Altbausanierung: Kosten Beispiele

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Was kostet die Altbausanierung?

Grundsätzlich ist eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage nicht möglich. Jeder Altbau ist individuell, die entstehenden Kosten hängen unter anderem von Art und Umfang der Baumaßnahmen, Region und gewähltem Bauunternehmen statt. Eigenleistungen können die Gesamtkosten reduzieren. Unvorhersehbare Zusatzkosten machen eine Sanierung allerdings oft teurer als gedacht. Dennoch gibt es Richtgrößen, nach denen sich zumindest ansatzweise die Größenordnung der Investition abschätzen lässt.

Gerüstbau Kosten © Thomas Aumann, fotolia.com
Altbausanierung Kosten © Thomas Aumann, fotolia.com

Die neue Fassade

Bei der Fassadensanierung kommt es darauf an, ob die Fassade lediglich ausgebessert wird und einen neuen Anstrich erhält oder ob eine energetische Sanierung, zum Beispiel mit einem Wärmedämmverbundsystem, geplant ist. Mit folgenden Kosten ist zu rechnen:

Art der Arbeiten Ungefähre Kosten Euro pro m²
Ausbesserungsarbeiten am Putz 20 bis 40
Kompletter Neuputz 25 bis 35
Zusätzliche Vorbereitung vor dem Neuverputzen 25 bis 35
Neuanstrich der Fassade 20 bis 50
Neue Fassadendämmung 15 bis 200 (je nach Ausführungsart)
Fassadenbekleidung 50 bis 200 (je nach Ausführungsart)

 

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Tipp: Für die Dämmung der Fassade bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine staatliche Förderung als Zuschuss oder in Form von zinsvergünstigten Krediten. Damit die Mittel gewährt werden, muss bei einer Fassadensanierung allerdings ein bestimmter energetischer Stand erreicht werden.

Kosten für die neue Heizung

Wird ein Altbau umfassend saniert, muss meist auch die Heizung erneuert werden. Hier können – je nach Anlagentyp und Dimension – ganz unterschiedlich hohe Kosten auf den Bauherrn zukommen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Anschaffung selbst, sondern auch auf die Betriebs- und Wartungskosten. Mit folgenden Herstellkosten ist zu rechnen:

Anlagenart Ungefähre Kosten in Euro
Gasbrennwertheizung 6.500 bis 9.500
Ölbrennwertheizung 6.500 bis 8.000
Gasetagenheizung 4.000 bis 5.000
Pelletheizung 17.000 bis 26.000
Hackschnitzelheizung 19.000 bis 25.000
Scheitholzheizung 7.800 bis 15.400
Wärmepumpenheizung 10.000 bis 25.000
Blockheizkraftwerk 21.000 bis 39.000
Solarthermieanlage Ab 5.000 aufwärts

 

Tipp: Ebenso wie bei der Fassade können auch bei der neuen Heizungsanlage die Anschaffungskosten durch eine Förderung gesenkt werden. Ansprechpartner ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), teilweise gibt es Landes- oder kommunale Förderungen.

Austausch der Elektroinstallation

Wie teuer die neue Elektroinstallation für den Altbau wird, hängt vom Umfang der Maßnahmen, der vorhandenen Bausubstanz sowie dem gewünschten Ausbaustandard auf Basis der RAL-Ausstattungswerte ab. Die Kosten setzen sich aus Materialkosten und Arbeitslohn zusammen. Neben Funktionalität und Ästhetik spielt gerade hier auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Alte Elektroinstallationen entsprechen heute in der Regel nicht mehr den aktuellen Vorschriften, durch brüchige Isolierungen kann es zu Kurzschlüssen kommen, auch eine Überlastung der alten Technik durch die heute übliche Vielzahl an Elektrogeräten ist ein Risikofaktor. Da gerade die neue Elektroinstallation stark vom Ist-Zustand abhängt, ist eine allgemeine Kostenangabe wenig sinnvoll. Als groben Richtwert für einen kompletten Austausch kann ein Betrag von ca. 70 Euro / m² Wohnfläche angenommen werden, von dem etwa die Hälfte auf Materialkosten entfällt.

Tipp: Einige Arbeiten in der Elektroinstallation wie das Aufstemmen von Wänden oder der Abbau der alten Installation können als Eigenleistung vorgenommen werden. Der Anschluss an die Stromkreise sowie von Starkstromgeräten gehören aus Sicherheits- und Gewährleistungsgründen in die Hand eines Fachbetriebes.

Neue Bodenbeläge

Die Materialkosten für Bodenbeläge schwanken stark, da es für jeden Typ unzählige Varianten und große Unterschiede in der Qualität gibt. Auch Hersteller und Region spielen eine Rolle. Gerade in diesem Bereich lässt sich durch Eigenleistung zwar nicht am Material, wohl aber an den Handwerkerkosten sparen. Geeignet sind die Entfernung des alten Belages sowie die Vorbereitung des Bodens für den Neubelag, zum Beispiel in Form einer gründlichen Reinigung und Grundierung. Für die Beläge selbst kann mit folgenden groben Richtwerten kalkuliert werden:

Belagstyp Kosten in Euro/ m²
Teppichboden als Auslegware 10 bis 80
Fliesen 20 bis 130
Laminat 10 bis 25
Vinyl 15 bis 30
Holzdielen 10 bis 50
Parkett 30 bis 70
Kork 15 bis 50

 

In der Regel ist neben dem Bodenbelag selbst auf Geschossdecken zusätzlich eine Trittschalldämmung erforderlich. Kommt eine Dämmung, zum Beispiel für den Erdgeschossboden über dem Keller hinzu, erhöhen sich die Kosten für die Sanierung der Böden zusätzlich.

Kosten für eine Dachsanierung

Bauliche Voraussetzungen, Materialwahl, Dachkonstruktion, Dachgröße und Umfang der Dachsanierung sind die entscheidenden Parameter für die Kalkulation. Auch hier ist eine grundsätzliche Antwort auf die Frage „Was kostet eine Dachsanierung?“ nicht möglich. Allerdings lassen sich Durchschnittswerte als grobe Richtlinie benennen:

Art der Baumaßnahme Kosten in Euro/ m²
Erneuerung des Dachstuhls 60 bis 80
Erneuerung der Dacheindeckung 90 bis 130
Erneuerung der Dämmung und Abdichtung 40 bis 140
Abriss und Entsorgung von Sondermüll Ca. 20

 

Tipp: Gerade bei der Dachsanierung sollte auf günstige Pauschalangebote verzichtet werden, da diese häufig zu Pfusch am Bau führen und häufig nicht alle Kosten im angebotenen Preis vorhanden sind.

Und was kommt noch?

Eine Altbausanierung ist immer auch ein Risikospiel. Denn auch im noch so gut kalkulierten Sanierungsverfahren kann es zu Mehrkosten durch unvorhersehbare Schäden und Mängel wie marode tragende Wände und Deckenbalken, Schimmel oder Feuchteschäden kommen. Diese sind häufig bei einer Erstbegehung und Bestandsaufnahme nicht erkennbar und werden erst im Laufe der Sanierung sichtbar. Aus diesem Grund sollten Bauherrn einen großzügigen Betrag für den Worst Case mit einkalkulieren.

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