Flachdach abdichten: Welches Material verwenden

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Ein Flachdach muss man immer gut im Auge behalten. Ist es undicht und das Wasser dringt bereits durch die Decke in darunterliegende Räume ein, ist es mit ein wenig Flickwerk nicht mehr getan. Denn bis das Wasser durch die Decke gedrungen ist, hat es bereits Schäden angerichtet, vor allem an einer womöglich vorhandenen Dämmung oder Holzbalkenkonstruktion. In dem Fall muss der Dachdecker her, der das Dach aufmacht und den betroffenen Teil repariert.

Flachdach mit Kiesbelag © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Flächdächer sind gerade im Trend, bei Nebengebäuden aber schon lange gebräuchlich © U. J. Alexander, stock.adobe.com

Anders ist es bei Flachdächern von Nebenräumen wie einer Garage, die kann man ganz gut selbst reparieren. Flachdächer von und Gewerberäumen muss man genau im Auge behalten und dann zusätzlich abdichten, wenn man sieht, dass es bald Probleme geben könnte. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier steht, worauf man achten muss.

Große Auswahl an Produkten

Dabei gibt es eine große Zahl von Produkten, die man verwenden kann. Die einen basieren auf Bitumen oder EPDM, die anderen auf Kunststoff. Beides gibt es sowohl in flüssiger Form zu Auftragen als auch in fester Form, als Folien oder Bahnen zum Verlegen. Die Verarbeitung ist ähnlich, unterscheidet sich aber in Details – etwa was die Verbindung von nebeneiner liegenden Bahnen betrifft und wie weit sie sich überlappen, oder mit welchen Werkzeugen flüssige Stoffe am besten verarbeitet werden. Es können daher hier nur allgemeine Hinweise und ein Überblick über die Materialien gegeben werden. Einzelheiten entnimmt man den jeweiligen Verarbeitungsanleitungen der Produkte – und man tut gut daran, diese peinlich genau zu beachten.

Mehrere Möglichkeiten der Dachabdichtung
Mehrere Möglichkeiten der Dachabdichtung

Bitumenbahnen sind das traditionelle Material für die Dachabdichtung. Sie bestehen aus Bitumen und einer stabilisierenden Einlage, zumeist aus Kunststoff. Sie mit der Flamme eines Propangasbrenners auf dem Untergrund und vor allem miteinander verschweißt. Das ist keine besondere Herausforderung, aber man braucht einen solchen Brenner. Wer keinen anschaffen möchte, der leiht sich einen – welcher Heimwerker saniert schon ständig Fachdächer? Man kann auch mit einem Heißluftfön arbeiten, was aber deutlich länger dauert.

Aufbau einer Dachbahn aus Bitumen
Aufbau einer Dachbahn aus Bitumen
Flachdach sanieren © Nik, fotolia.com
Bitumenbahnen werden mit dem Propangasbrenner verschweißt © Nik, fotolia.com
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Besonders beständig EPDM

Ohne das Verschweißen mit einer Flamme kommen Dichtungsbahnen aus EPDM aus. Das ist ein synthetischer Kautschuk, der besonders beständig ist und auch gut auf einer darunter liegenden Bitumenabdichtung verlegt werden kann. Die Bahnen werden miteinander verklebt, nicht verschweißt. EPDM-Bahnen sind haltbarer und widerstandfähiger als Bitumenbahnen, freilich muss man mit deutlich höheren Kosten rechnen. Aber ob ein Preisunterschied von fünf oder zehn Euro pro Quadratmeter wirklich ins Gewicht fällt, das muss jeder Bauherr für sich entscheiden, und das hängt sicher auch von der Größe der Dachfläche ab. Bei begrünten Dächern sollte der EPDM-Bahn unbedingt der Vorzug vor Bitumen gegeben werden.

Kunststoffbahnen wiederum werden im Gegensatz so Bahnen auf Bitumenbasis nicht mit dem Untergrund verklebt, was die Arbeit natürlich erleichtert. Es empfiehlt sich allerdings, durch punkt- oder streifenförmige Verklebungen die Bahnen zu sichern. Nebeneinander liegende Bahnen kann man gut mit dem Heißluftfön miteinander verbinden. Kunststoffbahnen sind leichter als Bitumen, was durchaus ein Faktor sein kann. Kunststoffbahnen sind etwas teurer als Bitumenbahnen, aber günstiger als solche aus EPDM.

Keine Nähte mit Flüssigdichtstoff

Ob Bitumen oder Kunststoff, mit einer Abdichtung aus flüssigem Material vermeidet man alle Nähte und die Stellen, an denen eines Tages am ehesten wieder Probleme auftreten können. Zum Teil werden die flüssigen Dichtstoffe mit einem Vlies verarbeitet, zum Teil enthalten sie schon Armierungsfasern. Aufgetragen wird das Material mit Pinsel, Abzieher oder Rolle – auch in diesem Punkt sollte man sich unbedingt an die Verarbeitungshinweise halten. Diesen kann man auch entnehmen, ob es sich empfiehlt, mehrere Schichten aufzutragen.

Flüssige Dichtstoff wird aufgetragen © plysuikvv, stock.adobe.com
Flüssige Dichtstoffe werden zum Beispiel mit einer Rolle aufgetragen

Flüssigabdichtungen eignen sich vor allem für kleinere Dächer, etwa wenn es um einen Anbau mit einer Garage geht. Bei größeren Dächern geben die Experten zumeist einer Abdichtung aus Bahnen den Vorzug. Ein Dogma ist das aber nicht – man kann auch große Flächen flüssig sanieren oder kleine Dächer mit Bahnen abdichten. Generell eignen sich beide Materialien auch dafür, nur problematische oder beschädigte Stellen zu bearbeiten.

Gründliche Reinigung ist Pflicht

Ob Bahnen oder Flüssigmaterial – ein Vorteil ist, dass man beides auf bereits vorhandene Dachabdichtungen aufbringen kann. Eine sehr gründliche Reinigung ist allerdings Voraussetzung, damit das Material haftet. Vor allem kann ein einziger auf der Fläche liegender spitzer Stein auf die Dauer schon wieder ein Problem für die Dichtigkeit werden.

Eine besondere Aufmerksamkeit verlangen alle Arten von Anschlüssen an benachbarte Bauteile, Kanten und Durchlässe durch das Dach, etwa Schornsteine, Regenrohre, Blitzableiter und anderes. Das sind die Stellen an denen es am schnellsten zu Problemen kommt. Einige Hersteller bieten spezielle Formteile für diesen Einsatzbereich an, etwa vorgefaltetes Einlagevlies für die Ecken. Im Zweifel verklebt man dort noch eine zusätzliche Bahn oder trägt noch eine flüssige Schicht zusätzlich auf. Das mag mühsam, sein verlängert aber die Haltbarkeit.

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