Feuchte Keller und Luftfeuchtigkeit im Keller

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Ein feuchter Keller kann viele Ursachen haben. Wobei hier nicht die Rede von Wasser ist, das durch die Wände dringt, sondern es soll hier im Artikel um die Feuchtigkeit in der Luft gehen. Zu viel Feuchtigkeit verhindert, dass man den Keller als Lager nutzen kann. Aber ist die Feuchtigkeit überhaupt aus dem Keller zu bekommen? Hier kommen Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema Luftfeuchtigkeit.

Kondenswasser am Fenster © mm_201, stock.adobe.com
Am Fenster besonders gut zu erkennen: Luftfeuchtigkeit kondensiert an den kältesten Bauteilen. Je größer der Temperaturunterschied zwischen der warmen Raumluft und der kalten Bauteiloberfläche, desto größer ist die Gefahr von Kondenswasser © mm_201, stock.adobe.com

Warum entsteht hohe Luftfeuchtigkeit im Keller?

Zunächst ein wenig Physik: Zentral für den richtigen Umgang mit feuchtem Kellern ist die Erkenntnis, dass warme Luft deutlich mehr Wasser aufnehmen kann als kalte Luft. Im Umkehrschluss muss Luft, die abgekühlt wird, also Wasser freigeben. Dies führt dazu, dass Wasser kondensiert und Bauteilen durchfeuchtet. Vor allem im Altbau kann dieses Phänomen auftreten, da ältere Fenster meist einfach-verglast sind und nicht so gut abgedichtet oder isoliert sind wie Fenster von heute.

Daraus ergibt sich auch, dass man Keller im Sommer nicht tagsüber lüften sollte, sondern besser früh am Morgen oder am späten Abend. Ist das Fenster tagsüber auf, strömt warme Luft ein und bringt Feuchtigkeit mit. Lüften in der kühlen Tageszeit dagegen führt dazu, dass die warme Kellerluft durch kühlere Außenluft ersetzt wird und dabei viel Feuchtigkeit mit nach draußen nimmt.

Keller im Sommer richtig lüften
Keller im Sommer richtig lüften

Die optimale Luftfeuchtigkeit im Keller

Generell stellt sich natürlich die Frage, wie hoch die Luftfeuchtigkeit im Keller sein sollte. Als Optimum gelten alle Werte bis zu 60 Prozent, 65 Prozent sind allerdings auch noch vertretbar. Bei Werten von über 70 Prozent ist mit Schimmel zu rechnen. Messbar ist die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Das Gerät ist für weniger als 20 Euro zu haben und lässt sich leicht bedienen. Messen sollte man aber nicht in der Nähe von Fenstern, dort ist die Lufttemperatur möglicherweise anders und daher auch der Feuchtigkeitsgehalt.

Digitaler Raumluftmesser © nozomin, stock.adobe.com
DHygrometer werden gerne mit Thermometern kombiniert und haben heutzutage zumeist digitale Anzeigen © nozomin, stock.adobe.com

Tipp: Was sagen die Zahlen zur Luftfeuchtigkeit eigentlich aus? Bei 100 Prozent besteht die Luft vollständig aus Wasserdampf? Natürlich nicht. In dem Fall hat die Luft so viel Feuchtigkeit aufgenommen, wie maximal möglich ist.

Wie lange ist ein Neubau feucht?

Da sich im Mauerwerk viel Feuchtigkeit ansammelt, sollte man bereits vor dem Einzug in den Neubau mit Trocknungsmaßnahmen beginnen. So spart man sich teure Folgeschäden aufgrund von Schimmelbildung. Für das spätere stressfreie und gesunde Wohnen sollten Sie daher ausreichend Zeit einplanen, es dauert nämlich eine ganze Weile, bis die Feuchtigkeit aus allen Bauteilen herausgetrocknet ist.

Um einen Neubau zu trocknen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man wartet den Trocknungsprozess ab, oder aber, man versucht ihn mit professionellen Geräten oder Spezialverfahren, wie zum Beispiel Bautrocknern oder Infrarottrocknung, zu beschleunigen. Diese Geräte sind besonders leistungsstark, haben aber leider auch einen hohen Energieverbrauch. Auf jeden Fall sollten während der Trocknung, alle Fenster und Türen welche nach Draußen führen geschlossen bleiben. Im inneren dagegen, sollte jede Türe geöffnet bleiben. Damit erreichen Sie den maximalen Trocknungseffekt!

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Die Feuchtigkeit dem Keller entziehen

Um gegen hohe Feuchtigkeit im Keller anzugehen, ist nicht immer eine teure Sanierung nötig. Verschiedene Maßnahmen können Sie selbst in die Hand nehmen. Richtiges Lüften und Heizen reichen oftmals aus.

Im Winter empfiehlt sich, den Keller zu heizen. Durch kontrolliertes Heizen verhindern Sie nicht nur eingefrorene Wasser- und Heizungsrohre, sondern auch Schimmel oder Schäden an der Bausubstanz. Beim Heizen erwärmt sich die Luft, so dass sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Erkennbar ist dies daran, dass Wände und andere kühlere Bauteile abtrocknen.
Die Raumtemperatur im Winter sollte nicht unter 15° Celsius liegen, sonst kühlen die Wände zu sehr aus. Außerdem empfiehlt es sich, die Fenster lediglich kurz zu öffnen. Andernfalls entweicht wertvolle Wärmeenergie nach außen.

Fehlt eine festinstallierte Heizung im Keller, kann alternativ eine mobile Heizung wie zum Beispiel ein elektrischer Heizlüfter Abhilfe schaffen.

Alternativ empfehlen sich Keramik-Heizlüfter. Sie sind zwar teurer als im Vergleich zu elektronischen, bieten aber folgende Vorteile:

  • leiser
  • langlebiger
  • robuster
  • geringere Geruchsentwicklung
  • gute Alternative für Allergiker
Elektrischer Heizlüfter © Kramografie, stock.adobe.com
Mit einem Heizlüfter kann man die Raumtemperatur erhöhen, um den Keller auszutrocknen. Für den Dauerbetrieb ist das aber zu teuer © Kramografie, stock.adobe.com

Luftfeuchtigkeit senken

Gelegentlich wird übrigens auf verschiedene Hausmittel hingewiesen, um Feuchtigkeit im Keller zu entfernen. Richtig ist, dass Salz oder Reis Feuchtigkeit aus der Luft binden können. Auch Katzenstreu wird empfohlen. Richtig ist aber auch, dass riesige Mengen notwendig wären, um merkliche Effekte zu erzielen. Es spricht nichts dagegen, dies auszuprobieren, gegebenenfalls in Kombination mit dem Lüften. Zu große Erwartungen sollte man damit aber nicht verbinden.

Wenn Lüften aber nicht ausreicht, kann man es mit einem Luftentfeuchter versuchen, der ohne Strom funktioniert. Man spricht auch von einem chemischen Luftentfeuchter. In diesen Geräten bindet Calciumchlorid das Wasser aus der Luft. Das Calciumchlorid löst sich auf, das Wasser tropft in eine Auffangschale. Luftentfeuchter ohne Strom sind umweltfreundlich, da sie keine Energie verbrauchen. Der Nachteil dieser Geräte ist ihre begrenzte Leistungsfähigkeit, sie können das Problem nur in kleineren Kellern lösen.

Elektrische Luftentfeuchter können helfen
Elektrische Luftentfeuchter können helfen

In der Regel fällt daher die Wahl auf einen elektrischen Luftentfeuchter: Dieser basiert auf dem Prinzip, wärmere Luft auf kältere Oberflächen treffen zu lassen. Dort kondensiert das Wasser und läuft in einen Tank. Praktisch sind Luftentfeuchter mit einem Ablaufschlauch zur Abführung des Kondenswassers, den man an ein Abwasserrohr anschließen kann.

Tipp: Wenn es irgend möglich ist, sollte man bei Feuchtigkeitsproblemen im Keller darauf verzichten, dort Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Denn diese bringt eine enorme Menge an Feuchtigkeit in den Keller.

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Spezialfall Kellerwohnung

Zunehmend werden Kellern auch zu Wohnräumen eingerichtet die ein Upgrade in Sachen Funktionalität erhalten. Das stellt besondere Herausforderungen an das Thema Luftfeuchtigkeit, denn die sollte in Wohnräumen dauerhaft nicht mehr als 60 Prozent betragen, am besten ein ganzes Stück weniger. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit gefährdet nämlich die Gesundheit der Bewohner.

Beim Wohnen in einer Kellerwohnung sind deshalb einige Dinge zu beachten: Duschen, kochen und baden sollte man tendenziell eher kurz halten – all diese Dinge erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Stoßlüften ohne Auszukühlen, das ist das Rezept für die Wintermonate. Womöglich geht es auch nicht ohne den dauerhaften Einsatz eines Luftentfeuchters. Am besten hängt man in jedem Raum ein Hygrometer auf, um die Situation jederzeit unter Kontrolle zu haben.

Feuchtigkeit in alten Kellern: Alte Gewölbekeller

Die Kellerart legt den allgemeinen Feuchtigkeitsgrad fest, und ist hauptsächlich vom Baujahr des Gebäudes abhängig: In alten Gewölbekellern (ca. 100 Jahre alt) gibt es oft dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit (z.T. über 80%). Bis zu einem gewissen Grad war diese Feuchtigkeit damals auch erwünscht in Zeiten, in denen der Keller  hauptsächlich zur Aufbewahrung von Lebensmitteln oder als Lagerraum genutzt wurde. Die Feuchtigkeit richtet normalerweise keinen Schaden an und lässt den Keller auch kaum trocken bekommen, eine Trockenlegung kann daher sehr aufwendig sein.

Vor Versuchen, die Mauern der Innenwände vor außen eindringende Feuchtigkeit abzudichten, ist dringend abzuraten. Es besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit sich im Mauerwerk immer mehr ansammelt und dies zu gravierenden Schäden an der Bausubstanz führt. Durch häufiges Heizen und Lüften lässt sich die Luftfeuchtigkeit zwar verringern, aber dies ist nur von begrenzter Dauer.

Alter Gewölbekeller in Bauernhaus © saumhuhn, stock.adobe.com
Alte Gewölbekeller haben ihren ganz eigenen Charme. Trocken bekommt man sie aber oft nicht © saumhuhn, stock.adobe.com

Es empfiehlt sich zu akzeptieren, dass es im Altbau feuchte Keller gibt. Natürlich kann man dort nichts einlagern, was Schaden nimmt, also vor allem kein Papier, Textilien oder Holz. Um Schimmel zu vermeiden, streicht man solche Keller im Abstand von etwa fünf Jahren mit Kalk. Verwenden kann man Weißkalkhydrat, den man mit so viel Wasser mischt, dass er eine etwas dickflüssige, aber noch gut streichbare Konsistenz bekommt. Der Kalkputz hilft der Wand, auszutrocknen.

offenes Kellerfenster mit Leiter für Einbruch © StrayFox, stock.adobe.com
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