Lärmemissionen reduzieren

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Richtig Sanieren – Lärmemissionen reduzieren

Lärmemissionen können das Wohlbefinden in den eigenen Räumen deutlich stören, Stress auslösen und die Gesundheit beeinträchtigen. Schallschutzmaßnahmen lassen sich nachträglich meist nur schwer umsetzen, umso wichtiger ist es, bereits bei der Sanierungsplanung entsprechende Lärmschutzmaßnahmen mit zu berücksichtigen.

Zu viel Lärm verursacht Stress © lassedesignen, fotolia.com
Lärm führt zu Stress, vermindertem Wohlbefinden und kann sogar regelrecht krank machen © lassedesignen, fotolia.com

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Das „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche (BImSchG-Lärm) macht Vorgaben, wie die Verursacher von Lärm diesen begrenzen können. Laut Gesetz sind für die verschiedenen Arten von Bebauungsgebieten folgende Grenzwerte vorgeschrieben:

Ziffer TA Lärm Ausweisung Immissionsrichtwert tags (6:00 bis 22:00 Uhr) Immissionsrichtwert nachts (22:00 bis 6:00 Uhr)
6.1 a Industriegebiete 70 dB(A) 70 dB(A)
6.1 b Gewerbegebiete 65 dB(A) 50 dB(A)
6.1 c Kern-, Dorf- und Mischgebiete 60 dB(A) 45 dB(A)
6.1 d Allgemeine Wohngebiete 55 dB(A) 40 dB(A)
6.1 e Reine Wohngebiete 50 dB(A) 35 dB(A)
6.1 f Kurgebiete, Krankenhäuser und Pflegeanstalten 45 dB(A) 35 dB(A)
Zuviel Schalldruck macht dauerhaft krank
Zuviel Schalldruck macht dauerhaft krank

In der Praxis lassen sich diese Vorgaben allerdings häufig nur schwer umsetzen, unter anderem auch deshalb, weil die vorgeschriebenen Lärmschutzmaßnahmen häufig mit dem Grundsatz der Gewerbefreiheit kollidieren. Hinzu kommt, dass verschiedene Geräuschquellen wie Straßen-, Flug- oder Schienenverkehr nicht reglementierbar sind. Aus diesem Grund müssen an den Wohngebäuden selbst ebenfalls Maßnahmen getroffen werden, sollen die Lärmschutz-Emissionen reduziert werden.

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Lärmimmissionen in Dezibel (A)

Art des Geräuschs dB(A)
Schmerzgrenze Raketenstart 150
Düsenflugzeug 130
Flugzeugstart 120
Hörschäden Rockkonzert 115
Kettensäge, Diskothek 105
Kreissäge 95
Rasenmäher 85
Körperliche Reaktionen Staubsauger 75
Psychische Reaktionen Radio/ Fernseher in Zimmerlautstärke 60
Bürolärm 50
Vogelzwitschern 40
Flüstern 30
Ticken einer Uhr 20
Flug einer Stechmücke 10
Hörschwelle 0

Quelle: amplifon.com

Planungsgrundlagen für effektiven Lärmschutz im Altbau

Die Vorgaben aus der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ in der Fassung von 2018 gibt Mindestanforderungen an den Schallschutz vor, die sicherstellen sollen, dass die Bewohner und Benutzer eines Hauses keine Beeinträchtigungen durch Lärm-Immissionen erleiden. Allerdings handelt es sich dabei tatsächlich nur um Minimalvorgaben, mit denen insbesondere erhöhte Ansprüche an ein ruhiges Wohnumfeld kaum erfüllt werden können. Für einen verbesserten Schutz sollten deshalb die Regeln für erhöhten Schallschutz aus der VDI 4100 zugrunde gelegt werden. Für den Schutz vor Außenlärm bietet der aktuelle Stand der Technik mittlerweile verschiedenste Möglichkeiten, zum Beispiel:

  • Verwendung von massiven und gut gedämmten Materialien für die Gebäudehülle
  • Einsatz schalldämmender Fenster und Türen
  • Rollläden, die im geschlossenen Zustand Lärm abhalten
  • Fugenlose Außenhüllen
Schallschutzfenster: Den Lärm aussperrenSchallschutzfenster: Den Lärm aussperren
Schallschutzfenster: Den Lärm aussperren

Im Gebäudeinneren sorgen eine Entkopplung der Bauteile, Wand- und Deckenverkleidungen, schwere Baustoffe für Innenwände und entkoppelte Treppen für eine Reduktion der Schallübertragung. Einen wichtiger Faktor stellt insbesondere auch die Wasserinstallation dar. Durch ummantelte Leitungen, gedämmte Rohrschellen und gedämmte Vorwandinstallationen können daraus entstehende Lärmbelastungen deutlich verringert werden.

Altbauten sind meistens ohnehin massiv gebaut, sodass ein guter Lärmschutz durch die Außenwand bereits gegeben ist. Spezielle Schalldämmsystem, die im Zuge einer Außenwanddämmung mit eingeplant werden, können die Schutzwirkung zusätzlich verbessern. Vorsicht ist bei einer Sanierung der Gebäudehülle mit WDVS geboten: Die Außendämmung kann vor allem bei Straßenlärm für eine hohe Schallübertragung sorgen.

Einen Schwachpunkt stellen weiterhin Fenster und Türen dar. Bei der Auswahl sollte bei Bedarf eine entsprechende Schallschutzklasse nach DIN 4109 gewählt werden: Insbesondere zur Reduktion von Verkehrslärm kann folgende Tabelle einen Anhaltspunkt bieten:

Schallschutzklasse Schalldämm-Maß Fenster in Dezibel (dB) Anzahl der Fahrzeuge pro Stunde Abstand des Hauses zur Lärmquelle (Straße) in Metern
1 25 – 29 10 – 50 >40
2 30 – 34 10 – 50 25 – 40
3 35 – 39 50 – 200 25 – 40
4 40 – 44 1.000 – 3.000 100 – 300
5 45 – 49 1.000 – 3.000 35 – 100
6 >50 >3.000 >100
Schallschutzgläser: Der Schall wird mit allen Tricks ausgesperrt
Schallschutzgläser: Der Schall wird mit allen Tricks ausgesperrt
Tipp: Beim Einbau von Schallschutzfenstern ist zu berücksichtigen, dass die schalldämmende Wirkung nur so gut ist wie der Einbau. Die Montage sollte deshalb von einem professionellen Fensterbaubetrieb nach RAL vorgenommen werden.
Fenster Einbau © traveldia, stock.adobe.com
Der Einbau von Fenstern für erhöhten Schallschutz gehört in fachmännische Hände! © traveldia, stock.adobe.com

Schallschutz im Innenbereich

Soll im sanierten Gebäude auch ein hoher Schallschutz im Innenbereich umgesetzt werden – zum Beispiel bei Mehrfamilienhäusern – erzielen folgende Maßnahmen eine gute Wirkung:

  • Mehrschalige, voneinander entkoppelte Wandbekleidungen
  • Dämmung der Wasser- und Abwasserleitungen
  • Entkoppelung starr befestigter Leitungen
  • Masse-Erhöhung der Geschossdecken, zum Beispiel durch Betonplatten oder spezielle Schallschutzverkleidungen
  • Schwimmend verlegte Fußböden und Fußbodenbeläge mit Trittschalldämmung
Schalldämmung durch Trittschalldämmung
Schalldämmung durch Trittschalldämmung
Schallschutz durch Grundrissoptimierung
Schallschutz durch Grundrissoptimierung
Schallschutz durch bessere Rohrdaemmung
Schallschutz durch bessere Rohrdaemmung
Alte Innenwände können zusätzlich schallgedämmt werden
Alte Innenwände können zusätzlich schallgedämmt werden

Altbauten werden sich in der Regel nicht auf ein ausgesprochen hohes Schalldämmmaß aufwerten lassen, da viele bauliche Schwächen nicht zu beseitigen sind. Deshalb lohnt es sich gerade hier, sich von einem Bauakustiker zu den idealen Maßnahmen beraten zu lassen.

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