Magerbeton – Verwendungsmöglichkeiten und Herstellung

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Der Magerbeton trägt seinen Namen, weil er im Vergleich mit anderen Betonarten wenig Zement enthält. Dadurch ist er günstiger und eine gute Möglichkeit, bei bestimmten Vorhaben die Kosten zu reduzieren. Magerbeton bekommen Sie in den Baumärkten in fertigen Mischungen, denen Sie nur noch Wasser beifügen müssen. Sie können einen Magerbeton aber auch leicht selbst herstellen.

Einsatzbereiche von Magerbeton
Einsatzbereiche von Magerbeton

Die Eigenschaften von Magerbeton

Magerbeton besteht aus einem Teil Zement, den Sie mit fünf bis acht Teilen Kies und Wasser mischen. Der Universalbeton hat dagegen ein Mischungsverhältnis von 1:4. Auch das Anmischen unterscheidet sich ein wenig von der Herstellung anderer Betonarten, denn Sie verwenden weniger Wasser. Dadurch ist ein angemischter Magerbeton trockener als beispielsweise ein Normalbeton.

Tipps zum Anmischen
Tipps zum Anmischen

Der geringere Zementgehalt macht einen Magerbeton durchlässiger für Wasser, aber auch weniger belastbar und druckfest. Zudem reagiert ausgehärteter Magerbeton empfindlicher auf Witterungseinflüsse als Beton mit einem hohen Zementanteil. Für das Fundament einer Gartenlaube und ähnliche Vorhaben, bei denen die Belastbarkeit eine wichtige Rolle spielt, verwenden Sie deshalb besser einen Normalbeton. Für viele andere Projekte reicht ein Magerbeton dagegen aus. Mit ihm können Sie zum Beispiel:

  • die Pfostenanker oder Pfähle für einen Zaun oder einen Sichtschutz einbetonieren
  • Randsteine, Palisaden und andere Einfassungen setzen
  • eine Wäschespinne oder die Pfosten, zwischen denen Sie Wäscheleinen spannen möchten, einbetonieren
  • eine gute Unterlage für eine Pflasterung schaffen
  • Wände wie zum Beispiel die eines Swimmingpools hinterfüllen
  • im Boden verlegte Rohre betten
  • einen Hang mit einer Höhe von bis zu einem Meter absichern
  • eine Sauberkeitsschicht für ein Fundament anlegen

Für Fundamente, die später nur wenig belastet werden, ist Magerbeton ebenfalls geeignet. Dies wäre zum Beispiel das Fundament für einen kleinen Geräteschuppen. Die Tragfähigkeit lässt sich durch einen größeren Zementanteil jedoch erhöhen. Bei einem Mischungsverhältnis von 1:5 sind Sie schon nahe am Mischungsverhältnis von 1:4 für Normalbeton.

Gartenzaun setzen © maho, stock.adobe.com
In Punktfundamenten aus Magerbeton stehen die Zaunpfosten sicher © maho, stock.adobe.com
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Magerbeton selbst herstellen – so berechnen Sie den Bedarf an Kies und Zement

Auf den Säcken von Fertigmischungen finden Sie in der Regel eine Angabe zum Verbrauch. Anhand dieser Werte lässt sich leicht ermitteln, wie viele Säcke Fertigbeton Sie für Ihr Vorhaben benötigen.

Mischen Sie den Magerbeton selbst an, multiplizieren Sie die Länge, die Breite und die Höhe der geplanten Betonschicht. Alle drei Werte rechnen Sie vorher in Meter um. So errechnen Sie den Bedarf in Kubikmetern.

Ein Kubikmeter Magerbeton hat ein Gewicht von etwa 2500 Kilogramm. Diesen Wert teilen Sie bei einem Mischungsverhältnis von 1:8 durch 9 und wissen dadurch, dass Sie pro Kubikmeter rund 278 Kilogramm Beton benötigen. Diesen Wert ziehen Sie von den 2500 Kilogramm ab, um den Bedarf an Kies pro Kubikmeter zu ermitteln. Er beträgt also 2222 Kilogramm. Beachten Sie, dass diese Berechnung nicht ganz genau ist und betrachten Sie die Ergebnisse eher als eine Schätzung.

Kieshaufen auf einer Baustelle © Nicolette Wollentin, stock.adobe.com
Feiner Kies verleiht dem Beton eine dichte Struktur © Nicolette Wollentin, stock.adobe.com

Möchten Sie Kies und Beton in einem anderen Verhältnis mischen, teilen Sie die 2500 bei einem Mischungsverhältnis von 1:5 durch 6, bei einem Mischungsverhältnis von 1:6 durch 7 und bei einem Mischungsverhältnis von 1:7 durch 8.

Beim Wasser gilt die Faustregel, dass die Menge etwa die Hälfte der Zementmenge betragen sollte. Nehmen Sie jedoch zunächst immer etwas weniger als die Hälfte und fügen Sie den Rest bei Bedarf hinzu.

Magerbeton anmischen – eine Anleitung mit Werkzeugliste

Beton von Hand mit einer Kelle anzumischen, empfiehlt sich nur für sehr kleine Mengen. Selbst eine Bohrmaschine mit Quirl kommt schnell an ihre Grenzen. Brauchen Sie viel Magerbeton, benutzen Sie daher besser einen Betonmischer. Solch eine Maschine können Sie auch ausleihen, falls sich eine Anschaffung für Sie nicht lohnt. Neben dem Betonmischer oder alternativ einem Kübel brauchen Sie:

  • eine Schubkarre für den Transport des Betons
  • eine Schaufel
  • einen Eimer, um Wasser beizufügen
  • fertigen Magerbeton oder Kies in der Körnung 0-8 Millimeter und Zement
  • zum Anmischen in einem Kübel eine Maurerkelle oder eine Bohrmaschine mit Quirl

Denken Sie bei der Herstellung und Verarbeitung von Beton an den Schutz Ihrer Gesundheit, denn Zementstaub reizt die Schleimhäute und angemischter Beton die Haut. Setzen Sie deshalb eine Schutzbrille und eine Atemschutzmaske auf, ziehen Sie Arbeitshandschuhe an und tragen Sie langärmelige Kleidung.

Magerbeton anmischen - Werkzeugliste
Magerbeton anmischen – Werkzeugliste

So stellen Sie Magerbeton in einem Kübel her

  1. Möchten Sie Magerbeton in einem Kübel anmischen, spülen Sie den Kübel zunächst mit Wasser aus. Dadurch verhindern Sie, dass der Beton am Boden des Kübels festklebt.
  2. Magerbeton in einem Kübel herstellen
    Magerbeton in einem Kübel herstellen
    Schubkarre mit Zement © wsf-f, stock.adobe.com
    Das Anmischen in einer Schubkarre erspart Ihnen das Umfüllen © wsf-f, stock.adobe.com
  3. In den Kübel geben Sie den Kies und den Zement. Diese beiden Substanzen vermischen Sie sorgfältig.
  4. Nun fügen Sie, während Sie die drei Inhaltsstoffe mit der Maurerkelle oder dem Quirl mischen, Wasser hinzu, bis der Beton eine erdfeuchte Konsistenz hat. Erdfeucht bedeutet, dass Sie ihn mit den Händen formen können. Je gründlicher Sie die drei Substanzen mischen, desto besser ist die Qualität des ausgehärteten Betons.
  5. Rührwerk zum Beton anmischen © mika, stock.adobe.com
    Mit Bohrmaschine und Quirl ist das Vermischen leichter © mika, stock.adobe.com

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Die Herstellung von Magerbeton im Betonmischer

  1. Benutzen Sie einen Betonmischer, geben Sie als Erstes etwa zwei Drittel der benötigten Wassermenge in den Mischer. Berücksichtigen Sie hierbei das Fassungsvermögen des Mischers, denn größere Mengen Beton müssen Sie in mehreren Etappen herstellen. Danach schalten Sie die Maschine ein.
  2. Betonmischer auf Baustelle eines Hauses © Engel73, stock.adobe.com
    Ein Betonmischer nimmt Ihnen einen großen Teil der Arbeit ab © Engel73, stock.adobe.com
  3. Während der Betonmischer läuft, fügen Sie abwechselnd einige Schaufeln Kies und eine Schaufel Zement hinzu. Die richtige Anzahl der Schaufeln mit Kies ergibt sich durch das gewünschte Mischungsverhältnis.
  4. Den Rest des Wassers geben Sie langsam in die Maschine. Achten Sie hierbei darauf, dass der Magerbeton nicht zu flüssig wird. Hat er die richtige Konsistenz, lassen Sie den Betonmischer noch drei bis vier Minuten laufen. Danach sind alle Bestandteile gut durchmischt und der Beton beginnt zu glänzen.
Magerbeton im Betonmischer herstellen
Magerbeton im Betonmischer herstellen
Wandstruktur mit Wabenraster © peterschreiber.media, stock.adobe.com
Betonarten – ein kleiner Überblick über die unzähligen Sorten

Beton kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. Er besteht hauptsächlich aus Zement, Gesteinskörnungen wie Sand, Kies, Splitt oder Schotter sowie… weiterlesen

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