Altbausanierung: Das kann man selbst machen

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Eigenleistungen in der Altbausanierung – Was kann ich selber machen?

Eigentlich eine gute Idee: Wer bei der Altbausanierung viele Eigenleistungen erbringt, spart Baukosten. Allerdings gilt es bei der Kalkulation mit der eigenen Muskelkraft verschiedene Aspekte zu bedenken. So sind zum Beispiel handwerkliches Geschick und ausreichend Zeit erforderlich. Weiterhin können nicht alle Arbeiten als Eigenleistung durchgeführt werden. Hinsichtlich der Finanzierung muss berücksichtigt werden, dass eine Überschätzung der möglichen Eigenleistungen später zu Zahlungsengpässen führen kann.

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Eigenleistung: Hier tapezieren © yunal1, fotolia.com

Grundvoraussetzungen für die Altbausanierung in Eigenregie

Bereits vor der Kalkulation sollte der Bauherr genau einschätzen wieviel Zeit, Kraft und handwerkliches Können real vorhanden ist. Denn nicht fachgerecht ausgeführte Eigenleistungen wie eine fehlerhafte Dämmung oder ein mängelbehafteter Fenstereinbau können später hohe Folgekosten verursachen. Deshalb ist es wichtig, dort, wo eigene Kenntnisse fehlen, einen Fachberater mit einzukalkulieren.

Tipp: Besonders wichtig ist es, die eigene Leistungsfähigkeit nicht zu überschätzen. Die Altbausanierung ist körperlich wie auch hinsichtlich des benötigten Fachwissens oft anspruchsvoll.
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Die Zeit nicht aus dem Auge verlieren!

Eigenleistungen sind zeitaufwändig, viele Bauherren stehen der Sanierung nur nach Feierabend oder am Wochenende zur Verfügung. Hinzu kommen Unerfahrenheit und fehlende Übung, die dafür sorgen, dass viele Arbeiten länger dauern, als wenn ein Profi sie erledigt. Die längere Bauzeit bewirkt mehr Nebenkosten, zum Beispiel für Miete und zusätzliche Zinsen. Damit die Finanzierung am Ende dennoch stimmt, sollte dieser Umstand von vorneherein mit eingeplant werden.

Bauplan Haus Rechner © Marina Lohrbach, fotolia.com
Genauer Bauplan und Kostenkalkulation notwendig © Marina Lohrbach, fotolia.com
Tipp: Gut fahren Bauherren, die die möglichen Einsparungen durch Eigenleistungen lieber geringer als zu hoch ansetzen.

Welche Eigenleistungen machen Sinn?

Auf einer Baustelle treffen sich viele verschiedene Gewerke mit unterschiedlichen Aufgaben. Einige davon können leicht vom Bauherrn in Eigenleistung durchgeführt werden, für andere empfiehlt es sich, die Ausführung einem Fachbetrieb zu überlassen:

  • Beim Rohbau können Bauherren als Bauhelfer verschiedene Hilfsarbeiten erledigen. Vollständig kann dieses Gewerk nur in den seltensten Fällen übernommen werden, da neben Fachwissen auch mehrere Arbeitskräfte und viele verschiedene Maschinen erforderlich sind.
  • Wenn es um das Verputzen von Decken, Wände und Böden geht, können Bauherren sich um die Vorarbeiten kümmern und zum Teil sogar den Wandausbau übernehmen. Im Bodenbereich machen Eigenleistungen zum Beispiel für die Montage von Trockenestrich Sinn. Ans Verputzen und Estrichlegen sollten sich Bauherren nur wagen, wenn Erfahrung und handwerkliches Geschick vorhanden ist.
  • Hinsichtlich der Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation gilt: Viele Arbeiten dürfen nur von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel Arbeiten am Sicherungskasten. In diesen Bereichen spielt die Gewährleistung eine wichtige Rolle, die Eigenleistungen sollten sich deshalb auf vorbereitende und Hilfsarbeiten wie die Wandvorbereitung beschränken.
  • Beim Innenausbau gibt es viele Möglichkeiten Hand anzulegen. Streich- und Montagearbeiten oder das Einbauen der Bodenbeläge sind einige davon. Allerdings gilt auch hier: Für ein perfektes und zufriedenstellendes Ergebnis sind Geschick und Erfahrung nötig.

Wichtig: fachliche Beratung für schwierige Aufgaben

Im Bereich statischer, konstruktiver oder bauphysikalischer Arbeiten sowie in allen Bereichen der Abdichtung ist fachliche Beratung unverzichtbar. Mit einem kompetenten Fachbauleiter auf der Baustelle lässt sich das Risiko von Baufehlern, die später zu Folgekosten führen können, deutlich senken. Für dieses Arrangement sollten allerdings konkrete Absprachen, zum Beispiel bezüglich der Haftung schriftlich und im Voraus getroffen werden.

Vor Modernisierungsbeginn – Abstimmung und Blick in die Pläne © Bauherren-Schutzbund e.V.bsv
Vor Modernisierungsbeginn – Abstimmung und Blick in die Pläne © Bauherren-Schutzbund e.V.
Tipp: Die Unterstützung durch erfahrene Handwerker stimmt oft auch die Banken milde, die Eigenleistungen häufig grundsätzlich nur zu einem geringen Anteil anerkennen.

Eigenleistung und Baufinanzierung

Unter dem Namen „Muskelhypothek“ spielen Eigenleistungen bei der Baufinanzierung eine wichtige Rolle. Hier muss genau gerechnet werden, ebenso halten es die Banken. Denn wer bei der Kalkulation die Eigenleistungen zu hoch einschätzt und die Nebenkosten durch längere Bauzeiten nicht berücksichtigt, kann Zahlungsprobleme bekommen, da die Kreditsumme nicht ausreicht. Wer auf Nummer sichergehen will, folgt den Einschätzungen der Bank, die Eigenleistungen meist bis zu einem Maximalwert von 15 % der Bausumme anerkennen.

Die Sache mit der Gewährleistung

Trotz aller Vorzüge hat die Altbausanierung in Eigenleistung einen entscheidenden Nachteil: Treten Folgeschäden aufgrund mangelhafter Ausführung der Arbeiten aus, besteht keine Gewährleistung. Im Schadensfall muss der Bauherr auf eigene Kosten nachbessern. Gleiches gilt, wenn freiwillige private Helfer bei der Sanierung mitarbeiten. Problematisch kann es auch werden, wenn nur ein Teil der Arbeiten als Eigenleistungen erbracht wird. Nicht immer lässt sich klar unterscheiden, ob nun der Bauherr oder der beteiligte Handwerker verantwortlich ist. Dies führt häufig zu Streitigkeiten. Eine Lösungsmöglichkeit bieten genaue Absprachen mit den ausführenden Betrieben und die ausschließliche Übernahme von Arbeiten, durch die keine Gewährleistungsansprüche beeinträchtigt werden.

Tipp: Helfen Freunde und Verwandte mit, müssen diese bei der Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Im Falle eines Unfalls ist der Bauherr dann abgesichert.

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