Schadstofffreie Baustoffe und Dämmstoffe

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Schadstofffreie Baustoffe und Dämmstoffe: Die Qual der Wahl

Massive Baustoffe haben in Deutschland nicht nur im Neubau einen hohen Stellenwert. Auch bei der gesunden Sanierung kommen Mauerziegel häufig zum Einsatz. Für den Innenausbau werden bevorzugt Trockenbaustoffe aufgrund des geringen Gewichts und der einfachen Verarbeitung eingesetzt. Auch hier gibt es wohngesunde Alternativen. Besonderes Augenmerk sollten auf im Innenbereich verwendete Dämmstoffe gelegt werden. Hier ist Schadstofffreiheit eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes und unbelastetes Wohnklima.

Ökologische Baustoffe © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Wenn möglich ökologische Baustoffe © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Massive Wandbaustoffe

Sollen im zu sanierenden Gebäude Wände ausgetauscht oder neu errichtet werden, stehen eine Vielzahl von Wandbaustoffen zur Verfügung. Vor allem im Außenbereich kommen in der Regel massive Baustoffe als Mauersteine zum Einsatz, zum Beispiel um beschädigte Bausubstanz zu ersetzen oder Anbauten und Aufstockungen zu realisieren. Durch die Verwendung mineralischer und anorganischer Rohstoffe sind massive Wandbaustoffe langlebig und weitgehend schadstofffrei, sie können Schadstoffe und Feuchtigkeit aufnehmen. Die verschiedenen Arten von unterscheiden sich im Material wie auch im Aufbau.

Innenwand mauern © Brilliant Eye, fotolia.com
Eine Innenwand wird gemauert © Brilliant Eye, fotolia.com

Mauerziegel aus Ton

Mauerziegel bestehen zum größten Teil aus Ton, der idealerweise in der Nähe des Ziegelwerks und nah an der Oberfläche gewonnen wird. Der Ton wird durch Homogenisierung und gegebenenfalls Abmagerung für die Herstellung der Tonziegel vorbereitet. Durch Zusätze werden den Ziegeln spezielle Eigenschaften verliehen. So werden zum Beispiel Schallschutzziegel für eine höhere Rohdichte mit Gesteinsmehlen angereichert. Nach der Formung in der Strangpresse werden die Ziegelrohlinge vorgetrocknet und anschließend bei hohen Temperaturen gebrannt.

Für Mauerziegel werden zwei Grundformen verwendet, man unterscheidet Vollziegel und Lochziegel. Lochziegel sparen Material, Gewicht und können durch eine Auffüllung der Hohlräume mit Dämmstoff wie zum Beispiel Perlite zu Dämmziegeln mit besonders geringem U-Wert gefertigt werden.

Zwei Grundformen bei Mauerziegeln aus Ton
Zwei Grundformen bei Mauerziegeln aus Ton

Eine weitere Möglichkeit, die Wärmedämmung von Mauerziegeln zu verbessern besteht durch das Verfahren der Porosierung, bei der dem Ton Styroporkügelchen zugesetzt werden. Diese verdampfen beim Brennvorgang und hinterlassen Luftporen, die wiederum die Dämmwirkung verbessern. Dieses Verfahren verschlechtert allerdings die an sich gute Ökobilanz von Tonziegeln, da beim Brennvorgang Schadstoffe ausgasen.

Die verschiedenen Mauerziegel im Überblick

Beschreibung Verlegung, Eigenschaften
Blockziegel Ungeschliffene Tonziegel als Hochlochziegel Verlegung im Dickbettverfahren, dadurch höherer Fugenanteil und mehr Bauwerksfeuchte sowie erhöhter Wärmebrückenanteil bei einschaligen Wänden
Planziegel Geschliffene Ziegel mit weitgehend ebener Oberfläche als Hochlochziegel Verlegung im Dünnbettverfahren, dadurch geringer Fugenanteil

Erhöhte Festigkeit

Vollziegel Massive Ziegel mit hohem Gewicht Einsatz vorwiegend für Klinkerfassaden
Porotonziegel Porosierte Ziegel als Hochlochziegel Hohe Wärmedämmung, ermöglichen monolithische Wandaufbauen ohne zusätzliche Wärmedämmung
Tipp: Tonziegel sind aufgrund der Verwendung natürlicher Grundstoffe schadstofffrei und tragen durch ihre positiven Eigenschaften zu einem gesunden Wohnklima bei.
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Kalksandstein

Aus den Rohstoffen Brandkalk, Sand und Wasser entstehen die hochdichten Kalksandsteine. Sie werden unter hohem und dem Einsatz von Wasserdampf getrocknet und sind anschließend sofort verwendbar. Durch die hohe Dichte besitzt Kalksandstein sehr gute Schallschutzeigenschaften und eine gute Tragfähigkeit, allerdings ist aufgrund der eher geringen Wärmedämmfähigkeit bei Außenwänden aus Kalksandstein eine zusätzliche Dämmebene erforderlich. Ebenso wie Tonziegel sind die Steine weitgehend schadstofffrei und punkten insbesondere in der gesunden Sanierung durch weitere Punkte:

  • Geringer Energieaufwand bei der Herstellung
  • Keine Ausgasung von Schadstoffen während der Herstellung und im verbauten Zustand
  • Gesundheitlich unbedenklich
  • Gute Auswirkungen auf das Raumklima
  • Recyclingfähig bei sortenreiner Trennung
Tipp: Kalksandsteine sind als Voll- und Lochsteine, Plansteine, Blocksteine sowie als Vormauersteine und Verblender erhältlich.
Kalksandstein: Die Besonderheiten
Kalksandstein: Die Besonderheiten

Porenbeton

Als Leichtbaustein besteht Porenbeton aus den Rohstoffen Brandkalk, Zement, Quarzsand und Wasser. Aluminiumpulver, durch das Wasserstoffgas freigesetzt wird, sorgt für die Porenbildung. Ebenso wie Kalksandstein kommt auch der Porenbeton bei der Herstellung ohne Brennvorgang aus. Der Mauerstein ist ausgesprochen leicht, hochwärmedämmend und einfach bearbeitbar und verbaubar. Aufgrund der energiearmen Produktionsweise und der weitgehenden Schadstofffreiheit im verbauten Zustand kann Porenbeton in der gesunden Sanierung in vielen Formen eingesetzt werden. Das Material ist als Planstein, Formstein sowie in Platten oder als Fertigteil (zum Beispiel für Geschossdecken) erhältlich.

Porenbeton: Die Besonderheiten
Porenbeton: Die Besonderheiten
Porenbeton © Sabine, stock.adobe.com
Porenbeton lässt sich besonders leicht verarbeiten und bringt gut bauphysikalische Eigenschaften mit © Sabine, stock.adobe.com

Trockenbaustoffe

Soll in Sanierungsbauten neue Wände eingezogen werden, ist die Ausführung per Trockenbau meist die ideale Lösung. Kurze Bauzeiten, geringes Gewicht und die Flexibilität sprechen eben so für den Trockenbau wie die Tatsache, dass beim Errichten der Wände keine Feuchte ins Bauwerk eingetragen wird. Hinsichtlich der Materialwahl haben Bauherrn verschiedene Möglichkeiten.

Schadstofffreie Platten für den Innenausbau
Schadstofffreie Platten für den Innenausbau
Innenausbau © stockphoto-graf , stock.adobe.com
Innenausbau © stockphoto-graf , stock.adobe.com

Gipskarton- und Gipsfaserplatten

Ausbauplatten aus Gips gehören zu den beliebtesten Trockenbaustoffen. Sie bestehen aus Naturgips oder aus REA-Gips, einem Restprodukt aus der Rauchgasentschwefelung. Gipsplatten sind gesundheitlich unbedenklich und besitzen positive bauphysikalische Eigenschaften.

Handwerker verschraubt Gipskartonplatten © tunedin, stock.adobe.com
Handwerker verschraubt Gipskartonplatten © tunedin, stock.adobe.com

Lehmbauplatten

Im ökologischen Innenausbau kommen Lehmbauplatten zum Einsatz. Die Platten sorgen für ein angenehmes Innenklima und sind je nach Stärke in der Lage, überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft zu binden und bei Bedarf auch wieder abzugeben. So entsteht ein dauerhaft optimales Raumklima. Die Platten bestehen aus Lehm auf einer Trägermatte aus Schilfrohr oder aus einem Gemisch aus Lehm und Stroh- oder Holzfasern. Die Montage erfolgt wie bei anderen Ausbauplatten auch auf einer Holz- oder Metallständerkonstruktion.

Tipp: Lehmbauplatten mit integrierten Heizungsrohren sind ideal, wenn im Gebäude eine Wandheizung integriert werden soll.

Ausbauplatten aus Holz

Holz wird im gesunden Innenausbau besonders gern eingesetzt. Die Platten sind je nach Herstellung und Zusammensetzung unterschiedlich ökologisch zu bewerten. Während in Spanplatten oder OSB-Platten meist bedenkliche Kunstharzleime als Bindemittel verwendet werden, kommen Holzweichfaserplatten ohne Zusatzstoffe aus. Die Fasern aus Nadelholzresten werden verfilzt, die Bindung erfolgt durch holzeigene Inhaltsstoffe und Harze.

Tipp: Bei der Verwendung von Trockenbaustoffen entscheiden die Inhaltsstoffe darüber, ob diese komplett schadstofffrei sind. Dies sollte vor dem Kauf überprüft werden.

Dämmstoffe

Für eine gesundheitlich unbedenkliche Sanierung kommen heute Innendämmung eignen sich Zellulose, Holzfaserdämmstoffe, Flachs, Hand, Kork und Schafwolle oder auch Perlite. Mit ihrem hohen Porenanteil sorgen auch Kalzium-Silikatplatten für eine gute Dämmwirkung, ohne dass Schadstoffe in die Raumluft abgegeben werden. Welcher Dämmstoff ideal ist, hängt unter anderem vom Verwendungszweck ab. Dämmstoffe sind als Platten, Matten oder Schüttung erhältlich.

Dämmstoffe aus der Natur werden immer beliebter
Dämmstoffe aus der Natur werden immer beliebter
Verschiedene Dämmstoffe © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Unter den Dämmstoffen sind mittlerweile viele ökologisch unbedenkliche Varianten zu finden © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Hanf

Der natürliche Dämmstoff Hanf mit mittlerer Dämmwirkung eignet sich besonders gut für die Dämmung von Hohl- und Zwischenräumen. Hanfdämmstoff besteht aus den Fasern der Hanfstängel, die durch ihre Zusammensetzung und den hohen Anteil an Kieselsäure wenig anfällig für Insekten, Nager oder andere Schädlinge sind. Auch hier werden häufig chemische Zusatzstoffe für einen verbesserten Brandschutz eingesetzt, was die ökologischen Eigenschaften verschlechtert. Hanfmatten sind für mehr Stabilität häufig Polyesterfasern zugesetzt, was die Recyclingfähigkeit beeinträchtigt.

Dämmstoff Hanf © Thermo-Natur
Dämmstoff Hanf © Thermo-Natur

Holzfaserdämmstoffe

Eine Innendämmung aus Holzfaser wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Im Innenbereich kann die natürliche Dämmung ohne Imprägnierung eingesetzt werden und ist damit ökologisch unbedenklich und schadstofffrei. Holzfasermatten sind häufig Kunstharze als Bindemittel zugesetzt. Synthetische Fasern im Material erhöhen die Stabilität, erschweren jedoch das Recycling.

Dämmstoff aus Holzfasern © Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V.
Dämmstoff aus Holzfasern © Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V.

Schafwolle

Schimmelresistent und schadstoffbindend kommt die natürliche Schafwolle zum Beispiel als Hohlraumdämmung im Dach zum Einsatz. Um das Material schädlingsresistent zu machen, müssen entsprechende Stoffe zugesetzt werden, die ökologisch bedenklich sein können.

Dämmstoff Schaffwolle © Daemwool Naturdämmstoffe
Dämmstoff Schaffwolle © Daemwool Naturdämmstoffe

Zellulose

Zellulosedämmung besteht aus Altpapier und punktet durch einen geringen Energiebedarf bei der Herstellung. Die Dämmstoffe sind in Mattenform oder als Einblasdämmung erhältlich. Dem Material werden allerdings häufig Zusatzstoffe wie zum Beispiel Flammschutzmittel zugesetzt, was die ökologische Unbedenklichkeit deutlich mindern kann.

Zellulose als Dämmstoff © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Zellulose als Dämmstoff © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Tipp: Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen wie Polystyrol (EPS, Styropor) sind die meisten Dämmstoffe bei gleicher Dämmwirkung meist teurer. Dennoch lohnt sich die Verwendung aufgrund der deutlich besseren Ökobilanz und der positiven Eigenschaften für das Raum- und Wohnklima.
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