Marder auf dem Dachboden wieder loswerden

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Zwangsräumung: So vertreiben Sie einen Marder aus Ihrem Dachboden

Ist es ein Einbrecher? Ist es ein Erdbeben? Nein – es ist ein Marder! Genauer gesagt ein Wenn es nachts unter dem Dach trippelt und scheppert und mitunter ziemlich laut wird, dann hat sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Marder in Ihrem Dachboden einquartiert. Die Tiere sind zwar sehr klein, menschenscheu und lärmempfindlich, sind aber selbst recht lautstark. Außerdem haben sie erkannt, dass ein Wohnort nahe des Menschen zahlreiche Vorteile hat: ein warmes Zuhause und reichlich Nahrung. Allerdings können Marder als Untermieter ziemlich unangenehm werden. Sie verschmutzen den Dachboden, zerstören die Dämmung und sorgen so für Feuchtigkeitsschäden und knabbern sogar Leitungen durch. Der Marder muss also raus: Doch das ist leichter gesagt als getan. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Marder wieder loswerden.

Dachboden © khorixas, stock.adobe.com
Dachboden – Hier fühlt sich der Steinmarder wohl. Gerne macht er sich an der Isolierung oder an Leitungen zu schaffen und sorgt so für Schäden © khorixas, stock.adobe.com

Marder – der ungeliebte Untermieter

Wenn es auf dem Dachboden scharrt und kratzt und mitunter auch gewaltig poltert, oder wenn plötzlich ein unangenehmer Geruch durchs Haus weht und sich Fellfetzen rund um das Haus finden, dann hat sich wahrscheinlich ein Marder bei Ihnen eingenistet. Meistens handelt es sich dann um den so genannten Steinmarder, auch unter dem Namen Hausmarder bekannt. Dieser ist ein Raubtier, das zu der Überfamilie der Hundeartigen (Canoidea) zählt. Steinmarder haben einen langgestreckten, schlanken Körper, kurze Gliedmaßen und einen langen buschigen Schwanz. Sie leben, anders als andere Marderarten, nicht in Wäldern, sondern im offenen Geländer oder in der Nähe von Menschen.

Der Steinmarder ist sehr scheu und nachtaktiv, am Tag zieht er sich in seinen Bau zurück. Diesen sucht er sich in Parkanlagen, Scheunen, Garagen oder eben im Dachboden. Da Steinmarder sehr gut klettern können und sehr schlanke Körper besitzen, können Sie leicht bis zum Dachboden emporklettern. Dort zwängen sie sich durch kleinste Öffnungen oder nagen sie sich einen Weg in den Dachboden hinein. Hausmarder sind Allesfresser. Er bevorzugt jedoch Fleisch. Ihre Nahrung suchen sie in Mülltonnen aber sie auch Kleinsäuger, Vögel und Frösche stehen auf ihrem Speiseplan. Das Problem ist, dass sie Nahrungsreste mit in ihr Nest nehmen und diese dort verwesen lassen.

Steinmarder © Pixler, stock.adobe.com
Steinmarder: Schlanker, langer Körper, kurze Gliedmaßen, langerbuschiger Schwanz und scharfe Zähne © Pixler, stock.adobe.com
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So erkennen Sie, dass sich ein Marder eingenistet hat

Es gibt gleich mehrere Merkmale, woran Sie erkennen können, wenn ein Marder sich bei Ihnen im Dachboden häuslich niedergelassen hat:

  • Geräusche unterm Dach: Diese können von Krabbeln über Schaben bis hin zu ziemlich lautstarkem Klopfen und Scheppern reichen. Denn der Marder sucht sich gerne Materialien, mit denen er spielt oder diese zum Nestbau nutzt. Steinmarder sind zwischen April und September besonders aktiv.
  • Kotspuren: Der Kot vor Mardern ist länglich und enthält oftmals unverdauter Spuren der Nahrung. Hierzu können Federn aber auch Obstkerne zählen.
  • Nahrungsreste: Der Hausmarder hinterlässt Teile seiner Nahrung in seinem Bau und lässt diese dort über längere Zeit verwesen – daher der unangenehme Geruch, den dieser Untermieter mit sich bringt.
  • Dachisolierung und Kabel: Marder machen sich gerne an der Dachisolierung und Kabeln, die über den Dachboden verlaufen, zu schaffen. Zerstörte Dachisolierungen können zur Entstehung von Feuchtigkeitsschäden führen. Trotz der geringen Größe des Marders ist das Ausmaß der Verwüstung beachtlich.
Wichtig: Marder verbringen nicht jede Nacht im gleichen Nest. Meist haben sie mehrere Unterschlüpfe gleichzeitig, zwischen denen sie wechseln.
Steinmarder mit Beute © Bennytrapp, stock.adobe.com
Hausmarder schleppen ihre Beute mit in ihr Nest – also in Ihren Dachboden. So entsteht ein übler Geruch, der sich schnell im ganzen Haus verteilt © Bennytrapp, stock.adobe.com

Der Marder muss weg

Ein Marder bringt also Schmutz, Keime sowie unangenehme Gerüche mit und schädigt zudem das Haus. Dieser Untermieter kann also nicht auf Dauer geduldet werden, ohne dass der Hausbesitzer gravierende Nachteile in Kauf nimmt. Doch ist es gar nicht so leicht, den Steinmarder wieder zu vertreiben. Die einfachsten Wege, den Marder zu fangen oder zu vergiften, sind nicht gangbar. Denn der Steinmarder steht unter Naturschutz: Er darf nicht gefangen oder gar getötet werden. Diese Maßnahmen unterliegen dem Jagdgesetzt. Der ausführende Jäger muss über einen bestimmten Jagdschein verfügen. Zudem ist die Jagdsaison einzuhalten. Marder können also nicht, wie anderes Ungeziefer, das sich auf dem Dachboden eingenistet hat, ohne Weiteres vertrieben oder ausgerottet werden.

Plan A: Marder vertreiben

Auch, wenn der Steinmarder selbst sehr laut ist, so liebt er selbst doch die Ruhe. Mehr noch: Er ist schreckhaft und scheu und lässt sich von lauten Geräuschen vertreiben. Um den Marder zu vertreiben, kann also zu folgenden Maßnahmen gegriffen werden:

  • Radio laufen lassen
  • Klopfen gegen die Decke, wenn der Marder zu hören ist
  • Begehung des Dachbodens

Problem: Marder sind äußerst anpassungsfähig und gewöhnen sich an diese Geräusche, wenn sie merken, dass ihnen keine Gefahr droht. Außerdem haben sie meist die Möglichkeit, vorübergehend in ein anderes Nest auszuweichen und erst nach ein paar Tagen wieder zurück zu kehren. Diese Maßnahmen sind also auf längere Zeit ausgelegt.

Plan B: Marder aussperren

Auf Dauer erfolgversprechender ist es daher, den Marder auszusperren. Hierbei sollten alle kleinen Öffnungen zum Dachboden verschlossen werden. Sie sollten bedenken, dass ein Marder sich durch etliche Materialien hindurch arbeiten kann. Marder geben ihr Nest nicht ohne Widerstand auf. Daher müssen zur Abdichtung engmaschige Gitternetze oder ähnliches verwendet werden.

Das Abdichten möglicher Zugänge ist jedoch weit komplizierter, als sich dies anhören mag. Denn Steinmarder nutzen zum Beispiel auch Dachrinnen, um daran hochzuklettern. Auch können Hausmarder Dachziegel hochheben, um darunter hindurch ins Haus zu gelangen.

Problem: Viele Stellen, die der Marder leicht erreicht, sind für den Menschen nicht gefahrlos zugänglich. Daher ist bei den Abdichtungsarbeiten unbedingt auf Sicherheit zu achten.

Wichtig: Bevor Sie die Zugänge zum Dachboden abdichten, müssen Sie sich vergewissern, dass der Marder nicht im Dachboden ist. Achten Sie auch darauf, dass gegebenenfalls vorhandene Jungtiere ebenfalls nicht im Dachboden eingeschlossen werden. Steinmarder dürfen nicht eingesperrt werden. Außerdem würde der Marder bei seinem Ausbruchsversuch Schäden am Haus verursachen.

Der dritte Weg: Hilfe vom Fachmann

Es ist also sehr schwer, einen Marder selbst wieder loszuwerden. Daher ist es oftmals notwendig, die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Hierbei haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Schädlingsbekämpfer: Diese dürfen den Marder zwar auch nicht, wie sie es sonst oftmals tun, ausrotten. Aber sie haben Erfahrungen damit, mögliche Schlupflöcher des Steinmarders aufzuspüren und fachgerecht zu verschließen.
  • Jäger: Diese dürfen Fallen aufstellen. Getötet werden dürfen Marder auch durch einen Jäger nur außerhalb der Schonzeit, in der die Marder Nachwuchs haben.
  • Dachdecker: Ein Dachdecker, der das Dach Ihres Hauses gut kennt, kann ebenfalls um Hilfe gebeten werden. Dieser verfügt über das technische Know-how, mögliche Schlupflöcher in einem Dach ausfindig zu machen und diese sicher zu verschließen. Zudem ist ein Dachdecker das Arbeiten in luftiger Höhe gewöhnt.

Was es sonst noch zu bedenken gilt:

Steinmarder sind zwar scheu – aber auch sehr hartnäckig. Auch wenn es Ihnen gelungen ist, den Marder aus Ihrem Dachboden zu verreiben, bedeutet das nicht, dass er ganz von Ihrem Grundstück verschwunden ist. Oft genug kommen Marder zu einem späteren Zeitpunkt wieder, um sich ihre Behausung zurück zu erobern. Oder sie suchen sich auf Ihrem Grundstück eine alternative Bleibe. Hier könnte der Marder es sich gemütlich machen:

  • In einem Stall
  • In einem Geräteschuppen/Holzhaus
  • In der Garage
  • Im Motorraum des Autos (Achtung: Oftmals werden Schläuche, wie Bremsschläuche, angeknabbert!)

Fazit:

Auch wenn man den Marder nur selten zu Gesicht bekommt, so lebt er doch unter uns. Wenn er sich einmal im Dachboden eingenistet hat, ist es nur schwer, ihn wieder zum Ausziehen zu bewegen. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Marder mit Lärm oder ähnlichem vertreiben
  • Marder aussperren
  • Hilfe durch Schädlingsbekämpfer, Jäger oder Dachdecker in Anspruch nehmen
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