Verputzen mit Rollputz

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Verputzen mit Rollputz: Weißen oder bunten Rollputz richtig auftragen, verteilen, gestalten

Rollputz oder Streichputz ist besonders einfach zu verarbeiten und daher auch für ungeübte Heimwerker und Hobby-Handwerker ohne Vorkenntnisse geeignet. Im Gegensatz zu anderen Putzarten wird Rollputz nicht mit der Kelle, sondern mit Rolle und Pinsel aufgetragen. Das Schleppen schwerer Putzsäcke und das Anmischen von Trockenmischungen entfallen ebenfalls, denn Rollputze werden als fertige Produkte in Eimern angeboten und müssen vor dem Auftragen nur noch auf- bzw. durchgerührt werden.

Weißer Rollputz © Ralf Geithe, fotolia.com
Weißer Rollputz © Ralf Geithe, fotolia.com

Das Aufbringen von Rollputz unterscheidet sich kaum vom normalen Anstreichen: Von der Konsistenz her ähnelt der Putz einer etwas dickflüssigeren Farbe, der je nach Produkt feinere oder gröbere Körnchen beigemischt sind. Aus diesem Grund wird Rollputz von manchen Herstellern auch als „gefüllte Farbe“ bezeichnet. Die Körnung sorgt für Struktur und die typische Putzoptik.

Dünne und gleichmäßige Putzschichten mit Rollputz
Dünne und gleichmäßige Putzschichten mit Rollputz
Hinweis: Rollputze ergeben besonders dünne und gleichmäßige Putzschichten. Die Schichtdicke variiert je nach Körnung bzw. Korngröße des Produkts: Feiner Rollputz weist eine Körnung von 0,5 bis 1 mm auf; die Körnung von grobem Rollputz kann bis zu 8 mm betragen.

Welcher Rollputz für welchen Raum?

Die handelsüblichen mineralischen Rollputze, zu denen auch Lehm-Rollputz gehört, sind für alle Innenräume mit normaler Feuchtebelastung geeignet. Dazu zählen auch Küche und Bad: Sie werden zwar gern als Feuchträume bezeichnet, doch ihre Wände sind bei richtiger Lüftung nicht dauerhaft feucht, so dass der Putz nur zeitweise mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, Kondens- und Spritzwasser zurechtkommen muss.

Diffusionsoffene Rollputze können Feuchtigkeit besonders gut aufnehmen und wieder abgeben. Kalk-Rollputze sind außerdem schimmelresistent und daher für Feuchträume besonders empfehlenswert. Für den Außenbereich gibt es witterungsbeständigere Rollputze mit höherem Kunstharzanteil.

Welche Materialien und Werkzeuge brauche ich für Rollputz?

Neben dem Putz und gegebenenfalls Farbpulver brauchen Sie die gängigen Maler- und Renovierwerkzeuge. Üblicherweise wird mit zwei großen Rollen gearbeitet: Einer zum Auftragen und Verteilen des Putzes und einer Finishwalze für die feine und gleichmäßige Oberflächenstruktur. Für Ecken, Winkel und schwierige Stellen verwenden Sie kleinere Rollen oder Pinsel.

Malerwerkzeug © bukhta79, fotolia.com
Malerwerkzeug © bukhta79, fotolia.com

Sehr gut geeignet sind kurzflorige Lammfellrollen. Kunststoffrollen vertragen sich dagegen nicht mit jedem Produkt: Besonders Rollputze mit hohem Kalkanteil können den Kunststoff angreifen und regelrecht „zersetzen“.

Zum Vorbereiten des Raumes benötigen Sie Abdeckfolie und Abklebeband (Malerkrepp), zum Vorbereiten der Wände Spachtelmasse, Spachtel und Grundierung. Möchten Sie den Rollputz nicht einfärben, sondern nachher anstreichen, brauchen Sie außerdem noch Wandfarbe. Zum Aufrühren des Rollputzes verwenden Sie entweder einen Rührquirl und Ihre Bohrmaschine oder – ganz traditionell – ein Stück Holz, z. B. eine Leiste oder einen alten Kochlöffel.

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Rollputz richtig auftragen: In 5 Schritten zur perfekten Rollputz-Oberfläche

  1. Schritt 1: Vorbereitung des Untergrunds
    Kleine Untergrundmängel (z. B. Dübellöcher oder Risse im Putz) lassen sich am besten mit Spachtelmasse ausgleichen. Um sandende, kreidende, stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe zu verfestigen, tragen Sie Tiefgrund auf. Darüber kommt gegebenenfalls noch der zum Produkt passende Sperrgrund. Um möglichst umweltfreundlich und wirtschaftlich zu arbeiten, grundieren Sie jedoch nicht mehr als unbedingt notwendig. Wenn Sie nicht sicher sind, ob und welche Grundierung(en) Sie brauchen, fragen Sie einen Fachmann.

    Riss in der Wand © animaflora, fotolia.com
    Risse und andere Mängel im Untergrund müssen vor dem Verputzen ausgeglichen werden © animaflora, fotolia.com
  2. Schritt 2: Den Putz einfärben
    Soll der Rollputz farbig werden, geben Sie nach dem Öffnen des Gebindes die benötigte Menge Farbpulver hinzu. Verwenden Sie die Pigmente, die vom Putzhersteller angeboten bzw. für dieses Produkt empfohlen werden, dann können Sie sicher sein, dass sich alles perfekt miteinander verträgt und der Farbton Ihren Erwartungen entspricht.

    Rollputz einfärben: Marmoriert oder homogen
    Rollputz einfärben: Marmoriert oder homogen
  3. Schritt 3: Rollputz durchrühren
    Ob mit oder ohne Farbe: Vor dem Verarbeiten muss der Putz durchgerührt werden. Zum gleichmäßigen Mischen bzw. schlierenfreien Verteilen von Farbpigmenten empfiehlt sich ein Rührquirl für die Bohrmaschine. Das Durchmischen von Hand ist dagegen ideal, wenn Sie eine Marmorierung wünschen.

    Hinweis: Um Katastrophen mit dem Rührquirl zu vermeiden, muss sich die Geschwindigkeit Ihrer Bohrmaschine stufenlos regeln lassen. Die normale Bohrgeschwindigkeit ist viel zu schnell zum Mischen von Farben oder Putzen.
  4. Schritt 4: Rollputz auftragen
    Verwenden Sie die vorher angefeuchtete Auftragswalze, um den Putz satt und kreuzweise an die Wand zu bringen und gleichmäßig zu verteilen. Für kleinere Flächen, Kanten etc. nehmen Sie die kleinere Rolle oder einen Malerpinsel.

    Hinweis: Tragen Sie den Rollputz erst auf, wenn Spachtelmasse und Grundierung(en) vollständig durchgetrocknet sind.
  5. Schritt 5: Oberflächenfinish
    Dazu streichen Sie mit der Finishwalze oder dem Finishpinsel noch einmal über die gesamte Fläche, so lange der Rollputz noch feucht ist.

Strukturieren, Gestalten und Färben von Rollputz

Für eine individuelle Putzstruktur können Sie mit speziellen Strukturrollen und -walzen, Schwämmen oder Flächenpinseln den Rollputz nach dem Auftragen mit einer Musterung Ihrer Wahl versehen. Wegen der geringen Schichtdicke haben Sie dabei allerdings weniger Möglichkeiten als bei anderen Putzen. Zudem müssen Sie rasch arbeiten, denn schon 10 bis 15 Minuten nach dem Auftragen zieht der Rollputz an und beginnt zu trocknen.

Zum Einfärben von Rollputz sind spezielle Farbpulver erhältlich. Diese hoch konzentrierten Farbpigmente werden vor dem Verarbeiten einfach in den Putz eingerührt. Um genau den gewünschten Farbton zu erreichen, orientieren Sie sich einfach an den Farbkarten des Herstellers und befolgen Sie die Dosierungsanleitung. Das einfache Durchfärben des Putzes erspart das anschließende Anstreichen und erlaubt auch kreative Farbgebungen, z. B. Marmorierungen und Farbverläufe.

Rollputz für die Decke

Rollputz ist für alle stabilen und tragfähigen Untergründe geeignet und kann auch zum schnellen Verputzen der Decke verwendet werden. Unregelmäßige, sandende oder stark saugende Untergründe (z. B. Gipskartonplatten) sollten vorher grundiert werden. So trocknet der Putz gleichmäßiger an, und die Haftung ist besser.

Wand grundieren © dero2084, fotolia.com
Gipskartonplatten und andere stark saugende Untergründe müssen vorab grundiert werden © dero2084, fotolia.com

Wenn Sie Rollputz auf die Decke auftragen möchten, können Sie sich die Arbeit erleichtern, indem Sie abwechselnd mit Pinsel, Kelle und Rolle arbeiten. Zunächst streichen Sie mit dem Pinsel die Ecken aus. Mit einer Maurer- oder Glättkelle können Sie anschließend jeweils größere Mengen Rollputz an die Decke kleben, grob verstreichen und dann mit der Rolle verteilen.

Decke verputzen © grafikplusfoto, fotolia.com
Decke verputzen © grafikplusfoto, fotolia.com

Nutzen Sie beim Deckenverputzen eine Leiter mit einer Haltevorrichtung für den Eimer – das geht schneller und ist viel weniger anstrengend als Über-Kopf-Streichen mit dem Teleskopstiel. Arbeiten Sie lückenlos von den Rändern zur Mitte hin – und immer zügig, denn Rollputz trocknet verhältnismäßig schnell an. Idealerweise sollte die gesamte Deckenfläche verputzt sein, bevor der zuerst aufgetragene Rollputz in den Ecken aushärtet.

Decken professionell verputzen mit Rollputz
Decken professionell verputzen mit Rollputz

Rollputz für Ständerwände und (Einbau-)Möbel

Beim Renovieren und Gestalten sollen oft auch Raumteiler und Einbaumöbel (z. B. Rigipswände oder Wandschränke aus Holzplatten) mitverputzt und so perfekt in die Raumoptik einbezogen werden. Hier ist der dünne, leichte Rollputz besonders praktisch: Er haftet sehr gut auf Gipskarton- und Holzwerkstoffplatten, die vorher mit Tiefgrund oder Sperrgrund vorbehandelt wurden. Später wirkt die Pinsel- oder Rollenstruktur auf dem Holz ebenso wie auf der Wand.

Hinweis: Bau- oder Möbelplatten sollten nach Möglichkeit beidseitig grundiert und mit Rollputz beschichtet werden. Nur so kann das Verziehen der Platten sicher verhindert werden.

Rollputz auf Tapete auftragen – geht das?

Grundsätzlich kann Rollputz auch auf Tapete aufgetragen werden. So können Sie sich die Arbeit des Tapetenentfernens sparen – allerdings nur, wenn die Tapete fest sitzt und für den Putz tragfähig ist. Um das herauszufinden, gibt es einen einfachen Trick: Feuchten Sie die Tapete an verschiedenen Stellen gut an, etwa indem Sie dort für eine halbe Minute einen nassen Schwamm aufdrücken. Wirft die Tapete dann keine Blasen und löst sich nicht vom Untergrund, können Sie davon ausgehen, dass sie auch für den Rollputz geeignet ist.

Bevor Sie Tapete überputzen: Testen Sie ob die Tapete noch fest an der Wand klebt
Bevor Sie eine Tapete überputzen: Testen Sie ob die Tapete noch fest an der Wand klebt

Alte Fliesen mit Rollputz beschichten

Auch das ist möglich, erfordert aber einige Vorbereitung. Weil Rollputz nicht dick genug zum Ausgleichen von Unebenheiten ist, müssen Sie die geflieste Fläche vorher mit Spachtelmasse glätten. Für spritzwassergefährdete Bereiche, z. B. die Wand über der Badewanne, sollten Sie außerdem einen wasserfesten Rollputz und die dazu passende Grundierung verwenden.

Kann ich Rollputz wieder entfernen?

Weil Rollputz so dünn ist, lässt er sich grundsätzlich leichter von der Wand entfernen als andere Putze. Dabei gilt: je geringer der Kunstharzanteil und desto mehr Grundierung, desto besser geht der Putz wieder ab. In einigen Fällen reicht es schon, die Putzschicht gut mit Wasser zu durchfeuchten und dann vorsichtig mit dem Spachtel abzuschaben – oder den Rollputz mitsamt der Tapete abzuziehen.

Schwieriger wird es, wenn der Putz sich mit einem ungrundierten, saugenden Untergrund (z. B. Rigips) fest verbunden hat. In diesem Fall können Sie versuchen, ihn durch leichte Hammerschläge abzuklopfen oder vorsichtig trocken abzumeißeln. Dabei entsteht jedoch einiges an Staub, deshalb sind Augen- und Atemschutz unbedingt empfehlenswert. Sollte der Untergrund beschädigt werden, steht ein weiterer Arbeitsgang mit Spachtelmasse an, um ihn wieder glatt und schön zu bekommen.

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