Schallschutz im Trockenbau

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Schallschutz im Trockenbau – Vorsatzschalen und Schallschutzwände mit Gipskartonplatten

Gipskartonplatten sind äußerst vielseitig und gehören zu den Grundelementen im Trockenbau. Für optimalen Schallschutz bieten viele bekannte Hersteller wie Knauf oder Rigips spezielle Schallschutz- oder Akustikplatten an. Diese beiden Bezeichnungen werden oft synonym verwendet und lassen sich auch nicht ganz klar voneinander abgrenzen. Generell lässt sich jedoch sagen, dass Akustikplatten vor allem die Raumakustik verbessern sollen, während Schallschutzplatten im Trockenbau hauptsächlich dazu verwendet werden, Schall und Lärm zu vermindern, also den Geräuschpegel im Raum deutlich zu senken.

Viele wichtige Hintergrundinformationen und Details, etwa zu Schallquellen in Gebäuden, den verschiedenen Wegen der Schallübertragung und dem professionellen Ausmessen des Schalls, können Sie in diesem Artikel zum Schallschutz für Innenwände nachlesen.

Aufbau einer Trockenbauwand © Markus Kretschmar, stock.adobe.com
Doppelbeplankung, Zwischendämmung, Entkopplung: Der Aufbau der Trockenbauwand ist entscheidend für die Schallschutzwirkung © Markus Kretschmar, stock.adobe.com

Folgendes ist beim Planen und Konstruieren von Schallschutzwänden im Trockenbau immer zu beachten:

Schall besteht aus Schwingungen, den Schallwellen. Je stärker die Schwingung, desto lauter ist das entsprechende Geräusch. Um die Kraft des Schalls zu verringern, muss der Weg, den die Schallwellen von der Geräuschquelle bis zum Ohr nehmen müssen, möglichst wirksam verbaut werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die bei gut gemachten Schallschutzwänden und Schalldämmungen idealerweise kombiniert werden:

  1. Schallweg verlängern

    Das kann z. B. durch mehrere Lagen Platten (Doppelbeplankung) auf dem Ständerwerk geschehen. Wichtig ist, sämtliche Fugen gründlich zu verspachteln, also auch die der unteren Lage, selbst wenn sie später nicht zu sehen sind. Außerdem sollten die Fugen der beiden Plattenlagen möglichst versetzt liegen. Auch das Einbringen von Dämmmaterial in den Hohlraum zwischen Massivwand und Vorsatzschale verlängert den Schallweg und optimiert so die Schallschutzeigenschaften.

  2. Schallweg unterbrechen

    Natürlich kann sich Schall auch durch die Luft fortpflanzen. Dennoch ist die schalltechnische Entkopplung der Vorsatzschale eine der wichtigsten Voraussetzung für ihre schalldämmende Wirkung. Die Trockenbauwand darf mit dem sogenannten Baukörper, also z. B. der dahinterliegenden Massivwand, keinerlei direkten Kontakt haben. Die an Boden, Wand oder Decke anliegenden U-Profile werden auf den Rückseiten mit speziellem Dichtungsband beklebt oder mit flexibler Dichtmasse versehen, um auch hier elastische Übergänge zu schaffen. Noch besser für den Schallschutz an den Übergängen zwischen Trockenbaukonstruktion und Baukörper sind professionell hergestellte Gleitfugen.

    Beim Schallschutz wird häufig das sogenannte Masse-Feder-Prinzip genutzt, um die Schallwellen zu unterbrechen. Dafür werden zwei Wände benötigt, die federnd gelagert sind. Trifft der Schall auf die erste Wand, kann diese zwar mitschwingen, den Schall jedoch wegen der Federung nicht mehr an die zweite Wand weiterleiten. Der Masse-Feder-Effekt wird z. B. durch zwei Gipskartonwände (Masse) erreicht, zwischen denen eine Dämmschicht (Federung) liegt.

  3. Schallweitergabe eindämmen

    Spezielle Schallschutzplatten haben im Vergleich zu den Standardvarianten eine höhere Dichte, was ihre Schwingungsfähigkeit verringert und so den Schallwellen das Durchkommen erschwert. Ein weiterer Vorteil des dichteren Gipskerns ist, dass die Platten insgesamt dünner sein können und trotzdem hervorragende Schallschutzeigenschaften aufweisen. So wird die Trockenbauwand auch bei doppelter oder dreifacher Beplankung nicht zu dick und nimmt nicht zu viel Raum weg.

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Die beste Unterkonstruktion für Schallschutzwände

Ein Ständerwerk aus genormten Trockenbau-Metallprofilen ist die perfekte Basis für eine Schallschutzwand. Idealerweise nehmen Sie dafür die Profile desselben Herstellers, dessen Platten Sie auch verwenden. Alle renommierten Hersteller von Trockenbauprodukten bieten komplette Systemlinien an, bei denen alle Produkte optimal aufeinander abgestimmt sind. Außer den Metallprofilen und Gipskartonplatten können Sie vom Hersteller Ihrer Wahl also auch Fugenspachtel, Dichtungsband, Putz und weiteres Material beziehen, das schalltechnisch besonders gute Eigenschaften hat und sich perfekt kombinieren lässt.

Trockenbauwand mit Dämmung © view7 stock.adobe.com
Trockenbau-Metallprofile sind ideal, um damit Schallschutzwände zu gestalten © view7 stock.adobe.com

Aufstellen des Ständerwerks

Zum Errichten des Ständerwerks müssen die Metallprofile vorgebohrt, verdübelt und miteinander verschraubt werden. Zuerst werden die Bodenprofile montiert, dann die Wandprofile und zuletzt die Deckenprofile. In die so entstehende Rahmenkonstruktion werden als Zwischenständer in regelmäßigen Abständen CW-Profile eingebaut.

Wand in Trockenbau © gorvik, fotolia.com
Wand in Trockenbau © gorvik, fotolia.com

Soll zwischen Massivwand und Vorsatzschale eine Dämmung kommen, müssen die Dämmmatten vor dem Anbringen der ersten Plattenlage angebracht werden. Bei Einblasdämmungen wird das Dämmmaterial (z. B. Zelluloseflocken) hinter die bereits montierten Platten geblasen. Einblasdämmungen sind auch unter Schallschutzaspekten besonders vorteilhaft, weil der Dämmstoff in alle Winkel dringt und – anders als bei Dämmplatten oder -matten – keine Fugen entstehen, die abgedichtet werden müssen und später undicht werden können.

Welche Dämmstoffe für Schallschutzwände?

Faserige, weiche Stoffe, die kaum schwingen und viel Schall schlucken, sind als Dämmmaterial für Trockenbau-Schallschutzwände gut geeignet. Gewebe, die viel Struktur haben, teilen zudem große Schallwellen in kleinere auf, wodurch der Schall viel Kraft verliert und entsprechend leiser wird. Außerdem gilt: Je schwerer der Dämmstoff, desto besser der Schallschutz.

Mit Dämmwolle (Mineralwolle, Steinwolle), fest zusammengedrückten Flocken oder speziellen Akustikdämmstoffen zwischen zwei Trockenbauwänden lassen sich diese Effekte besonders gut nutzen. Alle Hohlräume sollten dabei möglichst dicht gefüllt werden, um sowohl die Schallübertragung im Hohlraum als auch die Eigenschwingung der Wandkonstruktion weitestgehend zu unterbinden. Durch die Zwischendämmung werden die beiden Wände schalltechnisch voneinander entkoppelt; es wirkt das oben beschriebene Masse-Feder-Prinzip.

Luftschall: Übertragungsprinzip und Verhinderung
Luftschall: Übertragungsprinzip und Verhinderung

Anbringen der Schallschutzplatten

Gipskartonplatten lassen sich vergleichsweise einfach bearbeiten. Sie können entweder mit einer Stichsäge (feinzahniges Sägeblatt für Gips verwenden!) passgenau zugeschnitten oder mit dem Cutter geritzt (Kartonummantelung durchschneiden) und dann über eine Kante gebrochen werden. Anschließend wird noch der Karton auf der Rückseite sauber durchgeschnitten und die Trennkante mit dem Raspelhobel versäubert und angefast. Dann ist die Platte verarbeitungsfertig.

Handwerker verschraubt Gipskartonplatten © tunedin, stock.adobe.com
Handwerker verschraubt Gipskartonplatten © tunedin, stock.adobe.com

Zur Befestigung der Gipskartonplatten auf der Unterkonstruktion verwenden Sie am besten Schnellbauschrauben mit selbstschneidendem Gewinde. Auch die finden Sie im Sortiment der Platten- und Profilhersteller, aber auch separat in jedem Baumarkt. Kaufen Sie gleich einen großen Karton; bei größeren, doppelt beplankten Wänden sind schnell mehrere hundert Schrauben verbaut. Achten Sie beim Montieren der Beplankung auf die schalltechnische Entkopplung und lassen Sie zwischen den Platten und allen anderen Bauteilen, also Wand, Decke, und Boden, immer überall mindestens 5 mm Abstand.

Finalisieren der Schallschutzwand

Zum glatten Verspachteln der Übergänge zwischen den Gipskartonplatten nehmen Sie die zum System passende Fugenmasse. Für die Übergänge zu den angrenzenden Massivbauteilen (Wänden und Decke) brauchen Sie eine dauerelastische Dichtmasse, damit die Fugen später nicht ein- oder abreißen. Öffnungen und Durchführungen (z. B. für Elektrokabel) können Sie mit der Lochsäge oder Bohrsäge (auch Bohrraspel oder Stichling genannt) ausschneiden.

Fräsköpfe für Bohrmaschinen © Unclesam, stock.adobe.com
Fräsköpfe für Bohrmaschinen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und sollten in Ihrem Werkzeugkasten nicht fehlen, wenn Sie häufiger Arbeiten im Trockenbau ausführen © Unclesam, stock.adobe.com

Die fertige Schallschutzwand kann verputzt, tapeziert, mit Trockenbaufarbe gestrichen oder – bei doppelter Beplankung – auch gefliest werden. Wenn Sie normale Wandfarbe oder eine dünne, durchscheinende Tapete verwenden möchten, empfiehlt sich das vorherige Grundieren der Gipskartonplatten.

Schallschutzplatten und Schallschutzsysteme bekannter Hersteller

Wie bereits erwähnt, gibt es entsprechende Spezialplatten von vielen Anbietern. Hier stellen wir Ihnen beispielhaft verschiedene Schallschutzplatten der bekannten Anbieter Knauf und Rigips vor.

Sonicboard und Silentboard von Knauf

Beide Schallschutzplatten haben eine höhere Rohdichte als die Standardplatten, was sich auch am Gewicht zeigt. Das Sonicboard wiegt 17,9 kg pro m2, das ist deutlich mehr als die Knauf Ausbauplatte (10,5 kg/m2) oder die Variante „Knauf Diamant“ (13,2 kg/m2). Mit den Sonicboard-Platten lässt sich der Schallschutzwert um bis zu 3 dB gegenüber einer Standardkonstruktion erhöhen. Sie sind unter anderem geeignet für

  • nicht tragende Innenwände mit höheren Schallschutzanforderungen ,
  • Abhängdecken,
  • Installationsvorwände und Vorsatzschalen (z. B. um freiliegende Rohre oder Anschlüsse zu verkleiden),
  • Wand- und Deckenbekleidungen für bessere Schall- und Wärmedämmung,
  • Dachgeschossausbauten und
  • als sogenannter Trockenputz (z. B. auf Altanstrichen, Beton- oder Porenbetonwänden).

Noch leistungsfähiger ist die Schallschutzplatte Silentboard. Ihr Spezialgipskern ist ebenfalls deutlich dichter als der einer Standardplatte. Sie ist für Trockenbaukonstruktionen mit höchsten Schallschutzanforderungen und höheren Anforderungen an den Brandschutz geeignet und punktet unter anderem mit hervorragender Schalldämmung im Niederfrequenzbereich. Zudem ist die Platte besonders schlank und nimmt (z. B. beim nachträglichen Verkleiden von Massivwänden) besonders wenig Raum ein. Die Platten lassen sich biegen und wegen der besonderen V-Fräsungen falten, d. h. sie können in nahezu jedem Winkel aufeinandertreffen.

Silentboard-Schallschutzplatten sind für sämtliche Innenbereiche geeignet, z. B. für:

  • schalltechnisches Auf- bzw. Nachrüsten vorhandener Trockenbausysteme,
  • Verkleidungen von Bestandswänden und Decken,
  • Unterdecken
  • Vorsatzschalen sowie
  • das Raum-in-Raum-System „Cubo“ von Knauf.

Für Schallschutz-Trockenbauprojekte bietet Knauf neben den Platten alles erforderliche Zubehör an. Für elastische Fugen von bis zu 8 mm Breite gibt es etwa die Fugenmasse Knauf POWER-Elast und zum Verspachteln der Plattenfugen Knauf Uniflott.

Die Blaue und Duo´Tech von Rigips

Der Herstellername Rigips ist so bekannt, dass er oft synonym für alle Gipskartonplatten verwendet wird. Die Schallschutzplatte von Rigips ist hellblau, heißt folgerichtig „Die Blaue“ und punktet durch die von Rigips bekannte Verarbeitungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Wie Knauf bietet auch Rigips ein komplettes System für Schallschutzwände und -verkleidungen an, dessen Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wird „Die Blaue“ verarbeitet, empfiehlt Rigips für optimale Schallschutzeigenschaften etwa das Schallschutzprofil RigiProfil MultiTec für die Unterkonstruktion und Rigips VARIO zum Verspachteln.

Um doppelte Beplankungen mit dem gleichen Arbeitsaufwand herzustellen wie einfache, gibt es Rigips Duo´Tech. Das sind Doppelplatten, die aus je zwei 12,5 mm dicken Schallschutzplatten bestehen, die mit einem besonderen Akustikkleber aufeinander geklebt sind. Durch diesen Sandwich-Aufbau wird nicht nur die Schallübertragung erschwert, sondern er reduziert auch die Eigenschwingung der Platte, was die Schalldämmung zusätzlich verbessert.

Laut Herstellerangaben lässt sich der Schallschutzwert mit Duo´Tech bei Wandstärken bis 125 mm um bis zu 5 dB verbessern, bei einer 150 mm dicken Wand um bis zu 7 dB. Weil die Platten schon ab Werk zweischichtig sind, reicht ein Arbeitsschritt (einmal zuschneiden, einmal festschrauben, einmal spachteln) für die doppelte Plattenbelegung, und das spart nicht nur bei größeren Flächen viel Zeit und Mühe.

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