Estrich reparieren

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Risse im Estrich darf man nicht ignorieren, auch wenn ein neuer Fußboden darauf verlegt wird. Denn der Estrich ist mit für die Lastverteilung zuständig, und diese funktioniert mit Rissen nicht mehr. Notwendig ist ein sogenanntes kraftschlüssiges Verschließen der Risse. Aus dem gleichen Grund kommt auch ein einfaches Zuspachteln mit irgendeinem Mörtel nicht in Frage – außerdem hält dies ohnehin nicht. Lässt man die Risse einfach, kann es zu Schäden am eigentlichen Fußbodenbelag kommen, vor allem wenn es sich um Fliesen oder Parkett handelt. Auch im Außenbereich sind diese Risse ein Problem – wenn Wasser eindringt, das bei Minustemperaturen gefriert, gibt es erhebliche Schäden.

Risse im Beton © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
Risse im Estrich darf man nicht ignorieren, auch wenn ein neuer Fußboden darauf verlegt wird © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
Tipp: Bevor man irgendetwas wegen eines Risses im Estrich unternimmt, sollte man überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, der Ursache auf den Grund zu gehen. Denn es nutzt ja nichts, wenn nach ein paar Wochen neue Risse da sind. Zumeist findet aber nur ein Fachmann die Ursache heraus.
Ein Riss im Estrich: Das kann böse Folgen haben
Ein Riss im Estrich: Das kann böse Folgen haben
Warum entstehen Risse im Estrich
Warum entstehen Risse im Estrich

Es führt also kein Weg daran vorbei – die Risse müssen verharzt werden. Das klingt aber komplizierter, als es tatsächlich ist. Wer über einen Winkelschleifer – gerne auch Flex genannt – und einen Staubsauger verfügt, der kann das. Was man sonst noch braucht und wie es geht, das steht hier.

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Vorsicht bei Rohren und Fußbodenheizung

Der erste Schritt das Auffräsen des Risses. Das bedeutet, dass er mit einem Winkelschleifer ein wenig verbreitert werden muss, auf mindestens 5 Millimeter. Freilich muss man sich darüber informieren, ob irgendwelche Rohre im Estrich liegen, etwa von einer Fußbodenheizung – die darf man natürlich nicht beschädigen. Wenn möglich, sollte man schon zwei Zentimeter in die Tiefe gehen.

Es gibt für diese Arbeiten übrigens auch spezielle Estrichfräsen – aber man will ja nicht unbedingt für eine Arbeit, die man womöglich nie wieder macht, gleich ein Gerät anschaffen. Und mit einem Winkelschleifer ist es schon hinzukriegen. Eine Trennscheibe für Stein reicht aus, mit einer Diamant-Trennscheibe geht es allerdings schneller.

Den Riss zum Ausgießen vorbereiten
Den Riss zum Ausgießen vorbereiten
Tipp: Das Ausfräsen eines Risses im Estrich ist eine staubige Angelegenheit. Bei einer Baustelle im Rohbauzustand ist das kein Problem. Sinnvoll ist es aber in jedem Fall, wenn ein Helfer die Düse eines Staubsaugers so hält, dass ein großer Teil des entstehenden Staubes abgesaugt wird.

Notwendig ist das Ausfräsen, damit genügend Platz dafür ist, einen Füllstoff unterzubringen, der auch hält. Ausgefräst wird aber nicht nur der Riss, sondern es müssen auch zusätzliche Rillen hergestellt werden, die quer zum Riss verlaufen. Die sollen so lang wie die sogenannten Wellenverbinder, die dort später eingelegt werden. Der Abstand dieser Rillen sollte etwa 20 Zentimeter betragen.

Winkelschleifer in Aktion © empi8811, stock.adobe.com
Der Winkelschleifer ist zum Ausfräsen des Risses gut geeignet © empi8811, stock.adobe.com

Nach dem Ausfräsen der Rillen werden diese sehr sorgfältig ausgesaugt, andernfalls hält das Füllmaterial nicht. Dann werden die Wellenverbinder eingelegt. Gelegentlich wird auch die Bezeichnung Estrichklammern verwendet, aber das ist dasselbe. Diese Wellenverbinder verstärken die Verbindung zwischen den Estrichflächen auf beiden Seiten des Risses. Geht der Riss nicht durch den ganzen Estrich hindurch, kann man auf die Wellenverbinder verzichten. Vorsichtshalber nicht verwenden sollte man diese Verbinder auch, wenn im Estrich eine Fußbodenheizung eingearbeitet ist. Wenn sie verwendet werden, müssen die Wellenverbinder auf jeden Fall komplett in der Rille verschwinden.

Von flüssig bis pastös

Dann mischt man das Gießharz zusammen. Es handelt sich um ein Zwei-Komponenten-Material, das man genau nach Vorgabe verarbeiten sollte. Am besten studiert man die Herstellerangaben sorgfältig. Die Konsistenz des Gießharzes ist flüssig bis pastös und hängt auch davon ab, wie lange man das Gemisch schüttelt. Tendenziell sollte die Konsistenz umso flüssiger sein, je feiner die Risse sind.

Gießharz anmischen und einfüllen
Gießharz anmischen und einfüllen

Wenn die Konsistenz eher dickflüssig ist und es eine Weile dauert, bis das Gießharz vollkommen nach unten gelaufen ist, muss man womöglich in mehreren Portionen nacheinander arbeiten. Zu viel Zeit lassen darf man sich allerdings nicht – nach einer Weile wird das Gießharz fest. Hat man es mit langen oder mehreren Rissen zu tun, geht man am besten Riss für Riss vor – vor allem, wenn man noch keine Erfahrungen damit hat. Achten muss man außerdem darauf, dass beim Einfüllen des Gießharzes keine Luftlöcher entstehen.

Über Nacht trocknen lassen

Wenn das Gießharz eingefüllt und die Risse vollständig verschlossen sind, entfernt man mit einer Spachtel überflüssiges Material. Auch dabei ist sorgfältig zu arbeiten. Dann bestreut man den Riss mit etwas Quarzsand, um die Haftung für nachfolgende Bodenbeläge zu verbessern. Andernfalls hätte es man mit der sehr glatten Oberfläche des Harzes zu tun. Damit der Sand gut haftet, sollte das Harz noch feucht sein. Dann lässt man das Gießharz austrocknen, am besten über Nacht, um dann den überflüssigen Sang abzufegen oder abzusaugen.

Tipp: Manche Hersteller bieten komplette Reparatur-Sets an, die vor allem aus den Wellenverbindern und dem Gießharz bestehen. Eine Verwendung dieser Sets ist sinnvoll, da man dadurch aufeinander abgestimmtes Material hat und eine genau dazu passende Gebrauchsanleitung.
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