Dachformen im Überblick

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Vielfalt für das Dach – Dachformen und ihre Besonderheiten

Pultdach, Walmdach, Bogen- oder Tonnendach, Mansardendach, Schleppdach – wer sich für eine Dachform entscheidet hat die Qual der Wahl. Denn bei den eingangs genannten Dachformen handelt es sich keineswegs um eine abschließende Aufzählung. Außerdem gilt es bei der Wahl der optimalen Dachform etliche Aspekte zu bedenken: Zunächst einmal geht es um die persönlichen Geschmack.

Dachkonstruktion mit Dachgauben
Satteldach Dachkonstruktion © pics, fotolia.com

Dann ist die Frage, welches Dach zu dem Stil des Hauses passt. Auch die Art der Nutzung des Dachgeschosses sowie das vorhandene Budget sind ausschlaggebende Faktoren. Und schließlich geht es, wie so oft bei Bauvorhaben in Deutschland, darum, welche Dachform mit dem Bebauungsplan konform geht. Dieser Ratgeber bietet einen Überblick über die meisten Dachformen und die Preise für die gängigsten Dachformen.

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Satteldach – der Klassiker unter den deutschen Dachformen

Satteldach © Braas GmbH
Satteldach © Braas GmbH
Das Satteldach ist in Deutschland so verbreitet, dass Kinder Häuser eigentlich immer mit einem Satteldach malen. Die Beliebtheit und die weite Verbreitung haben gute Gründe: Zunächst einmal ist das Satteldach recht einfach zu erbauen. Daraus resultiert, dass die Kosten für ein Satteldach vergleichsweis gering sind. Andererseits bietet diese Dachform eine große Vielfalt, indem der Winkel verändert wird. Je nach Wetterbedingungen ist es ratsam entweder einen steilen oder einen flache Neigungswinkel zu wählen.

Ein steiler Neigungswinkel ist ideal für Regionen mit viel Niederschlag und häufigen Stürmen. Ein flacher Neigungswinkel hingegen reduziert die Lawinengefahr. Wer sich für ein Satteldach entscheidet und zugleich eine architektonisch reizvolle Gestaltung wünscht, der ist mit einem asymmetrischen Satteldach gut beraten, bei dem eine Seite länger ist als die andere.

Vorteile:

  • Geringe Kosten
  • Vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten

Nachteile:

  • Je nach Neigungswinkel keine oder nur geringe Wohnfläche

Flachdach – lang erprobt und wieder auf dem Vormarsch

Haus mit Flachdach
Haus mit Flachdach © Rathscheck Schiefer
Das Flachdach hat eine lange Tradition in der Baukunst und ist in vielen unterschiedlichen Kulturkreisen zu finden. Der Grund liegt darin, dass diese Dachform leicht zu errichten und vergleichsweise günstig ist. Zudem lässt sich mit einem Flachdach ein zusätzliches komplettes Vollgeschoss unter dem Dach errichten. Vielfach hat das Flachdach mit den Vorurteilen zu kämpfen, es sei ständig undicht und eine Wärme- sowie Kältebrücke ins Haus. Beides stimmt so nicht: Ein professioneller Dachdeckerbetrieb kann Flachdächer so bauen, dass sie dicht und gut gedämmt sind.

Vorteile:

  • Vollgeschoss unter dem Dach
  • Geringe Kosten

Nachteile:

  • Wartungsintensiv

Walmdach – robust und optisch ansprechend

Walmdach © Magda Fischer, fotolia.com
Walmdach © Magda Fischer, fotolia.com
Walmdächer zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch auf den Traufseiten schräge Dachflächen besitzen. Diese Seiten bezeichnet man als Walm. Diese Konstruktionsweise macht sie so robust und zugleich optisch einzigartig. Besonders häufig ist diese Dachform bei Bauernhäusern im Süddeutschen zu finden. Denn die Konstruktionsweise schützt das Dach vor den Auswirkungen von Wind und Wetter. Allerdings gehört diese Dachform zu den vergleichsweise teuren Konstruktionsweisen.

Vorteile:

  • Guter Wetterschutz
  • Ansprechende Optik
  • Große bauliche Vielfalt möglich

Nachteile:

  • Aufwändig zu erstellen
  • Höhere Kosten

Pultdach – das halbe Satteldach

Pultdach © Braas GmbH
Pultdach © Braas GmbH
Gerade in der modernen Architektur ist das Pultdach immer häufiger zu finden. Ursprünglich kommt diese Dachform aus dem Bereich der industriellen Bauten. Doc dank der zahlreichen Vorzüge wird es seit einigen Jahre auch vermehrt für Einfamilienhäuser verwendet: Diese Dachform bietet einen großen Wohnraum unter dem Dach. Zugleich ist das Dach vergleichsweise wartungsarm. Wichtig ist, dass bei der Ausrichtung des Daches abgewogen werden muss, ob die geneigte Seite in Richtung Norden oder Süden weisen soll: Eine Nordausrichtung ist ideal, um optimalen Wetterschutz zu bieten. Eine Südausrichtung ist zu wählen, wenn eine Photovoltaikanlage genutzt werden soll.

Vorteile:

  • viel Wohnraum unter dem Dach

Nachteile:

  • optimaler Wetterschutz oder optimale Ausrichtung für Photovoltaikanlage (nicht beides gleichzeitig möglich)

Schleppdach – ein Dach für alles

Schleppdach © helixhoyt, fotolia.com
Schleppdach © helixhoyt, fotolia.com
Das Schleppdach hat eine lange Tradition. Besonders häufig wurde es bei Bauernhäusern verwendet. Denn unter dem weit nach unten gezogenen Dach konnten Schuppen oder wettergeschützte Vorräume für das Haus eingerichtet werden. Doch auch bei Wohnhäusern außerhalb des ländlichen Bereichs sind Schleppdächer immer häufiger zu finden. Hier finden sich unter den verlängerten Dächern Garagen, Carports, Terrassen oder überdachte Eingangsbereiche. Ein weiterer Vorteil dieser Dachform besteht darin, dass diese sowohl beim Hausbau geplant werden kann aber auch nachträglich angebaut werden kann.

Vorteile:

  • einfach durchzuführende Konstruktion
  • kostengünstig
  • auch nachträglich an das Hauptdach anbaubar
  • kurze Fertigungszeiten

Nachteile:

  • optische Möglichkeiten aufgrund der schlichten Bauform begrenzt

Mansardendach – extra viel Wohnraum

Masardendach © mojolo, fotolia.com
Masardendach © mojolo, fotolia.com
Bei dem Marsardendach handelt es sich um eine Erfindung aus Frankreich, um ein möglichst geräumiges Dachgeschoss zu gestalten. Der Hintergrund der Entwicklung dieser Dachform ist ein steuerrechtlicher: Mansardendächer bieten annähernd so viel Platz wie ein Vollgeschoss, waren aber in der Besteuerung in Frankreich günstiger. Der enorme Platzgewinn ergibt sich aus der zweifachen Neigung des Faches pro Giebelseite.

Vorteile:

  • Viel Wohnraum unter dem Dach
  • Optisch ansprechende Gestaltung

Nachteile:

  • Geringere Stabilität
  • Schlechte Möglichkeiten, eine Photovoltaikanlage anzubringen

Sheddach – praktische Dachform aus der Industriearchitektur

scheddach  © darknightsky, fotolia.com
Sheddach © darknightsky, fotolia.com
Die Bezeichnung Sheddach kommt von dem englischen Wort „shed“ für Schuppen. Ursprünglich wurde diese Dachform für Schuppen und industrielle Gebäude genutzt, da diese Aneinanderreihung mehrerer Pultdächer für eine optimale Beleuchtung im Inneren sorgte. Dabei wurden die Fensterfronten nach Norden ausgerichtet, da so die Sonne im Inneren nicht blenden konnte. Heute werden Sheddächer auch immer häufiger bei Privathäusern verwendet.

Vorteile:

  • Sehr stabile Konstruktion
  • Blendfreie Ausleuchtung des Innenraums

Nachteile:

  • Hohe Anfälligkeit für das Eindringen von Feuchtigkeit
  • Pflege- und wartungsintensiv

Weitere, wenige weit verbreitete Dachformen

Es gibt noch etliche weitere Dachformen, die jedoch (noch) deutlich seltener bei privaten Wohnhäusern vorkommen.

  • Laternendach: Dem Satteldach ähnelnd, jedoch durch einen senkrechten Fassadenabschnitt unterbrochen.
  • Schmetterlingsdach: Das Schmetterlingsdachs ist ein umgekehrtes Satteldach. Die Dachseiten haben anstatt eines mittigen Firstes eine Rinne. Diese Dachform wird oftmals bei Wartehäuschen an Bahnsteigen verwendet. Nach und nach findet sich diese Dachform aber auch bei modernen Einfamilienhäusern.
  • Tonnendach: Das Tonnendach wölbt sich wie eine durchgeschnittene Tonne über das Gebäude. In Deutschland wird sie bei Einfamilienhäusern nur recht selten verwendet – aber man sieht sie inzwischen durchaus ab und an.
  • Grabendach: Diese Dachform ist eine Kombination aus Sheddeach und Schmetterlingsdach.
  • Turmdächer: Der Begriff Turmdach ist der Oberbegriff für verschiedene Dachformen für Türme. Gerade alte, großzügig gestaltete Häuser haben zum Teil Türme, bei denen Turmdächer verbaut werden.

Kostenüberblick – Das kosten die gängigsten Dachformen

Kosten und Preise © eyetronic, fotolia.com
Kosten und Preise für die gänigsten Dachformen © eyetronic, fotolia.com
  • Satteldach 60 Euro pro qm
  • Pultdach 120 – 130 Euro pro qm
  • Walmdach 100 Euro pro qm
  • Mansardendach 140 – 150 Euro pro qm
  • Flachdach (einfach) 40 Euro pro qm
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