Schimmel, Ausblühungen und Schwamm

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Schimmel, Ausblühungen und Schwamm erkennen und bekämpfen

Verfärbungen an der Wand, Fassade oder der Zimmerdecke müssen nicht immer Schimmel sein. Es kann sich auch um Ausblühungen oder den von Haus- oder Wohnungsbesitzern gefürchtete Schwamm handeln.
Dies zu unterscheiden ist jedoch schwierig. In Wohnräumen treten am häufigsten schwarzer, grüner und der weiße Schimmel auf. Doch auch gelber und roter Schimmel sind möglich und lassen sich oft nicht von Ausblühungen oder Schwamm unterscheiden.

WICHTIG: Ob Ausblühungen, Schwamm oder Schimmel – da Feuchtigkeit im Spiel ist, die an dieser Stelle nicht zu suchen hat, sollte stets ein Baufachmann zu Rate gezogen werden. Schnelle Hilfe und vor allem fundierte Ursachenforschung sind in diesem Fall angesagt.

Schadensfall: 1. Schimmel

Der Schimmelpilz ist ein Mikroorganismus. Um entstehen und wachsen zu können benötigt er folgende Lebensbedingungen: Feuchtigkeit, Sauerstoff und Wärme. Zudem muss ihm ein Nährboden gewährt werden, der schon Tapetenkleister darstellen kann, aber auch Putz, Farben, Holz, Erde, Teppiche und sogar einige Kunststoffarten. Es reicht schon gewöhnlicher Hausstaub aus, um Schimmel entstehen zu lassen.

Schimmelpilz © animaflora, fotolia.com
Schimmelpilz © animaflora, fotolia.com

Der eigentliche Schimmel kann mit dem Auge nicht erkannt werden. Wir sehen lediglich die Sporen und Pilzfäden, die sich ausbreiten. Zunächst treten einige Flecken auf, die sich meist kreisrund ausbreiten und anschließend, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, zu einem Pilzteppich heranwachsen.

Schwarzer Schimmel

Schwarzer Schimmel ist der gefürchtetste und bekannteste Schimmel in Wohnräumen. Er wird nicht durch einen bestimmten Schimmelpilz ausgelöst, sondern kann sich aus zahlreichen Schimmelarten und -gattungen bilden. Er tritt insbesondere bei Feuchtigkeitsproblemen in oder an der Wand auf. Mauern, Tapeten, verputzte Wände und Decken sowie Fliesenfugen sind besonders gefährdet. Große Temperaturunterschiede sind für ihn kein Problem, er gedeiht bereits bei 6°C und fühlt sich bis etwa 45°C wohl. Schwarzer Schimmel kann trocken und pudrig sein oder schleimig und grau. Alle Arten von schwarzem Schimmel sind aufgrund ihrer Aggressivität und Überlebensfähigkeit für den menschlichen Organismus extrem giftig. Er kann unterschiedliche Allergien, Nierenerkrankungen bis hin zu schweren Infektionskrankheiten auslösen.

Schimmelbekaempfung © Heiko Küverling, fotolia.com
Schwarzer Schimmel © Heiko Küverling, fotolia.com

Grüner Schimmel

Auch der grüne Schimmel findet sich sehr häufig auf feuchten Wänden und Decken. Er kann sich durch seine Sporen in der ganzen Wohnung ausbreiten. Besonders durch grünen Schimmel gefährdet sind Feuchträume wie Bad und Küche, Fugen und schlecht belüftete Stellen, wie unter dem Fußbodenbelag oder hinter Wandverkleidungen. Grüner Schimmel bildet zumeist einen flauschigen Belag. Nicht selten tritt er gemeinsam mit andern Schimmelarten auf und bildet so ein buntes Gemisch. Das Gift des grünen Schimmels ist nicht so extrem schädlich wie beim schwarzen Schimmel, wirkt jedoch immunschwächend. Es kann Allergien, Asthma und Kopfschmerzen auslösen und die Sporen können das Lungengewebe befallen und nachhaltig schädigen.

Grüner und Weißer Schimmel © elen31, stock.adobe.com
Grüner und Weißer Schimmel © elen31, stock.adobe.com

Weißer Schimmel

Weißer Schimmel ist eher unauffällig und besonders auf hellen Untergründen wie Putz oder hellen Wandfarben schlecht erkennbar. Daher bleibt er oft lange unerkannt und kann sich ungehindert ausbreiten. Erst nach einer Weile verfärbt sich weißer Schimmel und wird dunkler. Weißer Schimmel kommt besonders häufig an Decken- oder Fußbodenecken, in Nischen, hinter Möbeln an Außenwänden und im Keller vor – überwiegend in kalten, unbeheizten und feuchten Räumen. Er wird oft mit Salzausblühungen auf Ziegel, Beton und Putzen verwechselt. Hinweise auf weißen Schimmel können ein leicht modriger Geruch oder das Auftreten von Kellerasseln, Silberfischchen oder Staubläusen in der Wohnung sein, da diese auf ein feuchtes Milieu schließen lassen. Weißer Schimmel reizt die Schleimhäute und kann so zu Nasennebenhöhlenentzündungen, häufigen Erkältungen, Hautkrankheiten, Halskratzen, Husten, chronischer Bronchitis oder Gelenkschmerzen führen.

Roter Schimmel

Der rote Schimmel benötigt zum Wachsen große Mengen Zellulose. Er findet sich vor allem auf Papiertapete, weil er hier eine ideale Nahrungsgrundlage findet. Er tritt häufig in Bad, WC und Küche auf, da die Nährbodenvoraussetzungen dort besser sind als in anderen Wohnräumen. Der Schimmelbelag ist von eher trockener bis hin zu schleimiger Konsistenz und kann in verschiedenen Rottönen und Farbstärken auftreten. Roter Schimmel kann zu Asthma führen.

Roter Schimmelpilz © lpicture, stock.adobe.com
Roter Schimmelpilz © lpicture, stock.adobe.com

Gelber Schimmel

Der gelbe Schimmel wird aufgrund seines weniger auffälligen Erscheinungsbildes nicht so stark wahrgenommen. Gelber Schimmel zeigt sich in Wohnräumen seltener strahlend gelb als vielmehr Ocker oder Braun und tritt eher selten auf. Er bildet sich bevorzugt in feuchten Ecken, in Baumwollstoffen oder Polstermöbeln. Seine Konsistenz variiert zwischen trocken, flockig, körnig und schmierig. Gelber Schimmel gibt bei seinem Stoffwechsel Gift an seine Umwelt ab und ist besonders gesundheitsgefährdend. Es kann bei Menschen unter anderem Leberkrebs und Herzversagen hervorrufen.

Gelber Schimmelpilz © Sandipruel, stock.adobe.com
Gelber Schimmelpilz © Sandipruel, stock.adobe.com

Schimmel vermeiden

Damit Schimmel gar nicht erst entstehen kann, ist es nicht nur notwendig, richtig zu lüften. Vielmehr muss auch eine intakte Kellerabdichtung vorhanden sein. Dabei spielt die Wärmedämmung der Außenwände eine wichtige Rolle. Wer saniert, sollte deshalb mit entsprechenden Dämmstoffen für warme Kellerwandflächen sorgen und somit Feuchtigkeitsansammlungen entgegenwirken. Wenn sich an den Innenwänden des Kellers bereits Schimmel eingenistet hat, muss er beseitigt werden.

Wer bei der Sanierung gute raumklimatische Bedingungen schaffen möchte und somit Schimmel vermeiden will, hat drei Möglichkeiten:

  • 1. mit Kalkputz und Kalkfarben arbeiten,
  • 2. kapillaraktive Baustoffe verwenden oder
  • 3. Bauplatten aus Polyurethan anbringen, die mit ihrer eingearbeiteten Silikatschicht Feuchtigkeit aufnehmen.

Des Weiteren trägt eine Horizontalsperre im Mauerwerk einen wichtigen Teil zur Vorbeugung von Schimmel bei. Eine Horizontalsperre hat die Aufgabe, das Mauerwerk vor aufsteigender Bodenfeuchtigkeit zu schützen. Wasser, das aus dem kühlen Erdreich hochsteigt, wird durch die Sperre aufgehalten und verhindert ein Verdunsten des Bodenwassers an der Wandaußenfläche des Kellers. Bei Altbauten sind entsprechende Dichtfolien häufig undicht oder gar nicht vorzufinden. Sanierer schaffen hier Abhilfe, wenn sie nachträglich Horizontalsperren einbringen.

Da Schimmel immer auf Wasser angewiesen ist, können auch defekte Rohrleitungen die Ursache sein. Deshalb sollte generell bei jedem Schimmelbefall eine Ursachenforschung durchgeführt werden. Es ist ratsam, dabei einen Fachmann hinzuzuziehen. Denn Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Die Schadstelle muss deshalb nicht zwingend hinter dem Schimmelfleck liegen.

Ist die Ursache beseitigt, kann der Schimmelfleck mit Produkten wie Schimmelpilz- und Sporenvernichter beseitigt werden. Diese chemischen Produkte gibt es im Fachhandel oder Baumarkt. Sie werden in der Regel auf den sichtbaren Schimmelfleck gesprüht und der Schimmel nach der angegebenen Einwirkungszeit einfach abgewischt.

Schimmel Messung © Verband Privater Bauherren e.V.
Schimmel Messung durch den Fachmann © Verband Privater Bauherren e.V.
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Schadensfall: 2. Ausblühungen

Ausblühungen treten bei praktisch allen mineralischen Baustoffen auf. Man sieht sie beispielsweise sehr häufig an den Oberflächen von verputzten Wänden, Ziegelmauerwerken, Natursteinen aber auch auf Beton. Die oft weißen Ausblühungen werden oft mit weißem Schimmel verwechselt. Doch die gute Nachricht: Ausblühungen stellen für viele Haus- oder Wohnungsbesitzer zwar ein optisches Ärgernis dar, sind aber unschädlich und beeinträchtigen nicht die Statik. Außerdem lassen sie sich entfernen.

Wie beim Schimmelbefall deutet die Existenz von Ausblühungen darauf hin, dass die betroffenen Wände, Decken oder Böden feuchtebelastet sind. Ausblühungen entstehen immer dann, wenn salzhaltige Lösungen aus dem Mauerwerk oder dem Putz verdunsten. Lösliche Salze, die im Mauerwerk oder Putz vorkommen, sind unter anderem Natriumchlorid (gewöhnliches Salz), Natriumsulfat oder Magnesiumsulfat. Aber auch weniger lösliche Verbindungen können unter bestimmten Umständen herausgelöst werden. Der typische „Mauersalpeter“ hat eine andere Ursache. Er entsteht durch eine chemische Reaktion. Hier reagiert Ammoniak aus der Raumluft mit dem verwendeten Mörtel. Ausblühungen und Mauersalpeter muss man also immer voneinander unterscheiden.

Das Wasser im Mauerwerk oder Putz wäscht dort die löslichen Salze oder andere lösliche Verbindungen heraus. Das Wasser diffundiert durch die Bausubstanz und verdunstet mit der Zeit an der Oberfläche. Die Salze bleiben zurück und bilden dann die deutlich sichtbaren Ausblühungen.

Putz

Salzausblühungen auf der Putzschicht lassen sich auf verschiedene Weise entfernen. In vielen Fällen reicht die Arbeit mit einer harten Metallbürste oder einer Spachtel. Eine weitere Möglichkeit sind passende Reiniger. Je nach Intensität der Ausblühungen sollte man solche Reiniger unverdünnt oder in Verdünnung mit Wasser nutzen und beispielsweise mit einer Bürste auftragen. Nach einer vom Hersteller vorgegebenen Zeit wird der Reiniger mit Wasser abgespült. Zudem kann man mit Isolierfarbe weiteren Salzablagerungen bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Eventuell muss der Putz aber auch teilweise erneuert werden, wenn die Ausblühungen sich nicht beseitigen lassen. Grundsätzlich aber geilt: Die Feuchtigkeit muss auf ein akzeptables Maß reduziert werden.

Aufsteigende Feuchtigkeit und Ausblühungen © Fotoschlick, stock.adobe.com
Aufsteigende Feuchtigkeit und Ausblühungen © Fotoschlick, stock.adobe.com

Ziegel und Klinker

Kommt es bei Ziegeln und Klinker zu Ausblühungen, handelt es sich meist um wasserlösliche Salze aus dem Mörtel, die in gelöster Form durch die Kapillarwirkung der Ziegel oder Klinker an deren Oberfläche transportiert werden. Wenn das Wasser dann verdunstet, kristallisieren sie aus und zeigen sich als weiße Salzschleier. Die Salze sind aber in der Regel mit einer harten Bürste, möglichst ohne zusätzliches Wasser, im trockenen Zustand gut zu entfernen. Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Vorbeugemaßnahme, ist das simple Abdecken des unfertigen Mauerwerks bei Regen.

Ausblühungen an der Ziegelwand © starekase, stock.adobe.com
Ausblühungen an der Ziegelwand © starekase, stock.adobe.com

Auch Salzsäure, die nach den Mauerarbeiten möglicherweise zum Reinigen der Steine verwendet worden ist, kann Ausblühungen hervorrufen: Sie enthält selbst ausblühfähige Stoffe und löst gleichzeitig solche aus dem Mörtel. Auch die daraus entstehenden Ausblühungen dürfen keinesfalls wiederum mit Salzsäure oder säurehaltigen Reinigern entfernt werden. Säuren können darüber hinaus die Klinker selbst verfärben. Diese Verfärbung ist irreversibel und nicht mehr zu beseitigen!

Bei allen Klinkern mit Erdkontakt sind Ausblühungen meist nicht zu vermeiden. Ursache sind hier entweder salzhaltiges Wasser aus dem Boden oder sehr häufig auch mit massiver Wirkung Streusalz.
Naturstein

Häufig sind Ausblühungen auf Natursteinen im Außenbereich zu sehen. Aus dem Untergrund werden durch Feuchtigkeit Salze gelöst und durch die Kapillarwirkung des Natursteins an die Oberfläche oder in die Fugen transportiert.

Die weitaus meisten Ausblühungen sind Kalkstoffe. Diese lassen sich von robusten und beständigen Natursteinen in der Regel problemlos entfernen, wenn man sogenannte Zementschleierentferner verwendet. Diese Produkte gibt es speziell auch für Naturstein. Besonders geeignet für eine Anwendung sind vor allem Granite, Gneise, Quarzite und Sandstein. Sie sind robust genug, um den säurebasierten Reinigern zu widerstehen. Bei anderen Steinsorten am besten beim Händler oder Fachmann nachfragen.

Tipp: Verwenden Sie alle Reinigungsmittel immer mit Vorsicht! Am besten testen Sie den Reiniger immer zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Beton

Ob es bei Beton zu Ausblühungen kommt, hängt wesentlich vom Kalkanteil im Zement der Betonmischung ab. Der größte Teil des Kalks ist gebunden, doch ein nicht gebundener Überschuss kann Wasser im Beton lösen. Diese Lösung diffundiert dann an die Oberfläche. Das Wasser verdunstet, zurück bleiben weiße Kalkablagerungen.
Kommt es zu Ausblühungen an außenliegenden Betonteilen, wie zum Beispiel Betontrittsteine, Pflastersteine oder Fundamente, sollte nichts unternommen werden. Die Kalkablagerungen werden früher oder später vom Regenwasser weggeschwemmt. Meist sind diese Ausblühungen nämlich nur über einen Zeitraum von maximal zwei bis drei Jahren zu beobachten. Spätestens dann ist der überschüssige Kalk völlig ausgelöst.

Ausblühnungen an einer Betonwand © IreneuszB © stock.adobe.com
Ausblühnungen an einer Betonwand © IreneuszB © stock.adobe.com

Bei innenliegenden und der Witterung nicht ausgesetzten Betonteilen, kann man die Ablagerungen problemlos entfernen. Die betroffenen Stellen werden einfach abgebürstet und dann mit klarem Wasser abgespült. Ausblühungen werden nachhaltig gestoppt, wenn der Beton versiegelt oder imprägniert wird.

Fliesen

Normalerweise gibt es Ausblühungen vor allem an Wänden. Sie können aber auch bei Bodenbelägen auftreten. Häufigste Ursache: eindringendes Wasser durch Fliesenfugen oder die Verwendung von feuchtem Fliesenkleber.

In vielen Fällen lassen sich Ausblühungen durch Abbürsten der Fliesen entfernen. Sollte dies unwirksam sein, kann auch auf Zementschleierentferner zurückgegriffen werden. Diese Produkte sind jedoch säurebasiert. Deshalb Vorsicht: beim Entfernen keine Produkte verwenden, die die Fliesenoberfläche angreifen oder stumpf werden lassen.

Schadensfall: 3. Schwamm

Während Ausblühungen „harmlos“ sind, Schimmel überwiegend die Gesundheit gefährdet, ist der Schwamm nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch für jeden Gebäude existenzgefährdend. Der Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz und stellt das höchste Gefahrenpotenzial für Gebäude dar. Schwamm mag es dunkel, mit gleichmäßigem Klima ohne große Luftbewegung. Er ist anspruchslos aber äußerst aggressiv. Hat er sich erst einmal eingenistet, ist seine Bekämpfung alles andere als einfach und kurzfristig.

Hausschwamm © taviphoto, stock.adobe.com
Hausschwamm © taviphoto, stock.adobe.com

Bereits kleinste Mengen gefährden das Haus, da er sich schnell ausbreitet, das Holz substantiell angreift und dadurch unter anderem die Statik sämtlicher holzhaltiger Baumaterialien beeinträchtigt. Der Befall mit Hausschwamm ist in einigen Bundesländern sogar meldepflichtig. Er stellt ein schwerer Baumangel nach BGB dar und ist nach DIN 68800, Teil 4 von einem Bausachverständigen zu untersuchen.

Schwamm kann überall dort auftauchen, wo dauerhaft Feuchtigkeit ins Holz dringt. Der Haus- oder Wohnungsbesitzer ahnt meist nicht, was hinter der Wand oder einer abgehangenen Decke wächst – bis irgendwo eine Wand oder Decke durchhängt. Obwohl Schwamm Feuchtigkeit zum Wachsen braucht, kann er aber auch bei trockener Luft überleben. Das macht ihn so tückisch! Denn der Hausschwamm fällt dann in eine Art „Trockenstarre“. Nach Jahrzehnten kann er wieder aktiv werden, wenn er Feuchtigkeit bekommt. Außerdem muss er nicht dort sitzen, wo die Feuchtigkeit in eine Mauer eindringt. Hausschwamm kann sich auch drei Stockwerke tiefer befinden.

Besonders gefährdet: Bodendielen, Kellerdecken und seltener auch der Dachstuhl, da hier das offene Holz relativ gut trocknet. Häufiger sitzt der Schwamm in der Decke. Betroffen sind meist die Balkenköpfe, also die Teile des Balkens, die an der Außenwand auf der Mauer aufliegen.

Am besten ist der Schwamm durch seine Zweifarbigkeit zu erkennen, die durch Bakterien ausgelöst wird. Das befallene Holz weist Braun- und Destruktionsfäule auf. Der verursachende Pilz besteht aus hanfartigen Fasern und sind im äußeren Randbereich weißlich, watteartig und im Kern ockerfarben bis orange. Im fortgeschrittenen Stadium kann dieser Pilz anderthalb Zentimeter dick und mehr als einen Meter lang werden.

Hausschwamm auf Parkettboden © taviphoto, stock.adobe.com
Hausschwamm auf Parkettboden © taviphoto, stock.adobe.com

Keine Sicherheit nach einer Sanierung

Bei Hausschwamm steht eine umfassende Sanierung an. Selbst wenn gründlich saniert wurde, hat der Hausbesitzer keine hundertprozentige Sicherheit, dass sein Haus schwammfrei ist. Zum einen könnte der Pilz auch ein Stockwerk tiefer oder in einer anderen Ecke sitzen, die nicht kontrolliert wurde. Zum anderen verteilten sich die Sporen, die fast immer in der Luft vorhanden sind, selbst bei einer sorgfältigen Sanierung.

WICHTIG: Die Bekämpfung ist zwingend durch ein autorisiertes Fachunternehmen durchzuführen. Die DIN 68800-4 in Verbindung mit dem Merkblatt 1-2-05/D der „Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege“ gibt hier die Vorgaben für eine Sanierung. Die Überwachung dieser Arbeiten sollte durch einen Sachverständigen erfolgen.

Bei der Sanierung werden mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter befallene Holzteile ausgebaut. Bei Schüttungen ist ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter einzuhalten. Weiterhin müssen befallenes Mauerwerk und Schüttungen entfernt werden. Um auch letzte Reste zu entfernen, wird oft empfohlen, das Mauerwerk abzuflammen. Weiterhin ist es notwendig, die Ursache der Feuchtequelle zu finden und zu beseitigen, um einen erneuten Schwammbefall zu vermeiden.

Ist durch bauliche Maßnahmen sichergestellt, dass das befallene Holz und das Mauerwerk trocken sind und zukünftig auch trocken bleiben, kann der Sanierungsaufwand unter Anleitung eines Sachverständigen im Einzelfall auch reduziert werden. Ohne Feuchtigkeit stellt der Hausschwamm seinen Stoffwechsel ein und zerstört auch kein Holz mehr. Er verbleibt aber im Bauteil und wird bei Vorliegen von Feuchtigkeit auch Jahrzehnte später schnell wieder aktiv.

Um die Verschleppungsgefahr einzudämmen, ist eine fachgerechte und sorgfältige Entsorgung der ausgebauten Holzteile und Mauerwerkspartien notwendig. Außerdem ist es erforderlich, den Bereich nach der Sanierung gut trocknen zu lassen und die Schadstellen mit geeigneten chemischen Schutzmitteln zu behandeln. Dabei kann das Mauerwerk mit einem Schwammsperrmittel gestrichen werden oder das Schutzmittel wird im Rahmen einer Bohrlochtränkung eingebracht. Neueingebautes Holz muss eventuell entsprechend DIN 68800, Teil 3 vorbeugend imprägniert sein.

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