Putzschienen setzen

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Putzschienen oder Putzprofile werden verwendet, um das Verputzen von Innen- und Außenwänden zu erleichtern. Es gibt Putzschienen aus Kunststoff, Aluminium, rostfreiem Stahl, verzinktem Stahl sowie verzinktem und beschichtetem Stahl, außerdem Streckmetall und Bänder aus Metall oder Kunststoff. Alle sind gelocht bzw. mit zahlreichen Aussparungen versehen, so dass sie später gut vom Putz gehalten werden. Putzschienen, die als Abstandshalter dienen, um den Putz auch auf großen Flächen schnell und einfach in der gewünschten Schichtdicke abziehen zu können, werden meist als Schnellputzleisten verkauft.

Profis arbeiten so gut wie immer mit Putzschienen und/oder Schnellputzleisten, egal ob beim Verputzen der Fassade oder beim Aufziehen eines neuen Rau- oder Glattputzes im Haus. Auch als Heimwerker können Sie Putzschienen setzen, um verputzten Flächen einen sauberen Abschluss zu verleihen, den Putz in einer gleichmäßigen Schichtstärke aufzutragen oder ohne langes Gebastel stabile Ecken und gerade Kanten zu verputzen.

Die Putzschienen, die Sie setzen, bleiben später unter dem Verputz und sind von außen nicht mehr zu erkennen. Eine Ausnahme stellen Putzschienen mit einer glatten Kante aus PVC dar, denn diese Kante muss frei von Verputz bleiben und später noch erkennbar sein.

Metall Schienen © VeremeeV_1980, stock.adobe.com
Putzschienen sind in vielen Varianten und Ausführungen erhältlich und erleichtern Profis wie Laien die Arbeit mit Glatt- oder Rauputz © VeremeeV_1980, stock.adobe.com

Wann ist es sinnvoll, Putzschienen zu setzen?

Putzschienen zu setzen sorgt für ein professionelles und stimmiges Erscheinungsbild mit klaren Linien, ordentlichen Kanten und schön gearbeiteten Details. Neben der Ästhetik unterstützen die Putzprofile und Schienen die Schutzwirkung des Putzsystems, indem sie besonders exponierten, feinen oder bruchgefährdeten Stellen (zum Beispiel Hausecken, Sockelkanten, Vorsprünge, Durchgänge, Laibungen) zusätzliche Stabilität verleihen, sie vor Stößen, Kratzern und mechanischen Belastungen schützen und der Rissbildung vorbeugen.

Putzschienen zu setzen ist also grundsätzlich sinnvoll – egal, ob sie den Sockelputz des Hauses erneuern, den Keller verputzen, den Dachstuhl ausbauen oder in den Wohnräumen einen neuen Grundputz oder Oberputz aufziehen möchten.

Verschiedene Arten von Putzschienen für alle Bereiche und Anwendungen

Für Außenbereiche, Küchen und Bäder sowie besonders feuchtebelastete Räume im Erd- oder Kellergeschoss empfiehlt es sich, Putzschienen zu setzen, die aus korrosionsbeständigem (rostfreiem) Edelstahl oder Kunststoff bestehen.

Rostet eine Putzschienen der Wand, kann der Rost hässliche Flecken verursachen, die bis in den Sichtbereich durchschlagen, und auch der Putz selbst kann durch den Rost Schaden nehmen. Grundsätzlich sind rostfreie Putzprofile, etwa Sockelschienen aus Edelstahl, für stark verwitterte und/oder erdberührende Bereiche die beste Wahl.

Auch verzinkte Putzschienen und Aluminiumschienen sind rostfrei, doch Vorsicht: Bei der Materialwahl gibt es einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

  1. Verzinkte Putzschienen vertragen sich chemisch nicht mit Standard-Kunstharzbeschichtungen wie Alkydharzlacken, Kunstharzputz oder Kunstharz-Fassadenfarben. Kommt die Putzschiene damit in direkten Kontakt, können die Zinksalze auf der Oberfläche das kunstharzhaltige Material angreifen und verseifen lassen, so dass es sich wieder ablöst.
  2. Verzinkte Putzschienen dürfen weder Putzschienen aus Aluminium noch Putzschienen aus Edelstahl berühren, um eine Kontakt- bzw. Bimetallkorrosion zu verhindern, vor der selbst rostfreier Edelstahl nicht sicher ist.
  3. Bei beschichteten Putzschienen schützt die Beschichtung vor unerwünschten chemischen Reaktionen – allerdings nur, solange sie intakt ist. Hier müssen Sie beim Verputzen also besonders aufpassen.
  4. Bei Putzschienen mit PVC- bzw. Kunststoffkante müssen Sie beim Verputzen die Kante frei lassen (bzw. sie nach dem Verputzen abwischen).
Hinweis: Bei vielen Projekten können alle Putzschienen aus demselben Material sein. Ist das auch bei Ihrem Vorhaben der Fall, gehen Sie auf Nummer sicher, indem Sie sich für ein passendes Material entscheiden und die Schienen außerdem nach Möglichkeit so setzen, dass Sie sich nicht berühren.
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Neben dem Material ist die Form der Schiene entscheidend. Das Angebot an Putzschienen, Putzprofilen und anderen Verputzhilfen ist sehr umfangreich, so dass Sie für jede Ecke, Kehle, Leibung, Decke oder Wand geeignete Profile finden. Jeder bekannte Putz- oder Trockenbau-Hersteller hat passende Schienen und Profile im Sortiment, mit denen Profis wie Heimwerker schneller, besser und haltbarer verputzen können.

Beim Verputzen von Flächen helfen Schnellputzleisten bzw. -profile, einen gleichmäßigen Putzauftrag zu gewährleisten. Damit der Putz später überall die gleiche Dicke hat und die Oberfläche leicht und schnell mit einem großen Abziehwerkzeug (z. B. Kartätsche) geglättet werden kann, werden Schnellputzleisten im Abstand von 1-1,5 m parallel zueinander an der Wand angebracht, wo sie durch ihre Größe/Tiefe die Schichtdicke vorzugeben. Es gibt sie in verschiedenen Stärken, etwa um eine Putzstärke von 6 mm oder 10 mm zu erreichen.

Mit selbstklebenden Anputzleisten aus Kunststoff können Sie unterschiedliche Bauteile entkoppeln, also z. B. dafür sorgen, dass der Putz sauber an einen Balken heranreicht, diesen aber nicht berührt. So verhindern Sie Spannungsrisse, Abplatzungen und andere Putzschäden. Alternativ zu Anputzleisten können Sie auch selbstklebendes Putzanschlussband oder SR-Band verwenden.

Putzschienen © Andriy Medvediuk, stock.adobe.com
Putzschienen sorgen für eine gleichmäßige Schichtdicke des Putzes und erleichtern das Verputzen von großen Flächen enorm © Andriy Medvediuk, stock.adobe.com

Das Setzen der Putzschienen ist einfach: Sie werden mit einzelnen Klecksen von Putz, Ansetzbinder oder Ansetzmörtel befestigt, ggf. mit Hilfe der Wasserwaage ausgerichtet und später mitverputzt. Wenn Sie eine Putzschiene in weichen Putz drücken, quillt dieser durch die Löcher und bietet so optimale Haftungsbedingungen für den später aufgetragenen Putz. Natürlich muss der Ansetzputz erst ein wenig antrocknen, damit die Schiene beim Verputzen nicht mehr wackeln oder verrutschen kann.

Hinweis: Möchten Sie lediglich ein paar Behelfs-Putzschienen setzen, können Sie statt der vorgefertigten Metall- und Kunststoffmodelle auch Kanthölzer an der Wand befestigen. Diese sollten jedoch nach dem Aufziehen des Putzes wieder entfernt werden, da sich sonst durch die unterschiedlichen Untergründe und Haftungseigenschaften Risse bilden können.
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Putzschienen setzen für saubere Arbeiten an Türen und Fenstern.

Mit Anputzleisten und passenden Putzschienen geht das Verputzen an Tür- und Fensterabschlüssen, Fensterbänken, Laibungen, Übergängen und anderen kniffligen Stellen viel schneller, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch für Rundungen und Bögen gibt es passende Profile. Um Putzschienen zu kürzen und richtig zuzusägen, brauchen Sie Sägen bzw. Sägeblätter für das entsprechende Material und ggf. eine Gehrungslade und/oder Schmiege.

Welche Putzschienen für welchen Putz?

Putzschienen aus nichtrostendem Edelstahl eignen sich für Kalkputz, Kalk-Zement-Putz, Zementputz, Kunstharzputz, Silikatputz und Sanierputz. Im Innenbereich vertragen sich Putzschienen aus Edelstahl auch mit Lehmputz.

Putzschienen aus verzinktem Stahl sind für Mineralputze wie Gipsputz, Kalkputz und Kalk-Zement-Putz geeignet. Das robuste, korrosionsbeständige Material kann im Innen- und Außenbereich verwendet werden und punktet durch Witterungsbeständigkeit sowie ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis.

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Für den Heimwerkerbereich oder wenn das Budget fürs Verputzen nicht so groß ist, leisten auch PVC- Putzprofilegute Dienste. Kunststoffschienen sind für alle Putzarten geeignet, auch für Kunstharzputze, die sich mit verzinkten Profilen nicht vertragen. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht der PVC-Profile, die sich auch in größeren Mengen leicht transportieren lassen.

Putzschienen aus Aluminium vertragen sich mit mineralischen und organisch gebunden Putzen. Für Lehmputz und Sanierputz sind sie allerdings nicht geeignet.

Verzinkte und zusätzlich beschichtete Putzschienen lassen sich im Außen- und Innenbereich mit Mineralputz und Kunstharzputz verwenden, in Innenräumen auch mit Lehmputz.

Statt mit Beschichtung gibt es Putzschienen aus verzinktem Stahl auch mit einem Überzug aus PVC. Sie passen zu Mineralputz und Kunstharzputz, nicht jedoch zu Lehmputz. Anders als Putzschienen und Profile aus Metall dürfen diese Modelle jedoch nicht vollständig eingeputzt werden. Damit die Kante sichtbar bleibt, muss der Verputz sofort nach dem Auftragen entfernt werden.

Hinweis: Lesen Sie sich, bevor Sie Putzschienen setzen, immer die Herstellerangaben genau durch. Dort steht unter anderem, bei welcher Schichtstärke des Putzes auch die Profilkante überputzt werden muss oder welche speziellen Vorbereitungsmaßnahmen (zum Beispiel Grundierung) bei welchen Projekten oder Problemen empfehlenswert sind.
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