Dachneigung und Regensicherheit

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Regensicher oder nicht – (auch) auf die Dachneigung kommt es an

Ein Dach hat mehrere Funktionen: Neben der Optik, die für den Gesamteindruck eines Hauses maßgeblich mitbestimmend ist, ist es vor allem der Aspekt der Regensicherheit. Denn nur regensichere Dächer sorgen dafür, dass es auch bei Regen, Schnee und Hagel im Haus behaglich und trocken bleibt. Allerdings ist eine regensichere Gestaltung eines Daches eine komplexe Angelegenheit, die von zahlreichen Faktoren abhängt. Daher hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 1997 ein Regelwerk aufgestellt, anhand dessen Bauherren, Planer und Ausführende die optimale Wahl für die Gestaltung und Eindeckung des eigenen Daches auswählen und ausführen können.

Schornstein Verkleidung mit Dachziegel © Hermann, fotolia.com
Haus mit Steildach © Hermann, fotolia.com

Regensicher oder dicht – eine wichtiger Unterschied

Dächer besitzen klassischer Weise schuppenförmige Dacheindeckungen. Diese können allein aufgrund der Konstruktionsweise nicht wasserdicht sein. Bei korrekter Eindeckung sind sie jedoch regensicher. Die Regensicherheit wird bei der schuppenförmigen Eindeckung dadurch gewährleistet, dass der Niederschlag vom höher liegenden, überdeckenden Dachziegel auf den darunterliegenden Dachziegel geleitet wird. Bei besonderen Wetterbedingungen oder sonstigen erhöhten Anforderungen ist jedoch ohne weitere Zusatzmaßnahmen keine Regensicherheit zu erzielen. Wer ein wirklich wasserdichtes Dach haben möchte, der sollte ebenfalls – unabhängig vom Vorliegen besonderer erhöhter Anforderungen – weitere Zusatzmaßnahmen bei der Dacheindeckung ergreifen. Welche Zusatzmaßnahmen dies sein können, wird in einem späteren Absatz aufgezeigt.

Die Regensicherheit hängt maßgeblich von drei Faktoren ab. Dies sind:

  • Dachwerkstoff: Hierbei geht es um die Form, den Schnitt und die Verfalzung.
  • Deckungsart: Hier geht es um die Aspekte Reihe/Verband, Überdeckung und Gebindesteigung.
  • Anforderungen: Hier sind insbesondere die Aspekte Lage, Form/Neigung, Dachgliederung und Klima zu nennen.
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Regensicherheit – eine Frage der Dachneigung und des Materials

Zunächst geht es also um die Frage, wie ein Dach ohne besondere Anforderungen – sowohl bezüglich der Witterungsverhältnisse als auch baulicher Art – regensicher eingedeckt werden kann. Hierzu hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks den Begriff der Regeldachneigung (RDN) geprägt: Hierrunter versteht man die Neigung, die ein Dach haben muss, damit es bei fachgerechter schuppenförmiger Eindeckung regensicher ist.

Zu beachten sind hier bei folgende Dinge: Einerseits handelt es sich bei der RDN nicht um eine verbindlich geregelte Gradzahl, sondern um eine konstruktive Regel. Zum Zweiten handelt es sich um einen Mindestwert, der nicht unterschritten werden sollte. Es ist also der niedrigste Wert, der sich in der Praxis bei einer Dacheindeckung als regensicher erwiesen hat. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte also eine Dachneigung wählen, die zumindest etwas über dem RDN liegt. Und schließlich ist die RDN von dem Material abhängig, mit dem das Dach schuppenförmig eingedeckt werden soll.

Beispiel für empfohlen Dachneigungen (RDN) in Abhängigkeit vom verwendeten Material:

Beispiele für Regeldachneigung
Beispiele für Regeldachneigung

Bei der Sanierung eines Daches muss also bei der Auswahl des Materials für die Dacheindeckung die Dachneigung beachtet werden. Wird ein Material ausgewählt, das für die Dachneigung nicht geeignet ist, müssen zusätzliche Maßnahmen zur Erzielung der Regensicherheit ergriffen werden. Und das führt zu längeren Sanierungszeiten und ist in der Regel mit nicht unerheblichen Kostensteigerungen verbunden.

Dachziegel austauschen © roboriginal, fotolia.com
Auf die passende Dacheindeckung achten © roboriginal, fotolia.com

Regeldachneigung – Wirkungsweise und Vorteile

Regensicherheit wird bei einem fachgerecht eingedeckten Dach dadurch erzielt, dass das Wasser gut und schnell ablaufen kann. Grundsätzlich gilt also: Je steiler die Dachneigung ist, desto besser fließt das Wasser ab. Die Wasserableitgeschwindigkeit hängt zusätzlich von der Beschaffenheit des Untergrundes, in diesem Fall also dem Material für die Dacheindeckung, ab. Daher wird der RDN auch stets in Bezug auf ein bestimmtes Material definiert.

Neben der erhöhten Wasserablaufgeschwindigkeit hat ein steiles Dach noch einen weiteren Vorteil: Je schneller das Wasser abläuft, desto schneller kann die Dachfläche trocknen, was wiederum eine Algenbildung reduziert. Umgekehrt führt eine Algenbildung wiederum zu einer Reduktion der Ablaufgeschwindigkeit.

Höhere Anforderungen bei stark geneigten Dächern
Höhere Anforderungen bei stark geneigten Dächern

Ausnahmen von der RDN – erhöhte Anforderungen

Wie schon erwähnt, sorgen so genannte erhöhte Anforderungen dazu, dass ein Dach auch bei ansonsten fachgerechter Eindeckung mit einem für die Regeldachneigung geeigneten Material nicht regendicht ist:

Konstruktive Besonderheiten

Hierunter versteht man Dächer mit stark gegliederten Dachflächen. Dies ist vor allen dann der Fall, wenn Dächer mit Dachgauben ausgestattet sind. Denn in der Regel haben die Dächer von Gauben eine geringere Dachneigung als das restliche Dach. Hier ist das gewählte Material für die Dacheindeckung dann meist nicht geeignet, um eine Regensicherheit zu erzielen. Zudem sorgen besondere Dachformen dazu, dass die RDN nicht als Garant für Regensicherheit herangezogen werden kann. Und schließlich führt eine große Sparrenlänge dazu, dass trotz der Einhaltung der RDN zusätzliche Maßnahmen zur Erzielung der Regensicherheit notwendig sind.

Lage

Je nachdem, wo sich ein Haus befindet, kann dies einen Einfluss auf die Regensicherheit des Daches haben. So kann zum Beispiel die gefangene Lage eines Hauses zwischen höheren Häusern zu beiden Seiten, sowie eine starke Verschattung dazu führen, dass ein Dach mit RDN trotzdem nicht regensicher ist. Der Grund liegt in der Beeinträchtigung des Luftaustausches beziehungsweise des Luftstroms.

Klimatische Verhältnisse

Die RDN bezieht sich auf Häuser, die sich in gebieten mit gemäßigtem Klima befinden. Steht ein Haus in einer Gegend mit extremen Wetterlagen, so reicht die Einhaltung der RDN nicht aus, um ein Dach regensicher zu gestalten. Dies ist insbesondere in diesen Fällen gegeben:

  • Häuser in schneesicheren Gebieten
  • Häuser in exponierter Lage (auf einem Hügel oder Berg, am Meer etc.)
  • Häuser in Gegenden mit sonstigen besonderen Witterungsverhältnissen (Starkwind, Gefahr von Eisschanzen etc.)

Örtliche Bestimmungen

In manchen Fällen dürfen Dächer aufgrund von Gesetzen o.ä. nicht mit dem Material eingedeckt werden, das für die entsprechende Dachneigung notwendig wäre. Solche örtlichen Bestimmungen können sein:

  • Landesbauordnungen
  • Kreis-/Gemeindesatzungen
  • Denkmalschutzauflagen
Edelstahl Außenschornstein © Hermann, fotolia.com
Dachneigung und Dacheindeckung sollten aufeinander abgestimmt sein © Hermann, fotolia.com

Die Lösung: Zusätzliche Maßnahmen zur Erzielung der Regensicherheit

Wenn bei einem Dach eine oder mehrere dieser besonderen erhöhten Anforderungen vorliegen, dann bedarf es spezieller Zusatzmaßnahmen, um ein Dach regen sicher zu einzudecken. Hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen. Die Maßnahmen sind unterschiedlich effektiv und können daher gestaffelt eingesetzt werden – je nachdem, wie viele erhöhte Anforderungen vorliegen.

  • Wasserdichtes Unterdach
  • Regensicheres Unterdach
  • Verklebte Verdeckung
  • Überlappte Verdeckung
  • Unterspannung
Beispiel für regensicheres Dach
Beispiel für regensicheres Dach

Die Auswahl der geeigneten Zusatzmaßnahme sollte in jedem Fall von einem Fachbetrieb vorgenommen werden. Denn neben der Anzahl der Zusatzmaßnahmen steht diese natürlich wiederum in Bezug zur RDN und zum verwendeten Material für die Dacheindeckung.

Fazit

Die Regensicherheit hängt von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Dachneigung. Daher wurde der so genannte RDN definiert, der festlegt, ab wann ein Dach mit einem speziellen Material regensicher eingedeckt werden kann. In speziellen Fällen ist eine regensichere Eindeckung trotzdem nur dann zu erzielen, wenn Zusatzmaßnahmen ergriffen werden.

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