Energetische Sanierung: Fehler vermeiden

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Sie wollen Ihr Haus energetisch sanieren? Das ist eine gute Entscheidung. Ob sich eine solche Sanierung finanziell lohnt, darüber wird viel gestritten. Aber es ist immer auch viel Spekulation dabei, denn niemand weiß, wie sich die Energiepreise in den nächsten Jahren entwickeln werden, und daher weiß man auch nicht, wie groß die möglichen Einsparungen sein können. Fest steht dagegen, dass eine energetische Sanierung unter ökologischen Aspekten sinnvoll ist. Wenn der Klimawandel gestoppt werden soll, dann muss auch der Energieverbrauch verringert werden, der durch die Beheizung von Häusern entsteht. Ein gedämmtes Haus bedeutet übrigens auch erheblich mehr Wohnkomfort – was sich ebenfalls in Euro und Cent gar nicht ausdrücken lässt.

Fassadendämmung © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Schon aus Gründen des Klimaschutzes sollten Wohnhäuser gedämmt werden. Aber es gilt, typische Fehler zu vermeiden © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Sie sollten sich also Ihr Vorhaben nicht ausreden lassen. Nicht durch Behauptungen, das Haus müsse atmen und es würde zwangsläufig zu Schimmelproblemen kommen – das ist Unfug. Nicht durch die Behauptung, es würde sich finanziell nicht lohnen – längerfristig betrachtet rechnet sich die energetische Sanierung in der Regel. Und erst recht nicht durch Leute, die den Klimawandel bezweifeln oder die Verursachung durch den Menschen oder die Möglichkeit, die Entwicklung zu beeinflussen. Das sind Verschwörungstheorien. Im Übrigen gibt es auch Vorschriften, wann, was und in welchem Umfang saniert werden muss, etwa nach dem Kauf eines Hauses.

Den ersten Fehler, nämlich nicht zu sanieren, haben Sie bereits vermieden. Der zweite wäre, unbedacht zu Werke zu gehen und auf die Unterstützung eines Energieberaters zu verzichten. Der kostet natürlich ein paar Euro. Aber die Investition macht sich bezahlt, denn der Energieberater rechnet aus, mit welchen Sanierungsschritten wie viel Energie eingespart werden kann und was notwendig ist, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Ohne Energieberater kommen sie auch an die meisten Zuschüsse nicht heran. Unter bestimmten Bedingungen werden die Kosten des Energieberaters ganz oder teilweise von der KFW übernommen.

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Wie nun findet man einen guten Energieberater? Gute Empfehlungen im Kreise aus dem Bekanntenkreis können nützlich sein, aber natürlich kann man auch im Internet suchen. Ein objektives Kriterium ist, ob der Energieberater berechtigt ist, einen Energieausweis auszustellen. Erstens braucht man einen solchen Ausweis zumeist nach dem Ende der Sanierung sowieso. Und zweitens dürfen nur Energieberater mit bestimmten Mindestqualifikationen Energiepässe ausstellen. Auch sollte der Energieberater weder irgendwelche Dinge im Gebäudebereich verkaufen noch eng mit einzelnen Handwerkern zusammenarbeiten – andernfalls besteht die Gefahr, dass nicht unabhängig beraten wird. Schließlich sollte man beim ersten gemeinsamen Gang durch die Baustelle aber auch darauf achten, dass die Chemie stimmt und dass man dem Experten vertraut.

Energetische Sanierung © Marco2811, stock.adobe.com
Bei der energetischen Sanierung geht es um viel Geld und um technisch anspruchsvolle Dinge. Da hilft ein Energieberater auf jeden Fall © Marco2811, stock.adobe.com

Wer den Fehler macht, auf einen Energieberater zu verzichten, der ist dem nächsten Fehler auch schon ganz nahe. Ohne eine fachkundige Beratung nämlich ist es kaum möglich, den Dschungel an Zuschüssen zu überblicken und diejenigen, die man bekommen kann, auch zu nutzen. Die Hauptlast der Investition muss man trotz der Zuschüsse zwar selbst tragen. Aber soll man deshalb auf 10 oder 20 Prozent Zuschuss verzichten? Und womöglich ist es genau der Zuschussbetrag, der die energetische Sanierung von der unwirtschaftlichen in die wirtschaftliche Zone bringt. Auch zinsgünstige Kredite helfen weiter.

Gerne wird in Ratgebern dazu aufgefordert, eine energetische Sanierung in einem Stück zu planen und durchzuführen. Natürlich ist dies der Optimalfall. Aber nicht jeder kann sich das so leisten. Deshalb darf durchaus in Erwägung gezogen werden, schrittweise vorzugehen. Wichtig ist aber, die Einzelmaßnahmen aufeinander abzustimmen und in der richtigen Reihenfolge vorzunehmen.

Sinnvoll ist auf jeden Fall, die Dämmung der Außenfassade und den Austausch von Türen und Fenstern als gemeinsamen Schritt vorzunehmen. Das schon deshalb, weil man dafür ein Gerüst braucht, und wenn man es zwei Mal aufstellt, bedeutet es doppelte Kosten. Zweitens wirkt eine Fassadendämmung ohne neue Fenster nur halb so gut, und neue Fenster ohne gedämmte Fassade führen leicht zu Schimmelproblemen.

Nutzen der Fassadendämmung
Nutzen der Fassadendämmung

Vor allem muss die Fassadendämmung vor dem Austausch der Heizungsanlage kommen. Sonst ist entweder die neue Heizungsanlage überdimensioniert, wenn später gedämmt wird, oder sie ist bis dahin zu wenig leistungsfähig. Die Dämmung von Fassaden und Fenstern müssen also mit dem Austausch der Heizungsanlage aufeinander abgestimmt werden.

Bei der energetischen Sanierung: Erst dämmen und danach die Heizung erneuern
Bei der energetischen Sanierung: Erst dämmen und danach die Heizung erneuern

Natürlich haben auch die Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke sowie die Dämmung der Kellerdecke Einfluss auf die den Energieverbrauch und damit auf die notwendige Größe der Heizung. Die Dämmung des Daches sollte daher ebenfalls vor dem Heizungsaustausch vorgenommen werden. Die oberste Geschossdecke und die Kellerdecke dagegen kann man womöglich auch noch nachträglich dämmen – so knapp, dass sie die notwendige Leistung vorher nicht bringen, werden neue Heizungen ja nicht dimensioniert.

Dämmung der obersten Geschossdecke
Dämmung der obersten Geschossdecke

Auch die Erledigung aller Arbeiten durch Fachfirmen ist eine Forderung der reinen Lehre, die nicht für jeden Bauherren finanzierbar ist. Mancher ist darauf angewiesen, einiges selbst zu erledigen. Freilich gibt es viele Details, bei denen Erfahrung und routiniert eingesetztes Fachwissen sehr von Vorteil sind. Ein Mittelweg ist, die Eigenleistungen mit dem Energieberater zu besprechen, und viele Fachfirmen sind in dem Punkt durchaus kooperativ. Es gibt Arbeiten, die jeder Handwerker selbst erledigen kann, für anderes ist ein wenig Erfahrung notwendig. Strikt verboten ist es, sich leichtfertig alles Mögliche zuzutrauen, mit dem man noch nie zu tun hatte. Wärmebrücken und undichte Stellen könne die Folge sein, die Wirkung der Dämmung zumindest teilweise zunichtemachen können.

Je weniger fachliche Unterstützung man hat, umso größer ist die Neigung, aus finanziellen Gründen halbe Sachen zu machen. Gute Informationen sind wichtig, um die richtigen Abwägungen treffen zu können. Dreifach verglaste Fenster sind teurer als Doppelglasscheiben, aber sie lassen auch weniger Wärme aus dem Haus. Der Energieberater kann qualifiziert einschätzen, was die teureren Fenster zusätzlich bringen, und die Preise vergleichen kann man selbst, wenn man sich entsprechende Angebote machen lässt. Bei der Abwägung sollte man dann langfristig denken. Klar machen sollte man sich auch, dass 16 Zentimeter Außendämmung keineswegs doppelt so teuer sind wie 8 Zentimeter – der Arbeitsaufwand ist zumeist sogar fast gleich. Wobei andererseits auch berücksichtigt werden muss, dass 16 Zentimeter Dämmung nicht doppelt so viel nützen wie 8 Zentimeter. Sehr gut überlegen muss man auch, ob man alte Fenster wirklich in den Wänden lassen sollte. Auch wenn sie noch gut aussehen, kann es leicht vorkommen, dass sie nicht mehr dicht schließen und jede Menge Wärme nach draußen lassen.

Fenster Einbau © traveldia, stock.adobe.com
Zumeist gehört der Austausch der Fenster zur energetischen Sanierung. Aber beim Einbau können Fehler passieren © traveldia, stock.adobe.com

Auf die Details kommt es an. Das ist ein Spruch, den sich gerade die Selbermacher gar nicht groß genug hinter die Ohren schreiben können. Die große Wandfläche ist schnell gedämmt, aber wenn man die Fensterlaibungen ausspart, entstehen dort Wärmebrücken. Fenster lässt man am besten von der Fachfirma einbauen, aber selbst dann muss man darauf achten, dass rundum umlaufende Dichtbänder zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk eingezogen werden. Es ist eigentlich unfassbar, aber man hat schon Fachfirmen dabei erwischt, dass sie in dem Punkt geschlampt haben. Der wohl beliebteste Fehler im Detail aber ist die unzureichende Befestigung der Dampfbremsfolien. Die sollen verhindern, dass Luftfeuchtigkeit im Dämmstoff kondensiert – und sie können diese Aufgabe nur erfüllen, wenn sie rundum zu 100 Prozent dicht befestigt werden.

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