Wände richtig vorbereiten

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Wände richtig vorbereiten: Reparatur von Putzmängeln und Fehlstellen

Der Grundputz auf Wänden und Decken wird in der Regel nur einmal aufgetragen. Bei späteren Sanierungen oder Renovierungsarbeiten dient er dann als Basis für weitere Beschichtungen, etwa Dekorputze, Tapeten oder Farbanstriche.

Bevor Sie mit dem Streichen oder Tapezieren beginnen können, sind meist kleinere oder größere Reparaturen am Untergrund erforderlich. Zu den gängigsten Ausbesserungsarbeiten gehören das Schließen alter Dübel- oder Nagellöcher, das Auffüllen oder Überbrücken von Rissen und – vor allem in Altbauten – das Sanieren von Hohlstellen auf oder unter dem Putz.

Wand ausbessern mit Spachtelmasse © rodimovpavel, fotolia.com
Wand ausbessern mit Spachtelmasse © rodimovpavel, fotolia.com

Putzmängel finden und diagnostizieren

Vor Beginn der Reparaturarbeiten steht die Diagnose der vorhandenen Mängel. Manche Fehler erkennen Sie auf den ersten Blick, bei anderen ist eine genauere Prüfung nötig. Nehmen Sie sich für die Diagnose ausreichend Zeit, um sicher zu sein, dass der Untergrund allen Anforderungen genügt. Übersehene bzw. nicht richtig versorgte Fehlstellen können dazu führen, dass spätere Beschichtungen nicht halten oder nicht so schön aussehen, wie sie könnten – und das bedeutet im schlimmsten Fall aufwendige Nacharbeiten und erhebliche Mehrkosten.

Prüfen Sie die Wand bevor Sie diese weiter behandeln und verputzen
Prüfen Sie die Wand bevor Sie diese weiter behandeln und verputzen

Zur Beurteilung des Untergrunds gibt es verschiedene handwerkliche Prüfmethoden:

  1. Augenschein

    Betrachten Sie die Putzoberfläche genau, um lockere und abgeplatzte Stellen, Risse, Flecken, Verschmutzungen, Ausblühungen und Bewuchs zu erkennen. Bei feuchten Wänden, Algenbewuchs, Schimmel oder kristallinen Ausblühungen müssen zuerst die Ursachen ermittelt und beseitigt werden. Das kann vieles bedeuten – vom Trocknenlassen der Wand über den Einsatz eines Hochdruckreinigers oder chemischen Mittels bis hin zum Neuaufbau des Putzsystems oder der grundlegenden Mauersanierung.

  2. Klopfprobe

    Durch Abklopfen mit einem Hammer erkennen Sie lose Stellen und hören, ob sich hinter dem Putz Hohlstellen befinden. Entfernen Sie lockere, mürbe oder lose Teile und machen Sie tieferliegende Hohlstellen zugänglich, um sie verfüllen zu können.

  3. Kratz- und ReibeprobE

    Damit können Sie die Festigkeit des Putzes einschätzen. Schon durch leichtes Darüberfahren mit der Hand bemerken Sie, ob der Putz absandet. Je nach Putzart können Sie die Oberfläche mit Tiefgrund festigen, das Absanden durch gründliche Reinigung verringern oder die Oberfläche noch weiter aufrauen und dann mit Spachtelmasse glätten.

  4. Benetzprobe

    Streichen Sie mit Pinsel oder Bürste Wasser auf die Putzoberfläche. Dadurch werden Haarrisse sichtbar, außerdem sehen Sie dann sofort, ob der Untergrund gleichmäßig oder ungleichmäßig saugt. Perlt das Wasser ab, ist es ratsam, die Oberfläche vor der Weiterbehandlung aufzurauen, damit Beschichtungen besser haften. Bei stark saugenden Wänden helfen Tiefgrund, gründliches Vornässen oder Vorstreichen mit verdünnter Farbe – je nach Untergrund und geplanter Wandgestaltung.

  5. Schnittprobe mit Klebebandtest
    Damit erkennen Sie, wie tragfähig der Untergrund ist. Bringen Sie mit einem alten Messer oder Teppichmesser in kleinem Abstand (ca. 1-2 cm) mehrere parallele Schnitte an, die sich wie beim Rautenzeichen (#) kreuzen. Schon dabei sehen Sie, ob Teile des Untergrunds zwischen den Schnitten bzw. an den Kreuzungspunkten abblättern oder abplatzen. Anschließend drücken Sie einen Streifen stabilen Klarsichtklebebandes an der Stelle an, reißen ihn mit einem Ruck wieder ab und sehen nach, was alles hängengeblieben ist.
  6. Alkalitätsprüfung
    Diese Methode wird von Profis durchgeführt, um den pH-Wert des Putzes zu ermitteln. Eingesetzt werden spezielle Indikatorstreifen oder -lösungen. Ein mineralischer Putz, der alkalisch reagiert, darf mit manchen Anstrichstoffen nicht beschichtet werden. Bei Betonwänden kann die Alkalitätsprüfung Hinweise auf eventuelle Korrosion (Rost) an der Stahlarmierung geben.
Hinweis: Wenn Sie den Putz nur an manchen Stellen erneuern, verwenden Sie dazu einen Putz mit der gleichen Druckfestigkeit. Ist die beigeputzte Fläche druckfester als der umgebende Putz, besteht die Gefahr, dass die Reparaturstelle später abplatzt, sich erneut lockert oder herausfällt.

Bei problematischen Wänden, z. B. Schimmelbefall, schweren Schäden, unklaren oder verschiedenen Untergründen, ist es empfehlenswert, einen Profi mit der Prüfung zu beauftragen. Ein Fachbetrieb kann Ihnen auch Tipps zu geeigneten Reparaturmethoden geben oder umfangreiche Sanierungen und Erneuerungen maschinell durchführen.

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Verschiedene Risse und passende Reparaturmethoden

Riss in der Wand © animaflora, fotolia.com
Riss in der Wand © animaflora, fotolia.com

Es gibt unterschiedliche Rissarten, und nicht jeder Riss lässt sich dauerhaft beseitigen. Wählen Sie je nach Risstyp die geeignete Methode zum Kaschieren, Verfüllen, Überbrücken oder Armieren.

  1. Haarrisse und Netzrisse

    Feine Netz- und Haarrisse entstehen durch falsche Zusammensetzung oder fehlerhafte Verarbeitung des Putzes. Durch Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und den Zahn der Zeit vergrößern sich die Risse, durch Schmutz werden sie sichtbar. Sie sind jedoch nur oberflächlich und durchdringen den Putz nicht. Einzelne Oberflächenrisse können Sie schnell mit Spachtelmasse flicken. Zur großflächigen Überbrückung gibt es spezielle Rissüberbrückungssysteme, bestehend aus Glasfaservlies und einer elastischen Beschichtung auf Dispersionsbasis.

  2. Schwundrisse und Fugenrisse

    Diese Risse entstehen vor allem über Mauerfugen, z. B. wenn Baumaterialien zu frisch verarbeitet oder Trocknungszeiten nicht eingehalten wurden. Um sie zu reparieren, empfehlen sich elastische, reißfeste Armierungen aus Kunstfasergewebe, die mit einem Armierungskleber auf dem Untergrund befestigt werden und später als tragfähige Basis für weitere Beschichtungen dienen.

  3. Baudynamische Risse

    Baudynamische Risse entstehen durch Spannungen oder Bewegungen im Bauwerk, z. B. durch unterschiedlich starke Ausdehnung der Baumaterialien, „arbeitendes“ Holz, nachgebende Mauern, Erschütterungen oder Senkungen des Erdreichs. Hier ist es ratsam, eine Doppelarmierung anzulegen. Dazu wird mit Spezialkleber eine Rissbrücke befestigt, die dem Rissverlauf folgt. Darüber wird dann die Armierung aus Kunstfasergewebe befestigt und schließlich die elastische Zwischen- oder Schlussbeschichtung aufgebracht.

Wand vorbereiten: Risse müssen richtig repariert werden
Wand vorbereiten: Risse müssen richtig repariert werden
Hinweis: Bei Rissen, die nicht dauerhaft zu beseitigen sind, sorgt eine dehnbare Zwischen- oder Schlussbeschichtung dafür, dass die Oberfläche nicht erneut aufreißt. Zur Komplettierung des Rissarmierungssystems können Sie auch einen Kunstharzputz mit hoher Dehnfähigkeit verwenden.
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