Dämmung Förderung

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Fördermittel Dämmung 2022: Staatlich gefördert zum Traum vom Haus

Der Bau oder der Kauf eines Hauses ist für die meisten Menschen die größte Investition, die sie in ihrem Leben tätigen. Die wirtschaftliche Frage „Was können wir uns leisten?“ steht daher in aller Regel im Vordergrund. Damit bei diesen Überlegungen der Wärmeschutz nicht auf der Strecke bleibt, fördert der Staat Baumaßnahmen, die hohe energetische Standards setzen, sowie die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien. Die Vergabe der Mittel wird durch die KfW Bank abgewickelt. Die Bank hat dazu verschiedene Kreditprogramme aufgelegt. Sie sind seit dem 24. Januar 2022 jedoch allesamt mit einem vorläufigen Förderstopp belegt und können derzeit nicht mehr beantragt werden. Relevant für Immobilienbesitzer oder die, die es werden wollen, sind:

  • Programm 261/262 „Wohngebäude – Kredit“
  • Programm 461 „Wohngebäude – Zuschuss“
Fördermittel © Doc Rabe, fotolia.com
Fördermittel © Doc Rabe, fotolia.com

Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung (BEG EM) werden indes vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Sie sind vom Förderstopp ausgenommen.

KfW Förderung für den Neubau und die Sanierung

Auch diese Förderung ist am 24. Januar 2022 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Sie erfolgte bislang über zinsvergünstigte Kredite oder Zuschüsse. Bei den Krediten wird der Zins dabei in den ersten zehn Jahren aus staatlichen Mitteln heruntergesetzt. Im Mittelpunkt der Förderung standen bislang KfW-Effizienzhäuser der Stufen

  • KfW-Effizienzhaus 55 (inklusive Passivhaus)
  • KfW-Effizienzhaus 40 (inklusive Passivhaus)
  • KfW-Effizienzhaus 40plus

Sie weisen einen besonders niedrigen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß auf. Die Zahl gibt an, welchen Primärenergieverbrauch die Häuser im Vergleich zu einem Standard-Neubau verbrauchen dürfen. Beim Effizienzhaus 55 darf der Energieverbrauch nur bei maximal 55 Prozent liegen. Die Förderung für das Effizienzhaus 55 wurde im Januar 2022 jedoch endgültig eingestellt, weil sich der Baustandard mittlerweile am Markt durchgesetzt hätte. Bei dem Effizienzhaus 40 darf der Energieverbrauch entsprechend nur bei maximal 40 Prozent liegen. Ein KfW-Effizienzhaus 40plus erfüllt die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 40, verfügt aber über weitere Pluspunkte:

  • eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien
  • ein stationäres Batteriespeichersystem (Stromspeicher)
  • eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • eine Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface

Ein so energieeffizientes Gebäude wie ein KfW-Effizienzhaus stellt hohe Anforderungen an die Planung und die Ausführung. Wer einen Kredit über das Programm „Wohngebäude“ beantragen möchte, muss Planung, Antragstellung und Durchführung seines Bauvorhabens durch einen von der KfW anerkannten Sachverständigen begleiten lassen. Eine Liste dieser Experten gibt es im Internet auf www.energie-effizienz-experten.de. Über unsere Energieberatersuche finden Sie ebenfalls Energieberater in Ihrer Region.

Der Antrag für den Förderkredit muss unbedingt vor Beginn des Vorhabens erfolgen. Dieser Beginn ist:

  • Bei einem Neubau der Beginn der Bauarbeiten. Die Planung und Beratung oder der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen stehen dem Antrag also nicht im Wege.
  • Bei einem Ersterwerb der Abschluss des Kaufvertrags.
Förderung der KfW beantragen: So gehen Sie vor
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Die Baubegleitung – Kontrolle durch Experten

Um die fachgerechte Ausführung der Maßnahmen und damit das Erreichen der geplanten Effizienzstandards sicherzustellen, verlangt die KfW bei den Krediten aus den „Wohngebäude“-Programmen die Begleitung der Maßnahmen durch einen anerkannten Sachverständigen. Die Kosten dafür muss der Modernisierer allerdings nicht alleine tragen. Über das Programm 461 übernimmt die KfW zwischen 4.000 und 10.000 Euro pro Vorhaben. Aufgrund des Förderstopps vom 24. Januar 2022 ist auch dieses Programm derzeit ausgesetzt.

Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung können jedoch nach wie vor über das BAFA gestellt werden.

Wie sanierungsbedürftig ist das Haus überhaupt?

Bevor festgelegt wird, auf welchen Effizienzstandard ein Haus gebracht werden soll, ist eine umfassende Energieberatung notwendig. In diesem Fall nimmt ein Energieberater die Immobilie in Augenschein und prüft, welche energetischen Optimierungsmaßnahmen möglich und sinnvoll sind. Er kann dabei auch einschätzen, welche Kosten durch die energetische Sanierung auf ein bestimmtes Effizienzhaus-Niveau entstehen. Eine solche Vor-Ort-Beratung wird ebenfalls staatlich gefördert, allerdings nicht durch die KfW Bank, sondern durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Eine gute Alternative: der Steuerbonus

Mit dem Klimapaket steht eine Alternative zur BAFA und KfW-Förderung bereit, die sich bei der Dämmung für den Bauherren gegebenenfalls noch mehr lohnen kann: der Steuerbonus. Er wurde als Ergänzung zu den Förderprogrammen eingeführt, kann aber nicht mit ihnen kombiniert werden. Pro Wohneinheit können 20 Prozent der Ausgaben über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerschuld abgezogen werden. In den ersten beiden Jahren können sieben Prozent, im dritten dann noch sechs Prozent angesetzt werden. Insgesamt ist ein Förderbetrag von bis zu 40.000 Euro möglich – sofern das Haus mindestens zehn Jahre alt ist und der Steuerzahler selbst darin wohnt.

Eine direkte Förderung ist zwar in den meisten Fällen lohnenswerter, jedoch sind viele dieser Programme derzeit gestoppt. Der Steuerbonus kann eine gute Alternative sein, wenn die Voraussetzungen für eine Förderung nicht erfüllt werden. Ohnehin sind die Hürden bewusst niedrig gehalten: Beim Finanzamt muss lediglich eine Bescheinigung von einem Fachunternehmen vorgelegt werden, das bestätigt, die Arbeiten nach den geltenden Anforderungen umgesetzt zu haben.

Sanieren: Fördermittel oder Steuervorteil
Sanieren: Fördermittel oder Steuervorteil

Eine Beispielrechnung verdeutlicht die Optionen

Angenommen, als Einzelmaßnahme sollen die Fenster ausgetauscht werden, um Energieverluste zu minimieren:

Austausch der alten Fenster durch neue Wärmedämmfenster, Kosten: 15.000 Euro

  • BEG-Zuschuss für Einzelmaßnahmen (Programm 461) in Höhe von 20 Prozent, über das BAFA zu beantragen: 3.000 Euro
    Verbleibender Eigenanteil: 12.000 Euro
  • Alternative 1 (KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent, derzeit nicht mehr beantragbar): Kredit über 15.000 Euro abzüglich des Zuschusses in Höhe von 3.000 Euro
    Verbleibende Kreditsumme: 12.000 Euro plus Zinsen
  • Alternative 2 (Steuerbonus): 20 Prozent der Kosten: 3.000 Euro
    Verbleibender Eigenanteil: 12.000 Euro
Zuschüsse oder Steuerbonus: Die beste Lösung kann berechnet werden
Zuschüsse oder Steuerbonus: Die beste Lösung kann berechnet werden

Wichtig: In diesem Beispiel ergibt sich bei allen drei Optionen eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3.000 Euro. Aber auch der Zeitraum und die Konditionen spielen für viele Immobilienbesitzer eine große Rolle. Bei Kreditaufnahme müssen zusätzlich Zinsen gezahlt werden, beim Steuerbonus fließen die 3.000 Euro erst mit den Steuererklärungen der folgenden Jahre zurück. Nimmt man mehr Geld in die Hand und setzt sich ein KfW-Effizienzhaus 40 zum Ziel, kann wiederum der Tilgungs- beziehungsweise Investitionskostenzuschuss von maximal 10.000 Euro bei Einzelmaßnahmen auf bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit steigen. Diese Förderung ist derzeit allerdings auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Da bietet der Steuerbonus zumindest eine Alternative. Folglich sollte man zunächst eine Bestandsaufnahme des eigenen Projekts machen und dann durchrechnen (lassen), welche Förderung im individuellen Fall am lohnendsten ist.

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