Qualität einer Tapete erkennen

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Woran erkenne ich bei Tapete die Qualität?

Normen, Zertifikate und Umweltzeichen für Tapeten

Eine Tapete von hoher Qualität sollte frei von Schadstoffen, umweltfreundlich, wohngesund und recyclebar sein. Weitere Qualitätskriterien sind Verarbeitungsfreundlichkeit, Reinigungseigenschaften und lange Haltbarkeit der Materialien und Farben. Weltweit existiert eine Reihe von Standards, Prüfnormen, Gütesiegeln und Zertifikaten, die auch für Tapeten angewendet und vergeben werden. Um bei der Schadstofffreiheit oder ökologischen Verträglichkeit auf Nummer sicher zu gehen, achten Sie auf Tapeten, die mehrere Auszeichnungen/Gütesiegel tragen. Diese deutschen, europäischen und internationalen Kennzeichnungen helfen bei der Bewertung der Tapetenqualität:

Achten Sie bei der Auswahl auf Gütesiegel und Auszeichnungen, um möglichst wohngesunde und umweltverträgliche Tapeten zu kaufen © Anselm, stock.adobe.com
Achten Sie bei der Auswahl auf Gütesiegel und Auszeichnungen, um möglichst wohngesunde und umweltverträgliche Tapeten zu kaufen © Anselm, stock.adobe.com

Tapetensymbole nach Euronorm (DIN EN 235):

Wenn Sie eine Tapete kaufen, finden Sie auf den Einlegezetteln der Rollen bzw. auf der Umverpackung die durch die Euronorm (DIN EN 235) festgelegten Tapetensymbole. Die genormten Symbole, die wie kleine, quadratische Piktogramme aussehen, bieten vielfältige Informationen über die Qualität und richtige Verarbeitung der Tapete und stellen damit eine griffige Orientierungshilfe für Verbraucher dar. Welche es gibt und was sie bedeuten, können Sie in diesem ausführlichen Artikel über Tapetensymbole nachlesen.

Tapeten mit dem Umweltzeichen Blauer Engel werden hauptsächlich aus recyceltem Papier hergestellt © Alina, stock.adobe.com
Tapeten mit dem Umweltzeichen Blauer Engel werden hauptsächlich aus recyceltem Papier hergestellt © Alina, stock.adobe.com

Der Blaue Engel:

Der Blaue Engel ist ein Umweltzeichen, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vergeben wird und für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen steht. Tapeten, die dieses Siegel tragen, bestehen hauptsächlich aus recyceltem Papier und werden schadstoffarm hergestellt. Das minimiert nicht nur die Umweltauswirkungen bei der Herstellung, sondern sorgt auch für gesünderes Wohnklima.

Eco-Institut Gütesiegel für Textilien:

Dieses Gütesiegel vom eco-Institut Germany GmbH garantiert die Produktsicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit von Tapeten. Es werden strenge Emissions- und Schadstoffprüfungen der Materialien und fertigen Produkte durchgeführt, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen.

CE-Leistungserklärung:

Die CE-Leistungserklärung ist eine EU-rechtliche Sicherheitskennzeichnung, die für viele Produkte vergeben werden kann. Das CE-Zeichen bestätigt, dass die Tapetenqualität den europäischen Richtlinien für Bauprodukte entspricht und die relevanten Sicherheitsstandards eingehalten wurden.

RAL-Gütezeichen:

Das RAL-Gütesiegel (RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.) ist ein Zeichen für hohe Qualität und Umweltverträglichkeit bei Tapeten. Tapetenhersteller können Mitglieder der Gütegemeinschaft RAL werden, die in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesgesundheitsministerium strenge Standards und Richtlinien festlegt:

  • Produktion ohne schwermetallhaltige Farbpigmente: Tapeten mit dem RAL-Gütezeichen werden ausschließlich mit Druckfarben hergestellt, die keine schwermetallhaltigen Farbpigmente enthalten. Das trägt zur Umweltverträglichkeit der Tapete bei.
  • Nachhaltige Entsorgung und Wertstoffkreislauf: Basierend auf den Grundsätzen der Nachhaltigkeit gibt es strenge Vorgaben für die Entsorgung von Abfällen und Produktionsresten. Hersteller bemühen sich auch darum, Sekundärrohstoffe in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.
  • Ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit: Das RAL-Gütezeichen (RAL-GZ-479) garantiert die ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit der Tapeten. Dies bedeutet, dass die Tapeten keine schädlichen Substanzen enthalten und sicher in Innenräumen verwendet werden können.

FSC®-Zeichen:

Das FSC®-Zertifikat wird vom Forest Stewardship Council (Rat für nachhaltige Waldbewirtschaftung) für Holzprodukte aus verantwortungsvollen Quellen vergeben. Der FSC ist eine internationale, unabhängige, gemeinnützige Organisation, die sich für die umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder auf der Erde einsetzt. Das FSC®-Zertifikat zeigt an, dass bei der Herstellung von Holz- oder holzhaltigen Produkten nachhaltige und verantwortungsvolle Forstwirtschaftspraktiken angewendet wurden.

Alle für Tapeten mit FSC-Zertifikat verwendeten Holz- und Papiersorten müssen aus Wäldern stammen, die nach den Richtlinien des FSC bewirtschaftet werden. Das umfasst unter anderem den Schutz der Artenvielfalt, die Erhaltung natürlicher Lebensräume, die Wahrung der Rechte von Ureinwohnern und lokalen Gemeinschaften sowie die nachhaltige Bewirtschaftung.

Phthalate-Free Gütesiegel:

Das Phthalate-Free Gütesiegel garantiert, dass geprüfte Produkte keine toxischen (giftigen) Phthalate enthalten, die den Grenzwert von 0,01 Prozent überschreiten. Phthalate werden unter anderem als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt; das Gütesiegel ist darum vor allem bei Vinyl-, Lack-, Schaum-, Struktur- und anderen kunststoffhaltigen Tapetenarten attraktiv. Wissenschaftler und Hersteller von Tapeten beschäftigen sich schon länger mit der Entwicklung weniger schädlicher oder unbedenklicher Weichmacher für Wandbekleidungen in Innenräumen.

STANDARD 100 by Oeko-Tex:

Der STANDARD 100 by Oeko-Tex ist ein unabhängiges Produktzeichen, das für schadstoffgeprüfte textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen sowie verwendeter Zubehörmaterialien steht. Tapeten mit diesem Zertifikat sind frei von schädlichen Substanzen und somit sicher für den menschlichen Gebrauch.

Natureplus:

Natureplus (natureplus e. V.) ist ein Umweltgütesiegel für nachhaltige, umweltverträgliche und gesundheitlich unbedenkliche Wohn- und Bauprodukte. Tapeten, die dieses Siegel tragen, müssen strenge Standards in punkto Umweltverträglichkeit und Gesundheitssicherheit erfüllen. Natureplus fördert unter anderem die Verwendung von nachhaltigen Materialien und umweltfreundlichen Herstellungsprozessen.

REACH:

REACH ist die europäische Chemikalienverordnung; die Abkürzung steht für „Registration, Evaluation, Authorisation, and Restriction of Chemicals“, auf Deutsch „Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien“. Die Verordnung zielt darauf ab, Gesundheit und Umwelt vor Gefahren durch Chemikalien zu schützen.

Unter REACH müssen Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender von Chemikalien bestimmte Verpflichtungen erfüllen: Sie müssen Informationen über Eigenschaften und Verwendung ihrer Chemikalien sammeln und bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrieren. Die ECHA überprüft die eingereichten Daten und bewertet Chemikalien und deren Risiken. Für besonders gefährliche Chemikalien kann eine Zulassung erforderlich sein; zudem kann ihre Verwendung eingeschränkt oder verboten werden.

VOC-Label Émissions dans l’air intérieur (Frankreich):

Dieses Pflicht-Label in Frankreich dient der Klassifizierung und Kennzeichnung von Bauprodukten, Einrichtungs- und Ausstattungsmaterialien, die neu auf den Markt kommen. Es hilft Verbrauchern bei der Erkennung und Vermeidung von Produkten mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), etwa Lösemitteln, die in die Raumluft abgegeben werden und Gesundheit wie Wohnklima beinträchtigen können.

GREENGUARD-Zertifizierung:

Die GREENGUARD-Zertifizierung wird von UL Environment herausgegeben. Das ist ein Ableger der US-amerikanischen Organisation Underwriters Laboratories, die Umweltprüfungen durchführt und umweltfreundliche Produkte und Materialien zertifiziert. Auch diese Prüfstelle konzentriert sich vor allem auf VOC und andere Schadstoffe in Produkten für Innenräume; das Zertifikat ist u. a. auf Tapeten aus den USA zu finden.

Hinweis:
Viele Auszeichnungen und Gütesiegel werden nur auf Antrag der Hersteller vergeben, daher sind diese hauptverantwortlich für die Schadstofffreiheit ihrer Tapeten, den Umweltschutz bei der Herstellung und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben.
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Gute Tapetenqualität für Wohngesundheit und Umweltverträglichkeit

Über Haut und Atemwege können Substanzen aus der Raumluft in den Körper gelangen. Schadstoffe in Tapeten können daher zu Hautproblemen und Allergien, Atemwegsbeschwerden, Übelkeit oder Kopfschmerzen führen. Besonders gefährdet sind Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen, etwa Asthmatiker. Auch der Hormonhaushalt und das Immunsystem können durch Raumgifte gestört oder geschädigt werden. Manche Schadstoffe wie VOC, Formaldehyd oder Weichmacher gelten zudem als krebserregend.

Welche Schadstoffe können in Tapeten enthalten sein?

Schadstoffe können sowohl in Trägermaterialien von Tapeten als auch in Materialien für die Oberflächenbeschaffenheit, Bindemitteln, Veredelungen, Effektbeschichtungen und Farben enthalten sein. Hier ist eine Liste schädlicher Inhaltsstoffe, auf die Sie beim Tapetenkauf achten sollten:

  • Schwerflüchtige Weichmacher (Phthalate) sind giftige, auch hormonell wirksame Chemikalien, die kontinuierlich ausdünsten.
  • Acrylate und andere Bindemittel können Allergien auslösen.
  • Formaldehyd in Farben, Leim und Klebemitteln kann Kopfschmerzen, Hautreizungen, Müdigkeit und Atemwegsprobleme verursachen.
  • VOC (volatile organic compounds = flüchtige organische Verbindungen) in Tapeten oder Klebstoffen haben einen stechenden Geruch und verdampfen ebenfalls kontinuierlich in die Raumluft. Sie können Augen, Nase und Rachen reizen und Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit hervorrufen.
  • Zinnorganische Verbindungen wie Tributylzinn (TBT) oder Dibutylzinn (DBT) werden zur Verbesserung der Licht- und Hitzebeständigkeit verwendet und können das Immun- und Hormonsystem belasten.
  • Halogenorganische Verbindungen in Bleichmitteln und Farben können Allergien auslösen und verstärken.
  • Schwermetalle, etwa in Tapeten- und Druckfarben, können sich im Körper anreichern und den Organismus schädigen.
  • Biozide sorgen u. a. in Farben für längere Haltbarkeit. Wenn schädliche Konservierungsmittel ausgasen, kann das zu Schwindel, Kopfschmerzen und zahlreichen anderen Gesundheitsproblemen führen.

Grundsätze und Tipps für wohngesunde, umweltgerechte und hochwertige Tapeten

Bei Tapete auf Qualität und Sicherheit zu setzen, zahlt sich aus, denn Sie verbringen in Ihren tapezierten Räumen viel Zeit und sollen sich dort rundum wohlfühlen. Mit diesen Tipps finden Sie schneller und einfacher eine Tapete, die in punkto Qualität, Optik, Haptik und Verträglichkeit auch hohe Ansprüche erfüllt.

Natürliche Materialien sind die beste Wahl für gesundes Wohnen. Beim Anbau der Rohstoffe wie Baumwolle, Holz, Bambus oder Kork sollten möglichst keine schädlichen Chemikalien wie Fungizide, Herbizide oder Pestizide eingesetzt werden.

Wohngesund sind lösemittelfreie, wasserbasierte Pflanzen- und Druckfarben, Bindemittel auf natürlicher Basis wie Naturkautschuk sowie Tapetenkleister aus Methylzellulose. Bei synthetischen Rohstoffen achten Sie darauf, dass sie schadstoffarm sind. Auch Tapetenkleber, Farben und andere Zusatzstoffe sollten keine Phthalate, Acrylate, VOC oder Formaldehyd enthalten.

Naturtapeten aus unbehandelten Gräsern, Bambus, Kork oder Holz sind umweltfreundlich, gesundheitsbewusst und auch für Allergiker und Asthmatiker geeignet. Dasselbe gilt für Textiltapeten aus natürlichen, unbehandelten Fasern.

Bei Papiertapeten ist Naturpapier oder Altpapier die beste Wahl, wenn es um Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit geht. Die Nassreißfestigkeit der Tapete sollte darunter jedoch nicht leiden.

Vliestapeten sollten aus natürlichen oder unbehandelten Textilfasern sein und möglichst keine synthetischen Bindemittel, Polyesterfasern u. Ä. enthalten. Vliestapeten sind am einfachsten zu tapezieren; wegen ihrer günstigen Verarbeitungseigenschaften ist diese Tapetenart für viele Hand- und Heimwerker erste Wahl.

Vinyl- und andere Tapeten mit einer Kunststoffoberfläche können giftige Weichmacher (Phthalate) enthalten © rospoint, stock.adobe.com
Vinyl- und andere Tapeten mit einer Kunststoffoberfläche können giftige Weichmacher (Phthalate) enthalten © rospoint, stock.adobe.com

Bei Tapeten mit Kunststoffbeschichtungen ist das Schadstoffrisiko besonders hoch. Auch Metall-, Lack- und Folientapeten können zahlreiche Schadstoffe enthalten. Achten Sie besonders auf Weichmacher, die u. a. für Vinyltapeten (PVC) gebraucht werden. Kaufen Sie Tapeten von Herstellern, die explizit damit werben, statt Phthalaten modernere, weniger schädliche Weichmacher zu verwenden. Zu den phthalatfreien Weichmachern, die auch für Kunststofftapeten eingesetzt werden, gehören u. a. Benzoate, Zitrate und Adipate.

TIPP

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Tapetenqualität und Raumklima

Glattere Tapetenoberflächen erleichtern die Reinigung und reduzieren das Anhaften von Staub und Schmutz. Bei besonderen Anforderungen an die Hygiene können Sie abwaschbare Tapeten verwenden oder die Tapete nachträglich mit transparenter Tapetenhaut versiegeln, um sie wasserabweisend und abriebfester zu machen.

Zimmerpflanzen verbessern die Raumluftqualität, denn sie nehmen Schadstoffe aus der Luft auf
Zimmerpflanzen verbessern die Raumluftqualität, denn sie nehmen Schadstoffe aus der Luft auf

Für ein gutes Wohnklima achten Sie auf möglichst konstante Raumtemperatur und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Ein wenig Abstand zwischen Möbeln und Tapeten fördert die Luftzirkulation und verhindert den Niederschlag von Kondenswasser an kalten Stellen. Heizen Sie ausreichend und lüften Sie regelmäßig durch, besonders bei beschichteten oder wasserdichten Tapeten, um Feuchtigkeitsprobleme und Schimmelbildung zu verhindern.

Rauchen Sie möglichst nicht in Innenräumen, da auch Tabakrauch Formaldehyd enthält und das Raumklima negativ beeinflusst. Grünpflanzen beschleunigen den Abbau von Formaldehyd und anderen Schadstoffen aus der Raumluft.

Regal mit Tapeten © bodnarphoto, stock.adobe.com
Tapetenarten

Tapetenarten – welche Sorten Tapete gibt es, und was sind die Unterschiede? Tapeten sind spätestens seit den 1950er Jahren kein… weiterlesen

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