Trockenbau mit Lehmbauplatten

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 Die ökologische Alternative zu Gipskartonplatten

Beim Trockenbau im Fachwerkhaus sind Lehmbauplatten die erste Wahl, um lange Trockenzeiten zu vermeiden.
Sie sind die ökologische Alternative zum herkömmlichen Gipskarton – und noch mehr als das: Sie vereinen die positiven Eigenschaften des Baustoffes Lehm mit der einfachen Handhabung von Gipskartonplatten im Trockenbau. Im Folgenden lesen Sie, was man über Lehmbauplatten und ihre Verarbeitung wissen muss.

Als Lehm vor einigen Jahren seine Renaissance als Baustoff erlebte, standen zunächst Lehmziegel (zur Ausmauerung von Fachwerkgefachen), Stampflehm (zur Herstellung massiver Wände aus Lehm) und Lehmputz im Blickpunkt. Die Entwicklung von Lehmbauplatten holt tatsächlich mit der Zeit auf. Trotzdem ist die Gipskartonplatte als zentrales Bauelement im Trockenbau damit nicht zu ersetzen.

Lehm als Baustoff
Lehm als Baustoff

Was ist eine Lehmbauplatte?

Aufbau einer Lehmbauplatte
Aufbau einer Lehmbauplatte

Lehmbauplatten bestehen, wie der Name schon sagt, vor allem aus Lehm. Weitere Bestandteile sind Stroh- oder Holzfasern. Zumeist sorgt ein biologisch abbaubares Jutegewebe in der Platte für den nötigen Zusammenhalt. Gelegentlich werden auch Schilfrohrmatten verwendet oder Stärke zugesetzt, um Risse in der Wand zu verhindern.

Vor- und Nachteile von Lehmbauplatten

Lehmbauplatte vs. Gipskartonplatten
Lehmbauplatte vs. Gipskartonplatten

Für Lehmbauplatten sprechen die positiven Eigenschaften des Baustoffes Lehm, insbesondere die Tatsache, dass er Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt und so für ein angenehmes Raumklima sorgt. Außerdem absorbiert Lehm in gewissem Umfang Gerüche.
Ein wichtiger Vorteil von Lehmbauplatten ist, dass sie diffusionsoffen sind. Einmal in die Wand geratene Feuchtigkeit tritt daher problemlos wieder aus. Sie verringern damit das Risiko, dass sich Feuchtigkeit in der Fachwerkwand sammelt und Schäden am Holz und damit an der tragenden Bausubstanz anrichtet. Auch in der Disziplin Schalldämmung und Feuerwiderstand sind Lehmbauplatten den dicken Gipskartonplatten überlegen.

Feuerfestigkeit von Lehmbauplatten
Feuerfestigkeit von Lehmbauplatten

Zwar haben die dünnen Platten ein höheres Gewicht als die Gipskartonplatten, sind sie damit aber trotzdem der bessere Wärmespeicher. Ein gravierender Nachteil der Lehmbauplatten sind die Kosten. Rechnen muss man mit Kosten von bis zu 30 Euro pro Quadratmeter. Gipsfaser- und Gipskartonplatten dagegen kosten weniger als 10 Euro pro Quadratmeter. Allerdings sollte man bei Bauarbeiten im Fachwerkhaus sehr gut überlegen, ob die Vorteile des Lehmbaus die zusätzlichen Kosten nicht doch rechtfertigen. Denn gerade im Fachwerkhaus ist Lehm einfach der richtigere und ökologischere Baustoff.

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Vielfältige Anwendung und Verarbeitung

Lehmbauplatten ersetzen Gipskartonplatten, ob beim Bau von Trockenbauwänden, als Verkleidung für Dachschrägen, als abgehängte Decken oder auch als Vorsatzschalen. Lehmbauplatten werden in verschiedenen Stärken angeboten. Wenn es um Wände geht, also Trockenbauwände, sollten eher die stärkeren Platten verwendet werden. Das empfiehlt sich auch für die Vorsatzschale, also für eine dünne Wand vor einer bestehenden Wand. Diese Konstruktion kann für eine Innendämmung verwendet werden, indem der Zwischenraum zwischen Vorsatzschale und Wand mit Dämmstoff ausgefüllt wird. Empfohlen wird eine Stärke von mindestens 14 Millimetern, besser sogar 22 oder 25 Millimeter.

Möglichst dünne Platten sollte man aus Gründen des Gewichts verwenden, wenn es um die Verkleidung von Dachschrägen oder abgehängte Decken geht. In diesem Fall werden die Platten später nicht weiter belastet, es gibt also keine größeren Anforderungen an die Stabilität.

Lehmbauplatten sind vielseitig und einfach zu verarbeiten © bernhardrogen.com, stock.adobe.com
Lehmbauplatten sind vielseitig und einfach zu verarbeiten © bernhardrogen.com, stock.adobe.com

Gelegentlich werden aber auch Lehmbauplatten vollflächig auf Wände geklebt. Dafür kann man die dünnsten Platten verwenden. Wer allerdings Lehm verbaut, um die positiven Eigenschaften dieses Materials für das Raumklima zu nutzen, der braucht dafür eher größere Mengen. In diesem Fall können zum Beispiel auch stärkere Lehmbauplatten auf mineralische Untergründe verklebt werden. Angeboten werden auch Lehmbauplatten mit integrierten Rohren für den Einbau einer Wandheizung.

Von der Verwendung in Feuchträumen wird abgeraten. Lehm löst sich in Wasser auf, weshalb er direktem Spritzwasser nicht ausgesetzt werden sollte. Auch zum Befliesen eignen sich Konstruktionen mit Lehmbauplatten auf keinen Fall.

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Schnelle, sichere und einfache Verarbeitung

Zugeschnitten werden Lehmbauplatten mit der Stich- oder Handkreissäge. Wegen der enormen Staubentwicklung empfiehlt es sich, dabei eine Maske zu tragen. Weniger Staub gibt es bei der Verwendung einer Handsäge, was aber deutlich mühsamer ist.

Lehmbauplatten können entweder direkt auf Holzlatten befestigt oder auf bestehende Wände vollflächig verklebt werden. Theoretisch kann man bei Trockenbauwänden und Vorsatzschalen auch die beliebten Metallprofile verwenden. Wer aber auf eine naturnahe Bauweise Wert legt, der sollte sich für die im Fachwerkbau ohnehin übliche Kombination von Holz und Lehm entscheiden.

Lehmbauplatten an der Wand werden im Verbund verlegt. Das heißt, dass man am Fußboden beginnend, Reihe für Reihe befestigt. Ob die Platten waagerecht oder senkrecht angeordnet werden, entscheidet man ganz nach den örtlichen Verhältnissen und überlegt, wie man möglichst wenig Verschnitt erzielt. Auf jeden Fall sind Kreuzfugen unbedingt zu vermeiden, damit nicht zwei oder gar noch mehr Fugen übereinander entstehen. An den Ecken von Türen und Fenster schneidet man Lehmbauplatten L-förmig zu, setzt also nicht etwa die senkrechte Kante des Fensterausschnittes in Form einer Fuge fort.

Insgesamt ähnelt die Verarbeitung von Lehmbauplatten sehr der von Gipskartonplatten. So werden auch die Löcher für Hohlraumdosen der Elektroinstallationen mit der üblichen Lochsäge hergestellt. Ähnlich wie beim Gipskarton gibt es bei Lehmbauplatten das Problem, dass schwere Gegenstände nicht an ihnen befestigt werden können. Dies muss vor dem Bau geplant und durch entsprechende Unterkonstruktionen in der Wand vorbereitet werden. Dies gilt zum Beispiel auch für Heizkörper.

Verarbeitung von Lehmbauplatten
Verarbeitung von Lehmbauplatten

Befestigt werden die Platten allerdings nicht mit den üblichen schwarzen Schnellbauschrauben, sondern mit Schrauben, die einen Tellerkopf haben. Eine andere Möglichkeit ist, handelsübliche Senkkopfschrauben zu verwenden und die Platten mit Haltetellern zu fixieren. Diese Halteteller können auch in die Fuge geschraubt werden, so dass beiden Platten an dieser Stelle an der Wand fixiert sind. Am besten verwendet man das vom Hersteller empfohlene oder sogar angebotene Befestigungsmaterial. Auf Holz und anderen Untergründen können die Platten auch geklammert werden. Sollen die Platten vollflächig verklebt werden, kommt ein spezieller Klebe- und Armierungsmörtel für Lehmprodukte zum Einsatz. Der wird mit einem Zahnspachtel aufgetragen, entsprechend der Verarbeitungshinweise des Herstellers. Andere Klebe- und Armierungsmörtel sollte man nicht verwenden, wenn die Diffusionsoffenheit der gesamten Wand erhalten werden soll.

Ökologisches Bauen am Fachwerkhaus mit Lehm © Michael Drak, stock.adobe.com
Wer ökologisch bauen will, baut mit Lehm. Auch im Trockenbau © Michael Drak, stock.adobe.com

Nach der Montage werden die Fugen und Ausbrüche, die nicht immer ganz vermeidbar sind, mit Lehmputz ausgespachtelt. Lehmbauplatten werden in der Regel verputzt, man verwendet dafür am besten Lehmputz. Dabei sollte man unbedingt ein Gewebe einarbeiten, um die Bildung von Rissen zu vermeiden. Gelegentlich wird empfohlen, ein Armierungsgitter mit Klebe- und Armierungsmörtel auf die Lehmbauplatten zu bringen. Das ist die Lösung für alle, die ganz auf Nummer sicher gehen wollen – in vielen Fällen reicht auch das Armierungsgitter im Putz.

Auch beim Anstrich sollte man auf Lehmprodukte zurückgreifen – Lehmfarbe lässt sich mit Pigmenten in vielfältiger Weise einfärben. Nur mit Lehm- oder Kalkfarbe lässt sich übrigens dieser besondere und ruhige Charakter verleihen.

Trockene Lehmwand mit Rissen © Xaver Klaussner, stock.adobe.com
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