Dachabdichtungen und Sturmschadenbehebung

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Dachabdichtungen und Sturmschadenbehebung – So geht es!

Die Dachabdichtung, die äußere wasserabweisende Dachhaut eines Flachdachs, kann bei Sturm Schaden nehmen. Im Folgenden machen Sie sich mit den unterschiedlichen Arten von Dachabdichtungen vertraut inklusive einer kleinen Materialkunde. Denn wichtig für eine effiziente Dachabdichtung und Sturmschadenbehebung ist die Materialwahl und Materialverträglichkeit der einzelnen Komponenten.

Dachabdichtungen – Welche Materialien sind geeignet?

Geeignet zur Dachabdichtung sind Bitumen, Kunststoff, Kautschuk in Bahnen oder flüssig wie Flüssigkunststoff.

TIPP: Materialien zur Dachabdichtung müssen die Anforderungen der bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse erfüllen. Produktdatenblätter prüfen!

Bahnen aus Bitumen mit Deckschicht und Trägereinlage aus:

  • PYE Polymerbitumen mit thermoplastischen Elastomeren
  • PYP Polymerbitumen mit thermoplastischen Kunststoffen
Mehrere Möglichkeiten der Dachabdichtung
Mehrere Möglichkeiten der Dachabdichtung

Bahnen aus Kunststoff:

  • ECB Ethylen-Copolimerisat-Bitumen
  • FPO/TPO Polyolefin-Legierungen
  • PEC chloriertem Polyethylen
  • PIB Polyisobutylen
  • PVC-P Polyvinylchlorid
  • VAE/EVA Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer

Bahnen aus synthetischem Kautschuk/Elastomer:

  • CSM chlorsulfoniertem Polyethylen
  • EPDM Ethylen-Propylen-Dien-Monomere
  • IIR Butyl-Kautschuk
  • NBR Nitril-Kautschuk
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Sturmschadenbehebung/ Sturmschadenvermeidung beim Flachdach

Mit Dachbahnen versehene Flachdächer sind im besonderem Maße Schäden durch  Windkräften ausgesetzt. Bei einer Sturmschadenbehebung setzt die Analyse bei der Unterkonstruktion an bis hin zur Abdichtungsoberlage. Häufig ist die Dämmung selbst mit Befestigungssystemen zu versehen. Durch Windlasten entstehen Druck-und Sogkräfte sowie Reibung. Reibung entsteht parallel zur Dachfläche, senkrecht zum Dach Sog und Druck. Flachdächern macht vor allem Windsog zu schaffen. So gilt es, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um ein An- oder gar Abheben des Daches zu vermeiden.

Lagesicherung, Schutz vor Abheben des Daches durch:

  • Auflast
  • Mechanische Befestigungssysteme
  • Verklebung

Abdichtungsbahnen am Dach montieren

Mehrere Verlegearten sind möglich wie Verkleben, Bahnen mechanisch befestigen oder lose verlegen mit Auflast und anschließendem Verschweißen mit Heißluft.

Darauf ist bei loser Verlegung mit Auflast zu achten: Die Unterkonstruktion muss die errechnete Auflast tragen können. Wenn Sie im Rahmen der Sanierung wie einer Sturmschadenbehebung die Decken statisch nicht verstärken können, reicht zur Windsogsicherung das Auflasten allein nicht. Insbesondere an Ränder und Ecken ist die Dachhaut zusätzlich zu verkleben oder mechanisch zu befestigen. Bei der Auflast-Methode sind nur speziell dafür ausgelegte Bahnen zu verwenden. Sie sind resistent gegen stehendes Wasser und Wurzelwachstum.

Tipp: Warten Sie nicht erst auf den nächsten Sturm! Ein Flachdach sollte mindestens einmal im Jahr auf Beschädigungen geprüft werden.
Anforderung an eine zuverlässige Dachabdichtung bei Flachdächern
Anforderung an eine zuverlässige Dachabdichtung bei Flachdächern

Dachabdichtung aus Kunststoffbahnen mechanisch befestigen

  1. Erstellen Sie einen Plan für die Saum-, Feld-, und Linienbefestigung.
  2. Prüfen Sie, ob das Dämmmaterial ggf. gesondert zu befestigen/sichern ist.
  3. Verlegen Sie lose alle Aufbauschichten wie Dämmplatten, Ausgleichsmaterial, Brandschutzlagen, Dachbahnen.
  4. Verankern Sie mit zugelassenen Befestigungssystemen alle Schichten in einem Arbeitsgang.
  5. Achten Sie auf die kraftschlüssige Montage des Materials gegen Abheben des Daches durch Wind.

Auch bei mechanischer Befestigung empfiehlt es sich, den gesamten Schichtaufbau an den Rändern und Ecken zusätzlich zu verkleben.

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Asymmetrische und symmetrische Befestigung von Kunststoffbahnen

Asymmetrische Befestigung: Fixierung der Bahnen am Bahnenrand. Setzen Sie die Befestigungselemente parallel zur Bahnenkante. Lassen Sie die Bahnen soweit überlappen wie es vom Hersteller empfohlen wird.

Symmetrische Befestigung: Lassen Sie benachbarte Bahnen ca. acht Zentimeter überlappen. Setzen Sie die Befestigungselemente mittig dieser Überlappung an. Die Bereiche dieser Befestigungselemente schützen Sie vor Witterungseinwirkungen durch das Aufschweißen von Material der Kunststoffbahnen.

Kunststoff und Bitumen: keine gute Verbindung

ECB, Ethylen-Copolimerisat-Bitumen, bildet die goldene Ausnahme folgender Regel: Abdichtungen aus Bitumen und Kunststoffbahnen ist kein empfehlenswerter Materialmix. Denn zwischen beiden Materialien entstehen lediglich Adhäsionshaftungen. Diese Ausführung gilt nicht als fachgerecht (Achtung im Versicherungsschadensfall). Das Problem lässt sich umgehen, indem Sie Trennschichten zwischen unverträglichen Materialien einbringen.

Gutes Gelingen mit Erdpech: Bitumenbahnen fachgerecht verlegen

Dachabdichtungen mit Bitumen sind bei Heimwerkern und Do-it-yourself-Talenten sehr beliebt. Bitumen (lat.), das Gemisch aus Kohlen- und Wasserstoff und weiteren mineralischen Komponenten, heißt so viel wie Erdpech und verheißt gutes Gelingen bei Dachabdeckungen. Sorgfalt und trockene Witterung vorausgesetzt, führen unterschiedliche Verarbeitungsmöglichkeiten zum Ziel. Bitumenbahnen werden mehrlagig parallel ausgelegt in versetzen Lagen. Die jeweilige Naht- und Stoßüberlappung sollte acht Zentimeter betragen.

Bitumenbahnen verkleben – mehrere Verfahren sind möglich

Kaltselbstklebebahnen

Insbesondere bei hitzeempfindlichen Dämmmaterialien des Daches werden für die erste Bitumenschicht gerne Kaltselbstklebebahnen genommen. Sie sind rückseitig mit einer Folie versehen, die man lediglich abziehen muss – und die Bahnen kleben von allein. Vorteil: schnelle und einfache Montage, man spart sich eine Trennschicht über der Dämmung. Nachteil: die Bahnen sind teurer. Dafür benötigt man jedoch weder einen Brenner noch Heißklebemasse.

Bitumenbahnen schweißen

Es gibt spezielle Bitumenbahnen für das Schweißverfahren. Bei diesen erhitzen Sie die Unterseite mit einem Propangasbrenner. Die angeschmolzene Deckschicht dient zur Verklebung. Es ist kein weiterer Klebebitumen notwendig. Da mit dem Brenner feuchte Stellen getrocknet werden können, ist die Verlegung auch bei „durchwachsenem“ Wetter möglich.

Reparatur am Dach © Sven Boettcher, stock.adobe.com
Gleich einem Pflaster können Bitumenflächen auf schadhafte Dachstellen aufgebracht werden © Sven Boettcher, stock.adobe.com

Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten sind das Gieß- und Einrollverfahren, wobei Heißbitumen aus der Kanne vor die aufzubringenden Bahnen gegossen wird, oder das Bürstenstreichverfahren, bei dem zuvor die gesamte Dachfläche mit flüssigem Bitumen ausgeschrubbt wird. So funktioniert es auch, doch ist dies eher „Old-School“ und lohnt für private Anwendungen nicht.

HINWEIS: Sie können die Langlebigkeit des Bitumendaches erhöhen, indem Sie auf eine möglichst gleiche Schichtdicke achten und einen Oberflächenschutz auftragen. Plastomerbitumen mit Kunststoff gilt als besonders dauerhaft.

Bitumen – Windsogsicherung durch Verkleben

Bitumenbahnen werden in der Regel zweilagig oder dreilagig aufgebracht. Bei einer zweilagigen Aufbringung versetzen Sie die Bahnen um die Hälfte, bei einer dreilagigen Schicht ordnen Sie sie um ein Drittel versetzt an. Diese Ausführung gilt als lagesicher und windsogsicher für Gebäude bis zu einer Höhe von 25 Metern.

Dach abdichten im Schweissverfahren © mhp, stock.adobe.com
Trotz Feuereinsatz ist das Verlegen von Bitumenbahnen im Schweißverfahren sehr beliebt © mhp, stock.adobe.com

Fazit:In Eigenregie, bei Heimwerkern, zählen Bitumenbahnen zu den beliebtesten Materialien zur Dachabdeckung. Bitumen punktet hinsichtlich seiner einfachen Verarbeitung als auch Reparatur- und Ausbesserungsmöglichkeit. Die Verklebung der Bahnen ermöglicht eine solide Prophylaxe vor Windsog- und Sturmschäden. Bitumen neigt im Lauf der Jahre zu Rissbildung und Porosität. Ein passender Oberflächenschutz verlängert die Lebensdauer.

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