Häuser 70iger Jahre

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Wohnungsbau in den 70er Jahren und Plattenbauten

Das industrielle Bauen erlangt in den 1970er Jahren in Deutschland einen hohen Stellenwert. Fertigteilsysteme in verschiedenen Varianten wird an mehreren Standorten entwickelt, zum ersten Mal wird die Vorfertigung von Bauteilen möglich.

P lattenbau unsaniert © rotschwarzdesign, fotolia.com
Plattenbau unsaniert © rotschwarzdesign, fotolia.com

In der Halle vormontiert, lassen sich die Bauteile auf der Baustelle wirtschaftlich und mit kurzen Bauzeiten zu einem Ganzen zusammenfügen. Durch hohe Stückzahlen sollen die Kosten im Bauwesen deutlich gesenkt werden. Dieser Bautyp erlebte in den 1970er Jahren einen wahren Boom, wie sich heute noch in zahlreichen städtischen Quartieren in ganz Deutschland erkennen lässt. In der ehemaligen DDR verlief die Entwicklung ähnlich, heute zeigen die Plattenbauten die damals beliebte Großtafelbauweise, die ebenfalls zu den industrialisierten Bauweisen gehört.

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Fertigteile – ein neuer Baustil setzt sich durch

Ein klassisches Konstruktionsprinzip der Bauten aus den 1970er Jahren war der Stahlskelettbau mit ausgemauerten Ausfachungen. Eine Wärmedämmung war häufig vorhanden, wurde allerdings nach heutigen Maßstäben in sehr geringen Dicken eingebaut. Als Schutz der Außendämmung dienten zum Beispiel Faserzementplatten. Fensterrahmen wurden oft als ungedämmte Aluprofile ausgeführt. In der ehemaligen DDR wurde das Plattenbauverfahren angewandt. Vorgefertigte Betontafeln werden auf der Baustelle zusammengefügt, die Außenseite zeigt sich als Sichtbeton in Form von Waschbeton, gesäuertem Beton oder geschliffenen Oberflächen.

Anfangs wurde komplett auf eine Wärmedämmung verzichtet, in der Regel kam es in den Folgejahren zu einer Nachrüstung, bzw. dem Einbau von gedämmten Konstruktionen bei Neubauten. Häufig wurde dabei Schaumbeton eingesetzt. Das Verfahren verbesserte den Wärmeschutz der Gebäude enorm, die Energiebilanzen lagen über dem damaligen Durchschnitt.

Tipp: Erst prüfen, dann planen! Vor der Sanierung sollten verschiedene Prüfungen des Bauwerks erfolgen, empfehlenswert ist dabei folgender Ablauf:

  1. Bestandsaufnahme durch genaue Prüfung von Konstruktion und Material
  2. Umfassende Schadenserfassung geordnet nach äußeren Einflüssen sowie Mängeln und Schäden, die aus der Herstellung resultieren
  3. Prüfung der Abweichung von heutigen Gesetzen und Verordnungen, zum Beispiel hinsichtlich der Sicherheit
  4. Prüfung der Bauphysik
  5. Aufstellung eines Konzeptes zur Instandsetzung und ernergetischen Sanierung in Abhängigkeit vom Istzustand
  6. Detailplanung in Bezug auf technischen Ablauf und Bauablauf
  7. Bauüberwachung und Qualitätssicherung auf hohem Niveau in der Ausführungsphase

Sanierungsschwerpunkte

Bei den Bauten der 1970er Jahre wie auch im Bereich des Plattenbaus war die Optik zweitrangig, die Konstruktion folgte lediglich der Funktion sowie möglichst geringen Baukosten. Die Verbesserung der äußeren Erscheinung gehört dadurch mit zu den wichtigsten Schwerpunkten bei der Sanierung. Diese wird im Rahmen der energetischen Fassadenaufwertung mit verbessert.

Sanierungsschwerpunkte bei Häusern aus den 1970iger Jahren
Sanierungsschwerpunkte bei Häusern aus den 1970iger Jahren

Weiterhin sind bei diesem Haustyp folgende Maßnahmen erforderlich:

  • Erneuerung der Dacheindeckung, bei Plattenbauten wird zum Teil ein neues Dach als Schrägdach aufgesetzt.
  • Kontrolle und gegebenenfalls Verbesserung des Brandschutzes, insbesondere hinsichtlich der Fluchtwege und Treppenhäuser.
  • Erneuerung der kompletten Haustechnik, einschließlich vorhandener Fahrstühle
  • Einbau von Druckerhöhungsanlagen zur Versorgung der oberen Geschosse in Hochhäusern mit Wasser. Zur Vermeidung einer Kreisförderung muss ein Rückschlagorgan zwischen Saug- und Druckanschluss der Pumpen angeordnet werden. Durch getrennte Einspeisungen und die Unterbringung der Anlagen im Keller lässt sich das Platzproblem in den Griff bekommen.
  • Bei den Plattenbauten benötigt die Fugensanierung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Da allerdings aus energetischen und optischen Gesichtspunkten meist eine komplette Fassadensanierung durchgeführt wird, kann das Fugenproblem in die Gesamtsanierung der Fassade integriert werden.
Tipp: Jedes Sanierungsobjekt hat seine ganz besonderen Schwerpunkte. Nur durch gründliche Prüfungen kann der individuelle Sanierungsbedarf exakt festgestellt und ein wirtschaftliches Konzept entwickelt werden, mit dem sich alle Schadenspunkte erkennen und beseitigen lassen.

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Grundrisse im Raster

Der Fertigteilbau lebt stark von einer gerasterten Bauweise, nur durch hohe Stückzahlen und standardisierte Bauteile bleiben die Kosten im gewünschten Rahmen. Dies wirkt sich auch auf die vorhandenen Grundrisse aus. Die Wohnungszuschnitte entsprechen zum Teil kaum mehr den heutigen Anforderungen, Veränderungen sind nur im Rahmen der Rastermaße ohne aufwändige Zusatzleistungen möglich.

Zur Aufwertung der Wohnungen können Balkone oder Loggien angebaut werden. Vorteilhaft für die Belichtung sind die meist großen Fensterflügel, die generell erneuert werden müssen, da sie unzureichend gedämmt, undicht und verzogen sind.

Schadstoffentsorgung und Betonsanierung

Beim Bau in den 1970er Jahren wurden Baustoffe eingesetzt, die heute zum Teil als gesundheitsschädlich bzw. kanzerogen wirken. Dazu gehören alte Mineralfaserdämmungen, Asbest oder Giftstoffe wie PCB in Dichtmassen. Neben der Überprüfung der Bausubstanz auf Giftstoffe ist auch die Prüfung des Betons relevant.

Mögliche Messungen betreffen zum Beispiel die Druck- und Haftzugfestigkeit des Stahlbetons, die Carbonatisierungstiefe oder die Feuchtigkeitsgehalte im Bereich von undichten Stellen. Durch Hydrophobierung, die Verspachtelung von Rissen und Löchern sowie der Entrostung der Stahlbewehrung kann die Betonalterung gebremst und ein technisch und optisch vertretbarer Zustand wiederhergestellt werden. Die Betonsanierung sollte von Spezialisten durchgeführt werden.

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