Lasten an Gipskarton befestigen: Welche Dübel sind geeignet?

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Trockenbauwände und -decken sind heute Standard beim Innenausbau. In vielen Wohnungen bestehen die Wände aus Gipskartonplatten, die auf einer Unterkonstruktion aus Metall oder Holz verschraubt sind. Metallene Unterkonstruktion sind meist aus Trockenbauprofilen aufgebaut, hölzerne aus Kantholz und Latten. Einfache Unterlattungen werden z. B. an Massivwände geschraubt, die dann mit Rigips- oder anderen GK-Platten (Rigips ist der bekannteste Hersteller) verkleidet werden können. Bei freistehenden Trockenbauwänden wird das Ständerwerk von beiden Seiten mit Gipskartonplatten beplankt; soll die Wand besonders stabil werden oder besseren Schallschutz bieten, können auch zwei Lagen GK-Platten übereinander geschraubt werden (doppelte Beplankung).

Weil Gipskartonwände und -decken so verbreitet sind, müssen zwangsläufig auch Lasten daran befestigt werden – vom leichten Bild bis hin zu schweren Regalsystemen, Fernsehern und Lautsprechern, Hängeschränken (besonders häufig in Küche und Bad) oder Kronleuchtern. Dafür gibt es verschiedene Arten von Befestigungsmitteln, z. B. Dübel, die wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen werden.

Lasten an Gipskarton befestigen: Welcher Dübel trägt welches Gewicht?

Welche Tragkraft ein Befestigungsmittel hat, hängt bei Gipskarton vor allem davon ab, wie gut es im Untergrund sitzt. Der Gipskern der Bauplatten wird durch den Kartonmantel stabilisiert, doch das Material selbst bricht und zerbröselt sehr leicht. Bricht ein Dübel aus der Rigipswand heraus, liegt das in aller Regel daran, dass der Gips nicht gehalten hat. Darum muss die Tragfähigkeit der Trockenbaukonstruktion immer mitberücksichtigt werden. Konkrete Angaben dazu stehen u. a. in DIN 18182 und DIN 18180.

Die Tragkraft von Rigipsdübeln ergibt sich vor allem durch die Form bzw. „Arbeitsweise“ des Dübels und die Lasttiefe. Je tiefer die Last – also je weiter der aufgehängte Gegenstand in den Raum hineinragt – desto größer sind die Hebelkräfte, die das Grundgewicht der Last erhöhen. Je höher die Last, desto formstabiler muss das Befestigungsmittel sein, desto tiefer muss es in den Untergrund hineinragen und desto fester muss es den Gips zusammenpressen.

Bei einfach beplankten Rigipswänden ist das Material ohnehin zu dünn, um einen Dübel sicher festhalten zu können. Hier brauchen Sie Hohlraumdübel, die durch die Platte in die Hohlwand bzw. Dämmschicht geschoben werden und nicht im Gips, sondern hinter der Platte halten. Es gibt verschiedene Typen von Hohlraumdübeln, mit denen sich auch schwere Lasten an Gipskarton befestigen lassen.

Hohlraumdübel - Kippdübel aus Metall © fefufoto, stock.adobe.com
Kippdübel aus Metall ermöglichen die sichere Befestigung auch von schweren Gegenständen an einer Hohlwand © fefufoto, stock.adobe.com

Kippdübel bestehen aus einem Kippmechanismus und einer Gewindestange und eignen sich u. a., zum Befestigen von Deckenleuchten, Regalen und Vorhangschienen an Hohlwänden und -decken. Ist der Hohlraum nicht groß genug für die Gewindestange, stehen kürzere, aber ebenso tragfähige Hohlraumdübel aus Metall und Kunststoff zur Verfügung.

Mit Ankerdübeln lassen sich kleine Lasten gut an Gipskarton befestigen. Für große und schwere Gegenstände sind sie nicht geeignet, da sie zum Ausbrechen/Ausreißen neigen.

Gipskartondübel aus Kunststoff oder Metall sind selbstbohrend, lassen sich also ohne Vorbohren eindrehen, und halten durch Formschluss. Gängige Kunststoffmodelle bieten eine Tragkraft von 25 kg in einfach beplankten und 40 kg in doppelt beplankten Wänden, bei Rigipsdübel aus Metall erhöht sich die Tragkraft pro Dübel um 5-10 kg.

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Diese kleine Tabelle kann bei der Auswahl geeigneter Befestigungsmittel helfen:

Befestigungsmittel Tragkraft bei einfacher Beplankung Tragkraft bei doppelter Beplankung
Nagel/Bilderhaken 5 kg 5 kg
Hohlraumdübel aus Kunststoff 25 kg 40 kg
Hohlraumdübel aus Metall 30 kg 50 kg
GK-Dübel aus Kunststoff 8 kg 11 kg
GK-Dübel aus Metall 8 kg 20 kg
Decken-Hohlraumdübel 6 kg/m

Lasten an Gipskarton befestigen – Tipps

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Einschätzung bzw. Berechnung der Tragkraft ist der Dübelabstand. Hier gilt: mindestens 150 mm bei einfacher und mindestens 75 mm bei doppelter Beplankung. Engere Abstände bedeuten eine schlechtere Lastverteilung.

Wenn Sie mehrere Dübel verwenden, addieren sich deren Tragkraft bzw. Belastungswerte. Das heißt aber nicht, dass Sie mit drei Kunststoff-Hohlraumdübeln einfach eine 75 kg schwere Last an der Trockenbauwand befestigen können: Die maximale Belastbarkeit einfach beplankter Trockenbauwände beträgt 40 kg, bei doppelter Beplankung sind es 70 kg. Das gilt unabhängig vom Dübel bei einer Lasttiefe von 30 cm. Andere Lasttiefen verändern die Tragkraft; bei Lasttiefen über 30 cm wirken auch deutlich höhere Zugkräfte auf die Befestigung.

Bewegungen und mechanische Belastungen, z. B. das Öffnen und Schließen von Hängeschranktüren oder das Drehen eines Fernsehers mit Schwenkarm, belasten das Material und erhöhen das Risiko von Ausbrüchen. Nutzen Sie für solche Befestigungen lieber Hohlraumdübel aus Metall von einem renommierten Hersteller als billige GK-Dübel aus Kunststoff.

Ziehen Sie Dübel nicht zu fest an, um weder den Gips zu beschädigen noch den Dübel zu quetschen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie mit einem Elektroschrauber arbeiten. Um nichts kaputtzumachen, können Sie bei vielen Geräten das Drehmoment begrenzen; ansonsten hilft Üben, z. B. an einem Plattenrest, um sich mit dem verwendeten Dübeltyp vertraut zu machen.

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Für richtig schwere Lasten: Vorwandmontage

Ist eine Last zu schwer für den Gipskarton und auch mit Spezialdübeln nicht sicher zu befestigen, ist die Vorwandinstallation eine sichere und haltbare Alternative. Dazu wird vor der Wand ein selbsttragendes Gerüst oder ein passender Montagerahmen errichtet, der nach dem Befestigen der Last ebenfalls beplankt bzw. verkleidet werden kann. Vorwandinstallationen werden z. B. im Sanitärbereich genutzt, um Toiletten oder Waschbecken sicher an Trockenbauwänden zu befestigen.

WC Vorwandelement im Trockenbau © Marco2811, stock.adobe.com
Der Spülkasten einer Toilette wird mit einer Vorwandmontage „unsichtbar“ © Marco2811, stock.adobe.com

Spezial-Unterkonstruktionen für schwere Lasten bestehen aus Säulen/Pfosten, einem rückseitigen Tragrahmen, einem Holz- oder Metallgerüst sowie Traversen und Unterbauplatten. Sie können individuell aufgebaut oder vorgefertigt gekauft werden. Bei Vorstellwänden besteht zudem die Möglichkeit, lange Schrauben zur Verankerung in der dahinterliegenden Massivwand bzw. Mauer zu verwenden.

Mit vorgefertigten Montagerahmen lässt sich nahezu jede erforderliche Tragkraft erreichen, weil das Gewicht auf dem Boden steht, statt an der Wand zu hängen. Nach der Montage kann der Rahmen wie eine Standard-Unterkonstruktion in oder unter der Wand verschwinden. Bei Neubauten und Sanierungen können Montagerahmen, Gerüste und andere Installationshilfen für schwere Gegenstände gleich mitgeplant und an den richtigen Stellen eingebaut werden. Doch auch für nachträgliche Einbauten oder Nachrüstungen ist das System Trockenbau sehr gut geeignet.

Plastikdübel und Schrauben © maho, stock.adobe.com
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