Fachbegriffe rund ums Dach

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Was ist was „unter Dach und Fach“?

Wo ist der First und wo die Traufe? Was sind Giebel, Grat und Kehle? Rund um geneigte Dächer kursieren Fachbegriffe, die fast jeder kennt, aber viele nicht zuordnen können. Kein Wunder: Sie entstammen großenteils dem Fachchinesisch von Dachdeckern, Zimmerleuten oder Spenglern, welche die Dachrinnen verlegen.

Giebeldach Einfamilienhaus © tamas, stock.adobe.com
Beispiel für ein Giebeldach © tamas, stock.adobe.com

Dachwissen in Kürze:

  • First: Dachspitze
  • Traufe: Dach-Unterkante
  • Grat: außen liegende Schnittlinie zweier geneigter Dachflächen
  • Kehle: innen liegende Dach-Schnittlinie
  • Ortgang: Ende der Dachfläche
  • Giebel: Wand zwischen den spitz zulaufenden Dachschrägen
  • Gaube: Aufbau, der aus der Dachschräge ragt
  • Traglattung: vertikale Balkenkonstruktion aus Sparren
  • Konterlattung: horizontale Balkenkonstruktion aus Sparren

Der First ist spitze

Eigentlich ganz leicht zu merken: Der Begriff First ist verwandt mit Fürst oder dem englischen „the first“, der Erste, der Höchste. Es handelt sich um den oberen Abschluss des Daches. Hier stoßen die schrägen Dachflächen aufeinander. Meist wird der Dachfirst mit speziellen, abgerundeten Firstziegeln oder Firststeinen gedeckt. Bei Metalldächern kommen auch individuell geformte Kantprofile zum Einsatz. Der First schützt das Dach vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und entlüftet die Konstruktion samt Dachboden oder Zwischenraum.

Asphalt Ueberdachung © Lost_in_the_Midwest, stock.adobe.com
Walmdach mit First © Lost_in_the_Midwest, stock.adobe.com

Vom Regen in die Traufe

Der First ist das obere und die Traufe das untere Ende vom Dach. Sie schließt die geneigte Dachfläche ab – und hat etwas mit dem alten Sprichwort zu tun: Man kommt vom Regen in die Traufe. Warum?

Die Traufe ist die Abtropfkante des Daches. Hier sammelt sich sämtliches Regenwasser. Heute werden daher üblicherweise Dach- bzw. Regenrinnen an der Traufe angebracht. Das war nicht zu allen Zeiten so. Wer früher unter einer Traufe ohne Dachrinne stand, bekam mehr als nur den Regen ab, sondern – viel schlimmer – gleich den ganzen Schwall. Im Begriff Traufe steckt das althochdeutsche Wort „trouf“ für triefen.

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Grat und Kehle – die „Schnittstellen“

Als Grat und Kehle bezeichnet man die Verschneidungslinien zweier geneigter Dachflächen. Liegt die Schnittfläche außen, spricht man von einem Grat. Liegt sie innen, ist von der Kehle die Rede. Nicht jedes Dach hat Grat und Kehle, ein reines Satteldach weist stattdessen Ortgang und Giebel auf.

Das Ende bilden Ortgang und Giebel

Giebeldächer haben einen Ortgang und – wie der Name schon sagt – einen Giebel. Als Ortgangbezeichnet man den seitlichen Abschluss der geneigten Dachflächen, sofern sie „enden“, also nicht umlaufend schräg sind. Zwischen den spitz zulaufenden Ortgang-Schrägen befindet sich der Giebel. Er gehört gar nicht zum Dach, sondern zur Wand. Beim klassischen Satteldach bildet er eine dreieckige Fläche. Häufig werden Fenster eingebaut.

Walmdach mit Gaube und Giebeldach © Rokfeler, stock.adobe.com
Zwei Dachformen in einem Haus. Im Vordergrund ein Walmdach mit Gaube, links ein Giebeldach mit Ortgang © Rokfeler, stock.adobe.com

Aus der Schräge ragt die Gaube

Eine Gaube oder Dachgaube ist ein Aufbau, der aus dem geneigten Dach herausragt. Sie vergrößert den Raum im Dachgeschoss ein Stück. Außerdem dient die Gaube dazu, Licht und Belüftung ins Dachgeschoss zu bringen. Meist werden Fenster eingebaut.

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Vier Arten geneigter Dächer

  1. Ein Giebeldach wird auch als Satteldach bezeichnet. Es besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die am First aufeinandertreffen. Diese Dachform gilt als „Klassiker“ der mitteleuropäischen Architektur.
  2. Satteldach: Die charakteristischen Merkmale
    Satteldach: Die charakteristischen Merkmale
  3. Ein Pultdach besitzt nur eine geneigte Dachfläche.
  4. Pultdach: Die charakteristischen Merkmale
    Pultdach: Die charakteristischen Merkmale
  5. Ein Walmdach weist weder Ortgang noch Giebel auf, sondern geneigte Dachflächen an allen Seiten, die an einem First aufeinandertreffen. Mit Schrägen rundum bietet es dem Wind weniger Angriffsfläche.
  6. Walmdach: Die charakteristischen Merkmale
    Walmdach: Die charakteristischen Merkmale
  7. Ein Zeltdach besteht ebenfalls aus geneigten Dachflächen an allen Seiten. Allerdings treffen sie nicht an einem First, sondern an einer Spitze aufeinander.
  8. Zeltdach: Die charakteristischen Merkmale
    Zeltdach: Die charakteristischen Merkmale
Dachkonstruktion © bilanol, stock.adobe.com
Sehr gut erkennbar: die senkrechte Traglattung und die waagerechte Konterlattung © bilanol, stock.adobe.com

Traglattung aus Sparren, Konterlattung aus Pfetten

Das Holzgerüst, das die Dachabdeckung trägt, besteht aus der Traglattung und der darunter quer verlaufenden Konterlattung. Die Traglattung wird senkrecht von der Traufe bis zum First verlegt. Sie heißt so, weil sie die Dachdeckung trägt. Auf ihr werden die Dachziegel oder andere Abdeckungen befestigt. Ihre Balken bezeichnet der Dachdecker als Sparren.

Die Traglattung wiederum wird auf der Konterlattung montiert, die horizontal zu First und Traufe verläuft. Ihre Balken nennt man Pfetten.

Holzdach konstruktion mit Sparren und Pfetten © bildlove, stock.adobe.com
Ein klassischer Bestandteil eines Daches sind Sparren und Pfetten © bildlove, stock.adobe.com
Zwei übliche Dachstuhl-Varianten: Das Pfettendach und das Sparrendach
Zwei übliche Dachstuhl-Varianten: Das Pfettendach und das Sparrendach
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