Festsitzende Schrauben lösen

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Festsitzende Schrauben lösen – diese 8 Tipps könnten helfen

Festgerostete und aus anderen Gründen festsitzende Schrauben können extrem hartnäckig sein. In diesem Ratgeber finden Sie daher einige Tipps, wie Sie eine Schraube mit relativ wenig Anstrengung wieder lösen. Klären Sie jedoch vorab, ob es sich um eine Schraube mit Rechts- oder Linksgewinde handelt. Die meisten Schrauben lassen sich gegen den Uhrzeigersinn wieder herausdrehen. Es gibt allerdings Ausnahmen, die unter anderem für die Montage einiger Bauteile am Auto genutzt werden.

Hinweis: Gewalt führt bei festsitzenden Schrauben nur selten zum Ziel, denn eine Schraube mit abgebrochenem Kopf lässt sich noch viel schlechter entfernen.
Schraube mit Zange aus Wand lösen © VRD, stock.adobe.com
Eine Zange ist bei festsitzenden Schrauben oft hilfreich © VRD, stock.adobe.com

8 Tipps um festsitzende Schrauben zu lösen:

  1. Wurde zu oft versucht, eine festsitzende Schraube mit einem Schraubendreher oder einem Akkuschrauber zu lösen, ist der sogenannte Antrieb, der bei vielen Schrauben aus einem Schlitz oder Kreuzschlitz besteht, oft beschädigt. Dann kann das Werkzeug nicht mehr optimal in den Antrieb greifen. Ist dies bei Ihrer Schraube der Fall, können Sie es bei einer Schraube, deren Kopf heraussteht, mit einer Zange probieren.
  2. Ein dickes und breites Gummi wie zum Beispiel der Gummiring, der für ein Einmachglas benutzt wird, kann bei einem beschädigten Antrieb ebenfalls helfen. Das Gummi legen Sie auf den Schraubenkopf und drücken das Bit des Akkuschraubers beziehungsweise den Schraubendreher hinein. So kann das Werkzeug den Antrieb besser greifen.
  3. Bei einem herausragenden Schraubenkopf mit zerstörtem Antrieb haben Sie außerdem die Möglichkeit, ihn mit einem neuen Schlitz zu versehen. Hierfür benötigen Sie einen Winkelschleifer, der umgangssprachlich als Flex bezeichnet wird. Mit dieser Maschine sollten Sie allerdings äußerst vorsichtig arbeiten, damit Sie keinen noch größeren Schaden anrichten. Der neue Schlitz darf den Schraubenkopf auf keinen Fall komplett teilen.
  4. Bessere Dienste als ein Schraubendreher oder ein Akkuschrauber leistet oft ein manueller Schlagschrauber, den Sie mit einem passenden Einsatz wie zum Beispiel einem Kreuzschlitz auf den Schraubenkopf stecken. Danach schlagen Sie mit dem Hammer kräftig auf das andere Ende. Der Schlag erzeugt ein hohes Drehmoment und drückt das Werkzeug gleichzeitig in den Antrieb. Es kann allerdings passieren, dass der Schraubenkopf hierbei abbricht. Hat sich die Schraube dagegen gelöst, lässt sie sich mit dem manuellen Schlagschrauber herausdrehen.
    Schraubendreher ©  PhotoBetulo, stock.adobe.com
    Ein praktisches Handwerkzeug: der Schlagschrauber mit verschiedenen Bits © PhotoBetulo, stock.adobe.com

    Manuelle Schlagschrauber werden häufig als Sets mit verschiedenen Einsätzen angeboten. Eine weitere Bezeichnung dieses Werkzeugs ist Handschlagschrauber.

  5. Nach dem gleichen Prinzip wie der manuelle Schlagschrauber arbeitet ein elektrischer Drehschlagschrauber. Solch ein meist mit einem Akku betriebenes Gerät ist vor allem bei Menschen beliebt, die oft an ihrem Auto oder dem Motorrad Reparaturen und Wartungsarbeiten durchführen. Mit dem Drehschlagschrauber lassen sich neben Schrauben auch Muttern lösen.
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    Drehschlagschrauber © NEFLO PHOTO, stock.adobe.com
    Der Drehschlagschrauber hat ein höheres Drehmoment © NEFLO PHOTO, stock.adobe.com
  7. Kriechöl ist dünnflüssiger als andere Öle und gelangt dadurch in jeden noch so kleinen Zwischenraum. Es kriecht sozusagen hinein und verringert die Reibung zwischen der Schraube und dem Material, das die Schraube umgibt. Hierfür benötigt das Öl allerdings etwas Zeit. Lassen Sie es deshalb am besten über Nacht oder zumindest einige Stunden einwirken.
    Altes Fahrrad mit Dynamo © spuno, stock.adobe.com
    Rostige Schrauben sind besonders hartnäckig © spuno, stock.adobe.com

    Kriechöl wird häufig in Sprühdosen verkauft. Zu solch einer Sprühdose gehört in der Regel ein Röhrchen, das Sie auf den Sprühkopf stecken. Mit diesem Röhrchen erreichen Sie selbst schwer zugängliche Stellen und können das Öl punktgenau an die Schraube bringen. Verwenden Sie Kriechöl sparsam und tragen Sie es bei Bedarf mehrmals auf. Diese Vorgehensweise ist effektiver als gleich beim ersten Mal eine große Menge aufzutragen.

  8. Ist die Schraube festgerostet, können Hitze und Kälte helfen. Das Metall, aus dem sie besteht, dehnt sich bei Hitze aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Dies führt mit etwas Glück dazu, dass sich der Rost von der Schraube löst und sie sich wieder bewegen lässt.

    Ausschließlich die Schraube zu erhitzen, ist in vielen Fällen schwierig. Ein Heißluftgebläse, eine Lötlampe oder alternativ ein Haartrockner sollte deshalb nur dort zum Einsatz kommen, wo die Hitze keinen Schaden anrichten kann. Für alle anderen Stellen verwenden Sie besser einen Rostentferner, der durch eine Vereisung den Rost löst. Er besitzt im Idealfall ein Röhrchen zum Aufstecken, sodass Sie ihn gezielt auf die Schraube sprühen können.

    Tipp: Tauschen Sie Schrauben sofort aus, wenn Sie Rost an ihnen entdecken. Dadurch ersparen Sie sich viel Arbeit. Besonders gefährdet sind Schrauben, die auf die eine oder andere Weise mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen.
  9. Mit einem Linksausdreher, der auch Schraubenausdreher genannt wird, lassen sich selbst Schrauben mit abgebrochenen Köpfen entfernen. Zusätzlich benötigen Sie ein Windeisen. Diese Variante verursacht daher einige Kosten. Linksausdreher, die oft als Sets für Schrauben in verschiedenen Größen verkauft werden, und ein Windeisen können Sie aber natürlich immer wieder verwenden. Die Anschaffung lohnt sich daher umso mehr, je häufiger Sie mit festsitzenden Schrauben zu kämpfen haben.
  10. Linksausdreher © leonidp, stock.adobe.com
    Der Linksausdreher hilft bei abgebrochenen Schrauben © leonidp, stock.adobe.com

TIPP

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Einen Linksausdreher benutzen Sie folgendermaßen:

  1. Für den ersten Arbeitsschritt benötigen Sie eine Bohrmaschine und einen Metallbohrer. Sein Durchmesser sollte etwa halb so groß wie der Durchmesser des Schraubengewindes sein.
  2. Den Schraubenkopf – sofern vorhanden – müssen Sie eventuell flach feilen, damit Sie den Bohrer ansetzen können. Zusätzlich körnen Sie ihn im Zentrum.
  3. Die Bohrung muss möglichst parallel zum Schraubengewinde verlaufen. Bohren Sie deshalb langsam und überprüfen Sie immer wieder die Haltung der Bohrmaschine. Im Idealfall schaut jemand zu, ob Sie den rechten Winkel einhalten.
  4. Ist das Loch gebohrt, spannen Sie den Linksausdreher in das Windeisen. Mithilfe des Windeisens drehen Sie den Linksausdreher in das Bohrloch. Die Drehung muss gegen den Uhrzeigersinn erfolgen. (73491091 Mit dem Windeisen lässt sich bei Bedarf auch ein neues Gewinde schneiden)
  5. Nach einigen Drehungen sitzt der Linksausdreher fest. Durch weitere langsame Drehungen befördert er die Schraube heraus.

Hat keiner der Tipps zum Erfolg geführt, hilft nur noch ein Ausbohren der Schraube. Hierfür benötigen Sie einen Metallbohrer, dessen Durchmesser etwas größer als der des Schraubengewindes ist.

Plastikdübel und Schrauben © maho, stock.adobe.com
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