Gebäude Energieeffizienzklassen

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Immobilien sind für eine transparente Vergleichbarkeit in Energieeffizienz Klassen eingeteilt

Alle Aspekte zum Energiebedarf im Blick, von der Heizanlage über die Dämmung bis zur Dichtheit: Seit der Einführung des Energieausweises kann das energetische Niveau von Gebäuden exakt, simpel und zielführend verglichen werden.

Gebäude Effizienzklassen © lucadp, stock.adobe.com
Gebäude Effizienzklassen © lucadp, stock.adobe.com

Für mehr Transparenz beim Kauf einer Immobilie und bessere Kalkulierbarkeit möglicher Folgekosten sind Gebäude in diesen Ausweisen alphabetisch in Energieeffizienzklassen von A+ bis H eingeteilt. Bei der Zuordnung zu den energetischen Grenzwerten wird der komplette Energiebedarf einer Immobilie berücksichtigt.

Energieeffizienzklassen stellen Vergleichbarkeit von Gebäuden hinsichtlich des Energiebedarfs her
Energieeffizienzklassen stellen Vergleichbarkeit von Gebäuden hinsichtlich des Energiebedarfs her

Optimal übersichtlich

Ist Verkauf oder Vermietung geplant, muss der entsprechende Energieausweis bereits beim Besichtigungstermin vorgelegt werden. Für eine ideale Übersichtlichkeit ist die Einteilung eines Gebäudes in die jeweilige Energieeffizienzklasse im Ausweis farblich abgestuft eingezeichnet, so dass der jeweilige Energiewert sofort erkennbar ist.

Der Tipp: Da Dämmstandards und Heizungsanlage im Gesamten und nicht separat bewertet werden, lohnt es, zu hinterfragen, welcher Aufwand nötig würde, um die Immobilie energetisch zu verbessern.

Energieeffizienz steigert den Wert

Energieeffiziente Gebäude erzielten höhere Verkaufspreise
Energieeffiziente Gebäude erzielten höhere Verkaufspreise

Seitdem der Ausweis die nötigen Vergleichsdaten liefert, hat sich der Energiewert immer mehr zu einem wichtigen Merkmal für die Bewertung des Werts einer Immobilie entwickelt – neben klassischen Kriterien wie Lage, Größe und Baujahr. Bei der Einstufung in die entsprechende Klasse ist der Primärenergiebedarf maßgeblich. Die Wärmedämmung, der eingesetzte Energieträger, die Gebäudedichtheit und die Technik der Heizungsanlage fließen jedoch ebenfalls mit in die Berechnung ein.

Energieausweis © s-motive, stock.adobe.com
Energieausweis © s-motive, stock.adobe.com
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Heizsystem spielt maßgebliche Rolle

Der Primärenergiekennwert basiert auf dem gesamten Prozess, der zur Energiebereitstellung nötig war. Bei herkömmlichen Energieträgern ist Primärenergie die komplett aufgewendete fossile Energiemenge – inklusive möglicher Verluste bei Abbau, Transport und Verarbeitung des Energieträgers. Zu beachten ist, dass beim Heizen mit regenerativen Energien der Primärenergiekennwert in der Regel besser als der Endenergiekennwert ausfällt. Unterschiedliche Heizsysteme sorgen zudem für jeweils andere Primärenergiebedarfswerte – unabhängig vom Wärmebedarf des Gebäudes.

Heizungsanlage © Kzenon, fotolia.com
Heizsystem spielt maßgebliche Rolle © Kzenon, fotolia.com
Der Tipp: Der tatsächlich gemessene Energieverbrauch für die Ermittlung der Energieeffizienzklasse findet sich nur im Verbrauchsausweis. Im Bedarfsausweis wird die Klasse auf Basis eines berechneten Bedarfs festgesetzt.

Langer Weg zum heutigen Standard

Die Geschichte der Energieeffizienzklassen reicht bis ins Jahr 1977 zurück, als die erste Wärmeschutzverordnung die maximalen Wärmeverluste der Gebäudehülle begrenzte. Nach verschiedenen Novellierungen wurde im Jahr 2002 mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) für die bessere Möglichkeit einer ganzheitlichen Bewertung die Wärmeschutzverordnung mit der Heizungsanlagenverordnung zusammengeführt, so dass einzelne Aspekte wie die Anlagentechnik nicht mehr extra betrachtet werden.

Auf Aktualität des Energieausweises achten

Seit der Novellierung der Energieeinsparverordnung im Jahr 2014 gelten für Gebäude die Energieeffizienzklassen A+ bis H. Diese sind seitdem auch im Energieausweis vermerkt. Die bis dahin geltende Einteilung der Energieeffizienzklassen A bis J für Bestandsgebäude und Altbauten wurde abgeschafft. Diese älteren Versionen der Energieausweise sind in einer Übergangszeit allerdings noch bis 2024 gültig.

Auf noch im Umlauf befindlichen Energieausweisen aus der Zeit vor der Neuordnung finden sich folglich veraltete Vergleichswerte. Für Wohngebäude ist dort zudem noch keine gesonderte Zuordnung in eine Effizienzklasse vermerkt.

Der Tipp: Darauf achten, dass sich der Ausweis an der aktuellen Energieeinsparverordnung orientiert. Realistische Vergleichswerte können nur nach dem 1. Mai 2014 ausgestellte Ausweise bieten.

Überblick über die Grenzwerte

Die Einstufung ergibt sich direkt aus Endenergieverbrauch und –bedarf. Die Werte geben den jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche an: kWh/(m2a). Je niedriger der Kennwert, desto besser der energetische Zustand des Gebäudes. Maßstab für die Zuordnung eines Gebäudes zu einem Standard sind festgesetzte Grenzwerte:

Energieeffizienzklasse Endenergie [(kWh/(m2•a)]

  • A+ < 30
  • A < 50
  • B < 75
  • C < 100
  • D < 130
  • E < 160
  • F < 200
  • G < 250
  • H > 250
Der Tipp: Modernisierung lohnt sich: Die jährlichen Energiekosten pro Quadratmeter Wohnfläche schwanken je nach Energieeffizienzklasse laut Verbraucherzentrale NRW zwischen weniger als zwei und mehr als 13 Euro.

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Immer effizient: Neubauten

Der Energieverbrauchs- und Energiebedarfskennwert der Klassen A+, A und B entsprechen in der Regel dem aktuellen Standard bei Neubauten. In welche Effizienzklasse eine Immobilie eingeordnet ist, richtet sich nach dem im Energieausweis vermerkten Wert für den Endenergiebedarf. Neben dieser gesetzlich vorgegeben Einteilung gibt es auch weitere Namen für bestimmte Kategorien wie Null- oder Niedrigenergiehaus, Energie-Plus-Haus oder energieautarkes Haus, die in den Sprachgebrauch übernommen wurden und jeweils in den höheren Klassen eingestuft werden.

Eine Richtgröße ist das KfW-Effizienzhaus

Als einheitliches Qualitätsmerkmal hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Begriff Effizienzhaus eingeführt. Bei einem sogenannten KfW-Effizienzhaus werden die Standards jeweils Kategorien zugeordnet, die sich an dem maximalen Prozentwert des in der EnEV für ein Referenzgebäude berechneten Primärenergiebedarfs orientieren.

Bedeutung der Energieeffizienzklassen

  • A+ – Von der KfW als „Energiesparhaus 40“ eingestuft, in etwa energetisch gleichwertig mit dem Passivhaus, das einen Großteil des Wärmebedarfs aus passiven Energiequellen und internen Wärmequellen bezieht.
  • A – Die Immobilie erfüllt mindestens die Vorgaben der EnEV 2016, von der KfW als ein „KfW 55-Haus“ eingestuft.
  • B – Das Gebäude erfüllt die Standards der EnEV 2014. Es wird als „KfW-Energiesparhaus 60“ oder auch als „3-Liter-Haus“ eingestuft, wenn es lediglich knapp drei Liter Heizöl je Quadratmeter und Jahr benötigt.
  • C – Das Gebäude entspricht etwa dem Standard eines klassischen Niedrigenergiehauses und ist energetisch besser als ein Haus, das nach den Vorgaben der dritten Wärmeschutzverordnung von 1995 errichtet wurde.
  • D – Meist sind kompakte Neubauten, die Anforderungen der EnEV einhalten, in diese Klasse eingestuft, ebenso auch gut modernisierte Altbauten mit hochwertiger Dämmung und effizienter Heizungsanlage.
  • E – In dieser Klasse finden sich meist Einfamilienhäuser, die Mindestanforderungen der EnEV einhalten und höherwertig modernisierte Altbauten. Es sind Gebäude, die energetisch etwa die Standards der zweiten Wärmeschutzverordnung von 1982 erfüllen.
  • F – Komplett modernisierte Altbauten nach den Anforderungen der EnEV an Bestandsimmobilien.
  • G – Hier finden sich Altbauten, die teilweise modernisiert und isoliert wurden. Es sind meist rudimentär gedämmte Immobilien nach den Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977, in die nur eine neue Heizungsanlage eingebaut wurde
  • H – In der aktuell schlechtesten Klasse finden sich meist unsanierte Altbauten.

Die veralteten, aber noch gültigen Einstufungen in die Energieeffizienzklassen I und J sind für Immobilien, an denen vollständig auf Energiesparmaßnahmen verzichtet wurde.

Die Bedeutung der Energieeffizienzklassen von Gebäuden
Die Bedeutung der Energieeffizienzklassen von Gebäuden
Der Tipp: Wer ein Haus mit niedriger Energieeffizienzklasse kauft, kann mit einer energetischen Sanierung leicht eine höhere Einstufung für seine Immobilie erreichen.

Fazit

Auch wenn sich für energetisch schlecht eingestufte Bauten keine Pflicht zur Verbesserung oder Modernisierung ergibt, so bringt die Einstufung in eine höhere Energieeffizienzklasse deutliche Vorteile. Zusätzlich zur wachsenden Umweltfreundlichkeit durch einen reduzierten Energiebedarf steigert aktuelle Heiztechnik und entsprechende Dämmung den Wert der Immobilie und verbessert somit auch die Chancen für gewinnbringende Vermietung oder Verkauf.

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