Keller-Lichtschächte

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Im Keller ist es dunkel, denn er liegt weitgehend unterhalb des Geländeniveaus. Es gibt aber Alternativen: zum Beispiel man kann auch unter Geländeniveau die Kellerfenster einbauen und über einen Lichtschacht das Tageslicht in den Raum lassen. Was es in Sachen Lichtschächte zu beachten gibt, das erfahren Sie hier.

Ein Lichtschacht ohne Fenster hat natürlich keinen Sinn. Deshalb ist dies hier ein Ratgeber für Hausbesitzer

  • die einen Neubau mit Kellerfenstern unter Geländeniveau planen,
  • die in einem Altbau Kellerfenster einbauen und dann auch Lichtschächte brauchen, oder
  • die einen vorhandenen Lichtschacht gegen einen neuen austauschen möchten.

Im letzten Fall kann man leicht auf die Idee kommen, den neuen Lichtschacht in Form einer Mauer selbst zu bauen, oder eine Verschalung zu bauen und den Schacht aus Beton zu gießen. Schneller geht es aber durch den Einbau eines fertigen Lichtschachtes, wie er im Handel angeboten wird. Diese reflektieren das Licht besser als eine gemauerte Wand und man erspart sich das Verputzen und anstreichen.

Die fertigen Lichtschächte bestehen in der Regel aus Polypropylen und sind deshalb leicht zu montieren. Sie sind wetterfest, wartungsfrei, und sie verwittern nicht. Daneben gibt es Lichtschächte aus Beton. Die sind noch haltbarer und stabiler und das Richtige für alle, die ungern Kunststoffe verbauen. Allerdings sind diese Betonschächte so schwer, dass die Meisten diese Arbeit professionellen Baufirmen überlassen müssen. Hier wird es nachfolgend daher um Kunststofflichtschächte gehen.

Lichtschacht im Keller mit Fenster © Sabine, stock.adobe.com
Es gibt auch fertige Lichtschächte aus Beton. Für den Selbermacher scheitert der Eigeneinbau aber zumeist schon am Gewicht © Sabine, stock.adobe.com

Die Größe muss stimmen

Lichtschächte gibt es in unterschiedlichen Größen. Das ist wichtig, denn sie müssen zum Fenster passen, wobei der Bauherr ein wenig Spielraum hat. Auf jeden Fall müssen sie breiter sein als das Kellerfenster und oben bis zur Geländekante reichen. Unten müssen sie 15 Zentimeter tiefer liegen als die Unterkante des Fensters. Zu bedenken ist bei der Wahl der Maße, dass je größer der Lichtschacht ist, umso mehr Licht in den Keller fällt. Andererseits braucht er dann auch mehr Platz – das heißt, dass mehr Erdreich ausgehoben werden muss. Außerdem ist er womöglich anderen Dingen im Weg.

Genau überlegen sollte man auch die Positionierung der Oberkante. Liegt diese über dem Geländeniveau, läuft nicht so schnell Wasser in den Keller. Das ist ein Argument überall dort, wo Hochwasser droht – unter anderem wenn in einer Hanglage bei Starkregen viel Wasser in Richtung Haus fließen kann. Statt den Lichtschacht höher zu positionieren, kann man rundum auch eine Abmauerung anlegen, und sei es nur in einer Höhe von zehn Zentimetern. All dies scheidet natürlich aus, wenn der Lichtschacht im Bereich eines Bürgersteigs liegt oder zu einer anderen begehbaren Fläche auf dem Grundstück gehört. Generell ist das nicht ausgeschlossen, es gibt sogar begehbare Abdeckungen für Lichtschächte gibt.

Es sind aber vorab noch mehr Dinge zu überdenken. Hat man es im Untergrund mit schwierigen Bodenverhältnissen zu tun empfiehlt sich ein materialverstärkter Lichtschaft. Der ist auch Böden gewachsen, die sehr hart sind oder schwer zu verdichten sind, wie etwa Böden aus Lehm. Bei sehr schwierigen Bodenverhältnissen ist es ratsam auf einen Lichtschacht aus Beton zurückzugreifen. Droht drückendes oder sich aufstauendes Grundwasser, dann sollte man sich für einen druckwasserdichten Lichtschacht entscheiden.

Wände streichen mit Farbrolle © schulzfoto, stock.adobe.com
Groß sind die Fenster in den Kellerräumen zumeist nicht. Trotzdem bringen sie etwas Licht in die Räume © schulzfoto, stock.adobe.com

Abdeckungen und andere Schutzmaßnahmen gegen eindringendes Wasser sind natürlich keine Garantie dafür, dass nicht doch einmal Wasser in den Lichtschacht gerät. Deshalb werden generell alle Lichtschächte mit einem Entwässerungsanschluss angeboten. Der muss entweder mit dem bestehenden Abwassersystem des Hauses verbunden werden, letztlich also mit der Kanalisation. Alternativ kann man das Wasser in eine Drainage laufen lassen oder durch den Entwässerungsanschluss versickern. Voraussetzung ist, dass eine Drainage existiert – notfalls muss eine solche angelegt werden.

Verzichten kann man darauf nur, wenn der Boden das Wasser zügig versickern lässt. Wer darauf zwingend angewiesen ist, kann das Wasser in einen unterirdischen, etwa ein Kubikmeter großen und mit Schotter gefüllten Drahtkorb leiten. Das reicht zur Entwässerung aus – bedeutet aber einen erheblichen Aufwand. Wenn überhaupt, dann sollte dies eine Lösung für mehrere Lichtschächte sein.

Kelleraum mit Tageslicht und Deckendämmung © schulzfoto, stock.adobe.com
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Was beim Einbau wichtig ist

Der Einbau eines fertigen Lichtschachtes ist keine große Herausforderung. Mitgeliefert werden sowohl eine Einbauanleitung als auch ein Befestigungsset. Dabei gibt es verschiedene Materialien, je nach Art der Wand. Es liegt auf der Hand, dass die Befestigung auf einer außen gedämmten Kellerwand anders sein muss als auf einer ungedämmten Wand aus Beton.

Mit der ebenfalls vorhandenen Bohrschablone ist es einfach, die Löcher richtig zu positionieren. Überhaupt kann nicht viel schief gehen, wenn man sich genau an die Anleitungen hält. Wichtig ist, wirklich tief genug zu bohren, um die Befestigung gut haltbar zu verankern. Vor der Befestigung des Lichtschachtes an der Wand muss zumeist noch das Rückstaubventil an den Regenwasserauslass verschraubt werden.

Zu beachten ist auch, dass der Lichtschacht zuerst vorläufig eingehängt wird, um genau die Ausschnitte der Rückwand anzeichnen zu können. Diese bekommt dann mit der Stichsäge den Fensterausschnitt und wird an die Wand geklebt. Nach oben hin muss sie unbedingt abgedichtet werden. Zum Schluss wird noch die Abdeckung des Lichtschachtes eingesetzt und durch eine Rostabhebesicherung mit dem Lichtschacht verbunden. Das ist ein zusätzliches Hindernis für Einbrecher. Bei manchen Lichtschächten wird der Gitterrost auch schon vor der Montage eingesetzt.

Angeboten werden auch Lichtschächte mit einer Montagedämmplatte für ungedämmte Kellerwände. Diese bieten sich an, wenn auch der Rest der Kellerwand gleich oder später noch gedämmt werden soll. In diesem Fall ist die Montage etwas aufwändiger, aber auch nicht schwieriger. Dabei wird die Montagedämmplatte an die Außenwand geklebt, nachdem diese grundiert und beschichtet wurde. Diese Arbeitsschritte müssen sorgfältig ausgeführt werden. Ausreichende Trocknungszeiten sind ebenfalls einzuplanen.

Vorsicht beim Verfüllen

Das Verfüllen des Grabens rund um den Lichtschacht verschiebt man am besten auf den nächsten Tag, auch damit der Klebstoff zwischen Rückwand und Kellerwand richtig trocknen kann. Verfüllt wird der Bereich idealerweise mit einem Gemisch aus Kies und Sand. Dabei bringt man das Material in Lagen von 10 bis 20 Zentimeter ein und verdichtet es vorsichtig.

Wem das alles zu aufwändig ist, der sollte bedenken, dass ein Kellerfenster mit Lichtschacht nicht nur Tageslicht in den Raum lässt. Das ist angenehmer und gesünder als künstliche Beleuchtung. Zudem lässt der Keller sich auch besser lüften – ein Fenster ersetzt eine Lüftungsanlage. Man spart also auf die Dauer Strom für Beleuchtung und Lüftung.

Ein Badezimmer im Keller entsteht © by studio, stock.adobe.com
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