Beim Hauskauf an Asbest denken

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Damit Ihr Traumhaus nicht zum Alptraum wird – beim Hauskauf an Asbest denken

Asbest wurde früher in großen Mengen verarbeitet und tausenden Baumaterialien beigemischt. Bei schon etwas älteren Häusern besteht daher immer die Gefahr, dass bei ihrem Bau oder bei einer späteren Sanierung asbesthaltige Baustoffe zum Einsatz kamen. Diese Frage sollten Sie vor dem Abschluss eines Kaufvertrags klären, denn eine Asbestsanierung ist oft mit hohen Kosten verbunden.

Auch der Arbeitsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Er kann bei anderen Tätigkeiten, die Sie vor dem Einzug durchführen möchten, zu großen Verzögerungen führen und Ihre Pläne samt des gewünschten Einzugstermins zunichtemachen. Zudem setzen Sie sich und Ihre Familie einer großen Gesundheitsgefahr aus, denn eingeatmete Asbestfasern verursachen Lungenkrebs und andere schwere Leiden. Diese Fasern sind mit bloßem Auge nicht sichtbar und auch über die anderen Sinnesorgane nicht wahrnehmbar.

Aktenordner einer Asbestanalyse © MQ-Illustrations, stock.adobe.com
Eine gründliche Untersuchung bewahrt Sie vor bösen Überraschungen © MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Asbest – diese Gebäude sind besonders häufig betroffen

Wegen der großen Gefahr, die Asbest für die menschliche Gesundheit darstellt, ist die Verarbeitung von Asbest in Deutschland seit 1993 verboten. Bei Häusern späterer Baujahre können Sie daher relativ sicher sein, dass an keiner Stelle asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden. Bei allen anderen empfiehlt sich dagegen eine Nachforschung.

Besonders häufig findet sich Asbest in Häusern, die in den 1960er und 1970er Jahren gebaut wurden. Im Bereich der Fertighäuser sind außerdem viele Gebäude aus den 1980er Jahren betroffen. In diesen Jahrzehnten betrachtete man Asbest wegen seiner vielen positiven Eigenschaften als Wunderfaser und nutzte ihn in den unterschiedlichsten Bereichen. Auch bei Renovierungen, Anbauten und Umbauten in diesem Zeitraum kamen oft asbesthaltige Baustoffe zum Einsatz. Erst danach setzte sich langsam die Erkenntnis durch, wie extrem schädlich Asbestfasern für die menschliche Gesundheit sind.

Asbest Warnschild © blende11.photo, stock.adobe.com
Asbestfasern können ein Haus unbewohnbar machen © blende11.photo, stock.adobe.com

Ein Hausverkäufer darf eine Asbestbelastung nicht verschweigen

Wurde das Haus, das Sie zu kaufen beabsichtigen, vor 1993 gebaut, sollten Sie den Verkäufer gezielt nach eventuell vorhandenen asbesthaltigen Baumaterialien fragen. Er ist laut Urteil des Bundesgerichtshofs, der sich 2009 mit solch einem Fall befasste, sogar verpflichtet, Sie unaufgefordert hierüber zu informieren. Unterlässt er dies, begeht er eine arglistige Täuschung, die entsprechende Konsequenzen hat und unter anderem Schadensersatzansprüche nach sich zieht. Diese Rechte haben Sie als Käufer unabhängig von der Frage, ob die Baustoffe Asbestfasern freisetzen und dadurch tatsächlich eine akute Gefahr für Ihre Gesundheit darstellen. Ebenso wenig spielt es eine Rolle, ob Sie bei Vertragsabschluss einen Ausschluss der Gewähr für Fehler und Mängel vereinbart haben.

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Asbesthaltige Baustoffe vor dem Hauskauf aufspüren

Mit dem oben genannten Urteil hat der Bundesgerichtshof dem absichtlichen Verschweigen einer Asbestbelastung Einhalt geboten. Privatpersonen, die Ihr Haus verkaufen, wissen allerdings oft selbst nicht, ob beim Bau oder bei späteren Veränderungen asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden. In diesem Fall müssen Sie selbst und am besten gemeinsam mit dem Verkäufer nachforschen. Möglicherweise besitzt er noch alte Unterlagen, die Aufschluss geben. Die häufigsten Fundstellen haben wir in unseren Artikeln über asbesthaltige Baustoffe in Wänden und Decken, Bodenbelägen, Fassaden und im Dach aufgelistet. Hilfreich können außerdem Test-Kits für Asbest sein. Lesen Sie hierzu unseren Ratgeber „Einen Asbest-Test durchführen – das sollten Sie wissen“.

Marode Asbest Wandverkleidung am Altbau © focus finder, stock.adobe.com
Alte Fassadenverkleidungen enthalten oft Asbest © focus finder, stock.adobe.com

Alternativ zu einer eigenen Recherche können Sie einen Asbestsachverständigen hinzuziehen. Er überprüft die Raumluft auf das Vorhandensein von Asbestfasern oder nimmt Proben von verdächtigen Materialien, um sie im Anschluss in einem Labor zu untersuchen. Auf dieser Grundlage wird er Ihnen gegebenenfalls Maßnahmen vorschlagen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Schadstoffbegehung durch einen Gutachter. Bei ihr wird ein Gebäude neben Asbest auf viele andere gesundheitsschädigende Substanzen wie PAK, PCB und bestimmte Holzschutzmittel untersucht.

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Asbest im Traumhaus – trotzdem kaufen?

Asbesthaltige Baustoffe müssen kein Ausschlusskriterium beim Hauskauf sein. Möglicherweise handelt es sich um kleinere Mengen oder die Materialien wurden in einem Gebäudeteil verwendet, den Sie vor dem Einzug ohnehin neu gestalten würden. In diesem Fall sollten Sie für die Entsorgung mehr Geld einplanen und bei einem Fachbetrieb für die Asbestsanierung ein Angebot einholen. Dieser Posten kann in die Preisverhandlungen mit dem Verkäufer einfließen. Lässt sich die Demontage mit einer förderfähigen Maßnahme wie einer energetischen Sanierung kombinieren, besteht eventuell sogar die Möglichkeit, für die Gesamtkosten einen prozentualen Zuschuss zu beantragen und den Staat dadurch an den Kosten zu beteiligen. Ob sich ein Hauskauf trotz Asbest lohnt, kommt daher immer auf den Einzelfall und nicht zuletzt auf den vom Verkäufer geforderten Preis an.

Profis in Anzügen entfernen Asbestzement-Dachmaterial © Robert de Jong, stock.adobe.com
Bei einer umfassenden Dachsanierung lässt sich sämtlicher Asbest beseitigen © Robert de Jong, stock.adobe.com

Selbst ausführen dürfen Sie die Arbeit nicht, denn für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten im Zusammenhang mit asbesthaltigen Baumaterialien gilt die gesetzliche Vorschrift, dass diese nur von Firmen mit einer behördlichen Zulassung durchgeführt werden dürfen. Selbst ohne Verbot sollten Sie eine Asbestsanierung jedoch Fachleuten überlassen.

Probe von Asbestfasern im Labor © Pvince73, stock.adobe.com
Einen Asbest-Test durchführen – das sollten Sie wissen

Hegen Sie den Verdacht, dass in Ihrem Zuhause asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden, klären Sie diese Frage am besten mithilfe eines… weiterlesen

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