Schimmel im Keller

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Ursachen und Tipps gegen Schimmel im Keller

Wer ein altes Haus sein Eigen nennt, erkennt nicht selten, dass der Keller das Problemkind im Haus ist. Denn insbesondere bei alten Gebäuden muss mit feuchten Kellerräumen gerechnet werden. Der Keller ist daher der Ort im Haus, in dem ideale Voraussetzungen für Schimmel vorherrschen. Denn ein Schimmelpilz bildet sich dort, wo sich Feuchtigkeit festsetzen kann.

Schimmelpilz © animaflora, fotolia.com
Schimmelpilz © animaflora, fotolia.com

Schimmel sieht nicht nur unschön aus, er kann einzelne Bauteile zerstören. Und er kann sich über die Luft weiter ausbreiten und auf Gebrauchsgegenstände übergehen. Er riecht unangenehm modrig und, was als schlimmste Folge des Schimmelbefalls bewertet werden muss: Er ist gesundheitsschädlich! Wird der Schimmelpilz, beziehungsweise seine Sporen, die sich über die Luft verbreiten, eingeatmet, kann das zu Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise Asthma führen. Deswegen sollte Schimmel von der Wand immer entfernt werden!

Ursachen für Schimmelbildung im Keller
In der Regel gibt es für Schimmelbildung im Keller drei Hauptursachen:

  1. zu hohe Luftfeuchtigkeit durch falsches oder gar kein Lüften;
  2. bauliche Mängel, wie defekte oder fehlende Mauerwerksabdichtungen;
  3. Wasseraustritt durch defekte Wasser-, Abwasser-, oder Heizungsrohre.

Auf die Luftfeuchtigkeit kommt es an

Viele Hausbewohner sind der Meinung, durch ständige Kipplüftung, Schimmel und den typischen Kellergeruch zu vermeiden. Tatsache ist aber, dass das permanente Lüften sehr oft erst feuchte Wände verursacht (siehe Artikel: Keller richtig lüften). Daher ist richtiges Lüften und die Herstellung einer unschädlichen Luftfeuchtigkeit ein wesentlicher Punkt, Schimmelbildung im Keller zu vermeiden.

Mit dem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit messen
Mit dem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit messen

Wer auf „Nummer sicher“ gehen möchte, stellt im Keller ein Hygrometer auf. Ein Messinstrument zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit. Eine konstante Luftfeuchtigkeit im Sommer wie Winter sind die besten Voraussetzungen für Keller. Welche Luftfeuchtigkeit dabei für den Keller die beste ist, hängt davon ab, wie man ihn nutzen möchte. Für einen Wohnraum, Hobbykeller, Arbeitszimmer oder Fitnessraum liegt die optimale Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Wobei 60 Prozent ein Maximalwert ist, der nicht überschritten werden sollte.

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Wärmedämmung und richtiges Raumklima

Damit Schimmel gar nicht erst entstehen kann, ist es nicht nur notwendig, richtig zu lüften. Vielmehr muss auch eine intakte Kellerabdichtung vorhanden sein. Dabei spielt die Wärmedämmung der Außenwände eine wichtige Rolle. Wer saniert, sollte deshalb mit entsprechenden Dämmstoffen für warme Kellerwandflächen sorgen und somit Feuchtigkeitsansammlungen entgegenwirken.

Innendaemmung © IVPU
Innendaemmung des Kellerwände © IVPU

Wenn sich an den Innenwänden des Kellers bereits Schimmel eingenistet hat, muss er beseitigt werden. Wer bei der Sanierung gute raumklimatische Bedingungen schaffen möchte und somit Schimmel vermeiden will, hat drei Möglichkeiten:

  1. mit Kalkputz und Kalkfarben arbeiten,
  2. kapillaraktive Baustoffe verwenden oder
  3. Bauplatten aus Polyurethan anbringen, die mit ihrer eingearbeiteten Silikatschicht Feuchtigkeit aufnehmen.

Aufsteigende Feuchtigkeit aussperren

Des Weiteren trägt eine Horizontalsperre im Mauerwerk einen wichtigen Teil zur Vorbeugung von Schimmel bei. Eine Horizontalsperre hat die Aufgabe, das Mauerwerk vor aufsteigender Bodenfeuchtigkeit zu schützen. Wasser, das aus dem kühlen Erdreich hochsteigt, wird durch die Sperre aufgehalten und verhindert ein Verdunsten des Bodenwassers an der Wandaußenfläche des Kellers. Bei Altbauten sind entsprechende Dichtfolien häufig undicht oder gar nicht vorzufinden. Sanierer schaffen hier Abhilfe, wenn sie nachträglich Horizontalsperren einbringen.

Ursache suchen und „Hausmittelchen“ anwenden

Da Schimmel immer auf Wasser angewiesen ist, können auch defekte Rohrleitungen die Ursache sein. Deshalb sollte generell bei jedem Schimmelbefall eine Ursachenforschung durchgeführt werden. Es ist ratsam, dabei einen Fachmann hinzuzuziehen. Denn Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Die Schadstelle muss deshalb nicht zwingend hinter dem Schimmelfleck liegen.

Schimmelbekaempfung © Heiko Küverling, fotolia.com
Schimmelbekaempfung © Heiko Küverling, fotolia.com

Ist die Ursache beseitigt, kann der Schimmelfleck mit Produkten wie Schimmelpilz- und Sporenvernichter beseitigt werden. Diese chemischen Produkte gibt es im Fachhandel oder Baumarkt. Sie werden in der Regel auf den sichtbaren Schimmelfleck gesprüht und der Schimmel nach der angegebenen Einwirkungszeit einfach abgewischt. Angesichts der gesundheitsschädlichen Sporen, sollten Einweghandschuhe und Mundschutz getragen werden.

Es gibt aber auch „Hausmittelchen“ die wirken. Beispiel: Essig. Weil Essig einen niedrigen ph-Wert besitzt und die meisten Schimmelpilzarten dies nicht vertragen, gelingt die Schimmelbekämpfung mit diesem alten Hausmittel überaus gut. Essig besitzt zudem keinerlei giftige Substanzen. Am besten wird reichlich Essig auf ein Tuch geträufelt und die betroffene Stelle kräftig damit eingerieben. Anschließend wird das Ganze noch mit einem feuchten Lappen abgewischt. Aber aufgepasst! Auf Kalkwänden ist Essig als Mittel gegen Schimmelbefall völlig ungeeignet. Die Säure des Essigs geht mit dem Kalk eine Verbindung ein, die von Schimmelpilzen als Nährboden ganz besonders geliebt wird. Die Behandlung einer verschimmelten Kalkwand mit Essig ist deshalb völlig ungeeignet!

Alkohol wirkt einerseits desinfizierend und andererseits entzieht er dem Schimmel das lebensnotwendige Wasser, so dass die Schimmelpilze austrocknen. Der Alkohol muss aber eine Konzentration von mindestens 70 Prozent aufweisen. Bei der Anwendung sollte darauf geachtet werden, dass der Alkohol tief in den Untergrund eindringt. Alkohol besitzt den großen Nachteil, dass er sich sehr schnell wieder verflüchtigt. Behandlungen mit Alkohol müssen deshalb mehrmals wiederholt werden.

Wasserstoffperoxid – ein Mittel, das vorrangig zum Blondieren von Haaren eingesetzt wird, macht ebenfalls Schimmelpilzen den Garaus. Bei der Verwendung von Wasserstoffperoxid muss der Untergrund jedoch absolut trocken sein. Ein Löschpapier eignet sich hervorragend zum Testen. Befinden sich auf dem Löschpapier feuchte Flecken, wenn es vorher fest auf die Schimmelstelle aufgedrückt wurde, sollte der Untergrund vor der Anwendung mit einem Föhn oder Heizstrahler erst gründlich getrocknet werden.

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