Holzbalkendecken sanieren

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Holzbalkendecken, wie sie früher in eigentlich jedem Haus eingebaut wurden, haben gegenüber modernen Betondecken gravierende Nachteile: Sie sind hellhörig, nicht brandhemmend und sehr feuchtempfindlich. Zudem neigen sie beim Begehen zu großen Schwingungen. Trotzdem gibt es bei der Sanierung von Häusern häufig keine Alternative, Holzbalken durch Betondecken zu ersetzen. In Fachwerkhäusern sind Betondecken ohnehin fehl am Platz. Deswegen muss gegebenenfalls die Holzbalkendecke saniert werden. Hier steht, was man darüber wissen muss.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob der gesamte Deckenaufbau neu geplant werden soll, von den Balken selbst einmal abgesehen. Wenn das der Fall ist, muss auch eine neue Decke für den unten liegenden Raum her. Geht es nur um einen neuen Fußboden für den oberen Raum, bedeutet das natürlich weniger Aufwand.

Soll ein kompletter Deckenaufbau erneuert werden, empfiehlt sich eine gewisse Reihenfolge beim Abbau der alten Decke. Zuerst entfernt man den Bodenbelag bis die Füllung des Hohlraumes zwischen den Balken, die sogenannte Schüttung, sichtbar wird. Dann räumt man diese Schüttung aus – bei Altbauten handelt es sich oft um eine Mischung aus Sand, Lehm oder Schlacke. Erst danach entfernt man im unteren Raum den Putz an der Decke und den Putzträger – das sind zumeist Drahtgeflechte, sogenannte Sauerkrautplatten oder Schilfrohrmatten. Zuletzt baut man den sogenannten Blindboden ab.

Fußbodensanierung © bierwirm, stock.adobe.com
Unter den alten Dielen wartet meistens eine sehr staubige Schüttung aus Schlacke © bierwirm, stock.adobe.com

Der Blindboden macht den Anfang

Der Blindboden liegt zwischen den Balken und ist für die Trittschalldämmung zuständig. In Sporthallen kommt er häufig zum Einsatz. Um seinen Zweck zu erfüllen, befestigt man Dachlatten auf beiden Seiten der Deckenbalken. Dabei platziert man sie nicht ganz bündig, möglichst aber weit unten entlang der Balken. Auf diese Weise entsteht zwischen den Balken viel Platz für eine Schüttung. Sind die Latten fest, verschließt man die Zwischenräume zwischen den Balken, indem man kurze Bretter senkrecht zu den Latten auf diese Latten nagelt. Es müssen allerdings keine gehobelten Bretter sein.

Auf diesen Brettern breitet man einen sogenannten Rieselschutz aus. Dieser verhindert, dass die später einzubringende Schüttung durch irgendwelche Ritzen nach unten rieselt. Früher wurde dafür oft einfach Zeitungspapier verwendet, heute kann man im Fachhandel entsprechende Papierbahnen kaufen. Ganz klar: Wird keine Schüttung eingebaut, braucht man auch keinen Rieselschutz.

Eine Oberkante muss höhengleich sein

Beim Umbau sollte vorher geprüft werden, ob die Oberkanten der Deckenbalken höhengleich verlaufen. Wenn ja, können jetzt einfach die Zwischenräume zwischen den Balken ausfüllt werden. Wenn nicht, gibt es wieder zwei Möglichkeiten:

  1. Die erste davon ist, eine Ausgleichsschüttung waagerecht aufzubringen, damit sie alle Balken überdeckt und die Höhenunterschiede ausgleicht. Für einen Anfänger ist das eine kleine Herausforderung, denn das Auftragen verlangt ein wenig Übung und Geduld. Auf diese Schüttung können dann Plattenelemente gelegt werden: OSB- oder andere Holzplatten oder auch ein sogenannter Trockenestrich. Dieser Boden liegt dann „schwimmend“ auf, ist also nicht befestigt. Wichtig ist, rundherum am Rand einen Zentimeter Zwischenraum zu lassen, damit sich das Material bei Temperaturschwankungen bewegen kann.
  2. Es gibt aber auch Gründe gegen einen solchen „schwimmenden“ Boden. Zum Beispiel, wenn man einen Dielenfußboden verlegen möchte, jedoch ohne Holz- oder Estrichplatten um nicht noch mehr an Raumhöhe zu verlieren. Dann schraubt man mindestens 2,5 Zentimeter starke Bretter seitlich so an die Deckenbalken, dass die Oberkanten aller Bretter höhengleich liegen. Dann kann man später auf diese Bretter einen beliebigen Boden verschrauben.
Dielen erneuern © mhp, stock.adobe.com
So machte man es früher – einfach Dielen auf die Deckenbalken nageln. Heutigen Anforderungen an den Schallschutz genügt das zumeist nicht © mhp, stock.adobe.com
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Schüttdämmung oder nicht?

Nach der Befestigung der Balken und Bretter werden die Hohlräume mit einer Schüttung aus Dämmstoff-Granulat aufgefüllt. Je nachdem, wie wichtig es ist, die Räume im Obergeschoss zu dämmen, ist auch möglich, nachträglich Dämmmaterial einzubauen. Um einen besseren Schallschutz zu erreichen, vor allem zwischen zwei bewohnten Stockwerken, ist ein möglichst schweres Material von Vorteil. Manche bauen auch die anfänglich herausgeholte Schlacke wieder ein. Bei der Frage, welche Mengen etwa von Sand oder einer schweren Schüttung man einbauen kann, befragt man am besten einen Statiker.

Ob schwimmend oder fest montiert, Resultat sollte eine absolut ebene Fläche sein. Auf diese kann dann fast jeder beliebige Bodenbelag aufgebracht werden. Es empfiehlt sich, unter den Bodenbelag noch eine Trittschalldämmung zu verlegen, das sind etwa fünf Millimeter starke und leicht flexible Platten. Manche Fußböden sollten befestigt werden, massive Dielen zum Beispiel. Andere, wie sogenanntes Klickparkett oder Laminat, können auch schwimmend verlegt werden – das verbessert noch einmal zusätzlich den Schallschutz.

Schwingungen dämpfen

Nicht beantwortet bleibt damit die Frage, wie man eine stark schwingende Decke in den Griff bekommen kann. Keiner möchte, dass die Gläser im Schrank klirren, wenn jemand den Raum betritt. Ganz vermeiden kann man dieses Schwingen oft nicht, aber erheblich reduzieren.

Zu diesem Zweck schraubt man OSB-Platten zweilagig direkt auf die Deckenbalken, nach dem Einbringen der Schüttung also. Die erste Lage wird quer zu den Balken geschraubt, die zweite parallel. Man verwendet immer mindestens 6 Zentimeter lange und nicht allzu dünne Schrauben, die in höchsten 15 Zentimetern Abstand angebracht werden. Auch sollten sie nicht in schnurgeraden Reihen angeordnet sein, sondern eher leichte Zickzacklinien beschreiben. Die Holzplatten bilden so eine kompakte Scheibe, die das Schwingen der Balken dämpft. Entscheidend ist eine sehr stabile Verbindung von Balken und Holzplatte.

Dachbodenrenovierung © SKatzenberger, stock.adobe.com
Mit einer gut auf die Deckenbalken verschraubten Scheibe aus OSB-Platten kann man Schwingungen der Decke erheblich dämpfen © SKatzenberger, stock.adobe.com

Eine solche statische Scheibe verhindert, das oben beschriebene Verfahren, zum Ausgleich von Höhenunterschieden seitlich Bretter an die Deckenbalken angeschraubt werden. Für das Problem gibt es drei mögliche Lösungen. Wer sich das handwerklich zutraut und wenig Höhe verlieren möchte, bringt eine dünne Schicht Schüttung zum Ausgleich der Unterschiede nach dem Bau der Scheibe auf. Wer die damit verbundene Fummelei nicht scheut, schraubt auf die Platten zurecht gesägte Kanthölzer, damit die Höhenunterschiede ausgeglichen werden. Auf diesen Hölzern könne dann nochmals OSB- oder Trockenstrichplatten verlegt oder Dielen befestigt werden. Oder man schraubt die doppelte Holzplatte direkt oben auf die Bretter, um die Höhenunterschiede auszugleichen. Um die Schwingungen möglichst gut zu dämpfen, sollten viele Schrauben sowohl für die Befestigung der Bretter an den Holzballen als auch zum Anschrauben der OSB-Platten an die Bretter verwendet werden.

Letzte Alternative ist die komplette Wiederherstellung der Zimmerdecke in der unteren Etage. Bei höhengleich abschließenden Holzbalken kann man einfach Putzträger an den Balken befestigen und diese dann nachträglich verputzen. Gipskartonplatten sind dabei eine beliebte Lösung, denn sie haben mehrere Vorteile: Sie lassen sich einfach montieren und bieten einen guten Brand- bzw. Schallschutz.

Zwischendecke einbauen © photo 5000, stock.adobe.com
Hier wird mit Gipskartonplatten unter einer unsanierten Decke eine abgehängte Decke eingezogen. Selbstverständlich geht das auch mit einer sanierten Decke © photo 5000, stock.adobe.com
Sanierte Altbaudecke © beugdesign, fotolia.com
Schallschutz für Altbaudecken

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