Hausabriss

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Gründe, Voraussetzungen und Kosten: So gehen Sie beim Hausabriss vor

Es kann unterschiedliche Gründe für einen Hausabriss geben. Etwa wenn das gekaufte oder geerbte, stark in die Jahre gekommene, Haus in einem Zustand ist, der eine Sanierung unmöglich macht, bzw. wenn sich die Vorstellungen des Bauherrn im Rahmen einer Sanierung nicht umsetzen lassen. Sobald dann das Für und Wider eines Abrisses abgewogen wird, rücken auch entscheidende Faktoren wie Kosten, eigene oder professionelle Durchführung sowie gesetzliche Voraussetzungen in den Fokus. In diesem Artikel erhalten Sie mögliche Entscheidungshilfen für bzw. gegen einen Hausabriss und verschaffen sich einen Überblick über Kosten und rechtliche Vorgaben.

Gründe für einen Hausabriss

Beim Kauf eines Grundstückes ist es oft so, dass dieses noch mit einer Immobilie bebaut ist. Diese befindet sich nicht selten in einem renovierungsbedürftigen bis manchmal sogar baufälligen Zustand. Oftmals liegen auch bauliche Mängel oder Schadstoffbelastungen vor. Auch können die energetischen oder architektonischen Pläne des Bauherrn für das Althaus, wie etwa extrahohe Decken, des Öfteren nicht umgesetzt werden, was einen Abriss nach sich ziehen kann. Nicht zuletzt kann auch ein klassischer Fehlkauf zum Abriss einer Immobilie führen, etwa wenn sich der Haustraum bei genauerer Inspektion als schrottreife Immobilie herausstellt.

Baufälliges Haus © Volker Loche, stock.adobe.com
Nicht selten befinden sich die Gebäude auf einem neu gekauften Grundstück in einem renovierungsbedürftigen bis baufälligen Zustand © Volker Loche, stock.adobe.com
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Hausabriss – mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Die Kosten für einen Hausabriss lassen sich nicht pauschal beziffern. Einige Faktoren spielen eine entscheidende Rolle und wirken sich auf die Preisfindung aus. In der folgenden Übersicht sind einige der wichtigsten Faktoren aufgelistet.

Welche Faktoren nehmen Einfluss auf die Kosten

  • Die Größe des Gebäudes ist der vermutlich augenscheinlichste Faktor für den Gebäudeabriss, da Arbeitsaufwand und Einsatzzeit der Maschinen in Abhängigkeit zur Gebäudegröße stehen.
  • Steht das Haus frei und ist von allen Seiten gut zugänglich? Oder steht es eng zu anderen Gebäuden? Die Gegebenheiten vor Ort bestimmen die Schwierigkeit des Abrisses und damit auch die Kosten.
  • Je nachdem, welche Baumaterialien bei der Errichtung des Hauses verwendet wurden, können die Entsorgungskosten beim Abriss unterschiedlich ausfallen. So müssen etwa gesundheitlich bedenklich Baustoffe wie Asbest gesondert entsorgt werden, was höhere Kosten mit sich bringt.
  • Ist das Haus günstig gelegen oder müssen aufwendige Sicherheitsmaßnahmen und Absperrungen angestoßen werden, um die Baustelle vorzubereiten? Es gilt: Je aufwendiger die sichere Einrichtung der Baustelle, desto kostspieliger.
  • Kellerräume bieten praktischen Stauraum. Beim Hausabriss stellt ein Keller allerdings einen zusätzlichen Kostenfaktor dar. Denn der Keller muss aufwendig ausgebaggert und das entstehende Loch anschließend aufgefüllt und die Erde verdichtet werden, um alles für einen sicheren Neubau vorzubereiten.
Haus wird abgerissen mit einem Bagger © wolfilser, stock.adobe.com
Haus wird abgerissen mit einem Bagger © Wolfilser, stock.adobe.com

Wie werden die Kosten für den Hausabriss kalkuliert?

Auch wenn die Kosten für einen Hausabriss von vielen verschiedenen Faktoren abhängen, können Sie für den Abriss eines in die Jahre gekommenen, durchschnittlich großen Einfamilienhauses, das zum Teil unterkellert, jedoch vollständig frei zugänglich ist, grob einen niedrigen fünfstelligen Betrag kalkulieren. Diese Kosten können niedriger sein, falls das Haus etwa keinen Keller besitzt. Sie können allerdings auch höher sein, wenn es sich z.B. um ein flächenmäßig größeres Haus handelt. Abrisskosten von 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter sind realistisch. Es empfiehlt sich, mehrere unabhängige Angebote von seriösen Unternehmen einzuholen. Auch die vorbereitenden Kosten für die Gebäudeentkernung sowie die Entfernung von Leitungen für Wasser und Strom. Hier können weitere 3.000 Euro anfallen.

Tipp: Die Kosten für den Hausabriss werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Im Vorhinein sollten daher umfassende Angebote von bestenfalls mehreren Unternehmen eingeholt werden.

Kosten senken: Selber machen oder Profiunternehmen?

Bei den hohen Kosten, die durch einen Hausabriss verursacht werden, kommt die Frage auf, inwieweit diese Kosten gegebenenfalls gesenkt werden können. Tatsächlich können Sie durch bestimmte Eigenleistungen, wie etwa das Freiräumen des Gebäudeinneren, Baumfällungen, oder andere Arbeiten, die den Aufwand des Abrissunternehmens senken, die Kosten mindern.

Entsprechend Ihrer eigenen Erfahrung bzw. der Erfahrungen Ihrer Helfer lassen sich kleinere oder unkompliziertere Abrissvorhaben auch in Eigenregie umsetzen. Insbesondere bei komplexeren Abrissvorhaben in Kombination mit der fachgerechten Entsorgung von Bauschutt sollten Sie allerdings auf ein zertifiziertes Abrissunternehmen mit ausreichend Erfahrung setzen. Auch wenn das Gebäude baufällig ist und nicht mehr gefahrlos betreten werden kann, sollten Sie aus Sicherheitsgründen von Eigenleistungen absehen und sämtliche Arbeiten den Profis überlassen.

Badrenovierung © hanohiki, stock.adobe.com
Bei einem bevorstehenden Hausabriss können durch Eigenleistungen wie etwas das Freiräumen des Gebäudeinneren die Kosten gesenkt werden © hanohiki, stock.adobe.com

Gesetzliche Vorgaben im Blick behalten

Vor dem Hausabriss müssen in der Regel ein Abbruchantrag gestellt sowie Genehmigungen beim zuständigen Bauamt eingeholt werden. Da Bauordnungen in Deutschland Ländersache sind, sollten Sie sich beim Bauamt daher vorab über regionale Besonderheiten sowie die entsprechenden Formalitäten informieren. Befinden sich geschützte Bauten in der unmittelbaren Nähe oder steht das Gebäude sogar selbst unter Denkmalschutz, kann das zusätzliche Genehmigungen und Formalitäten mit sich bringen, was die Einbeziehung der zuständigen Denkmalschutzbehörde unumgänglich macht. Unter bestimmten Voraussetzungen können je nach Bundesland einige Abbrüche ohne Genehmigung durchgeführt werden.

Hausabriss – ja oder nein?

Die letztendliche Entscheidung, ob ein Hausabriss durchgeführt wird oder nicht, liegt beim Bauherrn. Jedoch gibt es einige Anhaltspunkte, die es lohnt, abzuwägen.

Entsprechend einer bundesweiten Studie der „Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen“ (2011) ist mehr als jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zu sanieren. Demnach lohnen sich Abriss und Neubau mehr als eine Sanierung. Die Arbeitsgemeinschaft zeigt auch auf, dass für die Sanierung eines Mietshauses mit Baujahr 1950 je nach Aufwand 990 bis 1475 Euro pro Quadratmeter anfallen. Der Abriss und anschließende Neubau schlagen demgegenüber mit 1000 bis 1465 Euro zu Buche.

Interessant ist dabei folgender Richtwert: Liegen die Umbaukosten höher als 75 Prozent der Neubaukosten, lohnt es sich womöglich eher, das Gebäude abzureißen.

Denn auch wenn ein Neubau kostenintensiver ist, liegen die Vorteile auf der Hand. Das Gebäude wird entsprechend der Wünsche des Bauherrn gestaltet, ohne größere Kompromisse eingehen zu müssen. Darüber hinaus sind Altbauten im Vergleich energetisch nicht vollständig aufrüstbar, was sich mit de Zeit in finanzieller Hinsicht negativ auswirkt.

Tipp: Durch Eigenleistungen können Sie gegebenenfalls die Kosten für den Hausabriss senken. Jedoch nur, wenn die Sicherheit vor Ort entsprechend gegeben ist.
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