Tragende Wände erkennen

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Tragende Wände – diese Merkmale lassen auf eine tragende Funktion schließen

Wie der Name schon sagt, hat eine tragende Wand eine tragende Funktion. Solch eine Wand dürfen Sie daher nicht einfach entfernen oder verändern. Schon ein kleiner Durchbruch hat einen Einfluss auf die Statik und kann die Standsicherheit des gesamten Gebäudes gefährden.

Tragende Wände nehmen das Gewicht anderer Bauteile auf und leiten es an das Fundament weiter. Sie tragen oft nicht nur die darüber liegende Decke, sondern auch viele andere Gebäudeteile bis hin zum Dach. Würden Sie solch eine Wand zum Teil oder komplett entfernen, könnte Ihr Haus daher schlimmstenfalls sogar einstürzen.

Mauerdurchbruch in einem alten Haus, offene Wand © Achim Banck, stock.adobe.com
Ein Durchbruch muss bei einer tragenden Wand sorgfältig geplant werden © Achim Banck, stock.adobe.com

Tragend oder nicht tragend? – So finden Sie es heraus

Eine tragende Wand sieht genauso aus wie eine nicht tragende Wand. Gewisse Merkmale deuten jedoch auf die eine oder die andere Variante hin. Anhand der folgenden Tipps lässt sich daher oft ohne einen Experten klären, ob eine Wand tragend ist.

  1. Schauen Sie sich die Baupläne Ihres Hauses an. Tragende Wände sind in den Grundrissen oft anders dargestellt als nicht tragende. Sie können zum Beispiel dicker, gepunktet oder schraffiert sein. Besitzen Sie keine Zeichnungen, kann Ihnen das zuständige Bauamt eventuell helfen.
  2. Hausplanung - Konzept © Mika, stock.adobe.com
    Im Grundriss sind tragende Wände oft gekennzeichnet © Mika, stock.adobe.com
  3. Tragende Wände verlaufen häufig parallel zu den Außenwänden. Typische Positionen sind die Ecken und die Mitte des Gebäudes.
  4. Bei mehrgeschossigen Gebäuden befinden sich in allen Etagen tragende Wände. Diese werden in der Regel direkt übereinander geplant und sind in jedem Stockwerk daher an der gleichen Stelle. Bei nicht tragenden Wänden ist dies häufig nicht der Fall.
  5. Außenwände erfüllen meistens, aber nicht immer eine tragende Funktion. Nicht tragend können Sie zum Beispiel sein, wenn Sie nicht direkt über den Kelleraußenwänden positioniert wurden.
  6. In Häusern, die ab den 1990er Jahren erbaut wurden, sind tragende Wände oft 17,5 oder 24 Zentimeter dick. Ist die Wand dünner als 17,5 Zentimeter, handelt es sich daher mit großer Wahrscheinlichkeit um eine nicht tragende Wand. Berücksichtigen Sie beim Messen den Wandbelag, denn ein dicker kann die Wandstärke um einige Zentimeter erhöhen. Selbst bei einer Wand in einer Stärke von 11,5 Zentimetern, die seit den 1990er Jahren als Minimum üblich ist, kann es sich jedoch um eine tragende Wand handeln.
  7. Verfallener Raum mit Rürrahmen, offene Tür © Clarini, stock.adobe.com
    In Türöffnungen lässt sich die Wandstärke leicht messen © Clarini, stock.adobe.com
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  8. Wurde Ihr Haus schon früher gebaut, hilft ein Vergleich der Wanddicken. Auch in früheren Zeiten waren tragende Wände meist dicker als nicht tragende. Diese Regel gilt bis heute und ist dadurch selbst in neueren Wohnhäusern oft von Nutzen.
  9. Damit eine tragende Wand ihre Aufgabe erfüllt, muss sie aus einem massiven und entsprechend tragfähigen Baustoff bestehen. Infrage kommen unter anderem Ziegel, Beton- und Natursteine, Beton und Stahlbeton. Wenn Sie auf eine Wand aus diesen Baustoffen klopfen, wird sie nicht hohl klingen. Hohl hören sich zum Beispiel nicht tragende Wände aus Holzbrettern oder Gipskartonplatten an. Bei einer Wand aus Holz kann es sich allerdings durchaus um eine tragende Wand aus beispielsweise massiven Holzbalken oder eine Wand in der Holzrahmenkonstruktionsweise handeln. Bei einem Klopftest sollten Sie stets mehrmals in verschiedenen Höhen klopfen. Auf diese Weise lassen sich Unterschiede aufspüren.
  10. Haben Sie schon einmal ein Loch in die Wand gebohrt, wissen Sie vermutlich noch, ob dies einfach oder schwer war. Schwierigkeiten beim Bohren von Löchern deuten auf einen massiven Baustoff hin. Wurde noch nie oder nur von den vorherigen Hausbewohnern gebohrt, können Sie eine Probebohrung vornehmen. Hierbei gibt auch der Bohrstaub oft Aufschluss über das Material, aus dem die Wand besteht.
  11. Handwerker bohrt Loch in die Wand mit Bohrmaschine © Kim Schneider, stock.adobe.com
    Bei tragenden Wänden ist das Bohren von Löchern oft anstrengend © Kim Schneider, stock.adobe.com
  12. Hinter den Sockelleisten ist die rohe Wand häufig sichtbar. Es kann daher helfen, eine der Sockelleisten kurz abzunehmen.

    Mit absoluter Sicherheit lässt sich die Frage, ob eine Wand eine tragende Funktion erfüllt, meist nur mithilfe eines Statikers, eines Bausachverständigen, eines Architekten oder eines Bauingenieurs klären. Viele dieser Fachleute nehmen auf Wunsch vor Ort eine Begutachtung vor oder können Ihnen anhand vorhandener Baupläne sagen, welche Ihrer Wände eine tragende Funktion erfüllen.

Hinweis: In unserem Artikel „Eine tragende Wand entfernen“ erfahren Sie, wodurch sich bei der Entferung einer tragende Wände achten müssen.
Das Einreißen einer Wand mit dem Vorschlaghammer ist ziemlich kraftraubend © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
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