Estrich Kosten

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Die gute Nachricht zuerst: Wenn man ein Haus neu baut oder saniert, ist der Estrich keiner von den ganz großen Kostenfaktoren. Freilich ist er auch nicht so günstig, dass man ihn ganz vernachlässigen könnte. Und natürlich möchte man vorher wissen, mit welchen Beträgen man ungefähr rechnen muss.

Leider ist es nicht damit getan, einfach einen Quadratmeterpreis zu benennen. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die die Kosten erheblich beeinflussen. Dazu gehört natürlich, dass es ein großer Unterschied ist, ob man die Arbeiten selbst erledigt, oder ob man eine Firma damit beauftragt. Den Unterschied muss man kennen, nämlich um die Frage zu beantworten, ob es sich im Einzelfall wirklich lohnt, auf die Fachfirma zu verzichten.

Estrich wurde verlegt © schulzfoto, stock.adobe.com
Estrich gehört in jedes Haus. Aber wie viel muss man dafür ausgeben? © schulzfoto, stock.adobe.com

Im Folgenden sollen ein paar nützliche Hinweise zu den Kosten gegeben werden. Wer allerdings eine Firma beauftragen möchte, der sollte sich auf jeden Fall Kostenvoranschläge geben lassen, am besten mehrere. Wichtig: Das geht nicht ohne eine Ortsbesichtigung, damit die Handwerker tatsächlich alle Kosten erkennen können, die anfallen. Insbesondere lassen sich so ganz allgemein über Spezialitäten wie Magnesiaestrich oder Estrich mit Gefälle keine belastbaren Angaben machen.

Estrich: Tipps zur Beauftragung einer Fachfirma
Estrich: Tipps zur Beauftragung einer Fachfirma

Material: Wichtigster Faktor ist die Stärke

Bei den Materialkosten ist klar: Zwei Zentimeter Estrich kosten doppelt so viel wie ein Zentimeter. Die Kosten hängen also wesentlich von der Dicke der Estrichschicht und davon ab, welcher Estrich verlegt wird. Dabei ist das nicht die richtige Stelle, um ein paar Euro zu sparen. Die Entscheidung für die eine oder die andere Variante sollte nach dem Verwendungszweck oder der Einbausituation fallen, nicht nach den Materialkosten.

Die Materialkosten hängen auch nicht davon ab, wer die Arbeiten ausführt. Wer den Estrich selbst verlegt, sollte tendenziell aber zum Baustoffhandel gehen und nicht zum Baumarkt. Denn bei derartigen Produkten ist der Baustoffhandel günstiger; nicht umsonst kaufen dort die professionellen Handwerker ein.

Rechnen muss man also pro Quadratmeter Fläche und pro Zentimeter Stärke des Estrichs mit:

  • bis 2,50 Euro für Zementestrich
  • bis 3,50 Euro für Calciumsulfatestrich
  • bis 2,50 Euro für Gussasphaltestrich

Das relativiert die oft zu lesende Behauptung, Zementestrich sei besonders günstig. Dieser wird oft in einer Stärke von vier Zentimetern verlegt, was Materialkosten von 10 Euro bedeutet. Beim Gussasphaltestrich reichen häufig zwei Zentimeter – und damit errechnen sich Quadratmeterkosten von 5 Euro. Aber das muss man mit anderen Faktoren ins Verhältnis setzen: Zementestrich braucht zum Abbinden oft eine Woche pro Zentimeter, die anderen Varianten gehen schneller. Zum Einbau von Gussasphaltestrich braucht man aber spezielle Gerätschaften, denn das Material wird auf 250 Grad erhitzt.

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Nicht nur auf den Estrichpreis schauen

Nicht eingerechnet sind dabei übrigens weitere Materialien, die eventuell gebraucht werden. Wird Zementestrich besonderen Belastungen ausgesetzt, braucht er eine Bewehrung in Gestalt von Baustahlmatten, die im Baumarkt 5 bis 6 Euro pro Quadratmeter kosten. Für eine PE-Folie, die als Trennschicht zwischen Beton und Estrich verlegt wird, muss man einen Euro pro Quadratmeter oder etwas mehr ausgeben.

Bewehrung Estrich und Beton © Martin Debus, stock.adobe.com
Die Bewehrung gehört zu den Kosten, die in der Kalkulation gerne mal vergessen werden © Martin Debus, stock.adobe.com

Unbedingt notwendig sind Randdämmstreifen, die an den Wänden verklebt werden und daher nach laufenden Metern, nicht nach Quadratmetern abgerechnet werden. 20 bis 50 Cent pro Meter muss man rechnen, je nach Ausführung. Freilich ist das kein wirklich großer Posten. Für einen vier mal fünf Meter großen Raum werden 18 Meter gebraucht, das sind also maximal 9 Euro. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Der Raum ist 20 Quadratmeter groß, ein vier Zentimeter starker Zementestrich kostet dann mit Folie 220 Euro, mit Bewehrung bis zu 340 Euro.

Kostenbeispiel Zementestrich
Kostenbeispiel Zementestrich

Die Trittschalldämmung, die auf den Estrich kommt, hat streng genommen mit diesem nichts mehr zu tun – wird aber gerne in der Kalkulation vergessen. Aber es kommt auf diese Weise noch ein Euro dazu – und bei bestimmten Systemen auch drei oder vier Euro.

Und was kosten die Fachfirmen?

Verlegt man den Estrich nicht selbst, kommen die Kosten für die Handwerker hinzu. Diese sind eher noch schwerer zu kalkulieren als die für das Material. Denn natürlich brauchen die Handwerker für einen 6 Zentimeter starken Estrich nicht doppelt so lange wie für einen 3 Zentimeter starken. Und je kleiner die Fläche ist, umso höher ist der Quadratmeterpreis. Dies vorausgeschickt kann man sagen, dass pro Quadratmeter zwischen 5 und 10 Euro fällig werden, egal ob es sich Zementestrich oder Calciumsulfatestrich handelt, der auch als Anhydritestrich bezeichnet wird. Dagegen werden die Fachfirmen bei Gussasphaltestrich 20 bis 25 Euro in Rechnung stellen.

Estrich: Kosten nach Festpreis
Estrich: Kosten nach Festpreis

Nicht eingeschlossen sind bei all diesen Angaben übrigens die Kosten für das Abschleifen des Estrichs. Wer es mit einem Tellerschleifer selbst macht, der verbraucht lediglich noch die Schleifscheiben für einen niedrigen zweistelligen Betrag pro Raum. Mietet man eine professionelle Schleifmaschine für Böden, muss man mit 50 Euro pro Tag rechnen – ein Preisvergleich verschiedener Anbieter lohnt sich. Richtig ins Geld geht es, wenn man das Abschleifen von einer Fachfirma erledigen lässt.

Estrich wird abgeschliefen © Anselm, stock.adobe.com
Das Abschleifen ist das teuerste am Estrich überhaupt – zum Glück muss es fast nur beim Sichtestrich gemacht werden © Anselm, stock.adobe.com

Trockenestrich ist nicht günstiger

Bei Trockenestrich sind die Preisspannen eher noch größer, denn der Aufwand ist, je nach Aufbausituation, sehr unterschiedlich. Alleine für die Estrichplatten muss man mit einem Quadratmeterpreis von 20 bis 25 Euro rechnen, das ist teurer als jeder Fließestrich. Der Unterschied wird noch größer, wenn man berücksichtigt, dass es beim Trockenestrich immer Verschnitt gibt. Je kleiner der Raum, umso größer ist der Verschnittanteil, auch irgendwelche Nischen und ähnliches erhöhen diesen Abfall.

Dazu kommt in den meisten Fällen die gebundene Schüttung. Diese wird in Litern angegeben, man braucht pro Quadratmeter für einen Zentimeter Schichtdicke etwa 10 Liter. Ein 80 Liter-Sack kostet etwa 30 Euro. Das heißt, er reicht für zwei Quadratmeter, wenn die Estrich-Schicht vier Zentimeter stark ist – und schon muss man für den Quadratmeter neben dem Trockenestrich weitere 15 Euro für die Schüttung ausgeben.

Dazu kommen bei Bedarf noch ein Euro für Dampfsperre oder Rieselschutz sowie 50 Cent pro laufendem Meter Wand für die Randdämmstreifen. Beim Verlegen von Trockenestrich sind U-Profile aus Aluminium, wie sie für Trockenbauwände verwendet werden, ein praktisches Hilfsmittel. Bis zu einen Euro pro laufendem Meter muss man rechnen, wie viel man braucht, hängt von der Raumgröße und der Länge der Abziehlatte ab. Als Faustregel sind zwei Euro je Quadratmeter Raumfläche sicher ausreichend.

Da die Anforderungen je nach Einbausituation sehr unterschiedlich sind, differieren auch die Handwerkerkosten erheblich. 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter muss man ausgeben. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, der holt nicht nur einen Kostenvoranschlag ein, sondern vergibt den Auftrag zum Festpreis. Das ist zumeist etwas teurer als eine Abrechnung nach Aufwand, dafür gibt es aber kein Kostenrisiko mehr.

Und wer sich angesichts der Handwerkerkosten dann doch überlegt, den Estrich selbst zu legen, der sollte sich genau mit allen technischen Details vertraut machen. Denn am teuersten wird der Estrichboden, wenn er fehlerhaft selbst und dann ein zweites Mal von den Profis ausgeführt wird.

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