spezialkleber.

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Untergrundvorbereitungen – Ausgleichen und Glätten mit Spachtelmasse

Für die Glattheit von Oberputzen, Glattputzen und Dekorputzen gibt es vier Qualitätsstufen (Q1, Q2, Q3 und Q4). Zur Orientierung: Ein Putz, der später verfliest wird, braucht Qualitätsklasse Q1. Wenn Sie dicke, undurchsichtige Tapeten auf die Wand kleben möchten, reicht in der Regel Qualitätsstufe Q2. Die Qualitätsstufe Q3 ist für dünne, transparente Tapeten wie Malervlies und allgemein als optimaler Untergrund für hochwertige Wandanstriche und Beschichtungen geeignet.

Verspachtelung einer Wand: Q steht für Qualität
Verspachtelung einer Wand: Q steht für Qualität

Die meisten Heimwerker, die wenig Erfahrung (oder wenig Lust) zum Verspachteln haben, steigen bei Qualitätsstufe Q3 aus. Diese Glättestufe mit Bordmitteln zu erzielen, ist bereits eine beachtliche Leistung, aber die Qualitätsstufe Q4 ist wirklich etwas für Profis. Wenn Sie mit dieser anspruchsvollen Arbeit lieber einen Stuckateur beauftragen möchten, können Sie mit unserem kostenlosen Angebotsservice die Preise und Leistungen lokaler Fachbetriebe ermitteln und verschiedene Angebote unverbindlich vergleichen.

Natürlich können Sie sich das Spachteln und Schleifen sparen, wenn Ihre Wände bereits schön glatt sind. Oder Sie nutzen statt Spachtelmasse ein besonders stabiles Renoviervlies, das zum Verbessern schwieriger Hintergründe und als Vorbereitung für edle Anstriche und Tapeten gedacht ist. Bei der Gestaltung der Wände kann Renoviervlies sehr nützlich sein, weil es ausgleichend, kaschierend und auch armierend/überbrücken wirkt. Die besten Resultate erzielen Sie allerdings durch vollflächiges Verspachteln. Wie Sie mit ein paar Tricks und dem richtigen Werkzeug auch als Heimwerker die richtige Glätte hinkriegen, lesen Sie in diesem Artikel, zum Spachteln auf Q3.

Wand spachteln © Suslov Denis, stock.adobe.com
Kleine Fehler und Unebenheiten beim Spachteln der Wand können Vliestapeten ausgleichen © Suslov Denis, stock.adobe.com

Malervlies tapezieren – möglichst schnell, möglichst einfach

  1. Wenn nach dem Spachteln alles schön durchgetrocknet ist, können Sie die Wände und gegebenenfalls auch die Decke mit Malervlies tapezieren. Zum einfachen Abrollen, Ausmessen und Zuschneiden der Bahnen dienen Tapetenabroller und Meterzähler. Allerdings lohnt sich die Anschaffung dieser Spezialwerkzeuge nur, wenn Sie häufig tapezieren. Stattdessen können Sie zum sauberen Abrollen auch einen schmalen, langen Karton verwenden. Große Malervliesrollen (z. B. 1 m x 50 m)werden in genau solchen Kartons verkauft, doch bei den meisten Baumarktvarianten sind die Vliesrollen lediglich in Plastik gepackt.
  2. Legen Sie die Malervliesrolle so in den Karton, dass Sie sie wie Frischhaltefolie einfach herausziehen können. Stellen Sie dann den Karton mit der Rolle so vor die Wand, dass die Unterseite beim Herausziehen zur Wand weist. So haben Sie völlig kostenlos eine praktische Abrollhilfe, mit der Sie die Tapete direkt an der Wand zuschneiden können, ohne dass z. B. Staub vom Fußboden an das Malervlies gelangt oder die Rolle sich selbstständig macht.
  3. Als nächstes kleistern die Wand ein. Das können Sie entweder auf herkömmliche Weise mit der Tapetenbürste oder einer Rolle machen oder mit einem Airbrush-Sprühgerät. Viele Vliestapetenkleber enthalten einen Spezialfarbstoff, damit Sie genau sehen, wo Sie schon eingekleistert haben. Die Farbe des Kleisters verschwindet später wieder vollständig.
  4. Vliestapetenkleister wird streichfertig angeboten und an die Wand aufgetragen
    Vliestapetenkleister wird streichfertig angeboten und an die Wand aufgetragen
  5. Wenn das Kleisterbett eine ausreichend große Wandfläche bedeckt, beginnen Sie mit dem Einlegen der Vliestapete. Stellen Sie dazu die Leiter oder den Zweitritt hinter den Karton-Abroller und ziehen Sie die Tapetenbahn so weit aus dem Karton, bis Sie die Vlieskante oben an der Deckenkante ansetzen können. Richten Sie die erste Bahn mit der Wasserwaage aus, dann können Sie alle folgenden senkrecht auf Stoß ankleben.
  6. Vliestapeten haben den Vorteil, dass Sie weder reißen noch sich verziehen – und dass Sie noch sehr viel Zeit für Korrekturen haben. Sitzt alles wie gewünscht, drücken Sie das Malervlies mit dem Andrückwerkzeug fest und streichen Sie die Bahn mit den Händen, einer Rolle oder Bürste noch gut aus, damit es keine Spannungen oder Blasen gibt.
  7. Vorteile von Vliestapeten
    Vorteile von Vliestapeten
  8. Wann immer Sie an eine Steckdose oder einen Lichtschalter kommen, markieren Sie die Linien, an denen Sie später ausschneiden müssen, indem Sie z. B. mit der Kellenkante gegen die Tapete drücken. Mit einem scharfen (!) Cuttermesser können Sie Malervlies gut zuschneiden. Wichtig ist auch, überall genug Kleister aufzutragen, vor allem an den Rändern der Stoßkanten.
  9. Zum Abschluss können Sie die Deckenkanten und Wand-Wand-Anschlüsse noch mit Maleracryl verfugen: Einfach mit der Kartuschenpresse eine gleichmäßige Fuge ziehen und die dann mit dem Finger oder einem Gummi-Fugenwerkzeug auf der ganzen Länge einmal abziehen und glätten.

Genauso können Sie auch vorgehen, wenn Sie eine normale Vliestapete (Obertapete) oder strukturiertes Malervlies tapezieren möchten. Malervlies gibt es heute in sehr vielen Variationen, nicht nur als Makulatur. So bilden manche ungefärbte Fliese z. B. Steinmauern, Putz- oder Holzuntergründe nach. Ob Sie das Malervlies später erneut verspachteln und verputzen, grundieren und anstreichen oder mit einer bedruckten oder gemusterten Vliestapete übertapezieren, bleibt Ihnen überlassen. Doch was immer Sie mit Ihrer Wand als nächstes vorhaben – jetzt haben Sie den optimalen Untergrund dafür.

Rigips mit Gewebeband Klebeband © Marco Martycz, stock.adobe.com
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