Schallschutz im Trockenbau – Trittschalldämmung

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Schallschutz im Trockenbau – Trittschalldämmung für Laminat- und Holzböden

Vor allem bei Altbauten sind die Wohneinheiten oft nicht schalltechnisch voneinander abgetrennt. Das fängt oft schon beim Grundsätzlichen an, etwa wenn sich zwei aneinandergebaute Häuser dieselbe Wand teilen. Über diese massive gemeinsame Trennwand wird dann nicht nur der Luftschall, sondern auch der Trittschall fast 1:1 ins benachbarte Haus übertragen. Außerdem gibt es in vielen Altbauten keine Trittschalldämmung unter den Fußböden. Stattdessen sorgen Hohlräume in den Zwischendecken für eine ausgezeichnete, wenn auch ungewollte Schallübertragung.

Dachgeschoss mit Holzbalkendecke © hanohiki, stock.adobe.com
Alte Balkendecken und ungedämmte Holzböden sind oft hellhörig und neigen zur „Musikalität“. © hanohiki, stock.adobe.com

Die Bauherren früherer Generationen haben die Zwischenräume in den traditionellen Holz- und Balkendecken oft mit allerlei Dicht- und Dämmmaterial verfüllt, von alten Zeitungen, Stroh und Kornspelzen bis hin zu Glasscherben. Das erfüllt allerdings bei weitem nicht die Anforderungen an zeitgemäßen Schallschutz. Dazu kommt, dass in vielen Fällen davon heute nicht mehr viel übrig ist: Mäuse, Marder und andere Hausmitbewohner konnten das Material als Futter oder zum Nestbau brauchen, und oft ist auch schon ein erheblicher Teil davon bei verschiedenen Renovierungsarbeiten aus der Decke herausgefallen und auf den Köpfen der erstaunten Arbeiter gelandet.

Fehlt die Schalldämmung, kann nicht nur der Trittschall stören: In alten, hellhörigen Gebäuden hört man außer den Stimmen und Alltagsgeräuschen der Bewohner auch die des Hauses selbst: knackende Rohre, ächzende Dielen, quietschende Türen, das Sausen im Kamin – ein tolles Konzert, dem allerdings nicht jeder gerne lauscht. Aus schallschutztechnischer Sicht stellt eine solche Situation den Worst Case dar.

Trittschall: Übertragungsprinzip und Verhinderung
Trittschall: Übertragungsprinzip und Verhinderung

Trittschalldämmungen werden oft unterschätzt

Um das Problem einer gemeinsamen Trennwand zu entschärfen, kann man auf beiden (Innen-)Seiten der Massivwand je eine Vorsatzschale zur Schalldämmung errichten. Diese Trockenbauwand aus speziellen Schallschutzplatten und -profilen wird so konstruiert, dass es keine starren Verbindungen zur Massivwand gibt. So werden die Wände schalltechnisch voneinander entkoppelt, was die Schallübertragung zwischen benachbarten Wohneinheiten erheblich vermindert. Das hilft aber noch nicht gegen die Trittschallübertragung in die darunterliegenden Räume – und auch nicht gegen zu starken Trittschall im selben Raum.

Unter harten, aber schwingenden bzw. schwimmend verlegten Bodenbelägen wie Holzdielen, (Mehrschicht-)Parkett oder Laminat sollte grundsätzlich eine Trittschalldämmung verlegt werden. Das freut nicht nur die darunter wohnenden Nachbarn, sondern harmonisiert auch die Raumakustik.

Zwar lässt sich Trittschall auch durch einen Teppich dämpfen, doch der müsste weich, dicht gewebt, möglichst hochflorig und idealerweise raumgroß sein. Sie bräuchten also ein ziemlich teures Modell, um damit denselben Effekt zu erzielen wie mit einer (günstigen) Dämmunterlage. Außerdem: Warum den schönen Boden unter Teppich verstecken? Auch in Küche, Bad oder Wohnungen mit Fußbodenheizung ist Teppich selten die beste Lösung.

Schalldämmung durch Trittschalldämmung
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Trittschalldämmung – Anforderungen und Richtwerte

Für die Trittschallminderung gibt es einen gebräuchlichen Richtwert, den sogenannten ISLam-Wert, mit dem vor allem die Hersteller verschiedener Trittschalldämmungen die Effizienz ihrer Produkte angeben. Eine schallschutztechnisch wirksame Dämmunterlage sollte mindestens einen ISLam-Wert von 14 dB haben, bei erhöhten Anforderungen an die Trittschalldämpfung mindestens 18 dB.

Das Problem bei dieser Angabe ist, dass die Hersteller den Wert meistens auf einer Rohbetondecke messen. Das entspricht zwar den geltenden Normen, ist jedoch keine praxisnahe Grundlage. So hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP bei einer entsprechenden Messreihe ermittelt, dass auch ein schwimmend verlegter Holz- oder Laminatboden auf der Rohdecke deutlich mehr Trittschall mindert als etwa auf einem schwimmenden Estrich. Allerdings gilt das fast nur für die hohen Frequenzen, auf die es in der Alltagspraxis bei der Trittschalldämmung gar nicht so ankommt. Trotzdem sind die angegebenen ISLam-Werte eine gute Orientierungshilfe, denn die im Handel erhältlichen Dämmunterlagen erfüllen bei fachgerechter Verlegung auch ihren Zweck.

Wichtig: Es gibt natürlich auch eine DIN für Trittschalldämmung, nämlich die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“. Sie regelt in Deutschland die Mindestanforderungen an Trittschalldämmungen im Sinne des Gesundheitsschutzes. Zu Ermittlung des sog. „bewerteten Norm-Trittschallpegels“ dient die DIN EN ISO 717-2.

Regeln und Richtwerte bei erhöhten Anforderungen, etwa Wohnungen mit „Komfortschallschutz“, stehen in der VDI 4100 und den Richtlinien der DEGA (Deutsche Gesellschaft für Akustik). Die DEGA empfiehlt, den Trittschall an den Decken mehrstöckiger Wohnhäuser für normalen Schallschutz auf unter 50 dB zu dämmen und für erhöhten Schutz auf unter 45 dB. Bei Reihen- und Doppelhäusern werden sogar noch niedrigere Schallwerte empfohlen.

Welche Arten von Unterlagen zur Trittschalldämmung gibt es?

Bei den Trittschalldämmungen haben Sie eine große Auswahl. Unter anderem stehen zur Verfügung:

  • schwere Dämmmatten, die nahezu jedes Gehgeräusch absorbieren,
  • Dämmplatten aus Mineralwolle oder Polystyrol
  • Faltplatten mit Schwalbenschwanzverzahnung, die sich beim Verlegen bequem zusammenstecken lassen,
  • leichte Schaumrollen aus PE (Polyethylen), die auch für Fußbodenheizungen optimiert sind,
  • Dämmunterlagen mit Dampfbremse (Alukaschierung) sowie
  • Dämmunterlagen aus natürlichen Rohstoffen, z. B. Kork (Rolle oder Platte), Holzfaserplatten oder Wellpappe.
Trittschalldaemmung: Unterschiedliche Materialien und ihre Eigenschaften
Trittschalldaemmung: Unterschiedliche Materialien und ihre Eigenschaften

Wenn Sie Dämmmaterial von der Rolle verwenden, müssen Sie die Stöße fugenlos mit Klebeband verbinden. Die Bahnen sollten außerdem zumindest an einigen Stellen am Untergrund fixiert werden, damit nachher nichts verrutscht und die Verklebungen auch halten.

Faltplatten und andere Dämmungen mit Zusammenstecksystem (z. B. Nut und Feder) lassen sich sehr einfach verbinden, was die Verlegung erleichtert. Schwere Matten und Platten verrutschen auch kaum. Dafür sind sie unhandlicher, und beim Zuschneiden faseriger Materialien müssen Sie Handschuhe und gegebenenfalls Atemschutz tragen.

Achtung: Nicht jedes Material ist für Fußbodenheizungen geeignet. Je besser die Wärmedämmung, desto schlechter für die Fußbodenheizung, denn dann kommt die Wärme nicht mehr richtig nach oben durch und „versickert“ im Fußboden. Mineralwolle, Polystyrol (Styropor), Kork und Holz bieten viel Wärmedämmung und sind daher optimal, wenn die Trittschalldämmung auch für wärmere Füße und niedrigere Heizkosten sorgen soll. Gut geeignet für Fußbodenheizungen sind dagegen Dämmunterlagen aus Polyethylen und Polyurethan. Die gute, alte Wellpappe, eine besonders billige und umweltfreundliche Trittschalldämmung, hat ebenfalls keine nennenswerten Wärmedämmeigenschaften. Dafür bietet sie aber auch nicht den besten Schallschutz.

Trittschalldämmung aus Kork © Andrea Lehmkuhl, fotolia.com
Trittschalldämmung aus Kork © Andrea Lehmkuhl, fotolia.com
Trittschalldaemmung wird ausgelegt © tl6781, fotolia.com
Trittschalldaemmung aus Kunssstoff wird ausgelegt © tl6781, fotolia.com

Brauche ich eine Trittschalldämmung mit Dampfbremse?

Eine Dampfbremse sollte bei mineralischen Untergründen (z. B. Zementestrich) und Warmwasser-Fußbodenheizungen mitverlegt werden, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie verlegen unter der Dämmunterlage eine dampfbremsende PE-Folie, oder Sie kaufen eine Trittschalldämmung, die bereits mit einer Dampfbremse versehen ist.

Bodenbelag Dampfsperre © Jenny Sturm, fotolia.com
Trittschallunterlagen mit Dampfbremse sind an der aufkaschierten Aluminiumschicht zu erkennen © Jenny Sturm, fotolia.com

Bei Trittschalldämmungen mit Dampfbremse (aufkaschierter Aluminiumschicht), egal ob Rolle, Matten oder (Falt-)Platten, müssen alle Stöße mit speziellem Alu-Klebeband verklebt werden, damit sie ebenfalls dampfdicht sind.

Welche Unterschiede sind bei Laminat- und Holzböden zu beachten?

Je weicher und federnder die Dämmschicht, desto besser kann sie den Trittschall schlucken. Andererseits sind die weichsten und „fluffigsten“ Unterlagen gleichzeitig die unstabilsten. Unter einem stabilen Dielenboden ist das egal, aber unter einem sensiblen Mehrschicht-Parkettboden brauchen Sie eine stabilere Dämmunterlage. Dasselbe gilt für die dünnen Laminat-Klickböden, die Sie im Baumarkt schon für weniger als 5 Euro pro m2 kaufen können.

Wichtig ist auch, wie viel Platz Sie für die Dämmschicht haben. Bauen Sie nachträglich eine Trittschalldämmung ein und wollen anschließend wieder den alten Boden verlegen, fahren Sie am besten mit dünnen Unterlagen, die denselben Bodenaufbau erneut erlauben, ohne dass z. B. die Türen gekürzt oder die Sockelleisten angehoben werden müssen.

Trittschalldämmung verlegen – Kurzanleitung

  1. Vorbereitung des Untergrunds: Gröbere Unebenheiten und Schadstellen im Estrich mit Reparatur- bzw. Ausgleichsmasse reparieren. Intakte Untergründe mit Staubsauger oder Besen reinigen.
  2. Trittschalldämmung von der Rolle bahnweise ausrollen, dabei an einer langen Wand beginnen. Bahnen zuschneiden, parallel ohne Überlappungen fugenlos positionieren, mit doppelseitigem Klebeband punktuell am Untergrund fixieren, Stöße mit Klebeband verbinden. Matten oder Platten nach Herstelleranweisung bzw. System auslegen und verbinden, gegebenenfalls (z. B. für Dampfdichtheit) Stöße verkleben.
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