Dachrinnen montieren

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Dachrinnen montieren – mit Gerüst kein Problem

Wenn das Dach neu gedeckt wird, sollte man an einer neuen Dachrinne nicht sparen. Ist eine vorhandene Dachrinne unansehnlich geworden, empfiehlt sich eine Erneuerung ebenfalls. Tropft es gar irgendwo, etwa auf den Bürgersteig oder an die Hauswand, muss man schleunigst etwas unternehmen. Dauerhafte Feuchtigkeit an der Hauswand kann zu schweren Schäden führen. Man kann einen Dachdecker beauftragen, eine neue Dachrinne zu montieren, man kann aber auch selbst Hand anlegen. Hier wird Schritt für Schritt erklärt, wie es geht.

Defekte alte Dachrinne © Christine, stock.adobe.com
Hier muss dringend etwas passieren. Eine defekte Regenrinne kann zu schweren Bauschäden führen © Christine, stock.adobe.com

Eine Vorbemerkung: Haben Sie sich schon eine lange Leiter besorgt, die bis zum Dach reicht? Vergessen Sie es. Wenn es sich um eine längere Regenrinne handelt, muss man mal hierhin, mal dorthin. Das ist mit einer Leiter nervig und zeitraubend. In den meisten Fällen kommt man nicht daran vorbei, ein Gerüst aufzubauen. Gelegentlich reicht ein kleines Rollgerüst, oft muss man ein richtiges Baugerüst aufstellen lassen. Das kann teuer werden – ganz wichtig ist es, sich rechtzeitig von mehreren Firmen Kostenvoranschläge machen zu lassen.

Eine Entscheidung über die Zahl der Fallrohre, die erneuert werden müssen, brauchen Sie meistens nicht zu fällen – denn die alten Fallrohre sind ja da, und die neuen Rohre müssen unten in die alten Standrohre gesteckt werden. Wenn Sie doch die Wahl haben: Für eine Regenrinne bis zu 12 Metern reicht ein Fallrohr, bis zu 24 Meter Regenrinne entwässert man mit zwei Fallrohren. Das ist aber nur eine Faustregel – sind die Dachflächen sehr groß, müssen es womöglich auch mehr Fallrohre sein.

Los geht’s mit den Dachziegeln

Wenn dann die Arbeiten endlich beginnen, ist die Entfernung der untersten Reihe Dachziegel der erste Schritt. Zumeist muss man sie dazu etwas nach oben schieben. Bei älteren Dächern muss man aufpassen, dass man die womöglich etwas porös gewordenen Dachziegel nicht zerschlägt. Sind alle Dachziegel weg, baut man die vorhandene Regenrinne und auch die Fallrohre ab, wenn diese ebenfalls erneuert werden sollen. Was sich meistens empfiehlt – wenn man schon einmal ein Gerüst aufgebaut hat.

Sodann legt man Position und Neigung der Rinnenhalter fest. In der Regel haben die Rinnenhalter einen Abstand von 60 Zentimetern. Die Positionen werden auf der untersten Dachlatte markiert. Dann spannt man eine Schnur parallel zur künftigen Regenrinne so, dass das Gefälle markiert wird. Das Gefälle soll fünf Millimeter pro Meter betragen. Mehr schadet nicht, aber nicht immer lassen die örtlichen Verhältnisse ein größeres Gefälle zu.

Dann geht es darum, die Rinneisen so einzurichten, dass das geplante Gefälle tatsächlich entsteht. Wie man das macht, hängt vom gewählten Rinnensystem ab. Es gibt verstellbare Rinneisen, die mit einer Schraube fixiert werden. Diese Eisen werden zuerst am Dach befestigt, und dann wird die Rundung so platziert, dass das Gefälle entsteht. Das ist die einfachere Variante – wenn möglich, besorgen Sie sich genau dieses System. Die Rinneisen sollen – unabhängig vom System – so montiert werden, dass ein Drittel der Dachziegel in die Rinne hineinragt.

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Auf die Rinneisen kommt es an

Es gibt auch Rinneisen, die müssen gebogen werden. Das schafft man nicht mit der bloßen Hand, sondern man braucht einen Rinneisenbieger. Dass das mit einer Zange klappt, ist ein Gerücht. Den Rinneisenbieger kann man leihen, aber nicht in jedem Baumarkt – am besten sucht man im Internet nach einem guten sortierten Werkzeugverleih in der Nähe. Statt mit einer Schnur am Dach zu arbeiten, kann man die Rinneisen in der richtigen Reihenfolge nebeneinander legen und eine schräge Linie über alle Eisen hinweg so ziehen, dass jeweils die Stelle markiert wird, an der das Eisen gebogen wird.

Möglich ist es auch, das erste und das letzte Rinneisen zu montieren und dazwischen eine Schnur zu spannen, nach der sich alle anderen Rinneisen richten. Wichtig ist dabei natürlich, von vornherein das richtige Gefälle einzuplanen. Das gilt allerdings für alle Systeme

Dachrinne Befestigung: Rinneisen © Ingo Bartussek, fotolia.com
Auf die genaue Ausrichtung der Rinneisen muss man großen Wert legen
© Ingo Bartussek, fotolia.com

Befestigen sollte man die Rinneisen mit Schrauben. Früher wurden sie genagelt, aber geschraubt ist es einfach haltbarer. Und der Anfänger hat den Vorteil, dass er die Rinneisen leicht wieder lösen kann, wenn er sich vertan hat. Sinnvoll ist es, rostfreie Edelstahlschrauben zu verwenden. Direkt nass werden sollen die Schrauben unter den Ziegeln ja nicht, aber im Außenbereich kann es immer Feuchtigkeit geben. Sollten die Rinneisen dazu führen, dass die Dachziegel unregelmäßig liegen, muss man mit dem Stechbeitel die Dachlatte unter den Rinneisen etwas schmaler machen. Nach der Montage der Rinneisen legt man die Dachziegel wieder auf.

Immer schön im System bleiben

Dann kann man im Prinzip schon die Regenrinnen in die Rinneisen schieben. In der Regel wird der an der Außenseite der Rinne vorhandene Wulst der Rinne in den Rinnenhalter gelegt, um dann die Rinne von oben in den Halter zu drehen. Das klingt komplizierter, als es ist – wenn man die Teile in der Hand hat, sieht man sofort, wie es geht. Sofern vorhanden, wird dann ein kleines Blech am Ende des Rinneisens über die Rinne gebogen, um sie festzuklemmen. Es gibt auch Systeme mit einrastenden Befestigungen.

Überhaupt muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Dachrinnensysteme nicht einheitlich sind. Bei manchen müssen die einzelnen Rinnen aneinander gelötet werden, bei anderen wird mit einer Dichtmasse für die Fugen gearbeitet. Dabei überlappen sich die Rinnenabschnitte – und es kommt darauf an, dass das Regenwasser von der oberen in den unteren Abschnitt läuft. Es gibt auch selbstdichtende Rinnenelemente, und manchmal wird auch mit säurefreiem Silikon gearbeitet. Die Verbindung hängt vor allem vom Material der Rinnen ab. Nicht alles ist mit allem kompatibel – also bleibt man am besten durchweg im einmal gewählten System.

Dachrinne Montage © Andre, fotolia.com
Dachrinne wird gelötet © Andre, fotolia.com

Unterschiedlich ist auch die Gestaltung von Abläufen in die Fallrohre. Für Ecken und Enden gibt es zumeist vorgefertigte Teile, der Ablauf aber muss bei manchen Systemen ausgesägt werden, bei anderen gibt es fertige Stücke. Wer als Heimwerker eine Dachrinne anbauen will, ist gut beraten, sich für ein komplettes System zu entscheiden und genau die Einbauhinweise zu befolgen, die gegeben werden. Denn auf die Spezialitäten aller Systeme im Einzelnen kann hier natürlich nicht eingegangen werden. Wenn man Löcher sägen muss, ist darauf zu achten, dass es keine nach oben stehenden Ränder gibt, hinter denen sich Regenwasser stauen kann.

Dachrinne aus Kunstoff wird montiert © kurchina, fotolia.com
Dachrinne aus Kunstoff wird montiert © kurchina, fotolia.com

Der Winkelschleifer ist tabu

Unterschiede sind zum Teil auch im Material begründet. Zu beachten ist, dass nicht jedes Material mit dem gleichen Werkzeug bearbeitet werden kann. Generell verzichten sollte man auf das Schneiden der Rinne mit einem Winkelschleifer, denn dabei kann die Beschichtung beschädigt werden. Dann hat die nagelneue Rinne, ständig dem Regenwasser ausgesetzt, womöglich schon bald wieder ein Loch. Zumeist ist eine Metallsäge das richtige Werkzeug.

Wenn alle Rinnenteile befestigt sind, kann man ein Laubgitter in der Rinne verlegen. Dies führt dazu, dass das Fallrohr nicht verstopft wird. Freilich fließt das Regenwasser dafür langsamer ab, wenn viel Laub auf dem Gitter liegt. Sinnvoll ist ein Laubgitter eigentlich nur dann, wenn die Möglichkeit besteht, es gelegentlich zu reinigen.

Dachrinne reinigen © indyedge, fotolia.com
Die Dachrinne muss von Zeit zu Zeit gereinigt werden © indyedge, fotolia.com

Die Montage der Fallrohre ist generell auch eher einfach; es ist das unterschiedlichste Zubehör für die Befestigung am Haus lieferbar. Wichtig ist, dass immer obere Rohre in den unteren stecken – sonst entstehen am Übergang Stellen, an denen das Wasser nicht komplett abläuft. Zu beachten ist auch, dass der Abstand zwischen den Befestigungsschellen nicht größer ist als zwei Meter. Wer seinen Garten bewässern möchte, tut gut daran, das Wasser entweder in eine Zisterne zu leiten oder wenigstens eine Regenfallrohrklappe einzubauen, mit der das Regenwasser in ein Fass umgeleitet werden kann.

Gute Idee: Die Regentonne: Nutzen Sie das Regenwasser für Ihren Garten
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