Bauhelferversicherung

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Die Bauhelferversicherung: Das sollten Hausbauer wissen

Viele Menschen träumen vom Bau eines eigenen Hauses. Die eigenen vier Wände von Grund auf ganz nach den persönlichen Vorstellungen zu gestalten, bedeutet absolute Freiheit.

Wer sich diesen Traum erfüllen möchte, nimmt jedoch auch eine Menge Arbeit in Kauf.

Die meisten erstellen zunächst einen Zeitplan und überlegen in erster Linie, wo sie geeignete und qualitativ hochwertige Baumaterialien zu einem fairen Preis bekommen. Außerdem planen sie die Raumaufteilung und machen sich beispielsweise Gedanken darüber, in welcher Himmelsrichtung der Garten angelegt werden soll. Manche beschäftigen sich vielleicht sogar schon mit Wandfarben, Türen und Bodenbelägen.

Zu den weniger spannenden, aber äußerst wichtigen Themen gehören allerdings im Rahmen eines Hausbaus vorrangig die notwendigen Versicherungen.

Da nicht jeder ein Bauunternehmen beauftragt, greift er hier und da mit Sicherheit auf die Hilfe seiner Freunde und der Familie zurück. Hierdurch lässt sich nicht bloß Geld sparen. Es macht auch Spaß, gemeinsam an einem großen Projekt wie einem Haus zu arbeiten.

 Handwerker machen Teamwork bei Hausbau © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Die besten Freunde als Bauhelfer © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Aber welche Vorschriften sind eigentlich zu beachten, wenn Freunde und Familie zu Bauhelfern werden? Müssen Sie als Bauherr eine Versicherung für Ihre Bauhelfer abschließen, Ihre Helfer womöglich anmelden? Was passiert, wenn Sie diese Formalitäten versäumen? Und wie viel kostet eine Bauhelferversicherung überhaupt?

Warum ist eine Bauhelferversicherung wichtig?

Wer die Hilfe von Familienmitgliedern nur kurze Zeit in Anspruch nimmt, muss nicht sofort eine Versicherung abschließen. Kleinere Arbeiten wie das Abladen von Baumaterialien oder das Streichen einer Küchenwand sind unbedenklich. Im Normalfall handelt es sich hierbei um ungefährliche und weniger zeitintensive Arbeiten, die aus Gefälligkeit erfolgen.

In jedem Fall sollten sich Bauherren aber immer informieren, wie die gesetzlichen Vorschriften aussehen, bevor sie Freunde und Familie auf die eigene Baustelle holen.

Handwerker: Unfall auf der Baustelle © Halfpoint, stock.adobe.com
Die Unfallgefahr auf Baustellen wird oft unterschätzt © Halfpoint, stock.adobe.com

Hinzu kommt, dass jedes Jahr etliche Unfälle gemeldet werden. Oft handelt es sich dabei um verunglückte Helfer aus dem direkten, privaten Umfeld.

Ganz abgesehen von persönlichen Folgen für den Verunfallten, muss auch der Bauherr unter anderem mit teuren Regressforderungen durch die BG Bau (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) rechnen.

Darüber hinaus drohen alleine aufgrund eines Verstoßes gegen die Melde- und Nachweispflicht hohe Bußgelder von bis zu 2500 Euro.

Es kostet Sie nicht viel, Ihre Helfer durch einen gesetzlichen Unfallschutz abzusichern.

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Kosten einer Bauhelferversicherung

Was kostet es denn eigentlich, private Bauhelfer gesetzlich zu versichern? Dies hängt maßgeblich von den Helferstunden ab. Es macht Sinn, ein sogenanntes Bautagebuch zu führen, in dem sämtliche Arbeiten, Zeiten und Personen erfasst werden.

Die BG Bau berechnet einen Mindestbetrag in Höhe von 100 Euro. Das bedeutet wiederum, dass Sie sämtliche Arbeitsstunden Ihrer Helfer nur übermitteln müssen, sofern hierdurch der Mindestbetrag überschritten würde.

Der Berechnung liegt ein fiktiver Stundensatz zugrunde. Dieser liegt in alten Bundesländern bei 12,74 Euro und in neuen Bundesländern bei 12,04 Euro. Hinzukommt der aktuelle Beitragssatz von 12,2016 %.

Entscheidende Größen zur Berechnung der gesamten Beitragshöhe einer Bauhelferversicherung sind demnach

  1. die geleisteten Arbeitsstunden,
  2. der fiktive Stundensatz sowie
  3. der aktuelle Beitragssatz.

Checkliste: Ihre Pflichten als Bauherr gegenüber der BG Bau

Mitteilungs- und Auskunftspflicht:

  • Name und Anschrift der Bauherren
  • Eine Beschreibung des Bauvorhabens
  • Baustellenanschrift
  • Baubeginn und Bauende
  • Anmeldung privater Bauhelfer innerhalb einer Woche nach Baubeginn (online möglich)
  • Geleistete Helferstunden festhalten (Bautagebuch kann hilfreich sein)
  • Name und Anschrift gewerblicher Unternehmen, die Sie beauftragt haben

Beitragspflicht:

  • Versicherungsbeiträge für private Bauhelfer

Meldepflicht im Ernstfall:

  • Arbeitsunfälle müssen Sie umgehend bei der BG Bau melden

Vorschriften zum Arbeitsschutz:

  • Sorgen Sie für Schutzausrüstung wie Helme, Geländer, Handschuhe
  • Bei Verstoß drohen Strafgelder von bis zu 10.000 Euro
Sicherheitsausrüstung auf der Baustelle © New Afica, stock.adobe.com
Die richtige Sicherheitsausrüstung auf der Baustelle hat höchste Priorität © New Afica, stock.adobe.com

Außerdem wichtig …

Übrigens gilt die Bauhelferversicherung zunächst einmal nur für Ihre Helfer. Die gesetzliche Unfallversicherung können beziehungsweise sollten Sie freiwillig auch für sich und Ihren Lebenspartner abschließen. Vor allem dann, wenn Sie selbst aktiv auf Ihrer Baustelle arbeiten.

Bei der gesetzlichen Unfallversicherung für Sie und Ihre privaten Bauhelfer handelt es sich um einen Grundschutz. Darauf aufbauend haben Sie die Möglichkeit, eine private Bauhelferversicherung abzuschließen, die einen zusätzlichen Schutz bei allen möglichen Unfällen bietet.

Denn auf einer Baustelle kann es schnell gefährlich werden. Besonders wenn Sie voller Tatendrang an Ihrem Traumhaus arbeiten und gedanklich einmal abgelenkt sind. Oft wird ein falscher Schritt oder ein schlecht gesichertes Gerüst plötzlich zum Verhängnis.

Und wenn mal ein Sachschaden entsteht? Bei leichter Fahrlässigkeit greift die private Haftpflichtversicherung Ihrer Helfer, bei grober Fahrlässigkeit bleiben Sie als Bauherr auf den Kosten sitzen. Denn es handelt sich nun mal leider um private Helfer und nicht um ein professionelles Bauunternehmen.

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