Fließestrich oder Trockenestrich?

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Fließestrich oder Trockenestrich: Wann ist welche Lösung besser?

Fließestrich ist flüssig, sonst würde er nicht fließen, und Trockenestrich ist trocken, sonst würde er nicht so heißen. Damit sind aber längst nicht alle Unterschiede genannt. Estrich ist ein vielfältiger Bestandteil von Gebäuden, und das erlaubt die Nutzung für die unterschiedlichsten Zwecke. Deshalb lässt sich auch gar nicht festlegen, ob Fließestrich oder Trockenestrich die bessere Variante ist. Hier kommen die Vor- und die Nachteile.

Fließestrich wird verlegt © schulzfoto, stock.adobe.com
Fließestrich wird mit der Pumpe an den Einbauort gebracht
© schulzfoto, stock.adobe.com

Fließestrich wird von alleine glatt

Fließestrich wird mit so viel Wasser vermischt, dass er fließt und auf diese Weise eine absolut ebene Oberfläche bildet. Das ist in vielen Einbausituationen einfacher, als eine ebene Fläche mit Spachtelmassen herzustellen. Vor allem wenn es sich um Verbundestrich handelt, der praktisch direkt auf einer Bodenplatte oder Decke aus Beton liegt, ist das auch die stabilste Lösung. Fließestrich wird zumeist auf der Baustelle im Silo angerührt und mit einer Pumpe zum Einbauort transportiert.

Fließestrich: Absolut eben!
Fließestrich: Absolut eben!

Nicht jeder Estrich, der mit Wasser angerührt wird, ist Fließestrich. Es gibt auch dickflüssige Varianten, die oft erst am Einbauort mit Wasser vermischt werden und deshalb Baustellenestrich heißen. Sie verlangen zumeist noch eine manuelle Verdichtung, damit keine Blasen oder andere Lücken übrig bleiben. Dafür trocknen sie schneller als echter Fließestrich. Beim Fließestrich entfällt aber nicht nur die Verdichtung, sondern auch das Abziehen. Bei allen mehr oder weniger flüssigen Estrichen ist darauf zu achten, dass die Baustelle so vorbereitet wird, dass er in einem Zug ohne Unterbrechung eingebaut werden kann.

Fließestrich: Was ist Schüsseln?
Fließestrich: Was ist Schüsseln?
Estrich abziehen © photo 5000, stock.adobe.com
Baustellenestrich muss nicht nur verdichtet, sondern auch abgezogen werden © photo 5000, stock.adobe.com
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Trockenestrich schwimmt in der Regel

Trockenestrich besteht aus vorgefertigten Platten, die zumeist aus Zement- oder Gipsprodukten bestehen. Mit den Begriffen Trockenunterboden und Fertigteileestrich ist ebenfalls Trockenestrich gemeint. In der Regel werden er schwimmend eingebaut werden – also ohne Befestigung auf dem Untergrund und ohne direkten Kontakt zur Wand. Die Platten werden, je nach Produkt, in unterschiedlicher Weise miteinander verbunden. Zwischen der eigentlichen Decke und dem Trockenestrich wird entweder eine Schüttung eingebracht oder eine Wärmedämmung, die ebenfalls aus Platten besteht. Es gibt auch Estrichplatten, die bereits mit einer Dämmstoffschicht versehen sind.-

Ein besondere Einbauart des Trockenestrichs sind sogenannte Hohlböden-Konstruktionen. Dabei werden die Platten aufgeständert und nach dem Verlegen miteinander verspachtelt. Der Hohlraum darunter eignet sich hervorragend zur Verlegung der unterschiedlichsten Versorgungsleitungen.

Zu empfehlen sind Trockenhohlböden aber nur in Sonderfällen, etwa wenn es auf das geringe Gewicht oder die Installationsebene ankommt. Denn können längst nicht alle angebotenen Platten verwendet werden, sondern sie müssen sehr druckstabil sein. Auch geht durch diese Konstruktion einiges an Raumhöhe verloren. Und es kann wegen Schallprobleme geben, wenn der Hohlraum als Resonanzkörper wirkt.

Trockenestrich: Einbau Platte an Platte
Trockenestrich: Einbau Platte an Platte

Trockenestrich – auch für die Selbermacher

Zu den Vorteilen von Trockenestrich gehört, dass er vom privaten Selbermacher leichter eingebaut werden kann als Fließestrich – es ist einfacher, mit den Platten zu hantieren als mit einer großen Menge einer flüssigen Zementmischung. Vor allem aber braucht man beim Trockenestrich keine Trockenzeit abzuwarten, sondern kann gleich mit der Verlegung des eigentlichen Bodens, zumeist unter Verwendung einer Trittschalldämmung, weiter machen. Beim Fließestrich dagegen wird eine Pause von bis zu 30 Tagen notwendig.

Vorteile von Trockenestrich
Vorteile von Trockenestrich

Oft ist auch ein wichtiges Argument, dass Trockenestrich eine geringere Aufbauhöhe braucht als Fließestrich. Die Schüttung darunter muss nur so hoch sein, dass alle Unebenheiten ausgeglichen werden. Mehr ist nur dann sinnvoll, wenn auch eine Wärmedämmwirkung erzielt werden soll. Die geringere Aufbauhöhe kann wichtig werden bei der Sanierung von Altbauten mit niedrigen Decken – da zählt jeder Zentimeter. Die Platten selbst sind 15 bis 30 mm dick. Trockenestrich macht auch keine Probleme mit Rissen oder Absenkungen in Randbereichen. Trockenestrich ist übrigens auch preiswerter.

Ein Nachteil des Trockenestrichs ist, dass er empfindlich sein kann gegen Feuchtigkeit. Ein Einbau in Badezimmer oder andere Räume, in denen der Fußboden nass werden kann, ist zwar möglich, verlangt aber eine zusätzliche Abdichtung. Dafür gibt es aber Flüssigkunststoffe, die einfach zu verarbeiten und nicht teuer sind. Nur weglassen darf man sie nicht.

Trockenestrich kann auch zweilagig eingebaut werden. Dies kann etwa aus Gründen der Stabilität zur Debatte stehen, zum Beispiel bei einem Trockenhohlboden. Aber auch ohne Hohlraum sind Trockenestrichplatten weniger belastbar als ein gegossener Estrich. Beim zweilagigen Einbau sollten die beiden Plattenebenen miteinander verschraubt oder besser noch flächig miteinander verklebt werden. Außerdem ändert man die Verlegerichtung der rechteckigen Platten in der zweiten Ebene um 90 Grad und vermeidet so übereinander liegende Fugen.

Wer beim Einbau von Trockenestrich technisch ganz auf der sicheren Seite sein möchte, der schaltet einen Bauphysiker ein. Es gibt Unterkonstruktionen, die können Schaden nehmen durch die Schwingungen, die beim Trockenestrich vielfach auftreten. Wobei man sich im gewöhnlichen Wohnhaus auf einer gewöhnlichen Holzbalken- oder Spannbetondecke keine Sorgen zu machen braucht – da ist der Trockenestrich ein gängiges Verfahren. Nicht anwendbar sind bei Trockenestrich allerdings die Standardtabellen, die zur Berechnung von Trittschall und Wärmeleitfähigkeit herangezogen werden.

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