Estricharten und Verlegungsarten

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Estrich – verbunden, getrennt oder schwimmend?

Estrich ist ein vielfältiger, als man zunächst glaubt. Es gibt nicht nur verschiedene Materialien, die für unterschiedliche Einsatzzwecke vorgesehen sind. Sondern es gibt auch verschiedene Einbauarten mit bestimmten Besonderheiten. Hier kommt ein Überblick.

Estrich: Warum ist er notwendig?
Estrich: Warum ist er notwendig?

Verbundestrich – die stabile Lösung

Der Verbundestrich ist vom Aufbau her der einfachste Estrich. Er wird direkt auf die Bodenplatte oder die Betondecke aufgetragen – je nachdem, ob sich darunter noch Räume befinden oder nicht. Sie wird zwar manchmal eingebaut, aber eine Haftbrücke zwischen Estrich und Beton ist nicht notwendig. Zementestrich wird 25 bis 30 Millimeter stark, Gussasphalt 20 mm stark als Verbundestrich eingebaut. Mehr als 50 Millimeter sollten es aber nicht sein, bei Gussasphalt 20 bis 40 Millimeter.

Verbundestrich: Direkter Kontakt mit Wand und Boden
Verbundestrich: Direkter Kontakt mit Wand und Boden

Ein Verbundestrich trägt zwar selbst zur Stabilität der Bodenkonstruktion nichts bei, sondern dient lediglich der Lastverteilung. Wegen seiner engen Verbindung mit dem Beton darunter wird er vor allem eingesetzt, wo es zu hohen mechanischen Belastungen kommt, etwa in Fahrzeughallen. Dort bleibt er dann auch oft als Nutzschicht sichtbar. Bei starken dynamischen Belastungen führt am Verbundestrich kein Weg vorbei. Im privaten Bereich sind Verbundestriche vor allem in Kellern und Garagen anzutreffen. In dem Fall wird gelegentlich ein Anstrich mit Garagenbodenfarbe empfohlen, um den Estrich etwa vor Schmelzwassersalz zu schützen.

Industriehalle mit Verbundestrich © shock, stock.adobe.com
Fahrzeug- und Industriehallen sind ein klassischer Einsatzort für Verbundestrich © shock, stock.adobe.com

Die unmittelbare Verbindung mit dem Betonboden bedeutet auch, dass irgendwelche Ansprüche an Wärmedämmung oder Schallschutz an diesen Bodenaufbau nicht gestellt werden können. Die Verbindung bedeutet auch, dass der Estrich alle Veränderungen mitmacht, denen der Betonboden ausgesetzt ist.

Beim Einbau ist es günstig, wenn der Untergrund eine raue, offenporige Oberfläche hat, um einen guten Haftverbund zu erreichen. Der Untergrund sollte auch gut gereinigt sein. Am besten bringt man Verbundestrich auf eine frische, maximal zwei Tage alte Betonfläche auf. Später geht es zwar auch, in dem Fall sollte der Boden aber angefeuchtet werden.

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Mit Trennschicht – gleitender Estrich

Verbundestrich heißt so, weil er mit dem Betonuntergrund verbunden ist, und wenn er nicht verbunden ist, dann befindet sich eine Trennschicht dazwischen. Warum eine Trennschicht? Sie sorgt dafür, dass der Estrich mögliche Bewegungen des Betons darunter – der etwa mit Temperaturschwankungen zu tun haben kann – nicht mitmachen muss. Deshalb ist auch von Gleitestrich die Rede. In Frage kommt das vor allem, wenn es sich bei dem Beton um die Bodenplatte handelt.

Estrich mit Trennschicht
Estrich mit Trennschicht: Macht jede Temperatur mit

Eingebaut werden kann eine Trennschicht, wenn die besondere hohe Stabilität des Aufbaus mit Verbundestrich nicht notwendig ist. In Frage kommt dies vor allem bei Nebenräumen in Wohn- und Gewerberäumen, aber auch bei Terrassen und Balkonen. Gerade im Außenbereich treten leicht Temperaturunterschiede zwischen Untergrund und Estrich auf, so dass eine Trennschicht wichtig sein kann.

Dichtungsbahnen gegen Feuchtigkeit gehören unter die Trennschicht © khorixas, stock.adobe.com
Dichtungsbahnen gegen Feuchtigkeit gehören unter die Trennschicht © khorixas, stock.adobe.com

Die Trennschicht wird zumeist zweilagig eingebaut, um Reibungen und punktuelle Verfestigungen zu vermeiden. Die Trennschichten bestehen aus Polyethylenfolie, kunststoff- oder bitumengetränktem Papier oder Rohglasvlies. Eine Trennschicht kann auch als Feuchtigkeitssperre notwendig sein. In dem Fall wird eine Abdichtungsbahn auf den Untergrund aufgebracht. Darauf kommt eine Gleitfolie, die einen Kontakt zwischen Abdichtung und Estrich zuverlässig verhindert.

Schwimmender Estrich – nicht mit der Wand verbunden

Der Begriff des schwimmenden Estrichs wird etwas uneinheitlich verwendet. Für manche ist ein Estrich, der auf einer Dämmung verlegt wird, schon ein schwimmender Estrich, für manche ist das nicht so. Entscheidend für einen schwimmenden Estrich ist, dass es keine direkte Verbindung zur Wand gibt, sondern dass ein Trennstreifen zwischen Wand und Dämmung eingebaut wird. Dass dies der erste Schritt vor dem Einbringen des Estrichs ist, liegt auf der Hand. Ebenfalls sinnvoll ist es, diese Estriche erst nach dem Verputzen der Wände einzubauen.

Schwimmender Estrich: Dämmt den Triischall und die Wärme
Schwimmender Estrich: Dämmt den Triischall und die Wärme

Schwimmender Estrich darf nicht mit Wasser- oder Heizungsrohren in Berührung kommen, da diese sich je nach Temperatur stark ausdehnen können. Dies kann zu extremen Spannungen in den Rohren oder im Estrich führen. Schäden sind nicht auszuschließen. Rohre müssen daher immer mit flexiblem Dämmstoff umhüllt werden.

Estrich Trennstreifen © WoGi, stock.adobe.com
Ein solcher Trennstreifen gehört zu einem schwimmenden Estrich unbedingt dazu © WoGi, stock.adobe.com

Was nützt ein schwimmender Estrich? Zunächst einmal erträgt er Temperaturschwankungen besser, es kommt also bei einer Ausdehnung nicht zu Spannungen an den Rändern. Zweitens und vor allem dient diese Technik dem Schallschutz. Ist der Estrich direkt mit der Wand verbunden, überträgt sich vor allem der Trittschall viel besser auf die Wände und von dort in Nachbarräume oder andere Stockwerke. Ein schwimmender Estrich ist auch unter dem Gesichtspunkt der Wärmedämmung zu bevorzugen – eine direkte Verbindung des Estrichs mit der Wand ist eine Wärmebrücke, ein Trennstreifen isoliert.

Estricharten: Unterschiedliche Bindemittel für den Estrichmörtel

Estrich wird allerdings nicht nur auf verschiedene Art und Weise verlegt, es gibt auch verschiedene Materialien, aus denen er besteht. Jeder hat spezielle Vor- und Nachteile, die ihn für verschiedene Anwendungsbereiche qualifizieren – oder auch nicht.

Am häufigsten eingebaut wird Zementestrich, der auf der Verpackung durch die Buchstabenkombination CT oder ZE gekennzeichnet ist. Es ist besonders belastbar und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und andere Umwelteinflüsse. Zementestrich besteht aus Wasser, gewöhnlichem Zement und Sand und ist somit preiswert. Gravierendster Nachteil ist, dass er lange Zeiten zum Abbinden braucht, je nach Stärke kann er erst nach vier bis sechs Wochen mit dem Fußbodenbelag versehen werden. Außerdem neigt Zementestrich zum Schüsseln und zur Rissbildung.

Estrich abziehen © photo 5000, stock.adobe.com
Estrich ist nicht gleich Estrich. Jede Sorte hat Vor- und Nachteile © photo 5000, stock.adobe.com

Anhydritestrich (Kennzeichen CA) ist gebrannter Gips oder Caciumsulfat das Bindemittel; folglich wird er auch Calciumsulfatestrich genannt. Er ist formbeständiger und bindet schneller ab als Zementestrich. Er ist aber für den Außenbereich ebenso ungeeignet wie für Badezimmer und ähnliches, da er feuchtigkeitsempfindlich ist. Anhydritestrich wird gerne als Heizestrich verwendet, weil er Wärme gut leitet.

Gussasphaltestrich (AS) ist eine Mischung aus Bitumen, Sand, Splitt und Steinmehl und muss zum Einbau auf 250 Grad erhitzt werden. Er muss nicht abbinden, sondern erkalten, und ist dann auch schnell geeignet, betreten zu werden oder einen Belag zu bekommen. Er kann auch im Außenbereich und in Nassräumen eingebaut werden. Er überträgt – und das kann ein wichtiger Vorteil sein – weder Wärme noch Schall besonders gut. Gussasphalt ist generell teurer als die anderen Estriche.

Beim Magnesiaestrich (ME) wird der Zement des Zementestrichs durch Magnesit ersetzt, hinzu kommen Zuschlagstoffe wie Textilfasern, Weihholzspäne, Quarzsand oder anderes. Er ist staubfrei und elektrisch leitfähig, was ihn als Antistatikboden verwendbar macht. Magnesiaestrich ist besonders resistent gegen Lösungsmittel, Treibstoffe und Mineralöl. Er kann eingefärbt werden und wird wegen seines geringen Gewichtes gerne in der Altbausanierung eingesetzt. Früher wurde Magnesiaestrich übrigens als Steinholz bezeichnet.

Kunstharzestrich (SR) ist ein sehr teurer Estrich, der eingebaut wird, wenn er schnell fest werden und sehr widerstandsfähig sein soll. Er wird in einer recht dünnen Schicht aufgetragen und kann mit Pigmenten eingefärbt werden. Er besteht aus Kunstharzmörtel und einem synthetischen Reaktionsharz als Bindemittel. Eine chemische Reaktion sorgt für die Verfestigung des Materials. Ein Vorteil ist da schnelle Aushärten des Materials, ein Nachteil die Tatsache, dass bis zu 5 Prozent schrumpfen kann. Kunstharzestrich kann problemlos in Feuchträumen eingebaut werden, muss aber auf jeden Fall noch einen Belag bekommen. Wegen des Umgangs mit womöglich gefährlichen Chemikalien ist der Einbau Kunstharzestrich ein Fall für den Fachmann.

Estricharten: Vorteile und Nachteile
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