Altbau Energieeffizienz

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Energieeffiziente Altbausanierung

Bei vielen Sanierungsvorhaben liegt der Schwerpunkt mittlerweile wie beim Neubau auf der Steigerung der Energieeffizienz. Hauptziel der meisten Bauherren ist es sicherlich, den Energieverbrauch des Gebäudes zu senken. Aber auch die Wohnqualität lässt sich durch die Dämmung der Gebäudehülle und den Einbau einer modernen, energieeffizienten Anlagentechnik deutlich verbessern.

Dämmstoffe Thermographie © Ingo Bartussek, fotolia.com
Energetische Altbausanierung © Ingo Bartussek, fotolia.com

Von den ersten Energiesparhäusern bis zum Plusenergiehaus, das mehr Energie produziert als es verbraucht, haben sich in Deutschland unterschiedliche Energiestandards für Gebäude etabliert. Ihnen liegen verschiedene Energiekonzepte zugrunde. Zu den wichtigsten Vertretern gehören das KfW-Effizienzhaus und das Passivhaus, die sich an den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparungsverordnung zum Wärmeverlust der Gebäudehülle und Gesamtenergieverbrauch des Hauses orientieren. Auch bei der Sanierung von Altbauten kann man auf diese Modellhäuser setzen, um so die Ziele der energetischen Maßnahmen am eigenen Gebäude genau zu definieren. Mit unterschiedlichen Förderprogrammen unterstützt der Staat Bauherren bei der Umsetzung der Energiestandards.

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Energiestandards in Deutschland

In Deutschland sind die gesetzlichen Vorgaben zur Begrenzung des Energieverbrauchs und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes besonders hoch. Grund hierfür sind die internationalen Klimaschutzziele, zu deren Einhaltung sich die Bundesregierung mit der Unterschrift im Kyoto-Protokoll verpflichtet hat. Gebäude haben einen besonders hohen Verbrauch an Energie. Ein wichtigstes Mittel der Bundesregierung zur Umsetzung der Schutzziele sind deshalb die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung für Gebäude, die mit jeder Aktualisierung weiter verschärft werden, um den Energieverbrauch und CO2-Emissionen von Gebäuden Schritt für Schritt zu senken.

Energiestandards in Deutschland
Energiestandards in Deutschland

Einzuhaltende Grenzwerte und Berechnungsgrundlagen zur deren Ermittlung enthält die EnEV unter anderem zu den Transmissionswärmeverlusten von Bauteilen und dem Primärenergiebedarf des gesamten Gebäudes. Der Primärenergiebedarf gibt Auskunft über die Energiemenge, die ein Gebäude zur Deckung seines Energiebedarfs benötigt. Berücksichtigt werden dabei auch die Verluste durch den Abbau, die Lieferung und die Verarbeitung von Energieträgern. Darum wirkt sich der Einsatz regenerative Energiequellen sowie eine effiziente Anlagentechnik und ein hoher Wärmedämmstandard positiv auf diesen Wert aus. Die Angabe dieses Wertes erfolgt nach üblicherweise in Kilowattstunden bezogen auf die Gebäudenutzfläche und Jahr, also in der Einheit kWh/(m²·a), um die Werte vergleichbar zu gestalten.

Energieausweis Haus © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Energieausweis bewertet energetische Ausstattung des Hauses © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Zu unterscheiden hiervon ist der Heizwärmebedarf, der sich aus der Bilanzierung von Wärmeverlusten und Wärmegewinnen des Hauses ergibt, aber ebenfalls zu den relevanten Werten bei der Energiebewertung eines Gebäudes zählt. Ebenfalls einzuhalten sind die Anforderungen an die Transmissionswärmeverluste, die über die Wärmeverluste der einzelnen Bauteile ermittelt werden und in einer Gesamtsumme für das Gebäude resultieren. Welche Ergebnisse sich mit einem guten Energiekonzept erzielen lassen, zeigt ein Vergleich: Verbrauchte der Gebäudebestand von Deutschland im Jahr 2002 durchschnittlich 160 kWh/(m²·a), lässt sich mit einem Passivhaus mindestens ein Wert von 15 kWh/(m²·a) erreichen.

Während die Maximalwerte aus der EnEV für den Neubau immer umfassend einzuhalten sind, gelten für die Altbausanierung vor allem die entsprechenden Vorgaben zur Nachrüstpflicht. Diese betreffen unter anderem die Verpflichtung zur Dämmung der oberen Geschossdecken oder des Daches und die Optimierung oder den Austausch der Heizanlage. Allerdings existieren auch hier zahlreiche Ausnahmereglungen, die der aktuellen EnEV entnommen werden können. Jedoch gilt: Werden energetische Maßnahmen an einem bestimmten Bauteil des Altbaus vorgenommen, wie beispielsweise der Austausch der Fenster, müssen die Maximalwerte zu den Transmissionswärmeverlusten aus der EnEV für diese Bauteile eingehalten werden.

Sanieren zum KfW-Effizienzhaus

Mit den Förderprogrammen der KfW-Bank zum energetischen Bauen und Sanieren will die Bundesregierung die energieeffiziente Bauweise für Bauherren attraktiver machen. Auch für Besitzer von Altbauten existieren zahlreiche Möglichkeiten, hiervon zu profitieren. Sowohl die Durchführung von Einzelmaßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs als auch die Verbesserung der Gesamtenergiebilanz werden gefördert. Wer auf ein abgestimmtes Energiekonzept für das komplette Gebäude setzt, der kann sich an den KfW-Effizienzhaus-Standards der KfW-Bank orientieren. Zwischen unterschiedlichen Förderstufen kann der Bauherr entscheiden, welchen Energiestandard sein Haus zukünftig haben soll. Hierbei gilt, je besser die Energiebilanz, desto höher ist die Förderung.

Altbausanierung mit Dämmung © Bauherren-Schutzbund e.V.
Altbausanierung mit Dämmung © Bauherren-Schutzbund e.V.

Die Effizienzhausstandards orientieren sich an den Höchstwerten der EnEV. Dies spiegelt sich auch in den Bezeichnungen der einzelnen Förderprogramme wieder. Während ein KfW-Effizienzhaus 100 die Vorgaben der EnEV zu 100 % erfüllt, verbraucht ein KfW-Effizienzhaus 55 nur 55% des festgelegten Maximalwertes zum Energieverbrauch aus der EvEV. Referenzgrößen ist hier der Primärenergiebedarf bezogen auf Quadratmeter und Jahr, aber auch der Jahres-Heizwärmebedarf ist für einige Effizienzhausstandards beschränkt.

Sanierung zum Effizienzhaus
Sanierung zum Effizienzhaus

Sowohl eine gute Wärmedämmung des Gebäudes als auch die Effizienz der Anlagetechnik fließen durch den Primärenergiebedarf in den Energiestandard eines KfW-Effizienzhauses mit ein. Dies ermöglicht dem Bauherrn bei der Auswahl der Maßnahmen einen gewissen Handlungsspielraum. Wer also auf eine besonders energieeffiziente und ressourcenschonende Energieerzeugung wert legt, kann bei den Dämmwerten sparen und umgekehrt. Zu den aktuellen Förderprogrammen der KfW-Bank für die energetische Sanierung gehören das KfW-Effizienzhaus 55, 70, 85, 100, 115 und das KfW-Effizienzhaus Denkmal. Energetische Einzelmaßnahmen werden ebenfalls bei Einhaltung der Technische Mindestanforderungen aus den Merkblättern des jeweiligen KfW-Förderprogramms unterstützt.

Die KfW-Bank fördert das energetische Sanieren sowohl über Investitionszuschüsse als auch über die Verbilligung von Baukrediten mittels Tilgungszuschüssen. Um in den Genuss der attraktiven Förderungen durch die KfW-Bank zu kommen, existieren für die Antragstellung und die Durchführung entsprechende Vorgaben, die die Berechtigung zur Förderung sicherstellen sollen. Die Einbeziehung eines Energieberaters ist in der Regel Pflicht.

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Sanierung zum Passivhaus

Ob Neubau oder Altbau, die Herstellung eines hohen energetischen Standard bedeutet in aller regel Mehrkosten. Besonders hoch liegen die Kosten beim Neubau oder der Sanierung nach dem Konzept eines Passivhauses. Demgegenüber stehen jedoch die großen Energieeinsparungen, die sich durch die spezifischen Anforderungen an ein Passivhaus ergeben. Merkmale eines Passivhauses sind seine geringen Wärmeverluste über die Außenhülle, die durch eine besonders dicke Wärmedämmung, spezielle Passivhausfenster und Außentüren und eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle erreicht werden.

Was macht ein Passivhaus aus?
Was macht ein Passivhaus aus?

Diese besonders dichte und dämmende Gebäudehülle wird mit einer Lüftungsanlage kombiniert, die über das Prinzip der Wärmerückgewinnung die einströmende Zuluft über die ausströmende Abluft vorwärmt. Beides führt zusammen mit solaren Wärmegewinnen aus großen Fensterflächen Richtung Süden und der Abstrahlwärme der Bewohner und Haushaltsgeräte zu einer deutlichen Reduzierung des Heizwärmebedarfs. Je nach Ausführung kann teilweise sogar ganz auf eine Heizungsanlage zur Raumerwärmung verzichtet werden. Über eine konstante Raumtemperatur und eine bessere Luftqualität sind die Vorzüge eines Passivhauses auch im Alltag spürbar.

Passivhaus © Doc Rabe, fotolia.com
Passivhaus © Doc Rabe, fotolia.com

Bauherren haben die Möglichkeit, sich ihr Gebäude bei Einhaltung des Passivhausstandards offizielle zertifizieren zu lassen. Dies dienst als Sicherstellung für den Bauherrn über die Einhaltung des Energiestandards und trägt damit auch zur Wertsteigerung der Immobilie bei. Informationen über Passivhäuser und die Anforderungen einer Zertifizierung bietet das Passivhaus Institut Darmstadt. Ein spezieller Passivhausstandard, der zertifiziert werden kann, existiert auch für die Sanierung.

Energieeffizientes Haus, Marcus Kretschmar, fotolia.com
Sanierung zum Passivhaus © Marcus Kretschmar, fotolia.com

Hier ist der geringe Heizwärmebedarf eines Passivhauses in der Regel zwar nicht zu erreichen, wohl aber lassen sich einzelne Passivhaus-Komponenten für eine energieeffiziente Sanierung einsetzen. EnerPHit heißt der Standard für die Altbausanierung, der die besonderen Merkmale eines Altbaus berücksichtigt und besonders die Kombination aus verschiedenen Einzelmaßnahmen fokussiert. Durch die Orientierung an diesem speziellen Passivhauskonzept kann der Bauherr sein Gebäude zielgerichtet energetisch sanieren und einen hohen Energiestandard erreichen. Die Förderung der Einzelmaßnahmen kann über die Förderprogramme der KfW-Bank erfolgen.

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